Maigret und der gelbe Hund

Erschienen: Januar 1934

Bibliographische Angaben

  • Paris: Fayard, 1931, Titel: 'Le chien jaune', Seiten: 253, Originalsprache
  • Berlin: Schlesische Verlagsanstalt, 1934, Titel: 'Der gelbe Hund', Seiten: 221, Übersetzt: Harold Effberg
  • Köln, Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1958, Titel: 'Maigret und der gelbe Hund', Seiten: 173, Übersetzt: Isolde Kolbenhoff
  • München: Heyne, 1967, Seiten: 139, Übersetzt: Isolde Kolbenhoff
  • Zürich: Diogenes, 1979, Seiten: 178, Übersetzt: Raymond Regh
  • Zürich: Diogenes, 2008, Seiten: 173, Übersetzt: Raymond Regh, Bemerkung: Sämtliche Maigret-Romane in 75 Bänden, Bd. 6
  • Zürich: Diogenes, 2006, Seiten: 4, Übersetzt: Friedhelm Ptok

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Jörg Kijanski
Ein Klassiker, der auch heute noch Spaß macht!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2003

In dem kleinen Hafenort Concarneau macht sich nachts der Weinhändler Mostaguen auf den Heimweg, nachdem er zuvor mit Freunden im Hotel de l'Admiral Karten gespielt hat. Angetrunken will er sich in einem Hauseingang eine Zigarre anzünden als er durch einen Schuss schwer verletzt wird. Der Schuss wurde durch den Briefkasten des leer stehenden Hauses abgegeben.

Am nächsten Morgen übernimmt Kommissar Maigret, der vor einem Monat zur mobilen Brigade in Rennes beordert wurde, zusammen mit Inspektor Leroy die Ermittlungen. Insbesondere die Stammtischbrüder Le Pommeret, Dr Michoux und der Journalist Servieres erregen Maigrets Neugier, aber ebenso das Serviermädchen Emma. Abends sitzen Maigret und die drei Männer im Hotel und wollen gemeinsam einen Pernod trinken, der jedoch mit einer erhöhten Dosis Strychnin versehen ist, wie sie im letzten Moment bemerken. Nur einen Tag später verschwindet Servieres plötzlich, nachdem man sein Auto in der Nähe eines Flusses findet. Blutflecken auf dem Fahrersitz deuten auf eine Kampfhandlung hin.

Drei Tage - drei Verbrechen. Der Bürgermeister des Ortes setzt Maigret unter Druck, nicht zuletzt da täglich immer mehr Journalisten anreisen und außerdem in Concarneau eine Panik auszubrechen droht. Während Leroy fleißig Informationen sammelt bleibt Maigret bevorzugt im Hotel de l'Admiral und beobachtet dort die Menschen. Aber auch ein herrenloser gelber Hund weckt sein Interesse...

Einer der ersten und besten Maigret-Romane

"Maigret und der gelbe Hund" erschien bereits 1931 und ist damit einer der ersten Maigret-Romane. Auch heute noch kann man sich herrlich über den mürrischen und eigenbrötlerischen Kommissar amüsieren bzw. sich über dessen Ermittlungsmethoden wundern, gleichwohl kann man ihm bei der Lösung des Falles kaum zuvor kommen. Wie bei Agatha Christie versammeln sich gegen Ende des nur 179 Seiten dünnen Werkes die Verdächtigen in einem Raum und Maigret doziert über die Lösung des Falles.

Wunderbar skurril anmutend sind einige Dialogsequenzen.

 

"Ist er verhaftet worden?"
"Er ist gebeten worden, zwei Herren bis hierher zu folgen. Das ist nicht dasselbe."
"Was hat er gesagt?"
"Nichts! Man hat ihn nämlich nichts gefragt!" 

 

Nicht weiter erwähnenswert dürfte sein, dass Maigret sich seitenlang inständig seine geliebte Pfeife stopft und sich nie in die Karten schauen lässt.

 

"Sie haben Glück, mein Lieber! Vor allem, was diesen Fall betrifft, wo meine Methode darin bestand, keine zu haben." 

 

In einer Zeit, wo oftmals scheinbar nur der Erfolg hat, der die brutalsten Verbrechen detailliert widerspiegelt, ist ein Klassiker wie das vorliegende Buch eine beruhigende Wohltat. Nein, man muss nicht immer knietief im Blut waten, es geht auch "blutleer", wie der vorliegende Band beweist. Auch wenn der Schreibstil Simenons heute mitunter leicht antiquiert wirkt; gerade das macht den Charme seiner in die Jahre gekommenen Werke aus.

In unserer schnelllebigen Zeit sollte man ab und an mal zu einem der insgesamt 105 (!) Maigret-Romane greifen und in Nostalgie schwelgen. Dabei kann man ganz nebenbei auch des großartigen Schauspielers Jean Gabin gedenken, der die Figur des Kommissars Maigret kongenial verkörperte.

Maigret und der gelbe Hund

Maigret und der gelbe Hund

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