Selfies

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Der Audio Verlag, 2017, Seiten: 2, Übersetzt: Wolfram Koch, Bemerkung: gekürzte Ausgabe

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Brigitte Grahl
Schwarz-humoriger Bodycount in Dänemark

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Dez 2016

Michelle ließ ihren Blick durch den Warteraum schweifen. Kaum ein Stuhl, der nicht von einem Idioten besetzt war. Die hingen da rum mit ihren ausgelatschten Schuhen und beknackten Mützen, und sahen einfach nur Scheiße aus. Die waren doch schuld, dass die öffentliche Hand für jemanden wie sie, Michelle, kein Geld mehr übrig hatte.

"Falls sie die Welt wirklich verlassen musste, dann nicht allein! Die Vorstellung, dass sich Gestalten wie Michelle, Jazmine, Denise oder die Ledertusse Birna weiter durchs Leben schmarotzten, während sie im Grab verrottete, war ihr plötzlich absolut unerträglich."

In Interviews hat Jussi Adler Olsen immer wieder betont, dass er die Reihe um Carl Mörk mit dem zehnten Band abschließen will. Jeden Band betrachtet er als ein Kapitel der Geschichte um das Team des Sonderdezernats Q. Im zehnten Band sollen alle losen Enden zusammengeführt werden. Die treuen Leser werden bis dahin Antworten auf drängende Fragen bekommen wie: Wer ist Assad? Wer hat auf Hardy geschossen? Welche Geheimnisse hütet Carl?

Im aktuellen siebten Band steht Rose im Mittelpunkt. Ihre Vergangenheit wird gelüftet und ihre bizarren Verhaltensweisen somit endlich verständlich. Gleichzeitig arbeitet das Ermittlerteam an einem alten Fall, der indirekt mit mehreren aktuellen Mordfällen verbunden ist, so dass das Sonderdezernat Q am Ende gleich fünf Fälle löst und damit seine eingangs drohende Auflösung wegen Ineffektivität glänzend widerlegt.

Diesmal tappt der Leser nicht, wie die Ermittler, bei der Tätersuche im Dunkeln. Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit gibt Adler Olsen mit der Perspektive der Täterin der aktuellen Mordserie Einblicke in deren schwarze Seele. Als Sohn eines Psychiaters ist Adler Olsen unter "Irren" aufgewachsen und das spiegelt sich auch im Personal seiner Krimis.

Die Morde in diesem Buch haben Slapstick-Charakter

Nicht nur das Team des Sonderdezernat Q hat gehörige Macken, auch hinter der Fassade der "Normalos" lauern Abgründe. Mit sichtbarem Vergnügen lässt der Autor die Hauptpersonen in Wort und Tat ausrasten und Amok laufen. Der Bodycount in "Selfies" ist hoch, die Morde haben Slapstick-Charakter.

Ebenso aberwitzig wie das Handeln der Figuren ist auch die Verknüpfung aller Fälle am Ende des Buches. Das geht nur mit viel Zufall und wirkt schon sehr konstruiert. Bei der Vielzahl der involvierten Menschen und Fälle kommen einige davon reichlich kurz und oberflächlich weg. Aber wie immer schreibt Adler Olsen spannend, temporeich und witzig.

Nur bei Rose nimmt der Autor das Tempo vom Gaspedal und drosselt auch das gagreiche Geplänkel zwischen Assad und Carl deutlich im Vergleich zu den vorherigen Büchern. Zu düster ist Roses Verfassung und ihre Vergangenheit, um darüber Witze zu reißen.

Mit viel Empathie widmet sich der Autor den Hintergründen, die zu Roses gestörter Persönlichkeit geführt haben. Das spiegelt sich auch im Team wieder, das in der Sorge um Rose zusammenwächst. Selbst der sonst so zynische Carl zeigt ungewohnt viel Mitgefühl und Verständnis.

Wenig Mitgefühl hat Adler Olsen dagegen mit seinen drei Hartz-IV-Hauptfiguren. Mit beißender Ironie gibt er ihre Gedanken wieder, in denen sich alles um sie selbst dreht: um einfache und schnelle Geldbeschaffung, um schicke Klamotten und gutes Aussehen. Ein gesellschaftliches Phänomen, dass uns auch hierzulande im Programm so genannter Unterschichtssender täglich begegnet - und das Adler Olsen gallig portraitiert. Den Frust über die "Sozialschmarotzer" nimmt die Gestalt der Sozialamtsangestellten Annelie an, die ihre Rachefantasien immer enthemmter in die Tat umsetzt und dabei immer mehr zu dem wird, was sie so gehasst hat.

