Erwartung

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Kopenhagen: Gyldendal, 2012, Titel: 'Marco effekten', Seiten: 505, Originalsprache
  • Berlin: Der Audioverlag, 2013, Seiten: 8, Übersetzt: Wolfram Koch

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Jürgen Priester
Nicht zu viel erwarten!

Buch-Rezension von Jürgen Priester Jun 2013

Dänische Banker werden von der Finanzkrise gebeutelt und vergehen sich an den Ärmsten der Armen. In Kamerun wird der afrikanische Koordinator eines dänischen Hilfsprojektes gemeuchelt. Ein hoher Beamter des dänischen Außenministeriums verschwindet nach seiner Rückkehr von einer Inspektionsreise spurlos. Ein fünfzehnjähriger Junge will seinen kriminellen Familienclan verlassen und stolpert über eine Leiche. Das Sonderdezernat Q mit Carl, Rose und Assad ist gut drauf und löst einen Fall in Windeseile. Gleichzeitig müssen sie sich aber mit einem neuen Chef und einem unliebsamen Hospitanten herumschlagen. Durch Zufall wird Rose auf einen Fall gestoßen, der schon länger auf den Schreibtischen des Sonderdezernats ruht, der die Grundlage für Erwartung bildet.

Man kann nun nicht behaupten, Jussi Adler-Olsen gingen die Ideen aus. Auch die fünfte Folge der Carl-Mørck-Reihe wartet mit einem vielschichtigen Plot auf. Der Autor spannt geographisch einen Bogen über mehrere Kontinente. Erwartung beginnt im Herzen Afrikas, spielt hauptsächlich in Kopenhagen und dem Umland und endet irgendwo in Südamerika. Kriminalistisch reicht das Spektrum vom simplen Taschendiebstahl bis zu brutalen Auftragsmorden. Das könnte jetzt vor Spannung nur so knistern, tut es leider nicht. Adler-Olsen bleibt bei seiner Strategie des offenliegenden Plots. Der Leser wird vorab über alles informiert, diesmal gibt es weder Geheimnisse noch Überraschungen, wenn man mal vom Ende der Story absieht. Natürlich kann auch ein solches Konzept Spannung in sich bergen, wenn z.B. die Ermittler sich nahe am Täter befinden, dieser aber immer entwischt, oder wenn man die Ermittler auf einer falschen Fährte beobachtet. Und noch einmal Fehlanzeige. Adler-Olsen konzentriert sich auf das Innenleben seines Q-Teams und widmet sich in aller Ausführlichkeit dem Schicksal eines Jugendlichen, der unbarmherzig von seiner "Familie" gejagt wird.

Der Marco-Effekt

Der Untertitel von Erwartung lautet "Der Marco-Effekt" - abgeleitet vom Titel des dänischen Originals. Darunter stellt sich Jussi Adler-Olsen so etwas wie den berühmten Schmetterlings-Effekt vor, nur halt auf kürzere Distanz und direkt wirkend.

Der fünfzehnjährige Marco ist Mitglied einer Bande Kleinkrimineller, die sich mit professioneller Bettelei, Taschendiebstahl und Trickbetrügereien über Wasser hält. Er sieht sie als seine Familie an, schließlich gehören sein Vater und sein Onkel auch dazu. Aber ein richtiger Familien-Clan sind sie doch nicht, eher ein Haufen Gestrandeter aus verschiedenen Nationen, die eine etwas dunklere Hautfarbe kennzeichnet. (Adler-Olsen laviert da ziemlich herum. Erst bringt er ohne Notwendigkeit die Bezeichnung "Zigeuner" ins Spiel, um das dann, der "political correctness" gezollt, ständig zu relativieren. Sehr ungeschickt gemacht, Herr Autor!)

Auf jeden Fall ergreift Marco, als er mitkriegt, dass der "Boss" ihn vorsätzlich zum Krüppel machen will, um noch bessere Ergebnisse beim Betteln zu erzielen, unverzüglich die Flucht. Nachts allein im Wald, die Häscher im Nacken, verbuddelt er sich im weichen Waldboden und bleibt unentdeckt. Unglücklicherweise hat er sich genau eine Stelle ausgesucht, an der schon eine Leiche notdürftig vergraben liegt. Marco ahnt, dass seine Sippschaft etwas damit zu tun haben könnte.

Das Auffinden der Leiche löst einen Dominoeffekt aus. Nicht nur Marcos Clan ist durch dessen Wissen gefährdet, sondern auch eine Reihe hochstehender Persönlichkeiten, deren Komplott aufzufliegen droht. Marco taucht in Kopenhagen unter. Er will seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen, nicht nur weil er jetzt im Visier mehrerer Banden steht, sondern auch weil er schon länger nicht mehr die entsetzten Gesichter der Opfer, die er betrogen und beraubt hat, ertragen kann. Er möchte zu den "Guten" gehören, möchte zur Schule gehen, lernen, studieren – ein anderes "normales" Leben führen. Doch seine Verfolger lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Sein jetziges Leben ist eine permanente Flucht

