61 Stunden

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • New York: Delacorte, 2010, Titel: '61 hours', Seiten: 383, Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2013, Seiten: 448, Übersetzt: Wulf Bergner

Couch-Wertung:

88°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
2 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
1 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:72.75
V:3
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":1,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":1,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Jochen König
Der Soldat, der in die Kälte kam

Buch-Rezension von Jochen König Mai 2013

Ein Einsamer kehrt zurück

Ewig unterwegs, mit ungeplantem Halt hier und dort. Auch im vierzehnten Roman bleibt Jack Reacher, nach einer Buspanne, zufällig in einer jener kleinen Ortschaften hängen, die ihm schon so oft nerven- und kräfteaufreibende Stunden, bzw. Tage beschert haben. Doch Bolton ist etwas Besonderes. Denn es herrscht tiefster Winter und an jenem gottverlassenen Flecken reichen die Temperaturen bis weit unter dreißig Grad Minus. Keine Gegend für einen Wellness-Urlaub. Die örtliche Polizei hat auch etwas dagegen, möchte sie Reachers schnell ermittelte Fähigkeiten wie seinen Militär-Hintergrund doch für ihre Dienste nutzen. Gilt es doch die Kronzeugin eines Drogendeals vor einem nahenden Killer zu beschützen und herauszufinden, welchen Zweck die riesige Militäranlage in der Nachbarschaft  erfüllen sollte, die zwar nie in Betrieb genommen wurde, gegenwärtig aber im Fokus großkalibriger Gangster steht. Der kleinwüchsige, brandgefährliche mexikanische Patron Plato ist bereits auf dem Weg nach Bolton.

Zu allem Überfluss bereitet das neu errichtete Staatsgefängnis der Ortspolizei große Sorge. Eigentlich als positiver Wirtschaftsfaktor willkommen geheißen, wird es in Krisenzeiten zum unberechenbaren Faktor, müssen doch alle Polizeikräfte den Komplex abschirmen, sollte die Alarmsirene ertönen. Ganz schlecht, wenn man gleichzeitig Personenschützer bei einer resoluten alten Dame spielen soll. Reacher ist also hochwillkommen, und er wird alle Hände voll zu tun bekommen. Denn natürlich beginnt die Sirene zu heulen.

Gott vergibt … Reacher nie

61 Stunden bedeuten einen Countdown, der während des gesamten Romans (vielleicht das ein oder andere Mal zu oft) heruntergezählt wird. Es ist auch der Zeitraum, in dem der sonst so überlegene Jack Reacher auf Normalmaß herunter gestutzt wird und sich verletzlich wie selten zeigt. Denn es zeigt sich, dass Reacher seine schlichten Prämissen in einer Welt, in der betrogen und gelogen wird, was das Zeug hält, und Bündnisse nur so lange gelten wie sie einer Partei nützen, in Frage stellt.

 

"Hoffe auf’s Beste und befürchte das Schlimmste."
"Ist das ihr Motto?"
"Eines von vielen."
"Und die anderen?"
Niemals vergeben, niemals vergessen. Mach’s einmal und mach’s richtig. Was man sät, erntet man. Pläne sind nichtig, sobald der erste Schuss fällt. Beschützen und dienen. Niemals außer Dienst."

 

Doch sind es genau diese Leitsprüche, die Reacher wieder auf die Beine bringen, gekoppelt mit der bitteren Erkenntnis für seine Gegner, dass ein verletzter Reacher ein umso gnadenloserer Gegner ist. Außerdem gönnt Lee Child seinem Protagonisten das Glück des Tüchtigen.

