Muttertag

Erschienen: November 2018

Bibliographische Angaben

Hardcover mit Schutzumschlag 560 Seiten

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Carola Krauße-Reim
Wenn das Böse in die Familie einbricht

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2019

„Muttertag“ ist der neunte Krimi rund um Oliver von Bodenstein, Pia Sander und das Ermittlerteam des K11 in Hofheim. Nele Neuhaus, Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber, entführt den Leser einmal mehr in die dunklen Abgründe Hessens. Wieder sind Frankfurt und der Taunus mit seinen malerischen Dörfern die Orte des Geschehens. Man muss nicht vom ersten Buch an dabei gewesen sein, um mithalten zu können.

Gekonnt führt Neuhaus sowohl in das Team als auch in die Örtlichkeiten ein. Fans der ersten Stunde treffen alte Bekannte, neue Leser einen zurückhaltenden Ersten Kriminalhauptkommissar, der sehr durch seine adelige Herkunft und Erziehung geprägt ist, und auf eine Kriminalhauptkommissarin, die ihre Emotionen oft nicht ganz unter Kontrolle hat und sich von ihren Intuitionen leiten lässt.

Familie ist nicht immer einfach

Während im letzten Band, „Im Wald“, Oliver von Bodenstein im Mittelpunkt stand, ist es jetzt Pia Sander. Ihre Schwester wird in die Machenschaften eines Serienkillers verstrickt, der seine Opfer immer kurz vor dem Muttertag entführt und sie immer am Muttertag ertränkt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die ehemaligen und jetzt erwachsenen Pflegekinder des Ehepaares Reifenrath. Ihnen wurde übel mitgespielt. Während Rita Reifenrath nach außen die liebevolle Mutter mimte und sogar eine Auszeichnung bekam, schlug und misshandelte sie die Schutzbefohlenen, die Angst vor der Rückkehr in ein Heim hatten und deshalb den Mund hielten.

Aber auch Pias kleinbürgerliche Familie ist nicht ganz konfliktfrei. Sie selbst hat ein schwieriges Verhältnis zu den Eltern und den Geschwistern, es gibt Geheimnisse und schwelende Wunden. Nicht jeder überlebt so eine Kindheit an Leib und Seele unbeschadet.

Neuhaus verpackt geschickt die Stolpersteine, die es in einer Familie geben kann in einen fesselnden Krimi - und zeigt mit ausgestrecktem Finger auf die möglichen Probleme von Pflegekindern, die ohne Lobby ihren Pflegeeltern ausgeliefert sein können. Die doch sehr persönliche Verstrickung Pias in die Ermittlungen grenzt schon an Befangenheit, und wäre in der Realität bestimmt ein Grund für ihren Abzug von dem Fall gewesen. Gut, dass es sich hier um Fiktion handelt. Zurück bleibt so nicht nur ein gut unterhaltener, sondern auch ein nachdenklicher Leser.

Drei Perspektiven und ein flüssiger und schnörkelloser Schreibstil

Die Ermittlungen des K11 rund um Bodenstein und Sandern stehen im Mittelpunkt des Geschehens. In kriminologischer Kleinarbeit kommen sie dem Täter auf die Spur, wobei immer wieder unvorhergesehene Wendungen den Ermittlern und dem Leser die Suche nach dem Mörder schwer machen. Aber auch der Täter selbst kommt zu Wort. In der Ich-Perspektive beschreibt er die Begegnungen mit seinen Opfern, seine Vorgehensweise und seine Emotionen. Und dann gibt es noch Fiona Fischer, eine junge Schweizerin, die auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter ist.

Neuhaus verknüpft diese drei Stränge gekonnt zu einer plausiblen und komplex aufgebauten Geschichte. Sie erzählt in einem geradlinig-flüssigen Schreibstil, der sicher nicht sehr anspruchsvoll ist, der es dem Leser aber leicht macht, bei der Stange zu bleiben. Immerhin sind es mal wieder 522 Seiten geworden. Damit man die Vorgänge zeitlich einordnen kann, sind die Zeitsprünge mit einem Datum versehen.

Dass es manchmal nicht ganz einfach ist, den Überblick zu behalten, zeigt ein Fehler, der scheinbar weder der Autorin, noch ihrer Lektorin Marion Vazquez aufgefallen zu sein scheint. Am 7. April (Seite 108) ist Fiona Fischer immer noch auf der Suche nach Unterlagen, die ihre wahre Identität klären könnten. Aber auf Seite 140 wird der 24. März beschrieben, an dem sie bereits das Tagebuch ihrer Mutter gelesen hat, und auf Seite 167 der 6. April, an dem sich Fiona bereits auf der Suche nach der Ärztin befindet, die ihr weiterhelfen könnte. Dieser Fehler ist bedauerlich, hat aber auf das Verständnis keinen Einfluss. Und, ich bin mir sicher, dass so ein faux pas keinen mehr ärgert als Autorin und Lektorin.

Spannend bis zum krachenden Showdown

Schon mit dem Prolog hat Neuhaus den Leser gepackt. Und diese Spannung hält sie bis zum Schluss aufrecht. Gekonnt unterbricht sie den Verlauf der manchmal ausgedehnten Ermittlungen mit Einschüben aus der Sicht des Täters oder Fiona Fischers. Immer mehr entwirrt sich das Knäuel, immer mehr Details werden bekannt und dennoch wird es nie langatmig, da auch neue Erkenntnisse nicht die Lösung darstellen, sondern immer wieder unvorhersehbare Abzweigungen und Ansätze auftun.