Nette Unterhaltung

Wenn man die Kriminalliteratur der letzten zwei Jahrzehnte Revue passieren lässt, kann man feststellen, dass sich – ähnlich wie im Fernsehen - markante Hauptprotagonisten als Erfolgsgaranten etabliert haben, was sich sowohl in ihrer Beliebtheit bei der Leserschaft als auch ganz konkret in besten Verkaufszahlen widerspiegelt. Es ist müßig, all die vielen Lynleys, Scarpettas oder Kluftis aufzuführen. Jussi Adler-Olsen hat mit Carl-Mørck, Rose und Assad aus dem Sonderdezernat Q Kultfiguren geschaffen. Waren sie in den ersten Folgen der Reihe noch nicht so richtig greifbar, haben sie bis zur vorliegenden Folge 5 deutlich schärfere Konturen angenommen und ihre privaten und dienstlichen Interaktionen nehmen einen breiteren Raum ein. Es ist Geschmackssache, ob man von ihren kalauernden Gesprächen und Gedanken begeistert ist oder sie für entbehrlich hält. Dem Rezensenten kommt die Fallanalyse und die Aufklärung als Herzstück eines Kriminalromans einfach zu kurz. Da stimmt die Gewichtung nicht mehr. Ein Quickie auf dem Dienstschreibtisch oder das permanente Einstreuen von Kamel-Witzen erhöhen zwar den Unterhaltungswert, schmälern aber gleichzeitig das Wesentliche eines Krimis: die Spannung.

Wenig Spannung

Das Ausgangsverbrechen wird von verzweifelten Bankern initiiert. Ob ihr Problemlösungsweg der Wirklichkeit standhält, darf bezweifelt werden. Aber seit "Alphabethaus" und "Washington-Dekret" wissen wir, dass Jussi Adler-Olsen mit eigenen Realitäten arbeitet. Im konkreten Fall ist es nicht so entscheidend. Schwerer wiegt, dass es Adler-Olsen wieder misslingt, mit einem guten Plot Spannung zu erzeugen. Was ist eine Verschwörung ohne geheime Drahtzieher, wenn alle Rollen verteilt sind und offen benannt werden?

Auch der Marco-Handlungsstrang birgt eher wenig Spannung. Obwohl Marcos (Dauer-)Flucht für die nötige Action sorgt, ist sie im Grunde genommen eine rührende Herzschmerz-Geschichte mit absehbarem Ausgang. Die Wandlung eines jugendlichen Saulus zum Paulus kann aus moralischen Gründen nicht schlecht ausgehen.

Eine "Ende gut, alles gut"-Geschichte. Mainstream für den amerikanischen Markt, auf dem Jussi Adler-Olsen mittlerweile gut Fuß gefasst hat. Eine bange Frage bleibt für die Fortsetzung: Wendet sich Carl Mørck seiner alten gescheiterten oder seiner neuen scheiternden Beziehung zu?

Nein, die bange Frage lautet: Macht Jussi Adler-Olsen auf diesem bescheidenen Niveau weiter? Oder kriegt er noch mal die Kurve?

Erwartung

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Letzte Kommentare:
09.08.2018 11:35:55
Lucy Fer

Eine Zusammenfassung des Inhalts spare ich mir, da dieser hier schon umfassend dargestellt wurde.
Ich habe bisher alle Fälle des Sonderdezernats Q gelesen und war begeistert von den bisherigen Fällen sowie der Schreibweise des Autors. Bisher.
Von diesem Band bin ich sehr enttäuscht. Zum Einen wirkt der Plot an einigen Stellen doch sehr konstruiert. Weiterhin scheint die ständige Flucht von Marco, der von zig Profigangstern und -killern gejagt wird doch irgendwann sehr unrealistisch und nervt nur noch. Diesen Punkt fand ich irgendwann völlig daneben, da Marco in jeder noch so ausweglosen Situation letztlich doch die Flucht gelingt und er auch noch gegen Ende mit dem Gasbetonstein von "seiner" Baustelle den Fluchtwagen Zolas so trifft, dass dieser in einen Schwerlaster rast... Irgendwo fehlt mir da dann doch der Realismus.
Auch die vom Rezensenten der "Krimi-Couch" kritisch angemahnte, mangelnde Aufarbeitung des Falles kann ich völlig nachvollziehen. Zwar ist es im Plot nicht vorgesehen, dass alle am Fall beteiligten Kriminellen in den Fokus der Ermittler geraten, doch fragt man sich im Nachhinein doch bspw. was aus "Mammy" wohl wurde.
Zu guter Letzt ist mir auch das Ende zu konstruiert. Die Ermittler lassen ihrer Gutherzigkeit freien Lauf. Es wird nach dem Motto "happy end" alles so dermaßen zusammengestrickt, dass die "Guten" bloß mit besten Voraussetzungen ihr Leben fortsetzen können - auch wenn dies bspw. durch kriminelle Machenschaften wie das Besorgen eines gefälschten Passes durch Assad vonstatten geht. Das ist mir, ehrlich gesagt, zu schnulzig und blöd.
Insgesamt ein für mich enttäuschender Krimi, den man sich in der Olsen-Reihe wirklich sparen kann.

