Tod in den Wolken

Erschienen: Januar 1937

Bibliographische Angaben

  • New York: Dodd, Mead & Company, 1935, Titel: 'Death in the air', Seiten: 304, Originalsprache
  • Bern; Leipzig; Wien: Goldmann, 1937, Seiten: 222, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Magazin-Verlag, 1948, Seiten: 210, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1952, Seiten: 215, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1971, Seiten: 190, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1990, Seiten: 195, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Goldmann, 1997, Seiten: 190, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • Bern; München; Wien: Scherz, 2002, Seiten: 222, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2007, Seiten: 222, Übersetzt: Otto Albrecht van Bebber
  • München: Der Hörverlag, 2003, Seiten: 3, Übersetzt: Rainer Bock, Bemerkung: gekürzte Fassung von Angela Thomae; aus dem Englischen von Tanja Handels
  • München: Der Hörverlag, 2006, Seiten: 3, Übersetzt: Rainer Bock, Bemerkung: gekürzte Fassung von Angela Thomae; aus dem Englischen von Tanja Handels
  • Marburg: Verl. und Studio für Hörbuchproduktionen, 2008, Seiten: 6, Übersetzt: Martin Maria Schwarz
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2012, Seiten: 288, Übersetzt: Sabine Herting

Couch-Wertung:

90°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
1 x 81°-90°
2 x 71°-80°
1 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:75.75
V:3
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":1,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":1,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Michael Drewniok
Ein Detektiv geht in die Luft

Buch-Rezension von Michael Drewniok Mai 2003

Vom Flugplatz Le Bourget in Frankreich hebt eine mit illustren Passagieren besetzte Maschine gen Croydon in England ab. Das Flugzeug "Prometheus" hat 21 Plätze in zwei Abteilen, zwei Stewards kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste, und zwei Piloten sorgen dafür, dass diese heil ihr Ziel erreichen.

Daraus wird dieses Mal allerdings nichts, denn im hinteren Abteil kommt es zu einem unangenehmen Zwischenfall: Marie Morisot alias Madame Giselle, eine professionelle Geldverleiherin, wurde mit einem Blasrohr beschossen. Da der Pfeil in Schlangengift getaucht war, blieb die gewünschte Wirkung nicht aus. Der Mord geschah unauffällig und wäre womöglich gar nicht bemerkt worden, hätte es sich bei einem der Passagiere nicht um den berühmten Detektiv Hercule Poirot gehandelt, der natürlich sofort die Ermittlungen aufnimmt. Einen Mord quasi unter seinen Augen kann und will er nicht dulden; außerdem hat der Mörder - oder die Mörderin? - besagtes Blasrohr ausgerechnet unter seinem Sitz versteckt, was Poirot als dreiste Herausforderung betrachtet.

Mit seinem Freund Inspektor Japp, dem dieser Fall übertragen wird, ist Poirot sich einig, dass die Tat von einem der 11 Passagieren des hinteren Abteils begangen worden sein muss. Die Ermittlungen gestalten sich delikat, denn befragt werden müssen zwei Damen des Adels, die sehr ungnädig auf diese Zumutung reagieren, zwei Ärzte mit zumindest theoretischer Kenntnis tödlicher Gifte, zwei Archäologen, die mit primitiven Waffen vertraut sind, ein Kriminalschriftsteller, der sich als Plot für eines seiner Bücher jüngst einen Mord per Blasrohr ausgedacht hat, ein Geschäftsmann in Geldnöten und eine reizende junge Engländerin. Sie alle leugnen selbstverständlich, Madame Giselles Ende herbeigeführt zu haben.

Poirot aktiviert seine kleinen, grauen Zellen und beginnt das übliche Frage-und-Antwort-Spiel, mit dem er die Verdächtigen geschickt aus der Reserve lockt und ungeahnte, weil sorgfältig geheim gehaltene Fakten ermittelt, die sie alle mit der Verstorbenen in Verbindung bringen. Die große Zahl zu prüfenden Hinweise scheint Poirot zu irritieren, bis er alle Beteiligten schließlich zu einer finalen Gesprächsrunde lädt, in deren Verlauf er nicht nur das Verbrechen rekonstruiert, sondern auch den Täter entlarvt ...