Die endgültige Festnahme des Täters ist dann auch ein Showndown mit allem was dazu gehört, und leider auch ein bisschen zu viel davon. Hier ist die Autorin in der Absicht, es besonders spannend zu machen, ein klein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Die sprichwörtliche Schleife über dem Frankfurter Flughafen hätte sie sich sparen können. Aber das ist verzeihlich, ist der Rest des Buches doch wirklich so gut gelungen, dass es mal wieder ein Bestseller werden dürfte.

Fazit:

Oft haben sich Reihen nach mehreren Büchern totgelaufen, aber Nele Neuhaus schafft es auch mit Band neun, alles andere als langweilig zu sein. Bodenstein und Sander sind noch lange keine Auslaufmodelle, solange sie in solch spannenden Geschichten agieren dürfen, und solange die Plausibilität nicht zu sehr vernachlässigt wird.

Spannungsliteratur, die in Fortsetzungen erscheint, wird oft als Mainstream abgestempelt. Aber, wen eine Autorin neun Bände um die selben Ermittler schreibt, und alle diese Bände einen großen Absatz haben, kann der vermeintliche Mainstream ja nicht so schlecht sein. Was nutzt ein anspruchsvolles, hochintellektuelles Buch, welches nach ein paar Seiten auf Nimmerwiedersehen ins Bücherregal verbannt wird. Es ist doch besser, wenn Menschen überhaupt lesen, egal was - und nicht nur von der Glotze unterhalten werden.

Muttertag

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Letzte Kommentare:
15.02.2019 20:29:21
Büchermaulwurf

„Muttertag“ ist bereits der 9. Fall für Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Ich kenne noch nicht alle Bücher der Taunus-Reihe, habe dieses (obwohl es fast 560 Seiten umfasst) jedoch geradezu verschlungen. Ich mag die Krimis von Nele Neuhaus sehr, da ich auch in der Nähe von Frankfurt wohne und viele Schauplätze aus den Büchern selbst kenne.
Diesmal treibt ein Frauenmörder im Taunus sein Unwesen und seine Opfer verschwanden alle an einem Sonntag im Mai.
In einem Interview gab die Autorin an, dass ein realer Fall sie zu dieser Geschichte inspiriert hat: der Fall des mutmaßlichen Serienmörders Manfred S. aus Schwalbach, einem Nachbarort, der sie sehr beschäftigt hat.

Es gibt verschiedene Erzählstränge und viele Personen, doch es gelang mir gut den Überblick zu behalten, wobei ein Personenregister am Anfang hilfreich war. Neuhaus versteht es sehr gut, den Leser auf falsche Fährten zu lenken und am Ende dann alles routiniert zusammen zu führen. Lediglich das Finale war vielleicht etwas Zuviel des Guten. Die Einblicke in die Psyche des Serienmörders verursachten bei mir Gänsehaut.Obwohl die Ermittlungen sehr detailliert beschrieben werden, kam bei mir trotz der 560 Seiten nie Langeweile auf.
Auch das Privatleben der Ermittler kommt nicht zu kurz. Diesmal steht das Verhältnis von Pia, ihrer Schwester Kim und ihrer Chefin Nicola Engel im Mittelpunkt.
Das Cover ist auch wieder sehr gelungen und passt gut zu den anderen Bänden der Reihe. Sehr löblich auch der Verzicht auf Folie als Verpackung!

Mein Fazit: Wieder ein fesselnder und außerordentlich gelungener Taunus-Krimi den ich jedem Krimifan nur empfehlen kann!

14.02.2019 11:04:47
libro-chica

Ein Krimi aus der Bodenstein-Kirchhoff/Sander-Reihe von Nele Neuhaus. Das Buch kann man aber auch lesen, ohne die vorherigen Bände zu kennen.
Theodor Reifenrath liegt schon seit Tagen tot in seinem Haus und im Hundezwinger findet die Spurensicherung menschliche Knochen. Die Knochen können Frauen zugeordnet werden, die alle an einem Sonntag im Mai verschwanden. Ist Reifenrath der Täter oder ist es doch jemand anderes und vielleicht sogar noch aktiv?
Ein spannender Nele Neuhaus Krimi, fesselnd von Anfang bis Ende, flüssig zu lesen. Mir hat die Handlung gefallen, die Ermittlungen des sympathischen Teams und auch die Handlungsorte. Nele Neuhaus schafft es sehr gut eine düstere Atmosphäre zu erzeugen. Eine spannende Suche nach dem Täter und den zu entlarven war nicht so leicht. Ein gelungener Krimi zum miträtseln.

02.02.2019 21:58:57
Nomadenseele

Nele Neuhaus ist eine Autorin, die ich lange Zeit bewusst außer Acht gelassen habe – nach zwei Büchern ging mir der schon fast pathologische Hass auf Wohlhabende gründlich auf die Nerven. Und wie ich einmal scherzte, wie man in ihren Büchern den Mörder identifiziert: Solariumbräune! – Sehr verdächtig.