Mit den Büchern der Mörk-Reihe ist es wie mit den Münsteraner Tatorten: Das Geschehen um die Ermittler macht dem Kriminalfall die Hauptrolle streitig. Aber gerade deswegen haben sie ihre treue Fangemeinde. Für sie sind die Interaktion, die Frotzeleien und die Entwicklung des Ermittlerteams ein wichtiger Grund, dranzubleiben.

Richtig würdigen und genießen kann das nur, wer von Anfang an dabei ist. Die immer wieder geübte Kritik, dass der Kriminalfall zur Nebenrolle wird und das Privatleben der Ermittler zu viel Platz einnimmt, ist bei Neueinsteigern verständlich. Aber das ist kein Unvermögen des Autoren. Adler Olsen geht es ja genau darum: die Geschichte des Teams von Sonderdezernat Q zu erzählen, Kapitel für Kapitel - bis zum hoffentlich grandiosen Schlusskapitel im zehnten Band.

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Letzte Kommentare:
28.02.2019 15:42:46
tassieteufel

Eigentlich beschäftigt sich das Sonderdezernat Q um Vizepolizeikommissar Carl Mørck nur mit alten, ungeklärten Fällen. Doch ein Mordfall an einer alten Dame in einem Kopenhagener Park, weist Parallelen zu einem ungeklärten Mord an einer Lehrerin auf. Da die Polizei zudem mehrere Fälle von Fahrerflucht mit tödlichem Ausgang beschäftigen, können Carl und Assad nicht nur in dem alten Mordfall sondern auch in dem aktuellen ermitteln. Doch ihnen fehlt Rose, die von ihrer Vergangenheit heimgesucht wird und mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hat.

Nachdem mir der 6. Teil der Reihe „Verheissung“ nicht ganz so gut gefallen hat, hat mir „Selfies“ wieder deutlich besser zugesagt. Zugegeben, das Buch ist sehr vollgepackt mit diversen Handlungssträngen und die Verknüpfung all dieser einzelnen Nebenhandlungen wirkt doch etwas überkonstruiert, trotzdem gelingt es dem Autor, seinen Spannungsbogen hoch zu halten und alle Einzelstorys sehr unterhaltsam und spannend zu erzählen. Hauptaugenmerk liegt diesmal auf Rose und ihrer schwierigen Vergangenheit, die zu dramatischen psychischen Problemen geführt haben. Dass selbst dieser Handlungsstrang mit den Mordfällen verknüpft wird, mag nicht so ganz plausibel erscheinen, vielleicht ein paar Zufälle zuviel, steigert aber die Spannung und führt zu einem sehr dramatischen Finale, vor allem weil der Leser Carl und Assad einige Informationen voraus hat und die beiden gern in die richtige Richtung schubsen würde.
Vieles was Assad und Carl betrifft, bleibt weiter ungeklärt, ebenso die Frage wer auf Hardy schoß, da muß man sich als Leser wohl weiter gedulden und auf die nächsten Bände hoffen. Dafür erfährt man wie schon erwähnt sehr viel über Rose und deren bedrückende Vergangenheit, was der Autor mit viel Einfühlungsvermögen erzählt. Als krasser Gegensatz dazu erscheint Anne-Linne Svendson, die den Großteil ihres Lebens als Sozialarbeiterin verbracht hat und zunehmend vom System und von den Sozialschmarotzern genervt ist. Als sie eine Krebsdiagnose erhält, ist das für sie ein Grund aus ihrem tretmühlenartigen Leben auszubrechen. Hier driftet der Autor schon ziemlich ins Klischeehafte ab, sicher gibt es in jedem Land Menschen die sich auf Kosten anderer durchlavieren und auch reichlich Sozialarbeiter die am System verzweifeln, aber ganz so schwarz/weiß ist es dann eben doch nicht. Trotzdem ist auch dieser Handlungsstrang sehr spannend, weil der Autor hier aus Sicht der Täterin, bzw. der Sozialhilfeempfängerinnen berichtet und der Leser so hautnah mit dabei ist und eben auch deren Gedankengänge mitverfolgen kann und so den Ermittlern voraus ist.
Durch die Sorge um Rose wächst das Team Carl, Assad und Gordon weiter zusammen und die kleinen Kabbeleien zwischen Carl und Assad bringen auch ein klein wenig Humor in die ansonsten recht düstere Geschichte.
Sicher ist es auch möglich die Bücher einzeln zu lesen, aber zum besseren Verständnis und in Bezug auf die Entwicklung der Charaktere kann ich jedem nur empfehlen, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

