Der Keim des Verderbens

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • New York: Putnam, 1997, Titel: 'Unnatural Exposure', Seiten: 338, Originalsprache
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 1998, Seiten: 383, Übersetzt: Tina Hohl
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 1999, Seiten: 3, Übersetzt: Judy Winter, Bemerkung: gekürzt
  • München: Goldmann, 2001, Seiten: 351
  • München: Goldmann, 2003, Seiten: 352
  • München: Goldmann, 2005, Seiten: 351
  • Augsburg: Weltbild, 2006, Seiten: 383
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2011, Titel: 'Verderben', Seiten: 6, Übersetzt: Nina Petri
  • München: Goldmann, 2012, Titel: 'Verderben', Seiten: 381

Couch-Wertung:

27°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
2 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:48.666666666667
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":1,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":1,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":1,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Peter Kümmel
Als Stand-alone-Krimi mangelhaft

Buch-Rezension von Peter Kümmel Aug 2003

Die Gerichtsmedizinierin Dr. Kay Scarpetta kommt gerade aus Irland zurück, wo sie einige Vorlesungen gehalten hat. Nebenbei nutzte sie die Reise, um eine Mordserie zu untersuchen, bei der vor zwei Jahren nur die Rümpfe von Leichen gefunden wurden. Kopf, Arme und Beine waren abgetrennt. Und nun scheint es so, als ob der gleiche Mörder in den USA weitermacht, denn auch dort wurden in letzter Zeit fünf auf diese Art und Weise verstümmelte Leichen entdeckt. Doch die sechste Leiche, die auf einer Müllkippe entdeckt wird, passt nicht zu den anderen. Hier wurden die Gliedmaßen nicht am Gelenk abgetrennt, sondern die Knochen mit einer Autopsiesäge durchtrennt.

Da erhält Dr. Scarpetta eine e-Mail: der Absender nennt sich deadoc und er schickt ein Foto der letzten gefundenen Leiche und anschließend ein weiteres Foto, das die abgetrennten Gliedmaßen zeigt. Doch welche Absichten der Täter damit verfolgt, bleibt rätselhaft.

Dann wird ein Kollege von Scarpetta auf eine Fischerinsel zur Leiche einer alten Frau gerufen, die am ganzen Körper entstellt war. Er stellt fest, dass es sich um einen hochgradig ansteckenden Pockenvirus handelt. Und Scarpetta findet heraus, dass der Leichenrumpf die gleiche Infektion aufwies. Nun droht sogar eine Epidemie.

Serienkrimis gibt es vielleicht schon mehr als in sich abgeschlossene Krimis und sie werden zunehmend beliebter. Die Kunst, einen guten Serienkrimi zu schreiben, besteht einerseits darin, Charaktere zu entwerfen, mit denen sich der Leser identifizieren kann, diese Charaktere ständig weiter zu entwickeln und in vertraute Umgebungen neue Ideen einzubringen. Auf der anderen Seite aber sollte der Serienautor auch darauf achten, dass jeder Band ebenso gut als Stand-alone-Krimi gelesen werden kann. Und in diesem Punkt hat Patricia Cornwell hier eindeutig versagt.

Zwar gelingt es ihr noch einigermaßen, die den Stammlesern schon vertrauten Figuren auch dem Neuleser nahe zu bringen, doch enden viele Handlungsstränge, die vielleicht noch in weiteren Bänden aufgearbeitet werden sollen, einfach im Nichts.

"Der Keim des Verderbens" wirkt von Anfang an routiniert geschrieben. Die Charaktere werden dem Leser kurz und schmerzlos beschrieben, was bei einem Serienkrimi nicht als Kritik zu sehen ist. Doch das Stammpersonal bleibt flach und leblos und viel zu viele Figuren werden sehr einfallslos in eine Schublade gezwängt: ganz deutlich der karrieregeile Polizist, der sich mit viel zu plumpen Mitteln zu profilieren versucht. Der unbedeutende schüchterene homosexuelle Angestellte mit der hilfsbedürftigen Mutter kommt sogar gleich in doppelter Ausführung vor. Überhaupt reitet die Autorin viel zu viel auf dem Thema Homosexualität herum, ohne eine klare Aussage machen zu können.

Angenehm zu lesen Einschübe, die für die Handlung nicht zwingend notwendig sind, wie der Besuch der Elvis-Fans in Graceland und gelegentlich humorvolle Dialoge. Daß die Protagonistin von Anfang bis Ende gestresst und später auch krank ist, teilweise sogar einen exzentrischen Eindruck macht, wirkt dagegen auf den Leser eher nervend. Ebenso störend die allzu häufige Erwähnung von AOL (ein Sponsor der Autorin?) und die nichtssagenden Abkürzungen der verschiedenen vorkommenden Behörden.