Ich hatte mit *Muttertag* beschlossen, ihr noch einmal eine Chance zu geben und war total glücklich mit dem Hörbuch. Das lag zum einen an der Sprecherin Julia Nachtmann, bei der ich mich vom ersten Wort an gut aufgehoben fühlte. Oft ist es so, dass ich mich an Sprecher gewöhnen muss und sie erst einmal ziemlich schlecht finde. Bei Nachtmann war es ganz anders, zudem schaffte sie es sehr gut, die Tragik der Geschichte zu vermitteln, ohne kitschig zu wirken.

Diese ist eher tragisch als spannend und erzählt vom Kindesmissbrauch in den 50er Jahren in Pflegefamilien und Heimen, und was daraus entstehen kann. Die Grausamkeiten, welche an den Kindern begangen wurden, sind einfach unvorstellbar. Meine Eltern hatten mal einen Bekannten, der in einem Heim aufgewachsen ist, und noch als Erwachsener nicht darüber reden konnte.
Wer aus dem Main-Taunus-Kreis und dem Landkreis Offenbach kommt, wird sich zusätzlich freuen, denn es werden viele bekannte Ortsnamen auftauchen, wie Langen, Dietzenbach, sogar aus meinem Stadtteil Gravenbruch stammt eine Leiche. Es ist schön, ein Buch zu lesen, welches in der Umgebung spielt, auch wenn es keinen Lokalkolorit gibt.

Fazit

Zumindest als Hörbuch ein richtig guter Krimi.

Muttertag: 9 CDs (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 9)
udio CD
Verlag: Hörbuch Hamburg; Auflage: 1 (19. November 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3957131464
ISBN-13: 978-3957131461
Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 2,5 x 13,2 cm

21.01.2019 13:18:22
PMelittaM

Ein alter Mann stirbt, wird erst einige Tage später entdeckt, und das führt zum Fund weiterer Leichen. War der alte Mann ein Serienmörder? Oder hat eines seiner Pflegekinder das Anwesen genutzt, um Mordopfer zu vergraben? Einmal mehr deckt ein Fall, den Pia Sander und Oliver von Bodenstein bearbeiten, Abgründe auf und wirft ein neues Licht auf manche Menschen.

Hatte der letzte Fall der Reihe noch Oliver persönlich betroffen – er hätte fast seinen Job an den Nagel gehängt – so ist es hier Pia Sander, die letztlich mehr betroffen ist, als zunächst gedacht. Nicht nur ihre Rückenschmerzen machen Sorgen und man kann gespannt sein, wie man sie im nächsten Band wiedertrifft. Ich mag Krimireihen vor allem auch deshalb, weil ich die Charaktere auf ihrem Lebensweg begleiten kann, und was das angeht, bietet mir diese Reihe sehr viel.

Aber auch sonst hat die Reihe um die beiden Taunus-Ermittler viel zu bieten, die Fälle sind immer sehr interessant, und man kann als Leser so schön miträtseln (wobei die Ermittler sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckern, als es darum geht, das Motiv des Täters zu entschlüsseln, am liebsten hätte ich es ihnen zugerufen). Und am Ende erhält man, wie hier auch, in der Regel eine nachvollziehbare und zufriedenstellende Auflösung, auch wenn der Showdown in diesem Roman etwas übertrieben wirkt. Nele Neuhaus hat ein Talent, den Leser in ihre Geschichte zu ziehen, sie erzählt bildhaft, das Kopfkino läuft schnell an, und die Charaktere sind alle nachvollziehbar gezeichnet.

Mir gefällt gut, dass man einmal hinter die Maske Nicola Engels, Pias und Olivers Chefin blicken kann, auch hier kann man gespannt sein, wie sich die Beziehung zwischen ihr und den beiden Ermittlern weiter gestalten wird. Ich persönlich komme übrigens mit der Anzahl der Personen gut klar, wenn aber jemand Probleme damit haben sollte: Es gibt ein Personenregister. Die Nebenstory um die Schweizerin Fiona gibt zunächst ein paar Rätsel auf, und der Leser ist gespannt wie sie sich in die Hauptstoryline eingliedern wird. Am Ende passt sie perfekt.

Nele Neuhaus hat mich auch mit dem 9. Band ihrer Reihe wieder schnell gepackt und mir spannende Lesestunden beschert, hier und da fand ich es aber etwas übertrieben und die Ermittler etwas zu begriffsstutzig. Wer die Reihe mag, wird wohl sowieso zugreifen, allen anderen Krimifans kann ich sie ans Herz legen. 82°

10.01.2019 22:30:00
maren78

"Muttertag" ist nunmehr der bereits neunte Band mit Pia Sander und Oliver Bodenstein. Jedes einzelne Buch hat mir gut gefallen und mich in seinen Bann gezogen.
Nele Neuhaus gelingt es meiner Meinung nach immer wieder die Spannung sehr hoch zu halten. Obwohl das Buch ziemlich dick ist, kam bei mir keine Sekunde Langeweile auf.
Alles fängt ganz harmlos an, der alte Theo Reifenrath wird tot in seinem Haus gefunden. Die Leiche muss dort bereits einige Tage gelegen haben. Der Hund wurde in den Hundezwinger gesperrt und hat dort von Hunger getrieben menschliche Knochen ausgegraben. Schnell sind die sterblichen Überreste von 3 Personen geborgen.
Früher lebten auf dem Gelände der Reifenraths diverse Pflegekinder, die jetzt ziemlich schnell ins Visier der Ermittler gelangen.
Der Roman war sehr gut durchleuchtet und hat Spass gemacht zu lesen.
Auch wenn man mit Pia und Oliver bisher keine Berührungspunkte hatte, wird das Lesevergnügen nicht eingeschränkt.

