Im Visier

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • New York: Delacorte, 2014, Titel: 'Personal', Seiten: 353, Originalsprache
  • München: audio media, 2018, Seiten: 6, Übersetzt: Michael Schwarzmaier

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Annette Wolter
Jack Reacher sorgt für bewährte Action

Buch-Rezension von Annette Wolter Jan 2018

Das ist mein erstes Jack-Reacher-Buch, und ich kann mangels Vergleich leider nicht mit Stephen King "mitgehen", der der Meinung ist, dass "Im Visier" der beste Reacher seit langem ist. Mit Band 19 teasert Lee Child die Fans weiter an. Die Geschichte um den ehemaligen Militär-Polizisten, der seit seinem Austritt ein so genanntes Outlaw-Leben nach seinen eigenen Gesetzen führt, immer unterwegs ist, keine Heimat kennt und regelmäßig in neuen Trouble gerät, geht also weiter. Schon wenn Reacher sich einen Kaffee bestellt, kommt seine "knallharte" Art zu Tage. Schwarz wie die Seele, so muss ein Kaffee sein, und nicht so eine Plörre mit Geschmacksnuancen, wie sie manche Kaffeeketten verkaufen. Ironie ist fehl am Platz.

"Ich war ein Regel-drei-Typ. Niemals verlieren. Damit war ich immer gut gefahren."

Stählerne Macho-Attitude, die hartem Drill entsprungen ist, formte seinen charismatischen Charakter. Gepaart mit ausreichend Selbstbewusstsein, um mit emanzipierten Frauen keinerlei Probleme, sondern in Glücksfällen Spaß, sonst Achtung zu haben. Das ist Reacher, wie er leibt und lebt.

Immer höflich und mit guten Manieren ausgestattet zieht Reacher umher. Ihn bei seinen Abenteuern zu begleiten, ist eine wahre Freude für Menschen die wissen, dass das Gute - nicht immer nur von guten Absichten genährt - gewinnen kann. Leider braucht es meistens einen kräftigen Anstoß durch nicht immer völlig legale Eigeninitiative. Ein moderner Robin Hood mit altmodischem Wertesystem.

Lee Child verdankt seine außerordentliche Karriere als Krimiautor einer eher unangenehmen Lebenssituation: 1995 wurde ihm wegen einer Umstrukturierung sein Job beim Fernsehen gekündigt. Der Produzent so beliebter Krimiserien wie "Prime Suspect" ("Heißer Verdacht") oder "Cracker" ("Für alle Fälle Fitz") machte aus der Not eine Tugend und versuchte sich als Schriftsteller.

Was selbst wie ein Roman klingt, entspricht in diesem Fall der Wahrheit: Bereits mit seinem ersten Thriller um den Ermittler Jack Reacher landete Child einen internationaler Bestseller. Er war zugleich Auftakt der heute mehrfach preisgekrönten "Jack-Reacher"-Serie. Child, der 1954 in Coventry in England geboren wurde, ist heute in den USA und Südfrankreich zu Hause.

Mit einer Anzeige in einer Zeitschrift beginnt das Abenteuer

Diesmal beginnt das Abenteuer mit einer Annonce in einer Militärzeitschrift, in der Rick Shoemaker Reacher um eine Kontaktaufnahme bittet. Aufgrund eines ungeschriebenen Ehrenkodex meldet Reacher sich, und "eins, zwei, drei" ist er auf dem Weg zum ebenso verrufenen wie legendären Tom O'Day, General der Infanterie, zuständig fürs Grobe.

O'Day braucht Reachers Hilfe dringend. Eine Persona non Grata, die weiß, wer es beinah geschafft hätte, den französischen Präsidenten zu eliminieren, ist wieder aktiv. Denn niemand weiß, wer dahintersteckt - und die Geheimdienste überschlagen sich bereits. Reacher und den Killer verbindet eine gemeinsame Geschichte, und so macht er sich auf die Suche. Ein Spürhund, dem seine Vergangenheit im Nacken sitzt.

Lee Childs Thriller um den unkonventionellen Helden wider Willen sind populär und haben eine große Fan-Gemeinde. Trockener Humor, gesellschaftskritische Betrachtungen und Militär-Interna lassen das Ganze nicht zu eindimensional wirken.

Reacher macht das alte Europa unsicher

In Band 19 der Reihe verlegt Lee Child den Schwerpunkt der Handlung nach Europa. Aber eigentlich ist der Handlungsort ja auch egal. Denn auch in Europa funktioniert die Reacher-Story einwandfrei, da Child nicht auf die aus den Vorgängern bewährten Zutaten verzichtet.

Ein Mann auf einer Mission, eine hübsche Frau an seiner Seite, zahlreiche Bösewichte, die dem Protagonisten und seiner Begleitung an die Wäsche wollen, Schießereien, Prügeleien, ein Plot, der konsequent auf den Showdown hin ausgerichtet ist - wo Reacher draufsteht, ist Reacher drin. Man liebt ihn, oder man hasst ihn.

Trotz aller guten Zutaten: Diese Art von Literatur ist leider nicht die meine. Mir fehlt eine gewisse Philosophie dahinter. Aber: Definitiv gutes Entertainment.

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