Leichen pflastern seinen Weg

Es ist schon furios, was Lee Child aus einer immer wiederkehrenden Grundkonstellation macht. 61 Stunden ist dabei einer der gelungensten Romane der Reihe. Es dauert lange bis zum ersten Gewaltausbruch und Reacher ist nicht einmal verantwortlich dafür, sondern sein Gegner Plato, der rücksichtslose und gierige Verbrechensmogul. Davor, dazwischen und danach gibt der Roman seinen Figuren Raum, Child positioniert sie auf stimmige Weise in einem hervorragend gewählten Ambiente. Die Unterschiede zwischen den wohlig-warmen Innenräumen und der tödlichen Kälte außerhalb der Behausungen sind nahezu körperlich spürbar. Child gelingt hier ein großartiges Szenario, das er glaubwürdig, gewohnt unaufgeregt und ohne penetrante Erklärungswut Stück für Stück aufbaut.

Von Reacher – mit den besten Empfehlungen

Reacher bekommt eine liebevolle, telefonische Fernbeziehung zu seiner militärischen Nachfolgerin spendiert, die ihn mit Infos versorgt und ihm zuhört, wenn er am Boden liegt. Und auch hier gelingt Lee Child das Kunststück, Reacher scheitern zu lassen ohne ihn zu demontieren. Reacher zieht die richtigen Schlüsse, handelt verantwortungsbewusst und offen menschenfreundlich wie selten. Die gemeinsamen Passagen mit der pensionierten Bibliothekarin Janet Salter, zeigen ihn als mitfühlenden, sensiblen Menschen, der in der sanften Janet mit dem selbstbewussten Ehrenkodex eine verwandte Seele sieht. Zivilcourage und ihr hoher Preis. Den Child nicht ausblendet.

Willkommen in der Hölle

Keine Bange, Reacher wird kein Schmusebär mit erhöhtem Tempotaschentuch-Verbrauch, er begibt sich nur in eine ungewöhnliche Tiefe, bis er als rächender Phönix nicht nur ideell aus der Asche wieder auftaucht.  

Falls das Buch verfilmt werden sollte: Der einsfünfundfünfzig große Plato wäre eine tolle Rolle für Tom Cruise, Aufbau von Muskelmasse und ein bisschen mexikanisches Outfit kriegt Hollywood schon hin. 1,98 m Jack Reacher kann dann jemand anders geben.

61 Stunden

61 Stunden

Deine Meinung zu »61 Stunden«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
13.05.2016 11:52:49
AU

Gewohnt gut, sowohl Erzählstil als auch Plot. Eine unerwartete Schwäche des Protagonisten macht ihn diesmal menschlicher: er friert, natürlich erst ab -20°C. Auch gut ist das offene Ende. Man fragt sich lange, wie er aus dieser Lage wieder einmal heil herauskommt. Erst die inzwischen erschienenen Folgeromane geben Gewissheit, daß er vielleicht doch nicht ganz so menschlich sein kann wie diesmal angedeutet. Was mir aber trotz nur ausreichend bis mangelhafter Noten in Physik übelst aufgestossen ist: ein Pumpenwagen soll zur Betankung eines Flugzeugs dienen, der Tank befindet sich nicht direkt unter dem Rollfeld, sondern steht in siebzig Metern Tiefe. "Aus dem Tank durch den Schacht hinauf, durch die Pumpe..." Selbst mit einem vermeintlich nicht vorhandenem Saugschlauch, der durch das entstehende Vakuum nicht platt und damit undurchlässig wird, liegt die maximale Saughöhe einer Pumpe meines Wissens nach bei etwa 8 Metern. Gemessen an der Rolle der gesamten Einrichtung für den Showdown ein für mich unverzeihlicher Fehler auch des Lektorats. Falls das bei Kerosin anders sein sollte, leiste ich schon jetzt Abbitte - dann aber wäre eine Erklärung für den kritischen Leser angebracht gewesen, statt vermeintliche physikalische Gesetze so einfach ausser Kraft zu setzen. Ansonsten wäre eine oberirdische Ansiedlung nicht zuletzt für jene, die das Ding zusammengeschweißt haben, einfacher gewesen, zumal der Standorte ohne jegliche Bedeutung für die Story ist!