02.01.2019 07:55:51
anyways

Muttertag – ein großes Fest in der Familie Reifenrath. Eine Tochter und über dreißig Pflegekinder beherbergte die Familie über Jahrzehnte. Zu jedem Muttertag lud Ruth ihre ehemaligen Schützlinge ein und viele kamen. Erst als Ruth Reifenrath unter mysteriösen Umständen verschwand, verschwand auch die Tradition dieses Fest zu zelebrieren.
Viele Jahre später macht sich Pia zum Anwesen der Reifenraths auf den Weg. Anscheinend ist der Hausherr ums Leben gekommen.
Eine Zeitungsbotin hat die Leiche betagten Reifenraths gefunden, eigenartige Verletzungen im Gesicht lassen Pia ihren Ex-Mann, den Gerichtsmediziner Henning Kirchhoff benachrichtigen um ein eventuelles Tötungsdelikt auszuschließen. Auf dem riesigen Anwesen gibt es unter anderem ein Poolhaus und einen Hundezwinger, im selbige liegt ein völlig geschwächter Hund. Nach Verständigung eines Tierarztes fällt auf, das die Knochen, die im Zwinger verstreut liegen, humaner Art sind. Pia verständigt nun auch die Spurensicherung, die wenig später neben weiteren Knochen auch zwei Fettwachsleichen birgt. War der Tote ein Serienkiller?
Unterdessen muss in Zürich die Mittzwanzigerin Fiona erkennen, dass ihre Mutter, die vor kurzem einem Krebsleiden erlag, nicht ihre leibliche Mutter war. Mühsame Recherchen führen sie nach Frankfurt, nichtsahnend das sie ins Visier eines Serientäters gerät.

Nele Neuhaus „Muttertag“ ist ein spannender Krimi, der neben der Suche nach dem Täter viele gesellschaftliche Abgründe streift. Im Besonderen der Umgang mit Kindern, die, da sie keine Chance auf Adoption haben in Pflegefamilien untergebracht wurden. Auch wenn es der staatlichen Fürsorge obliegt jene Pflegefamilien genauestens zu beobachten um das Kindswohl zu gewährleisten, ist dies nicht immer der Fall. Misshandlungen in der Kindheit fördern soziopathische und psychopathische Strukturen.
Im neunten Fall des Duos Oliver/ Pia steht mehr Pia’s familiären Bindung im Vordergrund. Das schwierige Verhältnis zu ihrer kleineren Schwester zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch. Wie viele Geheimnisse lassen sich innerhalb einer Familie verstecken? Kann man jeden Fehler verzeihen, nur weil derjenige der ihn begangen hat einem genetisch am nächsten ist?
Dem Hype um diesen neuesten Taunuskrimi stand ich erst sehr skeptisch gegenüber. Ich bin jedoch positiv überrascht worden. Ich finde er ist einer der besten der Autorin, weil er neben der eigentlichen Krimihandlung vielschichtig und tiefgründig ist. Nebenbei ist der Showdown am Ende nervenzerreißend.

Fazit: Für Fans der Krimireihe von Nele Neuhaus ein Muss, da er für den etwas matten Vorgänger komplett entschädigt.

01.01.2019 17:38:00
books4ever

Gänsehaut und Spannung pur

„Muttertag“ ist mittlerweile der 9. Fall für Pia Sander und Oliver von Bodenstein vom K 11 in Hofheim.
Der 86-jährige Theodor Reifenrath wird tot in seinem Haus aufgefunden. Bei der Durchsuchung des Anwesens finden Pia und ihre Kollegen unter einem Hundezwinger mehrere Frauenleichen. Wenig später wird zudem die Leiche von Rita Reifenrath, der Ehefrau des Verstorbenen, die vor mehr als 20 Jahren verschwand, gefunden. War der alte Theodor ein Serienmörder, der die Leichen auf seinem Grundstück vergraben hat? Oder steckt doch eines der vielen Pflegekinder der Familie Reifenrath hinter der Mordserie?

Bisher kannte ich nur die Verfilmungen der Krimis von Nele Neuhaus und war daher umso gespannter auf die Bücher. Das Cover zu „Muttertag“ finde ich gelungen, da es farblich an die Cover der anderen Bände der Reihe angelehnt ist. Der abgebildete Storch passt zudem gut zum Titel und dem Inhalt des Buchs.
Obwohl dies mein erster Kriminalroman der Autorin ist, habe ich mich auf Anhieb gut mit den Protagonisten und den unterschiedlichen Handlungsorten zurechtgefunden. Besonders hilfreich ist hierbei das Personenregister, welches der Geschichte vorangestellt ist und einen Überblick über die wichtigsten Personen und deren Funktionen bietet. So fiel mir der Einstieg in das Buch relativ leicht.
Die Geschichte selbst spielt sich überwiegend in zwei verschiedenen Erzählsträngen ab. Einerseits werden die Ermittlungen von Pia und Oliver zum Tod von Theodor Reifenrath und den Leichenfunden auf seinem Grundstück geschildert. Auf der anderen Seite erfährt der Leser von Fiona Fischer, die sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht. Wie diese beiden Erzählstränge miteinander zusammenhängen, erschließt sich dem Leser erst nach und nach. Zusätzlich erhält man auch immer wieder Einblicke in die Psyche des Serienmörders und erfährt, wie dieser seine Opfer ausgewählt und überwältigt hat.