FaziT: auch wenn diesmal sehr viele Handlungsstränge die Story ein wenig unübersichtlich machen und die Gesamtverknüpfung doch etwas arg konstruiert wirkt, so macht der Autor das wett durch seine zwar eckigen aber trotzdem sympathischen Charaktere und einen dichten Spannungsbogen. Nicht der Beste Teil der Reihe hat mir aber deutlich besser gefallen als der Vorgänger.

03.10.2018 15:08:14
MCE

Habe das Buch nun zu 1/4 gelesen und weis nicht, ob ich es zuende lesen werden. Ich mache ersteinmal eine Pause und lese einen anderen Krimi.
Die Geschichte kommt einfach nicht vorran. Es fehlt ein Zusammenhang zwischen den 3 Sozialhilfeempfängerinnen und dem Ermittlerteam, welches einen komplett anderen Fall betreuet. Somit nerven die Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen. Noch schlimmer: die einzelnen Kapitel springen immer um einige Tage vor und zurück. Nach dem 20. Mai folgt ein Kapitel zum 13. bis 17. Mai. Und dabei wird nicht nur zwischen den Handlungssträngen gewechselt. Das passiert auch innerhalb einen Handlungstrang. In früheren Fällen lagen Jahre dazwischen, da war das verständlich - nun nicht.

20.09.2018 21:50:03
Biggi M.

Der dänische Thriller „Selfies“ (2017) ist der 7. Fall vom Sonderdezernat Q, besetzt mit Kommissar Carl Mørck und seinen Assistenten Rose Knudsen, Gordon und Assad. Jussi Adler Olsen hat mich auch mit diesem Band spannend unterhalten, hier wird Roses Vergangenheit aufgedeckt.

Inhalt mit meinen Worten:
Sonderdezernat Q: Das Team (Assad und Gordon) um Carl Mørck bearbeitet ihren 7. Fall. Mitarbeiterin Rose Knudsen hat einen Zusammenbruch und kommt in die Psychiatrie, aus der sie sich selbst entlässt und für ihre Kollegen spurlos verschwindet. Ihr Plan ihres Selbstmordes wird vereitelt, denn ihre Nachbarin Rigmor Zimmermann wurde im Park erschlagen. Als Rose mit dem ihr anvertrauten Wohnungsschlüssel in Rigmors Wohnung nach dem Rechten sieht, gerät sie in Lebensgefahr. Carl Mørck und Assad ermitteln in Rigmor Zimmermanns aktuellem Fall mit, der an einen alten Mordfall, an einer jungen Lehrerin ähnelt. Die Ermittler klären die Zusammenhänge und die Verbindung zu mehreren tödlichen Autounfällen, in denen junge Sozialhilfeempfängerinnen Opfer geworden sind. Außerdem stoßen Carl, Assad und Gordon auf Roses Geheimnisse ihrer Vergangenheit und den rätselhaften Tod ihres sadistischen Vaters.

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Bewertung von mir die Note "ausgezeichnet". Ich liebe die Thriller von Jussi Adler Olsen, um das Sonderdezernat Q.

13.07.2018 11:59:18
Christian Hürlimann

Hallo. Kleiner "Notfall". mir sind am Strand die letzten 7 Seiten des Buches im starken Wind davon geflogen 😩😩😩. Kann mir jemand weiterhelfen und sagen wie die Geschichte ausgeht und was mit Anne-Line Svendsen passiert? Das wäre wirklich super wenn hier jemand weiterhelfen kann - danke im Voraus! Lieber Gruss Christian

03.02.2018 09:54:34
Kay Riecken

Das Buch ist der Hammer ! Realitätsnähe, hervorragende Ausdrucksweisen; nicht nur auf die Sprache der heutigen ledigen wohlstandsvermissenden Vielfachmütter bezogen. Frustierte Sachbearbeiterin vom Sozialamt, grantige Omas und andere Personen werden so beschrieben, dass auch ohne viel Phantasie diese Personen einem bildlich vor Augen geführt werden.