10.01.2018 21:07:53
trafik

Der fünfte Fall in dieser Serie hat es wieder in sich. Jussi Adler Olsen versteht es traumhaft die jetzige Zeit in einem Thriller einzubinden. Sehr spannend, aber trotzdem realistisch. Dies gefällt mir so an diesem dänischen Autor.
Spitze sind die Hauptfiguren in dieser Krimireihe. Carl, Rose und Assad sind schon ein sehr extremer Haufen. Trotzdem muß man sie lieben.
Lieber Jürgen Priester, ihre Meinung ist überhaupt nicht nachvollziehbar.

02.03.2016 15:25:46
tassieteufel

Der 15 jährige Marco lebt in einem Zigeunerclan, der sich mit allen möglichen kriminellen Aktivitäten seinen Lebensunterhalt sichert. Geführt wird der Clan von Zola, einem gewalttätigen und sehr berechnenden Mann, der die Kinder zum Betteln auf die Straße schickt und sie später wenn sie älter sind, als Taschendiebe einsetzt. Aber auch Mord und Totschlag stehen auf Zolas Programm. Marco ist intelligent und wissbegierig und möchte nichts sehnlicher als ein normales Leben, weg Zolas Brutalität und dem Sklavendasein. Als er bei seiner Flucht auf das Grab eines Mannes stößt, löst das eine Kettenreaktion aus, denn Carl Morck und sein Team vom Dezernat Q ermitteln im Fall eines verschwundenen Mannes der eben jener Tote aus dem Grab ist. Carl, Assad und Rose stechen in ein Wespennest aus Korruption und Mord in der Politik und Finanzwelt, das äußerst unangenehme Zeitgenossen auf den Plan ruft.

Mit dem 5. Band der Thriller Reihe um Carl Morck und sein Team hat der Autor die hohen Erwartungen bei mir sogar noch übertroffen. Das Thema dass der Autor gewählt hat, Wirtschafts- und Bankenkrise, verknüpft mit Korruption und Veruntreuung und dem organisierten Verbrechen ist nicht nur sehr spannend sondern auch hochaktuell und vermutlich sehr realistisch. Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, wobei diesmal die eigentliche Ermittlungsarbeit von Carl und seiner Truppe eher im Hintergrund steht und der Handlungsstrang um den Zigeunerjungen Marco und sein Schicksal viel Raum einnimmt. Der Plot ist hervorragend aufgebaut und steigert seine Spannung stetig. Als Leser weiß man zwar schon von Anfang an, wer der Tote ist und warum er sterben mußte, auch wer die Drahtzieher hinter allem sind, trotzdem bleibt einiges zunächst unklar und wie dann Carl und sein Team sämtliche losen Fäden zusammen fügen und den Mordfall mit Marcos Geschichte verknüpfen, das ist hier extrem spannend gelungen. Denn gerade mit Marcos offenem Schicksal fiebert man beim Lesen förmlich mit.
Seine Hautcharaktere, Carl, Assad und Rose hat der Autor auch diesmal weiter entwickelt, es gibt neue Entwicklungen sowohl bei der Polizei als auch in Carls Privatleben, Assad erholt sich langsam von seinen Verletzungen aus dem letzten Teil und auch aus seiner Vergangenheit werden wieder ein paar Puzzleteilchen hinzugefügt. Assads diverse Versprecher sorgen wieder mal für kleine launige Zwischenspiele und auch Rose hat nicht nur wieder diverse Scharmützel mit Carl auszutragen, sie wird auch mit einem hartnäckigen Verehrer konfrontiert.
Insgesamt fesselt das Buch von der ersten bis zur letzten Seite und man kann es nur schwer zur Seite legen, hat man einmal mit Lesen angefangen.

Fazit: Der Autor verknüpft hier eine brisante und aktuelle Thematik um Korruption und Wirtschaftskriminalität mit seiner fiktiven Thrillerhandlung zu einer extrem spannenden Geschichte, bei der man trotz des Wissensvorsprungs zu den Ermittlern von Anfang an mitfiebert. Der prägnante Schreibstil des Autors, der zudem mit einer Spur eigenen Humors durchzogen ist, läßt sich flott und eingängig lesen und schafft mit wenigen Worten stimmige und bildhafte Szenarien. Die etwas schrägen aber liebenswerten Hautfiguren wachsen dem Leser weiter ans Herz und wecken natürlich die Neugier auf den nächsten Teil.

30.01.2016 17:30:39
Janine2610

In Band fünf der Sonderdezernat Q - Thrillerreihe geht es im Kern um eine Betrugsaffäre nicht unbeträchtlichen Ausmaßes. Es geht um Aktien und um Geld. Sehr viel Geld, um genau zu sein. Dieser Thriller schafft es meiner Meinung nach sehr gut, den Lesern bewusst zu machen, zu welchen skrupellosen Handlungen Menschen in der Lage sein können, wenn sie ihre Gelder schützen wollen.

~ Nein, Geldgier kennt keine Grenzen, dachte René. ~
(S. 471)

Die Story startet mit einem Prolog, der mich erst mal reichlich verwirrt zurückgelassen hat, der aber, wie Prologe das ja meist so an sich haben, enorm wichtig für die Geschehnisse im Hauptteil ist. Am Beginn der eigentlichen Geschichte lernen wir Marco, den Typ aus dem Untertitel, kennen. Marco ist ein 15-jähriger Junge aus dem Ausland, der Teil eines verbrecherischen Clans ist. Da Marco aber viel zu gutherzig ist und einen großen Gerechtigkeitssinn besitzt, steigt er aus dem Clan durch eine Flucht aus. Mit anderen Worten: Marco ist in all der Zeit im Clan nicht zu einem gefühlskalten Monster geworden und will nun ein legales, besseres und erfolgreiches Leben führen. Da die Mitglieder des Clans natürlich nicht sicher sein können, was Marco ausplaudern wird, suchen und verfolgen sie ihn nun ...