„Muttertag“ ist von Anfang an unglaublich packend geschrieben und ich habe die knapp 560 Seiten nur so verschlungen. Trotz der ausführlichen Schilderungen der Ermittlungen und der diversen Befragungen von Zeugen und Verdächtigen kam für mich nie Langeweile auf. Im Gegenteil, ich war vielmehr fasziniert und gleichzeitig erschreckt von der dunklen Vergangenheit von Theodor Reifenrath und seiner Familie.

Mein Fazit: Mit „Muttertag“ hat Nele Neuhaus einen fesselnden und rundum gelungenen Kriminalroman geschrieben. Einzig das große Finale am Ende erscheint mir vielleicht doch ein wenig unrealistisch. Man muss vorher nicht zwangsläufig die anderen Bände der Reihe gelesen haben, auch wenn das für ein noch besseres Verständnis der Hauptcharaktere vermutlich von Vorteil wäre. Ich werde definitiv auch noch die Vorgängerbände lesen!

30.12.2018 15:58:57
Ilmo

In ihrem neuestem Roman ist Nele Neuhaus ein superspannendes Werk gelungen.
Meisterhaft, wie sie alle, zumindest für mich, am Anfang noch isoliert wirkenden Handlungsstränge im Verlauf der Story zu einem großen Ganzen zusammenführt. Der Tod Theo Reifenraths und die Leichenfunde auf seinem Grundstück setzten umfangreiche Ermittlungen in Gang, die auf die Spur eines Serienmörders führen. Ein Profiler des FBI wird hinzugezogen. Ansonsten sind alle alten Bekannten des Hofheimer Teams mit von der Partie, auch Oliver v. Bodenstein ist wieder im Dienst.
Stück für Stück entwirren Oliver und Pia mit ihren Kollegen die rätselhaften Geschehnisse, die weit in die Vergangenheit reichen. Die Spannung steigert sich bis zum Schluss, auch wenn der Leser schon einige Zeit vorher um die Identität des Killers weiß. Einfach großartig!

29.12.2018 15:45:18
Readaholic

Einer der besten Krimis des Jahres
Theo Reifenrath, der in der Vergangenheit mit seiner Frau in einem beschaulichen Örtchen im Taunus ein Kinderheim geführt hat, wird tot in seiner Küche aufgefunden. Da er Kopfverletzungen aufweist, kann ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden und die Kripo Hofheim wird hinzugezogen. Bald wird Reifenraths Hund halb verhungert in einem abgeschlossenen Zwinger entdeckt und eine aufmerksame Nachbarin weist die Beamten darauf hin, dass es sich bei den im Zwinger gefundenen Knochen um Menschenknochen handelt. Daraufhin wird das Grundstück untersucht und es kommen insgesamt drei Leichen zum Vorschein. War der alte Reifenrath ein Massenmörder?
Im Zuge ihrer Untersuchungen befragen Pia Sander und Oliver von Bodenstein die früheren Pflegekinder der Reifenraths. Dabei erfahren sie, dass Reifenraths Ehefrau, die – wie sich nun herausstellt – die Kinder physisch und psychisch misshandelt hat, vor Jahren unter ungeklärten Umständen verschwunden ist. Hat sie wirklich Selbstmord begangen, wie damals behauptet wurde, oder wurde auch sie umgebracht? Um die Ehe der Reifenraths stand es nicht zum Besten, doch auch einige der Pflegekinder hätten jeden Grund gehabt, sie zu hassen.
Bei der näheren Untersuchung der auf dem Grundstück gefundenen Leichen ergeben sich Parallelen zu anderen ungeklärten Mordfällen. Der oder die Täter gingen immer nach demselben modus operandi vor, unter anderem wurden die Frauen ertränkt.
In einem zweiten Handlungsstrang erlebt die junge Schweizerin Fiona Fischer einen Schock, als sie nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass diese gar nicht ihre leibliche Mutter war. Sie begibt sich auf die Suche nach der Frau, die sie direkt nach ihrer Geburt in fremde Hände gegeben hat. Dabei führt sie die Spur nach Deutschland.
Der dritte Handlungsstrang befasst sich schließlich mit dem Mörder, seinen Gedanken und Beweggründen. Als die Polizei ihm schließlich auf die Schliche kommt, hat er noch zwei Frauen in seiner Gewalt. Ein Rennen um Leben und Tod beginnt...

Mit dem neunten Fall um die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein ist Nele Neuhaus ein wirklich spannender Krimi gelungen. Nachdem ich vom letzten Buch, „Im Wald“ nicht so begeistert war, kann ich diesen Band uneingeschränkt empfehlen!