Eine/r muss es gewesen sein!

"Whodunit?" - Wer hat's getan? Diese Frage in möglichst spannender Form zu beantworten, bedeutete für Agatha Christie eine lebenslange Herausforderung, die sie bekanntlich überzeugend zu meistern wusste. "Tod in den Wolken" gehört nicht nur zu den Werken aus einer Zeit, als die Autorin mit noch frischen Kräften ihr Garn spann, sondern ist auch in einer Ära entstanden, die generell als Glanzzeit des "Whodunit?"-Krimis gilt.

Die Kunstfertigkeit, mit der Christie zu unterhalten weiß, beeindruckt um so mehr, führt man sich vor Augen, wie eng im Grunde die Grenzen dieses Genres gezogen sind: Der Täter muss aus dem Kreis der uns vorgestellten Personen stammen, so erfordert es die Fairness, die uns zudem ein Miträtseln gestattet. Damit der Plot überzeugt, muss man die Gruppe der Verdächtigen vom Rest der Menschheit isolieren: Es darf nicht geschehen, dass der Mörder "von außen" ins Geschehen drängt. Der Schauplatz muss übersichtlich sein, doppelte Böden und geheime Gänge wären ausgesprochen unsportliche Tricks. (Christie bekräftigt diesen Standpunkt, indem sie in einer amüsanten Passage Poirot zeigt, der sich vom in den Fall involvierten Schriftsteller einen "logischen" aber absurden Tathergang schildern lässt, der in sämtlichen Punkten vorsätzlich gegen erwähnte Fairness verstößt.)

Freilich gibt es gar nicht so viele Orte, an denen sich eine verdächtige Gruppe plausibel zusammensperren lässt. Als Christie 1935 "Tod in den Wolken" schrieb, waren das einsam gelegene Landhaus, die Insel, der Ozeandampfer schon weidlich eingesetzt worden. Die Verfasserin hatte zwei Jahre zuvor eine noble Variante gefunden und einen "Mord im Orientexpress" stattfinden lassen. Nunmehr verhalf ihr ein weiterer Geistesblitz zu einem "frischen" Schauplatz. Mitte der 1930er Jahre war es noch keineswegs selbstverständlich mit dem Flugzeug zu reisen. Zwar gehen die Anfänge des britischen Passagierflugs bereits auf das Jahr 1919 zurück, doch für Christie war die Existenz eines Großraumflugzeugs unerlässlich, denn nur dort konnte sie mehr als zwei oder drei Verdächtige zusammenbringen. Solche Maschinen gab es erst kurze Zeit, und Christie gehörte zu den ersten, die sie auf ihre Tauglichkeit als Tatort überprüften.

Klassischer geht's eigentlich nicht

Die Inszenierung des Mordes an seinem exotischen Schauplatz bildet Auftakt und Höhepunkt des Romans. Der eigentliche Plot, der das Verbrechen begründet und von Poirot zusammengepuzzelt wird, wirkt dagegen reichlich vage bzw. umständlich. Das mag jedoch vor allem uns Lesern des 21. Jahrhunderts so erscheinen; "Tod in den Wolken" spielt im Rahmen eines zwar literarisch verfremdeten, doch auf historischen Tatsachen ruhenden Zeit- und Gesellschaftsbildes, das fremd ist und ein kriminelles Vorgehen, wie es hier beschrieben wird, womöglich nicht so seltsam wirken lässt.

Wie es für den "Whodunit?" ebenfalls typisch ist, unterscheiden sich die Verdächtigen in Herkunft und Stellung möglichst weit voneinander, was die Zahl der möglichen Motive erhöht und die Ermittlungen reizvoll erschwert. Poirot bzw. Christie ergehen sich großzügig in vagen Andeutungen und decken Informationen auf, die uns immer wieder auf den Täter oder die Täterin tippen lassen, bis Detektiv und Autorin das Ruder erneut herumreißen. Dieses Spiel beherrscht Christie perfekt, und sie erhöht seinen Reiz, indem sie ihre Figuren und deren Charaktere überzeichnet. Ihr Gebaren dient als Maske und als Muster: Hinter ersterer verbergen sie sich, während die klare Abgrenzung der Rollen diese für die Leser leicht identifizierbar und unterscheidbar macht - und der Verfasserin weitere Täuschungsmanöver ermöglichen.