~ Mitleid zu bekommen mit denen, die man bestahl, war das Schlimmste, was einem passieren konnte. ~
(S. 200)

Mittendrin natürlich wieder unser leicht aus der Haut fahrender Vizepolizeikommissar Carl Mørck und seine beiden Assistenten, der immer noch sehr mysteriöse Assad und die unberechenbare, mit Vorliebe schwarzgekleidete Rose.
Diesmal aber hat unser Trio zwangsweise Unterstützung (wenn man das so nennen kann?) von Gordon erhalten. Carl wird nicht müde, ihn so oft wie möglich als "noch feucht hinter den Ohren" zu beschreiben, was ich persönlich unterschreiben kann, nachdem ich ihn ein wenig kennengelernt habe. Dieser Gordon scheint aber (unverständlicherweise) auf unsere kratzbürstige Rose zu stehen.

~ Lieber ein Furunkel an einer gewissen Körperstelle als Rose auf dem Kriegspfad. ~
(S. 162)

Mein absoluter Lieblingscharakter ist und bleibt aber mein lieber Assad. Der Gute bringt mich mit seinen Anekdoten über ... Kamele und seinen Wortverdrehungen immer wieder zum Lachen und er hat so etwas unschuldig Naives an sich, das ich einfach nur liebenswert finde. Gleichzeitig ist der Mann mysteriös und unergründlich. Um seine Figur ranken sich, meiner Meinung nach, momentan noch die größten Geheimnisse. Und es macht mich fast wahnsinnig, dass der Autor immer noch nur so wenig über seine scheinbar sehr schwierige Vergangenheit preisgibt.

~ Sie sahen sich einen Moment an, dann prustete Assad los.
»Alles Blödsinn, Carl. Er hat keinen feuchten Schimmer.«
Carl lächelte. »Blassen Schimmer, Assad. Keinen blassen Schimmer.« ~
(S. 163)

Von meinem Gefühl her hat es leider recht lange gedauert, bis ich in die Geschichte gefunden habe. Mir persönlich waren es zu viele verschiedene Erzählstränge. Wirklich zugesagt haben mir anfangs nur der Sonderdezernat Q - Erzählstrang und der mit dem ständig flüchtenden Marco. Mit den paar anderen Sichtweisen konnte ich erst nicht wirklich was anfangen. Ich habe teilweise nur "Bahnhof" verstanden. Erst etwa im letzten Drittel des Buches, wurde es für mich spannend und wirklich mitreißend, weswegen ich die letzten 150 Seiten dann sogar am Stück gelesen habe.

~ Die sicherste Methode, das Verschwinden eines Menschen aufzuklären, war herauszufinden, welches Motiv dahintersteckte. Und seinem Gefühl nach kamen sie diesem Motiv gerade auf die Spur. ~
(S. 414)

Für mich war dieser Thriller leider erst ab etwa der Hälfte gut. Ab da wurde es für mich dann stetig mitreißender, ich habe Zusammenhänge erkennen können und das Gesamtbild der Hintergründe wurde mir immer verständlicher und klarer. In der ersten Buchhälfte war ich fast nur verwirrt und habe den roten Faden nicht finden können, weswegen ich erst auch noch keine große Freude für den 5. Sonderdezernat Q - Fall aufbringen konnte.
Mein Gesamteindruck vom Buch ist aber trotzdem sehr positiv. Für Fans vom Sonderdezernat Q - Team und von Thrillern über Wirtschaftskriminalität ist dieses Exemplar hier auf alle Fälle zu empfehlen!

30.01.2016 12:20:31
Jossele

Auch der 5. Fall von Carl Mørck, in dem es um den Zigeunerjungen Marco geht, der vor seinem skrupellosen Clanchef Zola flieht, um seiner Verstümmelung zu entgehen, ist wieder äußerst spannend erzählt und fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Dabei gerät er in ein Mordkomplott, in das zwei Bankchefs und ein hoher Beamter des Außenministeriums verwickelt sind, weshalb in nun nicht nur sein Clan jagt, sondern auch die drei „Ehrenmänner“, die nicht davor zurückschrecken, ein afrikanisches Killerkommando auf Marco anzusetzen. Wie der nun eine lange Zeit seinen Jägern, zu denen sich dann auch noch Carl Mørck und sein Dezernat Q gesellt, immer wieder im letzten Moment entkommt, ist zwar relativ unwahrscheinlich, aber spannend allemal. Die ganze Geschichte ist sicherlich kein Ausbund an Logik, wenn man sie an der Realität misst, aber in sich ist sie stimmig. Auch die Sidekicks mit dem gelähmten Hardy, der erstaunliche Fortschritte macht und über Assads Vorleben werden ein wenig weiterentwickelt. Rundum gelungen. 85°

01.09.2015 17:42:34
Chris aus H.