25.12.2018 18:58:07
€nigma

Als der 84-jährige Theodor Reifenrath einige Tage nach seinem Tod aufgefunden wird, entdecken die Polizisten im Zwinger seines halbverhungerten Hundes Menschenknochen. Unter der Betonplatte des Hundezwingers werden mehrere Frauenleichen gefunden. Die Ermittler der Mordkommission sind sich nicht sicher, ob der alte Mann ein Serienmörder war oder ob eins seiner ehemaligen Pflegekinder aus schwierigen Verhältnissen, die Reifenrath und seine Frau Rita von den Sechzigerjahren bis zu Rita Reifenraths vermutetem Selbstmord in den Neunzigerjahren betreuten, mit den Taten zu tun haben.
Zum Entsetzen von Pia Sander, Oliver Bodenstein und ihren Kollegen stellt es sich heraus, dass die aufgefundenen Leichen nur Teil einer Mordserie darstellen, in deren Verlauf zehn Frauen jeweils kurz vor oder am Muttertag entführt und auf eine bestimmte, ritualisierte Weise getötet wurden. Die Ermittler versuchen herauszufinden, welche Gemeinsamkeit all diese Opfer, die ein unterschiedliches Erscheinungsbild hatten und die aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammten, verbinden.
In einem zweiten Handlungsstrang, der erst nach und nach mit den Entwicklungen im aktuellen Kriminalfall in Zusammenhang gebracht werden kann, wird die Geschichte der jungen Schweizerin Fiona Fischer erzählt, die nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass diese eigentlich ihre Adoptivmutter war und dass ihre leibliche Mutter sie auf „inoffiziellem“ Wege gleich nach der Geburt weggegeben hat. Fiona setzt alles daran, ihre leibliche Mutter zu finden, ihre hartnäckigen Nachforschungen führen sie in den Taunus.

Obwohl es sich bei „Muttertag“ bereits um den neunten Band der Reihe um Pia Sander und Oliver Bodenstein handelt, verpackt die Autorin Informationen zu ihren Hauptfiguren und deren Beziehungen untereinander so geschickt, dass der Leser der Handlung auch folgen kann, wenn er keinen der Vorgängerbände gelesen hat.
Die Handlung des Romans ist äußerst komplex, doch Nele Neuhaus hält souverän alle Fäden in der Hand und verwebt diese zu einem Ganzen, das letztlich ein vollständiges und nachvollziehbares Bild ergibt. Dabei wird der Leser immer wieder geschickt auf falsche Fährten geführt, die Auflösung des Falls ist nicht zu früh absehbar.
Der Erzählstil ist sehr anschaulich und fesselnd, außerdem auch informativ, da der Leser Wissenswertes zu forensischen Vorgehensweisen erfährt. In vielen Details wird deutlich, wie sorgfältig für diesen Roman recherchiert wurde.

„Muttertag“ ist ein äußerst lesenswerter Kriminalroman mit gründlich ausgearbeiteten Charakteren, der möglicherweise ein paar mehr Psychopathen vereint als es in diesem relativ begrenzten Umfeld realistisch erscheint, der aber in jedem Fall spannende – und auch nachdenklich stimmende – Unterhaltung bietet!

24.12.2018 13:17:33
Miss Marple

Ein Muss für alle Fans…

…und die, die es noch werden wollen! Lange erwartet, enttäuscht auch der 9. Band der Krimireihe um das Ermittlerduo Bodenstein und Sander seine treuen Fans nicht. Mit Spannung geht es hinein in die Ermittlungen zum Tod des ehemaligen Betreibers eines Mineralbrunnens und lässt uns schon im Prolog den Atem anhalten, als wir Zeuge des Mordes an einem jungen Mädchen vor über 30 Jahren werden.
Bald schon werden auf dem Grundstück des toten Theodor Reifenrath weitere Leichen gefunden. Bodenstein und Sander müssen tief in die Vergangenheit vordringen, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Nicht nur, dass sich bald herausstellt, dass sie es hierbei wahrscheinlich mit einem Serienmörder zu tun haben, werden sie weiterhin durch den Missbrauch an den vielen Pflegekindern der Reifenraths tief erschüttert. Als der Fall aber vor allem für Pia Sander sehr persönlich wird, hat die Autorin wieder einmal alle Register gezogen.
In drei Erzählsträngen führt sie den Leser durch ca. 550 Seiten höchster Spannung. Wer die Reihe jetzt erst kennen lernt, dem seien die Vorgänger dringend empfohlen; nicht nur, um die Hauptpersonen und das vielfältige Beziehungsgeflecht besser zu verstehen, sondern auch, weil man im Taunus mit Nele Neuhaus gut „kriminalisieren“ kann.