Madame Giselle, unser Opfer, "arbeitete" beispielsweise als private Geldverleiherin. Zu ihr ging man, wenn man die Banken scheute und Diskretion mit der Zahlung deutlich höherer Zinsen erkaufte. Kam man mit diesen in Verzug, setzte Madame allerdings die Daumenschrauben an. Muss Poirot also nur herausfinden, wer so tief bei der Ermordeten in der Kreide stand, dass es eine Verzweiflungstat provozierte? So einfach macht es Christie Poirot und den Lesern nicht. Viele zunächst viel versprechende aber falsche Fährten werden gelegt und argumentative Nebelkerzen gezündet, bis nur noch einer die Übersicht behält: Hercule Poirot.

Ein Detektiv lebt für und durch seine Arbeit

Der tritt seine Flugreise ohne seinen "Watson" Hastings an; er wird ersetzt durch die (täuschend?) naive Unschuld Jane Grey und den bewährten, braven und notorisch vernagelten Inspektor Japp, dem dieses Mal der steife Monsieur Fournier von der Pariser Sureté zur Seite steht. Dieses Trio ist primär für dumme Fragen, deduktive Fehler und übereifrige Schlussfolgerungen zuständig, die Poirot geduldig (und selbstgefällig) korrigiert. Das streckt die Handlung und sorgt für Ablenkung, hinter der sich der Mörder verstecken kann.

Poirots Job ist es, uns im Finale zu erläutern, was gewesen ist. Er ist der Detektiv schlechthin - ein reiner Kopfmensch ohne Empfindungen, die über sein kriminalistisches Handwerk hinausgehen. Genau so stilisiert muss er sein, damit sich der gewünschte Effekt einstellt, den die Freunde des "Whodunit?" so lieben: Poirot sorgt in seiner kleinen Welt für Ordnung und löst im Alleingang alle Probleme, was in des Lesers Realität leider nicht so reibungslos funktioniert. Poirot als buchstäblich menschliches Wesen ist dagegen uninteressant; die Darstellung des Detektivs oder Polizisten als Mensch mit Gefühlen und Schwächen ist dem klassischen "Whodunit?" fremd. Der Ermittler erledigt seinen Job und wartet anschließend ungeduldig auf den nächsten Fall.

So hält Agatha Christie, "professional writer" der Oberklasse, das Steuer einmal mehr fest in ihrer Schreibhand. Mit "Tod in den Wolken" setzt sie die Regeln des "Whodunit?" lehrbuchmäßig um und präsentiert ein wendungs- und temporeiches Buch, das ebenso altmodisch wie zeitlos, d. h. nostalgisch ist und nicht grundlos zu den "großen" Werken dieser Autorin gezählt wird.

"Death in the Clouds" wurde übrigens 1992 im Rahmen der seit 1989 laufenden und bis heute fortgesetzten Serie "Poirot" mit David Suchet in der Titelrolle für das britische Fernsehen verfilmt.

Tod in den Wolken

Tod in den Wolken

Weitere Bücher der Serie:

Ähnliche Bücher:

Deine Meinung zu »Tod in den Wolken«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
07.01.2017 14:06:12
margana

Hercule poirot setzt sich zum ersten mal in ein flugzeug ,trotzdem funktionieren diese kleine grauen zellen .ein bisschen flair der 30 iger u voila naturlich ein mord darf nicht fehlen ...vor allem die detailgenaue spitzenfindigkeit seiner anamnese der fluggaste macht es aus dieser roman lebhaft wirdAN

19.11.2016 12:19:28
Ham

... ein typischer Whodunit mit Hercule Poirot ... dieser Krimi gehört für mich nicht zu den TopTen von AC, weil einiges aufgrund des Verhaltens von Poirot doch vorhersehbar ist ... lediglich das "Wie" war ein bisschen knifflig, selbst das Motiv entspricht dem typischen Christie-Muster ... aber dennoch ein kurzweiliger Krimi-Klassiker ... 80°

23.09.2016 08:45:49
margana

Eigentlich muesste man doch meinen ,das ein Begangener mord , schnell aufklarbar ist mit unter wenn hercule poirot mit vn der Partie ist.

