Dreizehn bei Tisch

Erschienen: Januar 1934

Bibliographische Angaben

  • New York: Dodd, Mead & Company, 1933, Titel: 'Thirteen at dinner', Seiten: 314, Originalsprache
  • Leipzig: Goldmann, 1934, Seiten: 214, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1951, Seiten: 217, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1955, Seiten: 212, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1971, Seiten: 185, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1987, Seiten: 185, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1990, Seiten: 252, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1991, Seiten: 193, Übersetzt: Otto Albrech van Bebber
  • München: Goldmann, 1997, Seiten: 185, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2004, Seiten: 220, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Der Hörverlag, 2005, Seiten: 3, Übersetzt: Ben Hecker, Bemerkung: gekürzt; aus dem Englischen von Tanja Handels
  • München: Der Hörverlag, 2007, Seiten: 3, Übersetzt: Ben Hecker, Bemerkung: gekürzt; aus dem Englischen von Tanja Handels

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Thomas Kürten
Paris war niemals in Paris

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Aus dem Jahre 1933 stammt dieser Roman der Queen of Crime und ist somit angesichts ihrer insgesamt 73 Kriminalromane noch als Frühwerk zu bezeichnen, obwohl sie bereits zu diesem Zeitpunkt bahnbrechende Erfolge mit einigen ihrer Werke erzielt hatte.

Ein Hercule Poirot, so stellt Erzähler Hastings eingangs fest, hätte diesen Fall wohl als große persönliche Niederlage empfunden, denn er lässt sich bei diesem Verbrechen viel zu lange vorführen, ehe er hinter die wahren Zusammenhänge kommt.

Poirot wird von der Schauspielerin Jane Wilkinson gebeten, das Gespräch mit ihrem Mann, dem vierten Lord Edgware zu suchen und ihn zur Einwilligung zur Scheidung zu bewegen, die dieser ihr so standhaft verweigert. Der sich anfangs sträubende Poirot erfährt sodann vom Lord, dass dieser keine Einwände gegen eine Scheidung habe, und sieht den unliebsamen Auftrag sodann als abgeschlossen. Doch am kommenden Morgen wird der Lord tot in seinem Haus gefunden. Sekretärin und Diener des Lords haben am Vorabend Lady Jane Wilkinson das Haus betreten sehen, doch die hat ein hervorragendes Alibi, war sie doch an jenem Abend mit Zwölf anderen Personen auf einem Empfang. Ja, sie waren Dreizehn bei Tisch und jeder kann beschwören, dass Lady Jane tatsächlich da war.

Ein vorgetäuschter Selbstmord

Da gibt es noch die junge und intelligente Schauspielerin Carlotta Adams, die gerade mit einem Parodie-Programm in London gastiert und unter anderem auch eine Jane-Wilkinson-Parodie zum besten gibt. Könnte sie sich an jenem Abend als Lady Jane verkleidet und den Lord erstochen haben? Poirot kann es von ihr nicht mehr erfahren, denn auch sie wird tot auf ihrem Zimmer gefunden. Zwar kann er Selbstmord sehr schnell ausschließen, aber es bringt ihn nicht weiter. Und so laufen alle Spuren, die der Belgier aufnimmt, nacheinander ins Nichts. Bis sich herausstellt, dass der Täter von griechischer Mythologie keinen Schimmer hat und Paris (betont auf der ersten Silbe) nichts mit der französischen Hauptstadt zu tun hat.

Obwohl "Dreizehn bei Tisch" einer von den durchschnittlicheren Romanen Christies ist, ist auch hier erstaunlich, wie oft die Autorin es schafft, ihre Leser zu verunsichern. Poirot und Hastings sind ein erstaunlich harmonierendes Gespann und die Erzählposition eines Hastings ist bis ins letzte Detail durchdacht. Seine Unwissenheit im Zusammenspiel mit den fortwährenden Belehrungen des Poirots schaffen erst die Verstärkung der Position des Lesers, der sich immer wieder über die korrekte Zusammenfügung von Aussagen und Indizien Gedanken macht. Nochmals wirklich erstaunlich, wie viele alternativ mögliche Tathergänge Poirot auf diese Art und Weise entwickelt.

Leider endet dieser Roman für viele Leser immer wieder mit der Enttäuschung, den wahren Täter bereits früh gekannt zu haben. Dafür scheinen Tathergang, Motiv und Zeugenaussagen zu eindeutig und Poirot nimmt dies auch sehr früh als Alternative auf. Wohl genau hierin mag das Kalkül der Autorin nicht unbedingt aufgegangen zu sein. Durch die vielen Indizien, die gegen den tatsächlichen Tathergang sprechen, kann sie letztlich nicht das Gefühl beim Leser beseitigen, den Täter bereits gekannt zu haben.

Dreizehn bei Tisch

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