09.01.2018 18:06:46
Ulrike Bass

Ich habe eben die Bewertungen gelesen und muss in fast allen Punkten dasselbe sagen. Ich bin beim letzten Drittel von Selfies und bin eigentlich auch ein bisschen enttäuscht von der ganzen Geschichte. Mir kommt vieles ein wenig holprig und unbeholfen vor. Ein extra Problem für mich ist der Fakt , dass ich begonnen hatte Jussi's Bücher in englischer Sprache zu lesen, da ich 36 Jahre in den USA gelebt hatte und es mir sehr schwer fiel da die britische Übersetzung doch teilweise sehr unterschiedlich vom Amerikanischem Englisch ist. Jetzt lese ich Selfies in Deutsch und auch da kommt mir die Übersetzung teilweise sehr unbeholfen vor.

31.10.2017 16:46:51
Pascal

Das Buch hat unterhaltsame Teile, ist aber teilw auch mühsam langatmig. Trotzdem hab ich fertig geblättert und gelesen.
Die ausgeschmückten Lebensgeschichten hauen nicht vom Hocker und 463 Seiten sind des Guten zu viel! Varl, Assad, Rose und Mona sollten direkter schreiben. Die Verbrecherinnen waren taff.

06.08.2017 14:15:48
Janine2610

»Selfies«, der 7. Fall für Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q (Assad, Rose und Gordon), hat mich, um ehrlich zu sein, nicht komplett von den Socken gehauen.
Der Autor hat in der Vergangenheit schon mehrfach gezeigt, dass er ein Händchen bei der Kreierung absonderlicher Charaktere und kranker Persönlichkeiten hat. Auch in vorliegendem Buch hat er diesbezüglich wieder ganze Arbeit geleistet. Denn nicht nur einmal habe ich mich gefragt: »Sind denn hier alle des Wahnsinns?«. Besonders die Buchfiguren, die ausschließlich in diesem Band auftauchen, haben alle (mehr oder weniger) einen an der Waffel. - In meinen Augen ein wenig zu viel der Wahnsinnigen.

Zum einen gibt es hier die Sozialarbeiterin Anneli, die normalerweise die Wohlanständigkeit in Person ist, sich andererseits aber auch einen irren Plan zur "Reinigung" der Gesellschaft ausgedacht hat, den sie nicht müde ist, in die Tat umzusetzen. Schließlich hat sie ja auch nicht mehr viel zu verlieren - mit ihrer Krebserkrankung ... - Erinnert hat mich ihr Vorhaben ganz stark an das Horror-Buch »Population Zero« von Wrath James White. Die Idee ist gut und schafft Aufmerksamkeit - keine Frage - ich fand lediglich die Umsetzung bzw. die Herangehensweise, die die Täterin gewählt hat, um ihre Opfer um die Ecke zu bringen, etwas fad. Da hat sich Adler-Olsen wohl ein bisschen zu sehr ein Beispiel am Tathergang von Band 6 (Verheissung) genommen ... Schade.

~ Was zum Teufel bedeuteten ein paar Morde an Sozialschmarotzern verglichen mit dem Mord am Ruf einer ganzen Nation! ~
(S. 149)

Ganz zu Beginn des Buches lernen wir eine Großmutter kennen, die ebenfalls alles andere als gutmütig ist. Omis kennt man in der Regel ja nur als herzengute Wesen, die ihren Enkeln jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Das großmütterliche Wesen in »Selfies« ist hingegen eine Dame, die sich eher mit einer Giftspritze vergleichen lässt. - Einfach eine provokante, abwertende und erniedrigende Person, mit der man am liebsten nichts zu tun haben möchte. Dass die Alte wegen ihren Charakterzügen (durch Nachhilfe) schon bald das Zeitliche segnet, war (für mich) schon beinahe zu erwarten gewesen.
Von den anderen eigensinnigen Gestalten in diesem Fall möchte ich gar nicht erst beginnen, das würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.

Warum ich hier so offen über ein paar der Charaktere schreibe? Weil ich eben finde, dass der Fokus im Buch sehr stark auf den einzelnen Protagonisten liegt und ich das gerne verdeutlichen möchte. Also, der 7. Band wird, wie auch seine Vorgänger, aus mehreren Sichtweisen erzählt. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen, aber ich denke, dass sind alle Buchfiguren, aus deren Sicht man abwechselnd lesen kann: Carl, Rose, die Sozialarbeiterin Anneli und Denise, eine ihrer Klientinnen.