Nichtsdesto trotz gelingt es poirot nicht nur die petsonlichkeite im Flugzeug kennenzulernen sondern über dies hinaus den Mörder zu finden. Sehr spannend geschrieben ,auch weil hercule pirot sich im Flugzeug zurechtfindet obwohl er das fliegen hass

09.09.2011 23:05:17
Stephanie

Ein Mord geschieht an einem außergewöhnlichen Schauplatz mit einer begrenzten Zahl an Verdächtigen. Es wartet ein hartes Stück Arbeit auf Poirot und seine Kollegen. Besonders gefallen hat mir der rasche Einstieg in die Geschichte.
Ein skuriles Buch mit einer raffinierten Auflösung, auf die selbst der aufmerksame Leser nur schwer kommt.

Sehr zu empfehlen!

03.10.2010 00:54:35
Jo_loves_Poirot

Unser allseits geliebter Ermittler geht in die 11. Runde!
Und diesmal wird der Mord in der Luft begangen...
Monsieur Poirot, durchaus beaengstigt im Flugzeug, schlaeft leider den ganzen Flug und kann vorerst nichts zum Tathergang sagen. Mit seinem kongenialen Kollegen Japp kommt Poirot wie immer zu einem spannenden und verzwickten Ende, welches mich persoenlich erstaunt hat.
Tolles Buch, dass man durchaus gelesen haben sollte.

26.09.2009 13:10:04
Lylith

Ein sehr gelungener Poirot-Krimi, der sich auch dem Vorurteil des Who-done-it nicht beugen muss, daß der Leser über wichtige Fakten, die zur Lösung des Falls notwendig sind im Dunkeln gelassen wird.
Der Tatort: ein Flugzeug, das Opfer: eine bekannte Geldverleiherin und der mögliche Täter: eine Wespe?
Man darf sich auf überraschende Wendungen und eine gelungene rationale Lösung in diesem Werk freuen. Ein sehr empfehlenswerter Krimi, in dem sich Mrs. Christie ganz selbstkritisch über ihren eigenen Berufsstand amüsiert.

01.06.2009 10:54:53
Stefan83

Wer hat es denn bloß getan?

Auch im elften Krimi aus der Reihe um den belgischen Meisterdetektiv ist dies die zentrale Frage für den Leser. Und wieder einmal schafft es die Queen of Crime, Agatha Christie, darauf in äußerst spannender Form eine Antwort zu geben. Die Herausforderung, stets etwas Neues zu finden, um ihr Publikum zu unterhalten, hat die Autorin ihr Leben lang begleitet. Und stets, dies zeigen ihre Werke ganz deutlich, hat sie diese auch zu meistern gewusst. "Tod in den Wolken" ist da keine Ausnahme.

In der Glanzzeit der klassischen "Whodunit"-Krimis veröffentlicht, greift sie das Motiv des geschlossenen Raums auf, welches schon John Dickson Carr exponentiell häufig in seinen Büchern verwandt hat, und wählt für die Handlung des Plots einen für die damalige Zeit ungewöhnlichen Schauplatz aus - ein Flugzeug. Obwohl Mitte der 30er Jahre der Flugverkehr in Europa stark zunahm, war das Reisen in der Luft immer noch nur den Privilegierten vorbehalten, größere Passagiermaschinen gar eine extreme Seltenheit am Himmel. Umso besser, muss sich Christie gedacht haben. Kommt wenigstens niemand anderes auf die Idee.