22.04.2016 18:25:46
bookman007

Klasse Buch. Endlich mal wieder Spannung und Action, wie man es von Jack Reacher gewohnt ist. Total spannender finaler Showdown. Erst bei dem Nachfolgetitel ("Wespennest") konnte ich etwas chillen, obwohl es da auch richtig zur Sache geht. Wie Jochen König schreibt, ist Reacher sehr facettenreich dargestellt, und meiner Meinung nach damit glaubwürdiger als in manchem früheren Reacher-Roman. Was mir bei Lee Child besonders gefällt sind die Erklärungen technischer oder anderer Dinge, die er so nebenbei einfließen lässt, so dass man - wenn auch in fiktiver Form aufbereitet - immer etwas lernt.

21.01.2016 14:59:44
M.Reinsch

Durch einen Busunfall in South Dakota, landet Jack Reacher in dem Städtchen Bolton. Dort stellt anscheinend eine Rockerband Meth Amphetamin auf einem verlassenen Air Force-Stützpunkt her und würde gerne die einzige Zeugin ihrer Verbrechen für immer zum Schweigen bringen. Als Reacher sich einmischt, zeigt sich, dass viel mehr hinter der Sache steckt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat….
Vorweg, wohl einer der schwächsten Jack Reacher Romane den ich bisher gelesen habe (14). Uns so schwanke ich zwischen 2 und 3 Sternen. Gefallen hat mir wie immer der Schreibstil, kurz, präzise und sehr informativ. Hier zeigt Mr. Reacher wieder sein „in sich ruhendes Selbst“ aus den ersten Romanen. Leider ist er ist schon fast überheblich Selbstsicher und Überlegen gegenüber den „armen Polizisten“, die seine Hilfe ohne viel zu fragen gerne annehmen. Die Figuren sind sehr tiefgründig angelegt und nur der „Hauptgegner“ erscheint mir wie eine Schablone. Dem geübten Krimileser wird auch leider viel zu schnell klar, wer der „ortsansässige Helfer“ des „Oberbösen“ ist. Leider fehlt auch (bis auf die letzten 80 Seiten) ein echter Spannungsbogen und der Leser wird mit immer wiederholten Erklärungen zur vorherrschenden Kälte abgespeist. Sehr interessant sind die Hintergrundinformationen zu Reacher, die in einigen Gesprächen aufgedeckt werden, und somit wieder kleine Puzzelteilchen zum Gesamtbild „Jack Reacher“ beitragen. Gerade auf den letzten Seiten überkommt mich das Gefühl, dass Lee Child ein Ende mit Jack Reacher im Sinn hatte (aber es gibt ja schon 3 weitere Romane), und somit die Serie einstellen wollte. Ich kann nicht sagen „der Roman gefällt mir nicht“, aber selbst ein „gewohnt gut“ ist hier zu viel! Ich wundere mich etwas, wie das Buch ein „Spiegelbestseller“ werden konnte!
Fazit: Sehr dünne Story, einiges an Reacher-Hintergrund und viel „Füllmaterial zum Strecken“ – leider einer der schlechtesten Romane dieser Reihe!

26.05.2015 18:24:47
SchmökerKing

Als Fan von Reacher ist auch dieses Buch wieder verschlungen worden, der Plot, die Stimmung, die Kälte, kaum ein Autor kann es so schildern, dass man am Hotelpool anfängt, kalte Füße zu bekommen, wunderbar wie er das macht, die Story ist irgendwie schon mal da gewesen, aber es ist egal, der Autor zieht einen in seinem Bann, wenn man bereit ist zu folgen, und das kann ich bei vielen Autoren, die mehr als fünf Bücher geschrieben haben, selten behaupten. Es ist ein Pageturner, klasse geschrieben, mitreissend und sicher nicht der Letzte, den ich von ihm gekauft habe.