Wow! – selbst im fünften Teil der Dezernat-Q-Serie schafft es Jussi Adler-Olsen auf dem hohem Niveau seiner Erzählkunst zu bleiben.
Natürlich ist es kein klassischer „Whodunit“-Krimi, aber dazu liest man ja
Jussi Adler-Olsen auch nicht.
Es gelingt ihm wieder von Beginn an einen Spannungsbogen aufzubauen,
in dem er mit verschiedenen Erzählsträngen beginnt, die scheinbar Nichts
verbindet.Kapitel für Kapitel kommt man den komplexen Verbindungen auf die Schliche, während sich in den einzelnen Untergeschichten immer wieder und oft unerwartet eine rasant ansteigende Spannung aufbaut.
So bleibt der ganze Plot permanent spannend.Quasi nebenbei entwickelt der Autor die Protagonisten des Dezernats Q konsequent weiter, ohne dass dies aufgesetzt oder gekünstelt wirkt. Nachdem man in den vergangenen Romanen schon einiges über die Hauptfiguren erfahren hat, arbeitet sich der Leser weiter in die Psyche des Carl Morck ein und kann die Erkenntnisse über Rose aus dem vergangenen Roman weiter nachvollziehen.Auch über die Geschehnisse des romanübergreifenden Falls dieser Reihe bekommt man wieder etwas mit.Die Person des Assad bleibt weiter rätselhaft, kleine Hinweise bekommt man trotzdem.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist die ständige Flucht des Jungen Marco, bei
dem es eine oder zwei Schleifen weniger auch getan hätten.Gekonnt schafft es Adler-Olsen auch dieses Mal, in den Plot ein sozialkritisches Thema – nämlich das der Bettel-Mafia - einzuarbeiten.Insgesamt ein intelligenter, gelungener und spannender Adler-Olsen.

13.07.2015 15:59:34
horst.a.schirgi

alle Adler ohlsen gelesen , fand die meisten ziemlich gut , aber das hier - sorry
diese nervende Flucht des einen Protagonisten , schrecklich aber nicht spannend.
der Ansatz , eine Parabel über das kapitalistische system zu schreiben ist lächerlich gescheitert.
ob der Herr morck sich der Lisbeth oder der mona zuwendet - mir ists egal , bye Dezernat q

23.03.2015 08:08:19
Carolina

Ich lese gerade den 6. Fall, nachdem mich der 5. Fall doch ziemlich enttäuscht hat. Also der 6. ist wieder besser! Im 5.Fall habe ich nicht so sehr die Spannung vermisst, als mir die 100te Seiten lange Flucht des Knaben Marco genervt hat. Die war doch im höchsten Maße unwahrscheinlich, wie der immer wieder entkommen ist, das war lächerlich und langweilig.
Die Idee war ja nicht schlecht, die Ausarbeitung auf 200 Seiten weniger wäre sicher besser gewesen.
Im übrigen bestätigt es sich auch bei Adler Olsen, dass die Folgebände einer feststehenden Ermittlergruppe meist schwächer werden. Die Luft ist oft raus. Naja, wir werden es ja lesen, denn da bin ich stur, ich werde seine Bücher über das Sonderdezernat weiterkaufen, wenn er die Reihe fortsetzt.

27.01.2015 10:41:53
Anton Schellen

Meine Herren, was sind wir doch verwöhnt! Ich habe auch alle 5 Bände gelesen und muss sagen, daß dieses Buch mich gefesselt hat. Ich lese oft im Bett und habe mich zwingen müssen, das Licht irgendwann auszumachen. Was erwartet die Leserschaft eigentlich? Immer kompliziertere Fälle? Im ersten Band konnte ich mit den Namen manchmal ins Straucheln kommen. Hier war alles sauber verständlich. Es wurde ein Fall mit allen Sonderbarkeiten im "Keller" und auch mit Humor gelöst. Man fieberte mit dem Jungen mit usw. Spannend und gut lesbar bis zum Schluss. Jedenfalls spannender als der Fall mit Nele in Band 4. Also, etwas auf dem Teppich bleiben und nicht immer noch mehr, noch mehr.

19.01.2015 00:27:00
Amica65

Im bereits 5. Roman um das Sonderdezernat Q um ungelöste Fälle werden wieder mehrere Handlungsstränge miteinander verwoben. Es geht um Marco, einen 15-jährigen Jungen, der in einem Zigeuner-Clan aufwächst. Oberhaupt ist sein sadistischer Onkel und den Lebensunterhalt verdienen sich Marco und seine 'Familie' mit Betteln und Stehlen. Für den intelligenten Teenager wird dieses Leben voller Gewalt und Kriminalität immer unerträglicher und ihm gelingt die Flucht. Als er dabei über eine Leiche stolpert, tritt er eine Welle der Ereignisse los. Darauf bezieht sich der Untertitel des Roman, 'der Maro-Effekt' nach dem Schmetterlings-Effekt, bei dem ein kleines Ereignis eine große Wirkung erzielt.

Das Ausgangsverbrechen wird allerdings von verzweifelten dänischen Bankern begangen, als im tiefsten afrikanischen Dschungel ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation verschwindet.