Mit ihrer einfachen Schreibweise sorgt die Autorin für ein sehr gut lesbares Buch. Daß sie eine routinierte Schreiberin ist und etwas davon versteht, einen Plot zu entwicken und für einen guten Spannungsaufbau zu sorgen, hat sie bereits mehrfach bewiesen.

So wird man auch über 300 zügig zu lesende Seiten hinweg ansprechend unterhalten, doch was sich Patricia Cornwell auf den letzen 50 Seiten leistet, ist "einer der berühmtesten Thrillerautorinnen der Welt" unwürdig. Da wird eine hingeschluderte halbherzige Teilauflösung präsentiert, die weder logisch hergeleitet noch motiviert begründet ist. Personen, auf deren weiteres Schicksal man gespannt wartet, tauchen einfach nicht mehr auf. Mehrere Seitenhandlungsstränge werden schlichtweg vergessen. Auf diese Art für den Folgeband Werbung machen zu wollen, - falls dies überhaupt beabsichtigt war - ist schlichtweg eine unzumutbare Art und Weise.

Man möchte der Autorin das Buch gerne zurückschicken und sagen: "Die ersten 300 Seiten sind soweit einigermaßen in Ordnung, die letzten 50 Seiten wegschmeißen und neu schreiben. Da bleibt noch mindestens für 200 Seiten Stoff aufzuarbeiten."

Dann hätte man einen routiniert geschriebenen ordentlichen Standardkrimi ohne besondere Höhepunkte.

Der Keim des Verderbens

Der Keim des Verderbens

Deine Meinung zu »Der Keim des Verderbens«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
24.08.2009 20:54:36
Dr.Dieter Rohnfelder

Der Schluss ist ungewohnt schwach, und das Motiv sehr, sehr unglaubwürdig. Zum "Mörder-Raten" eignen sich die Krimis von Patricia Cornwell aber ohnehin nicht. Die Story selbst ist recht gut und auch spannend erzählt. Die Kritik von Krimi-Couch.de finde ich viel zu hart. 55 Grad sollten es schon sein - also lesen!

05.12.2008 08:55:09
Katara

Im großen und ganzen ein gelungenes Werk. Wie aber an fast jedem Buch gibt es auch hier was zu bemängeln. Ich fand das Ende ein bisschen zu kurz und wie oben auch schon gesagt wurde, wird der Mörder vor Aufklärung garnicht erwähnt. Schade. Aber ansonsten ein richtig guter Plot. Ich habe nur 2 Tage gebraucht um das Buch zu lesen...

21.04.2008 18:54:08
Kerstin

Es beginnt harmlos eklig, aber der ganze Fall mutiert im Zuge der Ermittlungen zu einer schrecklichen Beinaheepidemie, die es zu verhindern gilt. Im Brennpunkt steht wie immer Scarpetta, die sich mit einem Wahnsinnigen und einem tödlichen Virus konfrontiert sieht!

12.10.2007 16:30:26
MilkyBoy

Ich fand das Buch sehr interessant. Vor allem mit dem Thema Gentechnologie ist das Buch sehr aktuell. Ich hab mir schon früh gedacht, dass der Mörder Scarpetta gut kennt. Aber blöd ist dann, dass der Mörder jemand ist der vorher gar nicht erwähnt wird.

23.08.2007 12:01:14
chrissi

Es war ein tolles buch mit einem traurigen verlust...
das ende fand ich auch eher seltsam, aber erklärt war es natürlich schon!
aber ich habe mich schon gewundert, ich hatte nur noch zirka zehn seiten zu lesen, und es war noch kein einziges Anzeichen, wer der Mörder sein könnte.
da dachte ich schon, dass es vielleicht ungeklärt bleiben würde...

06.10.2006 16:07:13
Vicky

Ich habe jetzt 2 KS-Romane gelesen und freue mich schon auf die nächsten.
Was mich jedoch echt enttäuscht hat, war das Ende dieses Buches...wirklich viel zu kurz und garnich den vorhergehenden Seiten angepasst.

15.09.2006 12:15:10
Siri

Ich fand das Buch von Patricia Cornwell sehr spannend.
Vor Allem da das Thema Epidemie behandelt wurde.
Das Ende fand ich allerdings auch eher entäuschend, da es keine genauere Erklärung für die Auflösung des Falls gab.

15.09.2006 11:49:58
Ina

Die Meinung von Krimi-couch.de ist schon richtig. Am Ende kam mir alles sehr weit hergeholt vor. Und es bleibt einfach zu viel ungeklärt.

Note: mangelhaft!

(Es gibt bessere Bücher von Patricia Cornwell!)

07.09.2004 09:34:41
silke

Silkes Meinung
habe auch schon einige Scarpetta Romane
gelesen und muß auch sagen "total spannend". Habe es mir auch zu eigenen gemacht, sie nach der Reihenfolge zu lesen um Verständigungsprobleme (zurück greifen auf alte Falle oder Ereignisse) auszuschließen. Toll ist das Fachliche Infos stimmen. Wenn man alle Bücher gelesen hat fängt man vielleicht auch eine Ausbildung als Medical Examiner an.