Anders als in anderen Thrillern oder Krimis, ist hier von Anfang klar, wer aller eine gestörte Persönlichkeit aufweist bzw. wer es aufs Morden abgesehen hat. Wir begleiten den Täter ja sogar bei seinen Handlungen, haben Einblick in seine Gedankenwelt und können so außerdem ein wenig verstehen, warum er auf diese Art versucht, seine Angelegenheiten zu regeln. Wir schlüpfen also quasi direkt in seine kranke Rolle. - Manchen gefällt das, manchen nicht. Ist Geschmackssache. Ich finde, das und das hat seine Vor- und Nachteile. Auf diese Weise war es vielleicht nicht ganz so spannend, wie ich mir das für ein Buch, das als Thriller ausgewiesen wird, wünschen würde.

~ »Das ist wie bei den Kamelen. Keiner hat die leiseste Ahnung, warum sie tun, was sie tun.«
»Ich weiß nicht, ob mir der Vergleich gefällt, Assad.«
»Das liegt daran, dass du Kamele nicht genügend respektierst, Carl. Dabei sind sie es, die uns Menschen heil durch die Wüste bringen, vergiss das nicht.« ~
(S. 146)

Unser guter Assad, der mit seinen häufigen Wortverdrehern oder Aussagen (über Kamele), vor allem in den vorherigen Bänden, für den starken Gebrauch der Lachmuskeln gesorgt hat, war mir im 7. Band leider etwas zu unwitzig bzw. war seine Witzigkeit nicht ganz so stark ausgeprägt wie sonst immer.

Der "Mord" an Roses Persönlichkeit

Und zum Schluss möchte ich gerne noch kurz etwas zu Rose sagen. Auf der Buchrückseite steht, dass Roses Geheimnis dunkler ist, als alles, was das Sonderdezernat Q bislang erlebt hat. - Klar, so eine Aussage macht natürlich wahnsinnig neugierig, aber man erwartet dadurch eben auch viel ... das meiner Ansicht nach nicht ganz erfüllt wird. Dass mit Rose "etwas nicht stimmt" weiß man ja schon aus den vorherigen Bänden. In »Selfies« werden wir über ihre Eigenartigkeit nun endlich (nach und nach) aufgeklärt und können diese auch verstehen. So dunkel, wie man das erwarten würde, finde ich Roses "Geheimnis" allerdings nicht. Ein bisschen übertrieben finde ich den Satz auf der Buchrückseite also schon.

Alles in allem war ich zufrieden mit dem neuen Sonderdezernat Q - Band. Spannung war ausreichend vorhanden, hätte für meinen Geschmack jedoch ruhig noch mehr sein können. Die wahnsinnigen Buchfiguren waren mir einen Ticken zu viel, ansonsten bin ich mit der Charakterskizzierung mehr als glücklich gewesen. Adler-Olsen hat es echt drauf, was die Besonderheiten und den Wiedererkennungswert seiner Protagonisten betrifft. Die Idee/der Grundgedanke des Buches und die verschiedenen Baustellen, die nach und nach ein gemeinsames Bild ergeben, fand ich ebenfalls großartig. Nur die Umsetzung, wie oben schon erwähnt, fand ich ein wenig einfallslos, da es diesbezüglich Ähnlichkeiten zum 6. Band gibt.

30.07.2017 10:06:19
Oldman

Eins vorweg, Adler Olsen kann schreiben,das macht dieses Buch noch lesenswert, obwohl die Story eigentlich von zu vielen Zufällen bestimmt wird. Die sind allerdings teilweise so bizarr, das hierdurch eine Dynamik erzeugt wird, die dem letzten Buch der Serie m.E. völlig abging. Kurz und gut, der Plot hat diverse Schwächen, aber der Autor kommt zurück zu früherer Form, ohne diese bereits erreicht zu haben. Beim nächsten Band der Serie werde ich ihm wieder erwartungsvoll eine Chance geben, schließlich hat er ja schon sehr gute Krimis vorgelegt, und es ist ja auch schwierig, Serienfiguren zum einen weiter zu entwickeln und dann auch noch zum anderen mit guten Geschichten zu versorgen.