23.12.2018 16:23:27
M. Lausberg

Der neunte Band der Reihe von Nele Neuhaus ist erschienen: Theo Reifenrath wird tot in seinem Haus gefunden. Sein Hund ist im Zwinger eingesperrt, neben ihm findet man zahlreiche Menschenknochen. Als dann die die Betonplatte darunter geöffnet und kommen drei Frauenleichen zum Vorschein. Kriminalhauptkommissarin Pia Sander und Oliver von Bodenstein ermitteln in einem mysteriösen Fall. Außerdem bekommen sie den amerikanischen Profiler Dr. Harding zur Seite gestellt.
Bei der einsetzenden Ermittlungen kommt raus, dass der tote Reifenrath und seine Ehefrau Rita haben im Jahr 1962 angefangen, Pflegekinder aufzunehmen. Ihre Tochter, die an einer Überdosis Heroin starb, wurde so kompensiert. Von offizieller Seite wurde die Integration der schwierigen Kinder als gelungen angesehen und es gab keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Was sich allerdings wirklich dort abspielte, drang nicht nach außen. Häusliche Gewalt und andere Grausamkeiten machen das Haus zur Hölle. Nach außen hin wurde der Schein der Harmonie gewahrt. Die Pflegkinder mussten schweigen, weil sie sonst zurück ins Heim gekommen wären und die Reifenraths angesehene Bürger waren. Jahre nach diesem Psychoterror kamen die inzwischen erwachsenen Pflegekinder mit ihren Familien am Muttertag zu einer Feier zurück in das Haus ihrer Kindheit.

Nach der forensischen Untersuchung kommt raus, dass die Gemeinsamkeit der Opfer darin liegt, dass es alle Frauen waren, die alle am Muttertag sterben mussten, einem Sonntag im Mai. Es tauchen auch im Laufe der Haltung noch mehr Leichen auf, die diesen unglaublichen Verdacht stützen. Der nächste Muttertag steht bald kalendarisch, der Serienmörder könnte wieder zuschlagen. Die Ermittlung unter Zeitdruck erhöht die Spannung, jedes einzelne Pflegekind hat etwas zu verbergen und steht unter Verdacht. Es beginnt die Rekonstruktion der früheren Ereignisse im Haus, was gelungene Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche gibt. Wechselnde Verdachtsmomente, überraschende Wendungen und böse Überraschungen machen den Fall zu einem Psycho-Krimi, dessen Ende nicht verraten wird.

Es ist wieder ein Krimi mit hoher Spannungskurve, mit vielen Abgründen der menschlichen Seele. Ein brutaler Mörder oder eine brutale Mörderin tötet auf psychologischer Grundlage, die schreckliche Vergangenheit und die Gegenwart wird miteinander verwoben und läuft auf Muttertag, den entscheidenden Tag, hinaus. Das Buch ist auch ein Hinweis, bei häuslicher Gewalt und Kindesmisshandlungen in der Nachbarschaft genauer hinzuschauen.

23.12.2018 15:04:54
Carl Wilhelm

Einer der besten Romane der Reihe mit Bodenstein und Sander. Allerdings gibt wie so oft (zu) viele Personen, die nicht immer die Handlung voranbringen. Trotz gelegentlicher Längen wird das Buch zunehmend spannender, v.a. der Schluss am Frankfurter Flughafen ist hochdramatisch und gut gelungen.

21.12.2018 17:13:45
leseratte1310

Der Zeitungszusteller findet den 84-jährigen Theodor Reifenrath tot auf. Der alte Mann lebte nach dem Selbstmord seiner Frau vor zwanzig Jahren sehr zurückgezogen und so ist es nicht verwunderlich, dass es Tage gedauert hat, bis er gefunden wurde. Pia Sander und Oliver von Bodenstein machen aber noch eine grausige Entdeckung. Im Hundezwinger liegen neben dem ausgehungerten Hund Menschenknochen. Als die Spurensicherung sich an die Arbeit macht, entdeckt sie weitere Leichen unter der Bodenplatte. Die Recherchen bringen grausige Details ans Licht und die Kommissare sind überzeugt, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist.
Ich muss gestehen, dass ich die Krimis von Nele Neuhaus eher aus dem Fernsehen kenne und dies ist erst das zweite Buch, dass ich von der Autorin gelesene habe. Der Schreibstil von Neuhaus ist sehr flüssig zu lesen. Die Atmosphäre ist recht düster. Schon der Prolog beschert uns den ersten Mord. Von Bodenstein und Sander müssen mit ihren Ermittlungen sehr weit in die Vergangenheit gehen und was sie zutage fördern, ist grausig.
Erzählt wird dieser Krimi aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Mörder kommt zwischendurch auch immer wieder zu Wort und so lernen wir seine Gedankengänge ausführlich kennen.
Das Ehepaar Reifenrath hat über viele Jahre schwer zu vermittelnde Pflegekinder aufgenommen. Die eigene Tochter starb an einer Überdosis und die Frau nahm sich das Leben. Aber immer wieder verschwanden auch Frauen und es gab eine Gemeinsamkeit: Sie verschwanden alle an einem Sonntag im Mai und schon bald
Die Ermittler finden heraus, dass seit einigen Jahren mehrere Frauen verschwunden sind oder getötet wurden an einem Sonntag im Mai. Und bald ist wieder Muttertag…
Pia Sander und Oliver von Bodenstein sind sympathisch. Aufgrund ihrer langjährigen Zusammenarbeite kennen sie sich gut und ergänzen sich perfekt. Aber auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet.
Die Spannung ist von Anfang an hoch und immer wieder gibt es Wendungen, die dafür sorgen, dass es auch so bleibt.
Ein spannender Krimi.