Fazit: Ideenlosigkeit kann man dem Autor bestimmt nicht vorwerfen. Gekonnt spannt er einen Bogen von Zigeunern über Korruption in Finanz- und Politikwelt bis hin zu Entwicklungshilfe in Afrika. Aber nachdem ich von den ersten 3 Romanen restlos begeistert war, fand ich diesen wie auch schon den letzten nur mittelmäßig. Es fehlt wie auch im 4. Fall der Spannungsbogen, da man als Leser alles von Anfang an weiß. Ein an sich vielversprechender Plot mit Verschwörung und Intrigen, aber kein Geheimnis hält den Leser bei der Stange. Stattdessen besteht die Handlung zum großen Teil aus Verfolgungsjagden durch Kopenhagen. Marco flieht über Hunderte von Seiten vor seinen Verfolgern, erst vor dem Zigeuner-Clan, der in als Verräter und Zeugen ausschalten will, dann vor afrikanischen Kinder-Soldaten. Es ist auch reichlich unglaubwürdig, dass Marco diesen ausgebildeten brutalen Profi-Killern immer wieder entwischt.

Es ist Adler-Olsen sicherlich gelungen, mit Carl, Rose und Assad Kultfiguren zu erschaffen und sie agieren auch gewohnt schrullig und unorthodox. Ich kann auch noch über den 10. Kamelspruch lachen, trotzdem wirkt das mittlerweile sehr bemüht, die Truppe gerät langsam fast zur Karikatur. Auch die neu hinzugekommene Figur Gordon konnte mich nicht wirklich überzeugen, so als hätte der Autor gedacht, ach den muss ich ja auch noch irgendwie originell gestalten.

Zum Schluss, wenn die Bösen verloren und die Guten gewonnen haben, erinnert der Roman an ein modernes Märchen. Unglaubwürdig, dass der 'Gutmensch' Marco, der sich trotz Aufwachsens in liebloser, gewalttätiger und krimineller Umgebung einen so guten Charakter bewahrt hat.

Ich werden trotzdem testen, ob Adler-Olsen noch mal die Kurve kriegt und auf jeden Fall den 6. Band lesen.

26.11.2014 15:16:18
manni

Da ist die Luft raus. Ich gebe jetzt nach 100 Seiten auf. Die Marco Geschichte ist schon lange ausgelutscht und jetzt wird das Ermittlerteam auch langweilig, das wirkt alles sehr bemüht, spannend ist es gar nicht mehr. Sehr Schade, aber die ersten vier Bände waren guter Lesestoff, das reicht jetzt auch. Eine Bewertung erspare ich dem Autor.

21.11.2014 21:21:55
James_Blond

Das Sonderdezernat Q kommt dem dänischen Staat sehr billig. Alle in den Bänden 1 bis 5 überführten Täter mussten weder einem Richter Rechenschaft ablegen noch in einem Gefängnis darben. Hmmm. Das mag vielleicht die aufgebauten Rachegelüste seiner Leserschaft befriedigen, realistisch ist das aber keinesfalls.

Wer die ersten 4 Bände gelesen hat, kennt auch bei diesem Buch von Beginn an das Schicksal, das alle "Bösen" ereilen wird. Is' a bissi fad.

Btw: Warum heißt das Buch Erwartung? Ist mir schleierhaft (offensichtlich auch dem deutschen Verlag, sonst hätte man nicht den Untertitel 'Der Marco-Effekt' hinzugenommen).

25.10.2014 13:07:44
Edith Sprunck

Der Krimi hinterlässt ein nachwirkendes Schmunzeln, was die Verhaltensweisen und Aktionen des Ermittlerteams betrifft. Der Autor hat wohl den Schalk im Nacken, wenn er sich mit diesen Personen befasst. Dies ist ein Faktor,der das Buch lesenswert macht. Aber auch der Jugendliche Marco fasziniert. Es gibt sie ja wirklich, diese Straßenkinder, auch in Deutschland. Eine gute Intelligenz, gepaart mit hoher Resilienz, wie bei Marco vorhanden, lässt so manche zu wahren Überlebensstrategen werden. Viele Aktionen um und mit Marco wirken trotzdem übertrieben, aber nicht störend. Sie tragen zu rasanter Spannung bei.
Eine tolle Mischung aus realen Fakten und massloser Übertreibung sowie emotional anrührenden Momenten!

18.09.2014 23:40:31
Leselöwin

Die grundlegende Idee dieser Geschichte stammt wohl von Charles Dickens, dessen Oliver Twist ein Bruder im Geist von Marco sein könnte: das edle Kind, das sich trotz liebloser Kindheit und massiver Versuche, es zum Verbrecher zu erziehen, sein gutes Herz und seinen festen Willen, ein anständiges Leben zu führen, bewahrt. Ein sehr erbaulicher Roman und ein höchst moralisches Ende, denn die Bösen werden ausnahmslos bestraft und die Guten belohnt. Adler-Olsen scheint zum Märchenerzähler geworden zu sein, aber das Buch liest sich stellenweise doch recht spannend, und das Ermittler-Trio ist wie immer sehr unterhaltend. Inzwischen ist ja noch eine vierte Knallcharge in Gestalt von Gordon dazugestoßen. Im nächsten Roman von Adler-Olsen wird man sehen, wie sich dieses Quartett zusammenrauft.