Die Story sei kurz angerissen: Hercule Poirot will schnellstmöglich nach England zurückkehren und wählt daher, trotz ausgeprägter Flugangst, die Mittagsmaschine in Le Bourget, Frankreich. Die "Prometheus", mit 21 Plätzen in zwei Abteilen, ist voll besetzt. Zwei Stewards kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste und versuchen den Flug über den Kanal so angenehm wie möglich zu gestalten. Poirot selbst zieht die Sicherheit des Schlafes vor, um einen peinlichen Panikanfall zu vermeiden und entschlummert schon kurz nach dem Start. Ein Fehler, wie sich nur allzu bald herausstellt, denn Madame Giselle, eine bekannte Geldverleiherin aus Paris, segnet kurz darauf das Zeitliche. Ein Herzanfall wird schnell ausgeschlossen, denn Poirot, durch den mysteriösen Tod die Turbulenzen des Flugs vergessend, entdeckt eine kleine Wunde am Hals samt vergifteten Pfeil. Einen Mord direkt unter seinen Augen kann der belgische Detektiv keineswegs dulden, schon gar nicht wenn der Täter die Dreistigkeit besitzt, das offensichtlich für die Tat benutzte Blasrohr unter seinem Platz zu platzieren. Fieberhaft setzt er von nun an alles daran, das unentwirrbare Dickicht um eine Wespe, einen doppelten Kaffeelöffel und eine Vielzahl unter der Oberfläche schwelender Liebeleien zu lüften...

Nach dem eher faden Vorgänger "Nikotin" hat Christie hier wieder bewiesen, wie sehr sie die Grenzen des Genres zu beherrschen weiß: Ein Täter, der aus dem Kreis der uns vorgestellten Personen stammt, ein übersichtlicher Schauplatz und versteckte Hinweise, die es dem Leser ermöglichen, selbst den Täter zu enttarnen. Natürlich findet nicht der gesamte Krimi an Bord der Maschine statt, ein Flug über den Kanal wäre dafür zu kurz, aber auch die nachträglichen Ermittlungen Poirots, dem von Seiten der Friseurin Jane Grey und dem Zahnarzt Norman Gale einiges an Hilfe zuteil wird, versprühen den typisch britischen Whodunit-Charme.

Der ein oder andere wird vielleicht den tapsigen Captain Hastings vermissen. Mich persönlich hat dies wenig gestört, da man seine Rolle mit Inspector Japp und Fournier von der Pariser Sureté quasi doppelt besetzt hat und die stattseiner für deduktive Fehler und übereifrige Schlussfolgerungen zuständig sind. Fehler, die der Meisterdetektiv natürlich geduldig und wie immer arg selbstgefällig korrigiert. Im Finale erläutert er uns (ich habe wieder mal daneben getippt) die wahren Geschehnisse und sorgt mit der Enttarnung des wahren Täters wieder mal für überraschtes Staunen.

Insgesamt ist "Tod in den Wolken" ein wendungs- und temporeicher "Whodunit", der mit einer gehörigen Prise Nostalgie und viel kriminalistischer Finesse blendend unterhält und für mich zu den besten Werken von Agatha Christie zählt. Allen Fans dieses Genres bedenkenlos zu empfehlen.

10.12.2008 02:03:39
Norbert

"Todin den Wolken" ist ungifähr mein 20ster AC - Roman in Folge (soviel Bücher,wie ich heuer bereits von AC gelesen habe, habe ich inden letzten 10 Jahren nicht gelesen - ich bin süchtig!!! :-)Ich muss sagen, ich konnte es kaum erwarten, endlich zum Schluss des Buches zu kommen, um endlich den Täter zu wissen. Wie jeder, der AC - Krimis liest, versucht man den Täter selbst herauszufinden, was eigentlich an diesen Büchern Spass macht, und ich muss sagen, ich hatte schon zu Beginn nur 2 Theorien, und am Ende stellte sich heraus, dass mein erster Instinkt richtig lag!!! :-)Spannend geschrieben, war nie langweilig, und hat sich nicht künstlich in die Länge gezogen. Einfach Super!Meiner Meinung nach der Beste Krimi nach "Und dann gabs keines mehr", den eigentlich jeder AC-Fan gelesen haben sollte, und evtl noch AlibiZur Zeit lese ich "Das fehlende Glied in der Kette"Habe mir bereits alle Bücher von AC kostengünstig zugelegt, dank Booklooker.com

22.09.2008 12:11:33
CharlyDD

Ein Mord über den Wolken ist für unseren schrulligen Ermittler eine neue Herausforderung. Er selbst war mit an Bord als Marie Morisot alias Madame Giselle unter scheinbar mysteriösen Umständen ums Leben kommt.

Die Ermittlungen laufen in gewohnt brillianter Hercule- Manier an. Allerdings leider wieder ohne den liebenswerten Captain Hastings.