26.07.2017 17:04:16
peppino42

Der schwächste Roman von Jussi Adler - Olsen, den ich bislang gelesen habe; und ich habe alle vorherigen Romane - fast immer - mit großer Begeisterung gelesen. Die Story ist total unglaubwürdig. Offensichtlich gelingt es auch einem so guten Schriftsteller nicht immer, neue spannende Romane zu kreieren. Schade.

21.06.2017 21:56:05
Andrea M

Mir ging es genauso wie meinem "Vorredner": Begeistert von den bisherigen Krimis um Carl Morc, Assad und Rose, wurden meine Erwartungen diesmal enttäuscht: Der Plot, die Zusammenhänge und Zufälle sind wirklich unglaubwürdig: Die drei jungen Sozialhilfeempfängerinnen planen die Ermordung ihrer Beraterin vom Arbeitsamt und diese vice versa genauso. Dann wohnt Rose ausgerechnet neben der Großmutter von einer dieser Sozialhilfeempfängerinnen, die überdies auch selbst Opfer eines Mordes geworden ist ... Ich habe das Buch auch zu Ende gelesen, weil es durch seine Schreibweise trotzdem kurzweilig ist, aber inhaltlich reicht leider bei Weitem nicht an seine Vorgänger heran... Schade.

07.06.2017 09:03:38
KlausA

Ich habe ein wenig gezögert, den Kommentar zu schreiben, denn "eigentlich" halte ich sehr viel von Jussi Adler Olsen. Seine Fälle hatten mich bisher nie enttäuscht. Diesmal aber! Und zwar sehr! Zum ersten mal ist der Plot völlig unglaubwürdig - so viele Zufälle und Zusammenhänge lesen sich wie "konstruiert". Ich habe es zwar bis zu Ende gelesen, war aber am Schluss genauso enttäuscht, wie schon nach wenigen Kapiteln. Schade; macht aus meiner Sicht kaum Lust auf "mehr"; weiß nicht, ob ich mir die (ganz sicher erscheinende) Fortsetzung noch antun soll.

22.05.2017 22:57:00
Marie-Luise Goerke

Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Jussi Adler-Olsen gefreut, bin aber sehr enttäuscht.
Durch das Buch habe ich mich durchgequält, immer in der Hoffnung, es würde besser und spannender werden. Die Hoffnung erfüllte sich leider nicht.
Hätte ich das Buch doch nur ausgeliehen und nicht gekauft! Es knüpft in keiner Weise an die spannenden und gut geschriebenen Vorgänerbücher an.Schade, aber auch Erfolgsautoren sind auch nicht unfehlbar.
Das nächste Buch von Adler-Olsen werde ich sicher lesen, aber nicht kaufen.

17.05.2017 07:53:01
Vincent Gollig

Dem Auto fällt offensichtlich nichts mehr Spannendes ein - nach über der Hälfte des Buches fragt man sich, wann passiert hier eigentlich mal etwas? Wahrscheinlich ist diese Serie auf die verkaufsfördernde Idee des Buchmarktes, der Dekalogie - der Zehnerserie - angelegt. Der Inhalt und die Spannung sind dann nicht mehr so wichtig - Hauptsache der Autorenname steht auf dem Buchdeckel. Das klappt aber nicht immer. Diese Reihe ist jetzt ausgelutscht und 'Selfies' ist eine Enttäuschung und mein letzter Roman dieser Serie, den ich gelesen haben werde. Wirklich keine Leseempfehlung.

13.05.2017 10:13:28
poroto

Ich habe mich durchgebissen, das ganze Buch wirkt ein wenig wie "Resteküche", ein bisschen Jesper, ein bisschen Mika, ein bisschen Mona, ein alter Fall, ein bisschen Nationalsozialismus und " Generation Chillen", aber nichts so wirklich von Belang, alles wirkt zerfasert und nicht konsequent erzählt. Ich schließe mich einem Vorkommentar bezüglich Rose an: da stehen nun wirklich keine Fragen mehr offen, vielleicht gibt gerade das aber auch Anlass zur Hoffnung, vielleicht entsteht ein "neuer" Charakter Rose. Hoffentlich wird Assad aber nicht durch die gleiche Mühle gedreht, nach dem Motto " alles über Assad". Insgesamt ist das Buch schwach. Platte Dialoge, sehr sehr konstruierte Beziehungen, viel zu wenig Wortwitz. Schade.

