Endlich mein

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Diogenes, 2015, Seiten: 8, Übersetzt: Joachim Schönfeld

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Flavia Petrelli ist zurück in Venedig! In der Titelrolle von ›Tosca‹ tritt die Sopranistin an mehreren Abenden im venezianischen Opernhaus La Fenice auf. Brunetti-Fans kennen Flavia aus ›Venezianisches Final‹e und ›Acqua alta‹. Doch auch Neueinsteiger sind – ebenso wie Brunetti – betört, sowie die Sopranistin die Bühne betritt. Am Ende der Aufführung gibt es Standing Ovations, und aus den Rängen regnet es Rosen. Rosen über Rosen. Gelbe Rosen. Und sogar hinter verschlossener Tür im Palazzo ist der Boden vor Flavias Wohnung mit Blumen übersät. Kann man zu sehr bewundert werden? Als eine junge Sängerin aus dem Kollegenkreis die Treppe einer Brücke hinuntergestoßen wird, beginnt Flavia um ihr eigenes Leben zu fürchten. Brunetti ermittelt in den Kulissen der Oper.

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Letzte Kommentare:
29.03.2018 21:21:18
Teresa

Das Problem der Filme ist, dass sie zu sehr "eingedeutscht" sind. Die eigentliche, in den Büchern sehr gut dargestellte Lebensart kommt nicht zur Geltung.
Wer die gesellschaftlichen und auch bürokratischen Abläufe Italiens kennt, fühlt sich beim Lesen der Bücher "daheim". Dies alles lassen die Filme vermissen, was sehr schade ist - auch die Darsteller reissen das nicht heraus.

03.06.2017 19:46:15
Jossele

Donna Leon: Endlich mein!
Ein typischer Brunetti. Nach einigen Hängern hat es Donna Leon in den letzten vier Bänden aus meiner Sicht wieder geschafft, auf altes Niveau zurück zu kommen. Wie immer geht es sehr gemächlich zu bei der Polizei in Venedig, die Fälle strotzen alle nicht gerade vor Spannung, aber das die Krimihandlung nur einen Teil der Romane in Anspruch nimmt, macht sie ja gerade auch aus. In diesem Band auffällig ist eine überraschend derb auftretende Signorina Elettra auffällig. Es geht um Stalking bei einer berühmten Opernsängerin. Wieder einmal spielt also La Fenice eine Hauptrolle und auch die Sängerin ist bereits bekannt: Flavia Petrelli war bereits im 5. Band ein Bestandteil der Handlung, damals als Geliebte der amerikanischen Archäologin Brett Lynch. Besonders gefallen hat mir die dramatische Schlussszene. 85°

18.03.2016 19:53:32
kritikaster

nach zwanzig büchern hätte sie aufhören sollen.
bis dahin war es mir ein vergnügen brunetti durch venedig (das ich liebe und xmal besucht habe) zu folgen, aber in endlich mein, wirds einfach nur albern und stereotyp, man weiß schon vorher, was paola, der vice-questore und alle anderen figuren sagen oder tun werden. zuviel oper ist ohnehin dabei. angeben mit musikalischem fachwissen a la umberto eco... gehört nicht in einen krimi.
man sollte wissen, wann man leer geschrieben ist. am gelde wirds doch wohl nicht fehlen bei frau leon

27.12.2015 10:28:54
alina

Nach "Tod zwischen den Zeilen" musste ich den Kritikern widerstrebend recht geben, dass die Bücher wirklich diese besondere Magie verloren haben, die vorher von ihren Büchern ausging. "Endlich mein" hat mich dann aber doch wieder vom Gegenteil überzeugt. Da die Figur Flavia Petrelli wieder auftritt, ist die Geschichte nicht völlig aus dem Nichts gegriffen, sondern man hat schon etwas Vorwissen über sie, was ein vielseitigeres Bild entstehen lässt, als das was man gewohnt ist. Auch Guido und Paola Brunetti werden meiner Meinung nach wieder sehr schön ausgeschmückt. Das alles harmoniert sehr gut mit dem Schauplatz, dem La Fenice. Allen Personen wird in diesem Buch eine persönliche Note gegeben und die tiefsinnigen Gespräche über Gedichte, Bücher und Geschichte sind eher leicht ins Geschehen eingebettet anstatt zu dominieren, was in letzter Zeit eher der Fall war. Der Fall selbst ist ausgesprochen spannend mit einigen interessanten Wendungen und ganz wie in der Oper Tosca mit einem bombastischen Finale, welches wirklich überzeugt. Insgesamt ist dieser Krimi äußerst gelungen und hat mich wieder absolut von der Autorin überzeugt. Man sollte jedoch dafür entweder Venezianisches Finale oder Acqua Alta gelesen haben.

