Maigret und die schrecklichen Kinder

Erschienen: Januar 1955

Bibliographische Angaben

  • Paris: Presses de la Cité, 1954, Titel: 'Maigret à l´école', Seiten: 224, Originalsprache
  • Köln; Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1955, Seiten: 204, Übersetzt: Paul Celan
  • München: Heyne, 1966, Seiten: 140, Übersetzt: Paul Celan
  • Zürich: Diogenes, 1987, Seiten: 194, Übersetzt: Paul Celan
  • Zürich: Diogenes, 2009, Seiten: 189, Übersetzt: Hainer Kober, Bemerkung: Sämtliche Maigret-Romane in 75 Bänden, Bd. 44

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An einem Sommermorgen bittet ein dürrer Mann Kommissar Maigret um Hilfe. Er heißt Gastin, ist Lehrer in Saint-André-sur-Mer und wird beschuldigt, das alte Postfräulein des Dorfes erschossen zu haben. Plötzlich sieht sich Maigret einer Schar von Gastins Schülern gegenüber, die ihn in die Enge zu treiben versucht. Ein Schulroman, ein Dorfroman und ein Roman über Austern.

Maigret und die schrecklichen Kinder

Maigret und die schrecklichen Kinder

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Letzte Kommentare:
18.12.2012 18:47:18
Torsten Janssen

Auch möchte ich hier, nachdem ich diesen Kommissar Maigret nun schon mehrfach las, einmal einen gewagten Vergleich machen. In dem, mit dem Literatur Nobelpreisgekrönten Roman "Der Herr der Fliegen" von William Golding, geht es um einen Jungenklasse, die nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel, ohne die Anwesenheit von Erwachsenen, also Recht und Gesetz, nach und nach in eine Archaische Struktur zurückfallem, d.h. wieder zu Wilden werden. Diese Wilden haben einen Anführer und machen Jagd auf alles Schwache, Kränliche und unangepasste. Ähnlich verhält es sich in Saint Andre sur Mer. Die Schwachen, unagepassten in diesem Ort sind die Dorfalte und die Familie des Lehres. Der Lehrer obwohl völlig unschuldig, wird ausgerechnet des Mordes verdächtig. Sein Sohn Jean Paul (wie in Goldings Roman Piggy) ist ein dicklicher, ungeschickter aber sehr kluger Junge, der schließlich entscheidend zur Aufklärung des Falles beiträgt, um seines Vaters willen. Maigret verkörpert eben, diese fehlende Rechtsordnung, und erst mit seiner Ankunft in Saint Andre sur Mer, kehrt wieder die Zivilsation ein, in diesen Mini Archaische Gesellschaftform. ein großartiges Buch. Gruß Torsten Janssen

10.05.2011 10:23:39
Torsten Janssen

Ein sehr gelungener Maigret. Ein ältere Witwe, das Dorfekel, wird von einem Luftgewehr so unglücklich getroffen (durch Auge ins Hirn) daß sie den Löffel abgibt. Maigret reist in die Bretagne (wiederrum wunderbare Ortsbeschreibungen durch Georges Simenon) um den Fall aufzuklären. Er wird konfrontiert mit einer in sich geschlossenen Ortsgemeinschaft, die ihn feindlich aufnimmt. Maigret nimmt wieder Witterung auf, verhört eine verhärmte Lehresfrau und dessen Sohn und stößt auf eine Schülergruppe, die etwas weiß... Großartiger Kriminalroman, obwohl er in den 1950er Jahren spielt, brandaktuell!!