Der "Tod in den Wolken" wurde gut konstruiert und Christie schafft es den Leser auf die eine oder andere falsche Spur zu führen.
Mich hat er jedenfalls begeistert und die äußerst sympathischen Verdächtigen haben mich das Fehlen von Hastings verschmerzen lassen.

11.06.2008 13:50:18
natalie mayr

Sehr zu empfehlen! Und die die sagen es wäre unrealistisch die haben es warscheinlich nur bis zur Mitte gelesen. es ist echt gut geworden.
einer meiner Lieblingsbücher von Christie

23.03.2008 20:38:25
Murali

Entgegen der anderen Meinungen finde ich den Krimi grandios!!!Spannend von Anfang bis Ende.Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und finde es bisher einer der Besten von Christie.Kann ich sehr empfehlen.Aber da kommen sicher noch einige andere Knaller.

22.10.2007 20:24:24
ms. elpram

Eigentlich liebe ich Krimis, deren Handlung überweigend in einem abgeschlossenen Raum stattfindet. Christie benutzt diese Eigenschaft sehr häufig, etwa im Orient-Express oder auf dem Nildampfer. Das vorliegende Buch lädt zunächst wunderbar zum Mitdenken ein, gerade weil der Täterkreis klar definiert ist und zudem beispielsweise mitgeführte Gegenstände aufgelistet werden. Allerdings finde ich den tatsächlichen Tathergang absolut konstruiert, obgleich inhaltlich natürlich nachvollziehbar. Zudem existieren Spuren, die in eine andere Richtung deuten und nicht aufgelöst werden!
Es ist kein schlechter Krimi, aber für Christie ein leider unterdurchschnittlicher.

21.08.2007 17:57:25
Susanne

Ich habe mir auch mehr von dem Buch erwartet!Die Idee war spannend und gut aber in der Mitte fand ich es sehr langweilig und später auch nicht schwer auf den Mörder zu kommen.Es gibt deutlich bessere Bücher von ihr!Ich finde das Ende auch nicht überzeugend!

09.05.2007 21:49:06
Stefan H. Bußhardt

Dieser Roman wurde mit David Suchet unter dem Namen "Die Wespe" verfilmt - das unbeliebte Tierchen dient hier als Ablenkungsmanöver. Machart, Darsteller und Dramaturgie sind professionell gelungen und verdienen hohen Respekt. Natürlich sind es auch hier die originellen Einfälle, mit denen versucht wird, dem Zuschauer/Leser bis zum Ende wahres Motiv und Mörder vorzuenthalten.
Einfach meisterhaft klärt Hercule Poirot am Ende die tatsächlichen Zusammenhänge!

16.10.2006 20:43:33
Katharina

Auch ich muss zugeben, das Tod in den Wolken nicht gerade die größte Glanzleistung Agatha Christies ist. Dennoch recht spannend. Ich hatte während des Buches so ziemlich jeden in Verdacht. Allerdings war der Schluss auch mir nicht ganz klar. Um das Buch ein zweites mal zu lesen, war es dann aber doch nicht gut genug. Vielleicht schaue ich mir doch einmal den Film an. Von mir gibt es 72° Grad

31.03.2006 11:44:22
Daniela

Als absoluter Christie-Fan (und das seit gut 20 Jahren) muss ich immer wieder feststellen, dass mir bei diesem Krimi wirklich die Füße einschlafen. Wären nicht die teilweise interessanten Nebenfiguren und die interessante Zeichnung der Gepflogenheiten der 20er Jahre, hätte ich diesen Krimi mit Sicherheit kein zweites (oder auch fünftes) Mal gelesen. Aber wenn sonst nichts mehr im Bücherregal steht, geht er schon.

10.08.2005 13:13:29
Markus Schützeichel

Ich habe schon viele viele bessere Krimis von Christie gelesen. Die Geschichte klingt spannend, aber es ist fast direkt klar wer der/die besagte Mörder/in sein wird. Für Fans ist das Buch natürlich lesenswert.

05.08.2005 19:18:12
Ham

Der Plot ist zunächst interessant gestaltet: Ein Mord während eines Kanalfluges. Leider kann die Story den guten Start nicht fortsetzen - die Geschichte bekommt in der Mitte deutliche Längen und zum Tathergang und dem Glück des Mörders ist an dieser schon genug geschrieben worden...75°.