31.10.2015 18:33:33
mikes

Nach einem kurzen Ausflug aus der Welt des Commissario Brunetti (mit Jewels of Paradise) , wenn auch nicht aus Venedig, ist Donna Leon nun (reumütig?) wieder zu ihrem (Super-)helden Brunetti zurückgekehrt. Und auch Flavia Petrelli ist zurück, Opernsängerin und Co-Heldin zweier früher Brunetti-Romane. Frau Leon wendet sich damit in gewisser Weise zurück zum Ursprung ihres Erfolges, dem Opernhaus "La Fenice" und seinen Akteuren. Spielt da der Blick auf die treuen Fans und damit die hohen Absatzzahlen eine Rolle? Bestimmt, möchte man meinen. Aber gerade das macht m.E. die mit jedem Band zunehmende Schwäche der Brunetti-Reihe aus. Gerade weil die Autorin so offensichtlich auf die Erwartungen ihrer Fans schielt, erlaubt sie es ihren Figuren nicht, sich zu entwickeln, und mittlerweile sind Brunetti und Paola, Vianello und Patta und all die anderen aus der Stammbesatzung so holzschnittartig und ausrechenbar, das man das Gähnen kaum unterdrücken kann. Da darf es schon als Überraschung gelten, dass das in diesem Buch Alvise, bisher stets der ausgewiesene Trottel des Kommissariats, in einer allerdings schwer nachvollziehbaren Nebenhandlung plötzlich in ein positives, wenn auch etwas mitleidiges Licht gesetzt wird.
Warum nur findet diese Autorin trotzdem immer wieder hunderttausende treuer Leser, den Verfasser dieser Zeilen eingeschlossen? Das Geheimnis liegt zum einen vielleicht in der Sicherheit, die einem das Gewohnte bietet, wohl aber auch in dem recht eleganten Erzählstil, der sich scheinbar beiläufig stets mit einem mehr oder weniger ernsten Thema befasst, von dem wir alle schon mal irgendetwas gehört haben, im vorliegenden Fall mit dem Phänomen des "Stalking". Mir scheint, Frau Leon schlägt morgens die Zeitung auf und findet irgendein gesellschaftlich aktuelles Thema, um das herum sie dann ihre Geschichte spinnt. Das gelingt mal mehr (wie hier), mal weniger (z.B. in "Das goldene Ei") und ist sicher nicht immer sonderlich spannend, aber doch meist recht unterhaltsam, und man fühlt sich am Ende irgendwie bestätigt in einer Weltsicht, in der stets die anderen die Bösen sind und die Welt schlecht ist, aber auch wieder nicht so schlecht, das es einem den Schlaf raubt.
Die Autorin ist ja bekennender Klassik- und insbesondere Händel-Fan, und so ist dieses Buch vor allem auch etwas für Opernfans (zu denen ich nicht eben gehöre). Puccinis "Tosca", die hier eine zentrale Rolle spielt, zählt allerdings erkennbar nicht zu ihren Lieblingen. So weit, so gut, da kennt Frau Leon sich also offenbar aus, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, das die Geschichte ganz erhebliche logische Brüche hat. Nicht nur taucht "der Mörder" (obwohl es hier gar nicht um einen Mord,sondern allenfalls um ein paar Mordversuche geht) entgegen den Regeln des Genres erst ganz am Ende des Buches auf, es bleibt auch weitgehend im Dunkeln, woher dieser seine Informationen bezieht, die den Kern der Geschichte erst ausmachen. Allenfalls andeutungsweise wird deutlich, warum diese Person die Operndiva - soviel darf verraten werden - stalkt, und insgesamt bleibt diese Person blass und unglaubwürdig.
Das Ende schließlich ist zwar durchaus spannend und stellt auch - ganz am Schluss - eine schwer zu beantwortende moralische Frage, aber die Beschreibung der Handlungen bis zu diesem Punkt ist einigermaßen wirr und bildlich nur schwer vorstellbar. Da hat das Erzähltalent der Autorin fraglos versagt.
Fazit: Frau Leon wird weiterhin Romane um Commissario Brunetti schreiben und damit soviel Verbrechen nach Venedig tragen, dass die Stadt eigentlich zur Sperrzone erklärt werden müsste, und sie wird damit auch weiterhin Erfolg haben, wenn nicht literarisch, dann doch wenigstens wirtschaftlich. Für mich trotzdem nur 70`.

30.07.2015 15:11:58
Eule Buer

Zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Ich mag die Bücher von Donna Leon nicht. Und die Verfilmungen auch nicht. Meine Eltern gucken sich die Verfilmungen an. Sie sind der Meinung, daß die ganz guckbar sind, im Vergleich zu dem Ramsch, der sonst gezeigt wird. Aber in den Himmel werden die Verfilmungen von meinen Eltern auch nicht. Ich habe Herrn Brunetti schon oft eine TV-Chance gegeben, mit dem Ergebnis, daß ich umgeschaltet habe oder den Fernseher komplett ausgemacht habe, weil ich nix gefunden habe, was mich interessiert. Aber den Fans von Donna Leon und Herrn Brunetti wünsche ich trotzdem noch viel Spaß. War es nicht Elke Heidenreich, die mal gesagt hat, das Buch, das einem gefällt, ist gut. (Den genauen Wortlaut bekomme ich nicht zusammen.) Dieser Aussage schließe ich mich an. Denn wenn die Donna Leon - Fans die Bücher gut finden, dann sind die Bücher für die Fans gut.