20.12.2018 13:28:14
Darts

Die Zeitungsausträgerin wundert sich, dass der Briefkasten überquillt und macht sich auf die Suche nach der Ursache. Dabei entdeckt sie Theo Reifenrath, den Abonnenten und Hausbesitzer, bzw. dessen Leiche schon stark angewest im Haus. Die dazugerufene Polizei macht noch weitere schrecklichliche Entdeckungen. Unter dem Hundezwinger liegen drei Frauen Leichen. Ertrunken und in Folie eingewickelt. Daher sind zwei zu Wachsleichen mutiert und einer der Beamten erkennt eine als vermißt gemeldete Frau wieder. Ist das die erste heiße Spur? Auch die anderen beiden werden bald identifiziert. Alle drei wurden, in unterschiedlichen Jahren, immer rund um den Muttertag herum getötet. Nun wird deutschlandweit nach ähnlichen Todesfällen gesucht und man stößt auf insgesamt zehn Frauen. 
Hat es irgendetwas mit dem Ehepaar Reifenrath zu tun? Sie haben im Laufe vieler Jahre mindestens dreißig Pflegekinder aufgenommen. Leider war, hauptsächlich Ruth Reifenrath, sehr sadistisch veranlagt und hat die Kinder gequält. Mit dem Kopf unter Wasser gehalten, in Folie eingewickelt, in Tiefkühltruhen gesperrt. Die Methoden erinnern stark an die Toten. Allerdings hat Ruth Reifenrath angeblich vor 20 Jahren Selbstmord begangen. Nur der Leichnam wurde nie gefunden. 
In der Schweiz erfährt Fiona Fischer, dass ihre Mutter, die gerade an Krebs verstorben ist, gar nicht ihre leibliche Mutter war. Sie verfolgt die einzige Spur, die sich ihr auftut, bis nach Frankfurt. Aber ihre leibliche Mutter will sie nicht sehen. 
Pia Sander ist ganz aufgelöst, als ihre Schwester Kim Freitag plötzlich verschwunden ist. Bald ist wieder Muttertag, aber eigentlich paßt Kim doch gar nicht in das Beuteschema des Täters. Auch ihre Chefin, Nicola Engel, macht sich große Sorgen, auch wenn sie sich vor einiger Zeit von Kim getrennt hat. 
Das 550 Seiten starke Buch nimmt einen ganz schön mit. Einerseits ist der Schreibstil von Nele Neuhaus sehr flüssig und der Thriller ist spannend geschrieben. Manchmal fällt zwar der Spannungsbogen, aber man erfährt einiges über das Leben von Pflegekindern, die nur aus Egoismus oder als Geldquelle übernommen wurden. Leider auch gequält wurden. Zum Glück wurde nicht auf die Heimkinder, die sexuellen Mißbrauch erleiden mußten, eingegangen. Das wäre doch zu hart gewesen für diese Krimireihe. 
Außerdem erfährt man noch viel über Serientäter und deren Nichtvorhandensein von Gefühlen, Gewissen und Empathie. 
Für mich ein gelungenes Buch. Ich fand es schön, Pia und das Verhältnis zu ihrer Schwester, ihrer Familie und zu ihrer Chefin besser kennenzulernen. 
Muttertag ist bereits der neunte Fall für Pia Sander und Oliver Bodenstein und das gesamte tolle Team. 

25.11.2018 11:21:31
subechto

Endlich ein neuer Fall für Pia und Oliver

Um es gleich vorweg zu sagen, „Muttertag“ von Nele Neuhaus ist der Hammer! „Im Wald“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen, so wie alle anderen Bände zuvor. Und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Der neue Taunus-Krimi startet mit einem Rückblick in das Jahr 1981. Ein Dreizehnjähriger tötet die junge Nora. Wer ist dieser Junge und - wer ist ER? Alles sehr mysteriös.
Danach ein Sprung nach Zürich in das Jahr 2017. Nach dem Tod ihrer Mutter trifft sich Fiona zum ersten Mal mit ihrem Vater und erfährt, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind.
Anschließend ein Wiedersehen mit Kriminalhauptkommissarin Pia Sander, die zu einem Tatort gerufen wird. In Mammolshain wurde ein Toter gefunden. Wie sich herausstellt, handelt es sich um den 84-jährigen Theodor Reifenrath, der offenbar schon vor Tagen starb.
Pia und Oliver ermitteln in ihrem neunten Fall. Unterstützung bekommen sie diesmal von Dr. David Harding, einem US-amerikanischen Profiler. Auch Pias Schwester Kim ist wieder dabei…
Inspiriert wurde die Autorin vom Fall des mutmaßlichen Schwalbacher Serienmörders Manfred S. Ein Mann, der hinter der bürgerlichen Fassade ein Doppelleben führte und zahlreiche Frauen ermordete. Hauptschauplatz des Romans ist Königstein.
Der Aufbau des Plots ist besonders zu loben. Wie hier langsam aber sicher die Handlung immer wieder neue Wendungen bis hin zum Finale erfährt, ist sehr gelungen. Der Showdown des komplexen, dennoch hochspannenden Romans spielt schließlich in den Katakomben des Frankfurter Flughafens.
Das Talent Nele Neuhaus‘ als Schriftstellerin lässt sich auch daran ermessen, dass sie die Qualität der Taunus-Krimis offenbar mühelos von Mal zu Mal steigern kann. Muttertag ist - wie gesagt - der neunte Band, und ganz gewiss einer der besten, weil man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Fazit: Band 9 der Sander und von Bodenstein-Reihe. Düster und beklemmend!