02.05.2005 08:46:15
Stefan

Spannende Geschichte aus den 20er Jahren in den oberen Gesellschaftsschichten. Roman wird verständlicher, wenn man die Verfilmung mit David Suchet als Hercule Poirot gesehen hat.
Das Buch hat seinen besonderen Reiz durch das Flair der "goldenen 20er".
Viele der Christie-Krimis funktionieren im Zeitalter von DNA-Analysen u. ä. nicht mehr.
Das ist einem Christie-Fan aber egal.
Mein Tipp: Lesen!

23.04.2005 08:31:27
dani

ein recht durchschnittlicher christie mit etwas veränderten darstellern. der kreis der verdächtigen ist vielleict um einen tick ungewöhnlicher als man es sonst gewohnt ist und hercule poirot ist nicht nur nebendarsteller.

23.12.2004 18:39:48
Lukas

Zwar ein sehr spannender Poirot mit der üblichen Frage am Ende, wer denn nun der Mörder ist. Jedoch ist das Ende wirklich nicht ganz nachzuvollziehen...
Da hat der Mörder wirklich ein bisschen Glück gehabt

09.11.2004 02:33:16
Tulga

Ich halte dieses Buch für sehr gelungen. Ich habe sehr lange gebraucht bis ich auf die Lösung kam, aber sie war richtig. Ich halte das Ende für nicht unrealistisch. Man sollte bedenken das die Geschichten um Hercule Poirot in einer anderen Zeit spielen. Vieles ist natürlich heute ganz anders. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Punkte am Ende nicht erläutert werden. Aber im Ganzen top!

23.07.2004 13:47:31
milla

Ich kann mich nur anschließen: Das Ende konnte mich nicht überzeugen, es gibt etliche bessere Christies, aber für Fans zu empfehlen.

11.07.2004 20:34:14
Anja S.

nun ja, die weibliche Psyche (die einzige potentielle Zeugin pudert ihr Naeschen just in dem einzigen kritischen Moment) ist vielleicht etwas unrealistisch eingeschaetzt (welche Frau tut das tatsaechlich?!), aber davon abgesehen ein sehr spannender, gut gemachter Krimi

23.03.2004 14:13:23
Scholle

Es ist ein schönes Buch zum Mitraten .Das Ende finde ich zwar etwas unrealistisch, aber keineswegs an den Haaren herbeigezogen @ Sven Piper

15.01.2004 17:42:03
Torsten Janssen

Lieber Swen Piper, ich kann Ihrer Einschätzung voll zustimmen, wie sie meiner Kritik vom letzten Jahr entnehmen können.

14.01.2004 20:56:28
Swen Piper

Erinnert von Titel an Tod auf dem Nil, zumal auch in diesem Buch Hercule Poirot ermittelt; reicht aber bei weitem nicht an Agatha Christie’s Klassiker heran. Die an den Haaren herbei gezogene Aufklärung des Fall bestätigt den insgesamt schwachen Gesamteindruck.

24.12.2003 15:03:47
Svenja Renner

Wirklich GUT!!!

13.08.2003 10:24:57
Marius

Eine sehr interessante Geschichte, da jeder im Flugzeug den Mord hätte begehen können. Und um so mehr sich Hercule Poirot mit dem Fall beschäftigt, desto mehr bringt er Licht in die dunkle Angelegenheit. Dabei fügt die einzelnen Stücke, die zur Aufklärung des Falles dienen geschickt zusammen und ermöglicht es dem Leser seine eigenen Theorien aufzustellen zu lassen.

16.04.2003 00:19:16
Marc

Marie Marisot hätte der große Meisterdetektiv wohl keines Blickes gewürdigt. Sie war alt und ihr ehemals wunderschönes Gesicht war durch Pockennarben entstellt. Aber das man die Frau auf dem Flug von London nach Paris hoch über den Wolken ermordet, hätte auch er nicht gewollt... solider Poirot.

Gruß Marc

15.04.2003 18:12:56
Torsten Janssen

Sehr spannende Geschichte mit einer (leider) etwas unglaubwürdigen Auflösung.