27.07.2004 22:31:48
Cludia

Auch dieser KS-Roman war ein Knaller. Habe bis auf 2 Stück alle gelesen. Es ist von Vorteil, wenn man mit dem ersten beginnt, da man dann besser "durchsteigt". Jedenfalls sind die Bücher der Kracher und uneingeschränkt empfehlenswert. freue mich schon auf die nächsten.

09.07.2004 08:26:19
ddguy

krimi-couch.de hat nur keine ahnung was sich leser wünschen. ich habe das buch mit spannung von der ersten bis zur letzten seite durchgelesen und eure bewertung von nicht mal 30° ist absolut nicht zutreffend !

09.06.2004 13:18:07
Nadine

Ich werde allen Scarpetta Romanen 90° geben, denn ich finde sie alle spannend, manchmal etwas ekelig und bis zur letzten Seite lesenswert!

04.06.2004 20:56:14
Brini

Es war mein erstes Buch von Patricia Cornwell und ich war die ersten 300 Seiten so gebannt, dass ich mir gleich die ersten zwei Bücher gekauft habe. Aber auch ich muss sagen; der Anfang bis ca. Seite 314 sind wirklich irrsinnig spannend, aber das Ende hätte viel spannender und ausführlicher beschrieben werden können. So war es im Vergleich zum Rest des Buches ein schlechtes Ende (nicht von der Thematik, aber von der Art des Schreibens, Verpackens-Spannung aufbauen und bis zur Unerträglichkeit halten- das hätte ich mir erwartet). Trotz dessen war es eine Erfahrung und ich bin nun schon gespannt, wie die anderen Bücher sind, vielleicht besser?schlechter? Mal sehen.

17.04.2004 15:03:50
Kathleen

Dieses Buch war auch mein erstes und es hat mich aufs stärkste dazu bewegt, die anderen auch zu lesen. Klasse!

31.03.2004 22:13:09
TSs

Hat sich überraschend gut gelesen, dachte es wäre schlimmer. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, das die Autorin Quincy auf weiblich geschrieben hat.
Aber bitte was war das für eine Auflösung ? Hatte Sie, die Autorin, ihr Quantum gegenüber dem Verlag erfüllt ?
Das war wohl nix.
Schade.

19.02.2004 10:43:24
NICI

Kay Scarpetta ist eine faszinierende Detektivfigur! Ein spannender Thriller! Schaurig und großartig!

30.09.2003 18:26:18
gabrielle>

ich fand´s normal im gegensatz alle andere Werke von Cornwell..
vor allem das Ende war enttäuschend. Aber sonst ist es zu empfehlen!!

26.08.2003 03:34:42
Kattü

Im Kontext der Serie ist das Buch bestimmt nicht das Beste, und am Ende hätte Patricia Cornwell wohl doch noch ein bißchen feilen mussen, aber lesenswert ist es auf jeden Fall!
Ich finde es allerdings gut, daß die Frage der Homosexualität von Cornwell immer wieder aufgegriffen wird. Zwar wurde man bei Danny das Gefühl einen "Quoten-Schwulen" vor sich zu haben nicht los, aber eigentlich kann Toleranz zu Homosexualität nur entstehen, wenn sie in allen Bereichen des Lebens auftaucht. Warum also auch nicht in Krimis, die für die breite Masse geschrieben sind, und vielleicht auch einen Teil dazu betragen das Homosexuelle nicht als Aussätzige angesehen werden!

19.08.2003 08:43:02
Ute

Dies war mein erstes Buch aus der KS-Reihe und es hatte den Effekt, dass ich auf jeden Fall alle anderen auch noch lesen werde. Zwei weitere habe ich mir in Frankreich in französischer Sprache gekauft und auch in der französischen Übersetzung geht nichts von der Spannung verloren. Die Arbeit einer Gerichtsmedizinerin wird hervorragend geschildert und es bleibt spannend bis zum Schluss.

03.04.2003 14:07:25
Becky

Ich finde dieses Buch auch absolut klasse! Die Auflösung zum Schluss hat mich sehr geschockt, aber dieser Roman ist nich gerade ihr bestes Stück!

07.03.2003 21:15:08
copycat

DiesesBuch war das Erste, dass ich aus der KS-Reihe gelesen habe. Bevor ich die anderen 11 Bücher durchgelesen hatte, war es (für mich) teilweise unverständlich. Trozdem ist es für mich eines ihrer besten Bücher: spannend, überzeugend und interessant. Aber ich verstehe nicht, warum pet im Buch keine besonderen Höhepunkte findet. Ich war richtig geschockt und überrascht,als mir bewusst wurde, dass der Killer die Viren über Sprühdosen verbreitet. Und sie macht die Motive für die E-mails ziemlich klar. Bücher, bei denen ich zu wenig nachdenken muss, find ich langweilig.