05.05.2017 11:17:46
Michael Halbig

Meine Bewertung tendiert mehr zu Altpapier.Nur geschrieben für schnellen Umsatz,ist es für mich rätselhaft,wie so ein Machwerk wochenlang auf Platz 1 stehen kann.Abgesehen von den völlig unrealistischen Inhalten entsprechen die Dialoge der Hauptbeteiligten dem intellektuellen Anspruch von Leserzuschriften des "Goldenen Blatts". Ich hatte mir selbst seit längerem kein Buch mehr von J.Adler-Olsen gekauft und "Selfies" von einem Bekannten bekommen, es aber nach sechzig mühevollen Seiten weggelegt.

06.04.2017 23:34:09
Marco R. Graf

Fand den Teil eigentlich nicht schlecht und grundsätzlich auch eine gute Geschichte, jedoch gibt es für mich ein paar Abstriche:

- Was der Nebenstrang mit dem Fernsehteam sollte, erschliesst sich mir nicht so ganz. Waren weder für die Handlung relevant, noch irgendwie interessant/spannend/witzig, sondern einfach nur nervig.

- Auch gewisse Nebenfiguren wie Hardy wirkten eher etwas deplatziert. Zumal sich jemandem, der die ersten Bände nicht kennt, kaum erschliessen wird, was es mit ihm auf sich hat

- Es gibt etwas zu viele 'Zufälle'. Besonders im Bezug auf die Hauptantagonistin. Es wirkt teilweise etwas arg konstruiert.


Unschlüssig bin ich mir über die Sache mit Rose. Genau wie Assad hatte sie bisher ihre Mysteriosität beibehalten, und in diesem Buch wird nun quasi vollständig alles über ihr Leben aufgedeckt. Ich weiss nicht, ob ich das gut finden soll. Da haben mir diese 'häppchenweisen' Informationen über sie in den Vergangenen Büchern besser gefallen, und in allenfalls zukünftigen Werken kann ich mir sie in ihrer Rolle kaum mehr vorstellen.

Assad war wie immer sehr amüsant und für mich definitiv, wie schon in vergangenen Bänden, die Lieblingsfigur.

Gut fand ich auch die Gedanken und Motive der einzelnen Personen, wenn auch nicht zwingend immer hochrealistisch, dennoch in gewissem Masse nachvollziehbar (wenn auch nicht zu rechtfertigen ;-) ).

Gesamturteil: Solide, unterhaltsam, aber mit einigen schwächen (73/100)

06.04.2017 11:59:11
südwestkorso

Kann mich nur dem ersten Kommentar anschließen.Die ersten drei Bände waren noch ganz gut gemacht,aber dann ließ das Niveau doch rapide nach.Die nächsten Bände machen den Eindruck als wolle man noch möglichst lange auf der JAO Welle reiten.Quantität vor Qualität!Schade!Hatte gehofft er kriegt nochmal die Kurve!Auch seine anderen Bücher sind kein Muss!!Der Autor ist doch ganz schön überbewertet!!

03.04.2017 21:25:34
Silke

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Okay, nicht immer realistisch, aber das muss für mich auch nicht sein. Ich fand es spannend und gut zu lesen. Hatte es in zwei Tagen ausgelesen und freue mich aufs nächste .
Rose war ja in den vorigen Büchern schon auffällig und nun weiß man, warum. Das finde ich nicht unrealistisch.

27.03.2017 19:37:19
andreawert

Sehr űberladen CarlMoerk ist grantig und Macho. Witzig sind wieder die Kamelvergleiche von Assa. Alles etwas unglaubwürdig. Die Mõrderin ist bald bekannt und der Leser darf ihre Pläne verfolgen. Rose dreht durch und ihre Kindheit war schlimm und traumatisch aber irgendwie ist es too much. Alles ist in die Länge gezogen manchmal doppelt erzählt.
Alle Verbindungen sind chaotisch und garnicht genial diesmal. Dagegen war das Chaos bei Marco Bd 5 überschaubar. Nur für Fans.

27.03.2017 15:15:21
Christian Denglitz

Leider werden die Krimis um Carl Morck immer schwächer. Vermutlich liegt es am Druck des Verlags auf den Autor, der jeweils möglichst schnell liefern muss.
Zu wirr, die Zusammenhänge an den Haaren herbeigezogen, die Psyche von Rose ... "mein lieber Herr Gesangverein" und wenn Morck selbst denkt, wird er immer prolliger. Nach der Hälfte habe ich es zur Seite gelegt, das war mein letzter.