25.07.2014 14:19:18
lesenchris

Also, dieser Adler-Olsen bekommt keine 100%. Ich bin zwar durch Marcos Schicksal berührt worden und die Idee finde ich ausgesprochen gut. Jedoch Morck führt sich auf, als ob er nicht bis drei zählen kann; er wird sowohl von Kollegen als auch von den Verbrechern im Laufe der Ermittlungen vorgeführt. Das habe ich aus dem 1. Krimi aber anders in Erinnerung, als er mir als kompetenter Ermittler mit einem ebenso guten Ermittlerteam begegnete. Ja, nun, was nicht heißt, dass ich ein weiteres Buch verschmähen würde.

02.05.2014 09:05:16
Steffi

Wie ich vielen meiner vorangegangenen Rezensenten recht geben muss, ist in diesem Buch die Spannung nicht so recht aufgekommen. Doch die Geschichte von einem kleinen Jungen, der nicht aufgibt und für seine Träume kämpft hat mich bis zum Schluss nicht losgelassen. Immerhin hatte J.A.O. an der ein oder anderen Stelle Wendungen eingebaut, die bangen ließen.
Trotz einem eher weniger rasanten Krimi über das Sonderdezernat Q, werde ich mir dennoch den nächsten Adler-Olsen nicht entgehen lassen!

03.03.2014 14:20:24
Oldman

Serienfiguren zu entwickeln und im besten Sinn zum Kult zu machen gelingt nur ganz wenigen. Dabei denke ich z.B. an Reacher oder Rebus. A.O. ist hier ein wenig ins Straucheln geraten. Seine Hauptfiguren kommen mittlerweile durchaus wie gute alte Bekannte daher, es bleiben auch genug Cliffhanger für ihre Weiterentwicklung, soweit alles gut. Zwei Merkmale sind allerdings weniger schön. Den beiden letzten Büchern fehlt die Spannung, und Morck stellt sich bei der Lösung seiner Fälle eigentlich recht dämlich an, so daß man sich fragt, ob er alleine jemals etwas hinbekäme. In diesem Buch gibt es aber mit Marco einen wirklichen Sympathieträger. Man muß einfach mitleiden, wenn seine Verfolgungen geschildert werden, und das sind m.E. die besten Passagen des Romans. Die Auflösung ist zu hektisch geraten, zum Glück aber gerade noch an der Grenze der tolerierbaren Logik. Die Reihe steht auf der Kippe, zum Durchschnitt zu verkommen oder noch einmal durchzustarten. Dazu viel Glück, den 6. Band werde ich auf jeden Fall wieder lesen.

02.01.2014 12:49:53
Hermann

Entgegen meiner Gewohnheit habe ich nicht gewartet, bis vom neusten Adler-Olsen die Taschenbuchausgabe erscheint. War wohl ein Fehler. Wie die meisten Schreiber vor mir bin ich enttäuscht vom 5. Morck-Krimi. Wenn Bücher immer dicker werden, heisst das nicht, dass sie auch spannender sind. Spätestens wenn Marco zum 4.Mal fast erwischt wird, beginnt man zu gähnen, weil man genau weiss, dass er wieder entwischt, denn das Buch geht ja noch ein paar Dutzend Seiten weiter. Am Schluss sind alle Bösen tot und alle Überlebenden haben sich lieb: Eine Art Rosamunde Pilcher mit viel Blut und weniger schönen Landschaft. Assads Kamel-Redewendungen sind leider das einzige Highlight des Romans. Schade, hoffentlich kommt was Besseres nach!

18.12.2013 12:57:54
Fr. Janz

Ich war enttäuscht und musste mich teilweise zum lesen zwingen, Buch ist einfach zu teuer.Aber im Vergleich zu den vier Bänden davor eine schwache Vorstellung.
Wie einer meiner vorhergehenden Kommentatoren schon beschrieb, hielt sich die Spannung dadurch, dass man wissen möchte, was mit Marco passiert.

03.11.2013 15:25:43
Darix

Der fünfte Fall für das Sonderdezernat Q. Das Sonderdezernat entwickelt sich weiter, ein neues Mitglied, kommt hinzu. Der Plot handelt im Schwerpunkt um den Protagonisten Marco, gleichzeitiger Namensgeber des Untertitels, er bestimmt mit seinem agieren maßgeblich Geschwindigkeit und Inhalt des Thrillers. Weiterhin stellen Banker und teilweise auch Akteure aus Afrika ihre kriminelle Energie unter Beweis. Jussi Adler-Olsens "Erwartung" hat seine Stärken in den gelungenen Dialogen der Hauptakteure. Für ein über 500 Seiten, mit manchen Überlängen, ist dies inhaltlich zu wenig. Mir fehlt diesemal ein durchgehender Spannungsbogen, zu viele "Zufälle" und "Künstlichkeiten" schwächen das Lesevergnügen. Ein wenig erinnert "Erwartung" an ein modernes Märchen, die "Bösen" werden bestraft und die "Guten" belohnt.

