Stoff für viele Leichen

Erschienen: Januar 1985

Bibliographische Angaben

  • Paris: R. Laffont, 1955, Titel: '2. Arrondissement : Des kilometres de Linceuls', Seiten: 207, Originalsprache
  • Moos; Baden-Baden: Elster, 1985, Seiten: 186, Übersetzt: Hans-Joachim Hartstein
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1989, Seiten: 186, Übersetzt: Hans-Joachim Hartstein

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Peter Kümmel
Fein säuberlich aufgelistet, wer wen warum getötet hat

Buch-Rezension von Peter Kümmel Mai 2003

"Stoff für viele Leichen" hat Leo Malet den zweiten Roman seines Zyklus' "Die neuen Geheimnisse von Paris" betitelt. Warum, das wird bereits im Prolog klar, als Malet seinen Serienstar - den Detektiv Nestor Burma - in eine Schiesserei zwischen zwei Banden geraten lässt, die mit den ersten vier Leichen endet.

Doch zunächst zu Burmas Fall in diesem Buch: Alice, eine Freundin aus der Zeit vor dem Krieg sucht ihn in seinem Büro auf. Jetzt nennt sich die Jüdin Esther Lévyberg und leitet zusammen mit ihrem Bruder eine Fabrik für Stoffe. Die beiden sind die einzigen Mitglieder ihrer Familie, die aus dem KZ zurückkamen. Sie fühlt sich bedroht von Georges Moreno, einem alten Freund von Burma, den sie vor dem Krieg geliebt hat. Der Detektiv soll sie vor ihm schützen.

Das scheint Burma jedoch nur vorgeschoben, da sich Esther und Moreno wirklich geliebt haben und zusammen fliehen wollten. Laut Burmas Informationen ist Moreno auch schon seit Jahren tot und Esthers Auftrag ist ihm sehr rätselhaft. Doch Auftrag ist Auftrag, Burma ist im Geschäft und stösst schon schnell auf eine Erpressung. Doch wer wird erpresst? Esther oder ihr Bruder? Und warum?

Malet verkompliziert die ohnehin überfrachtete Story dadurch, dass er immer wieder neue Personen in die Handlung einbringt, ohne diese so einzuführen, wie es sich für ein gutes Verständnis ziemt.

Der Leser kann sich eher an zynischen Weisheiten wie

 

"Das Altwerden ist eine häßliche Geschichte. Von allen Geschichten die häßlichste."

 

erfreuen als an dem sehr verworrenen Geschehen.

Ansonsten alles beim Alten: Unser machomäßiger Detektiv ist meist seinem Freund und Konkurrenten Kommissar Faroux einen Schritt voraus und sein Kopf macht wieder mit dem berühmten stumpfen Gegenstand Bekanntschaft.

Zum Schluß werden dann wenigstens alle vierzehn Leichen nochmal fein säuberlich aufgelistet, wer wen warum getötet hat. Da ist zwar reichlich Abwechslung drin, doch so ganz verständlich und nachvollziehbar wird auch dadurch nicht alles.

Alles in allem ein schwacher Roman des Franzosen.

Stoff für viele Leichen

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