29.10.2013 14:54:57
Bernd Brehm

Eine wirkliche Spannung wie in den ersten 3 Büchern kommt im 5. Fall leider nicht auf. Zu viele Zufälle die hier helfen einen Fall zu lösen. Sicher machen die Dialoge zwischen Carl, Assad und Rose Laune und sind eine nette Abwechslung, aber die Handlung insgesamt ist leider eher schwach. Allerdings muss ich sagen, war der 5. Fall etwas besser als der langweilige 4. insofern bleibt zu hoffen, dass es mit Nummer 6 dann wieder besser wird und man sich der Spannung der Fälle 1 bis 3 anpasst.

14.10.2013 11:24:23
Silsmaria2004

Mir hat auch dieser Roman rund um den vom Leben gebeutelten Carl Morck,(ich denke an den fast vollständig gelähmten Kollegen) und seine beiden speziellen Kollegen wieder sehr gefallen. Meine Erwartung hat er auch nicht erfüllt, aber ich bin nicht enttäuscht-für mich unterscheidet er sich einfach von den anderen vier Fällen, in diesen steht die Vergeltung für Dinge, die jemandem angetan wurden,im Vordergrund.
In diesem fünften Fall hingegen geht es um Ursache und Wirkung, wie die Handlung des einen , das Tun des anderen beeinflusst. Und das wiederum erklärt den Untertitel " Der Marco- Effekt "- ich hatte auch keine Ahnung , was ich davon halten soll. unter Wikipedia fand ich dann einen Verweis zu einer Ndr- Sendung, in der Maren Ahring den Autor zitiert: "Der Marco Effekt ist das gleiche wie der Schmetterlingseffekt- wenn ein Schmetterling in Südamerika mit den Flügeln schlägt, hat das in Jugoslawien einen Effekt".
Das Erikson irgendwie in Vergessenheit gerät, tja...wie oft liest man in der Zeitung, dass einer den anderen übers Ohr haut und dank einem guten Anwalt davon kommt..., das wahre Leben ist nicht schwarz-weiss, dazu passt irgendwie, dass Morck sowohl in Bezug auf Stark und seine Angehörigen als auch auf Marco "menschelt" und in diesem Buch seine weiche Seite stärker zutage kommt.

14.10.2013 10:17:50
Mispagel

Ich habe 1000 mal überlegt, das Buch wegzuwerfen. Habe es nur zu Ende gelesen, weil es so teuer war und ich Ferien hatte. Das war wahrscheinlich der letzte Adler Olsen, den ich gelesen habe, nachdem Band 4 auch schon schwach war. Vielleicht hat Adler Olsen sich einfach ausgeschrieben - so wie Thomas Gottschalk und Michael Schumacher sich überlebt haben, ohne es selbst wahrhaben zu wollen... Hoffentlich ist Adler Olsen nicht ebenso ein nicht aufhören könnender Festhalter an vergangenem Ruhm.

04.10.2013 09:52:27
Richard B.

Die Spannung wurde eigentlich nicht gross durch überraschende Wenden erreicht, sondern durch die Hoffnung genährt, dass dem Jungen Marco nichts passiert. Der Schluss war für mich eher etwas unlogisch und zusammengeschustert (so als ob man den Verbrecher Erikson vergessen hätte). Aber trotzdem hat mich dieses Buch (zwar nicht im gleichen Ausmass wie seine Vorgänger) fasziniert, weil mich nach wie vor die Figur des Carl Morck sehr begeistert und mir durch seinen trockenen Humor oftmals ein Schmunzeln über die Lippen brachte. Schlaflose Nächte bereitet dieses Buch sicherlich nicht, aber ich würde es trotzdem weiterempfehlen.

03.10.2013 12:01:30
martin

kann leider fr. gruber nur zustimmen. ich hab mich schon wahnsinnig auf das neue buch gefreut - und wurde auf (fast) allen linien enttäuscht. einzig allein die figur des carl morck bringt manchmal den typisch trockenen humor in die geschichte. rein. der marco-strang ist für mich von hinten bis vorne nur unglaubwürdig, was die entwicklung des jungen betrifft. und was das ende betrifft: das kanns ja wirklich nicht sein. logik und konsequenzen für die handelnden polizisten hat adler-olsen völlig ausgeblendet. schade. bonuspunkte nur für carl morck. der rest ist eines adler-olsen nicht würdig.

29.09.2013 14:52:37
Gruber Ulrike

Erwartung: Zustand der Spannung, des Wartens, der Ungeduld. Vorausschauende Vermutung, Annahme, Hoffnung!
Enttäuschung (könnte man ja als Titel für den sechsten Teil in Betracht ziehen): Nichterfüllung einer Hoffnung oder Erwartung!
Schade, hatte mich gefreut und den fünften Teil auch wirklich "erwartet", aber leider wurde ich enttäuscht: eine Fortsetzung, leider aber auch nicht mehr (Zitat Rezension zu "Verachtung"). Von wegen beschert einem schlaflose Nächte. Und wieso jetzt plötzlich auch noch einen Untertitel: der Marco Effekt. Was soll das alles. Lieber Herr Adler-Olsen, bitte mal lieber eine kreative Pause einlegen, dann warte ich auch gerne ein Jahr länger, aber kann dann vielleicht auch wieder mal was lesen, das in Richtung "Erbarmen" und "Erlösung" geht!