08.05.2014 13:10:29
wendelin

Jack Reacher, ehemaliger Elitesoldat und Militärpolizist, 2 Meter groß und cooler als Dirty Harry. Zufällig strandet er in der Kleinstadt Bolton in South Dakota. Klirrende Kälte und die Polizei ist in Aufruhr. Notfallmäßig wird er bei einem örtlichen Polizisten einquartiert und erfährt dort, was in Bolton in Atem hält. Die Kronzeugin eines Drogendeals muss vor einem nahenden Killer beschützt werden. Sie steht den Interessen des Großkriminellen Plato im Weg. Welche Interessen sind das und was befindet sich in der verlassenen Militäranlage, um die sich alles zu drehen scheint.

Dieser Fall bringt sogar Jack Reacher an seine Grenzen und zeigt, dass selbst er nicht unverwundbar ist. Aber bekanntlich sind ja angeschossene Raubtiere die gefährlichsten … und die Uhr tickt unaufhaltsam weiter … genau 61 Stunden.

Dies war mein erster Jack Reacher Roman, den man auch lesen kann, ohne die 13 Vorgänger zu kennen. Es wird auch nicht mein letzter sein, obwohl ich sie sparsam dosieren werde, denn ich bin kein Fan des Action-Genres. Das Buch hat aber auch eine ganze Reihe menschlicher Aspekte sowie glaubhafte Nebendarsteller zu bieten. Auf jeden Fall eine abwechslungsreiche und spannende Geschichte, bei der sich garantiert niemand langweilen wird.

Jeder Fan von spannungsreichen Actionromanen wird bei „61 Stunden“ von Lee Child voll auf seine Kosten kommen.

20.03.2014 14:51:48
cyana

Normalerweise ist nach 14 Folgeromanen die Luft ein für allemal draußen (siehe gängiges Forensik-Genre). Jack Reacher aber wird immer stimmiger, und du wartest sehnsüchtig auf den nächsten Band. Mit hoffentlich weiteren liebevollen Details, wie etwa die Delle in Jacks ehemaligem Metall-Schreibtisch *ggg*

14.01.2014 12:57:55
Cornelia Makosch

Mein erster Lee Child/Jack Reacher Roman. Ich fand den Anfang mit dem Auswalzen des Zeitlimit-Themas bischen nervig. Allerdings ist die bitterkalte Atmosphäre gut getroffen. Wenn man spannende Unterhaltung möchte, ohne viel Tiefgang, ist man hier richtig - finde ich. Jedenfalls ist der Plot ziemlich originell. In meiner Dorfbücherei gibt es noch "Underground", scheint ja auch einigermaßen lesbar zu sein.

27.12.2013 16:01:02
Oldman

South Dakota im Winter, bis minus 35 Grad, eindrucksvoll geschildert, Krimi-Freunde dreht die Heizungen auf. Reacher gefällt es hier nicht , auch er friert, aber er funktioniert natürlich so gut wie immer. Und doch, hier geht es auch darum, daß unser strahlender Held Niederlagen ertragen muß. Dabei erhält er telefonische Hilfestellung von einer taffen Lady, die evtl. in künftigen Stories noch einmal auftauchen könnte. Eigentlich passiert actionmäßig weniger als in anderen Reacher-Büchern. das wird m.E. dadurch wettgemacht, daß das permanente Gefühl der Bedrohung keine Buchseite weichen will und die lebensfeindliche Umgebung in großartiger athmosphärischer Dichte beschrieben wird. Der Showdown ist eindrucksvoll, aber bin ich ein Weichei, weil ich mir ein noch versöhnlicheres Ende hätte vorstellen können. Stichwort: nein, das würde hier etwas verraten, der geneigte Leser wird wohl wissen was ich meine. Was anderes, den bislang einzigen Reacher-Film habe ich gesehen, der kleine Tom Cruise geht natürlich gar nicht und dürfte wohl keinen Reacher-Fan überzeugt haben.

11.12.2013 08:22:24
KlausChrist

Naja. alle Kritiker finden dieses Buch gut bis sehr gut.ich, der dieses Buch am Ersterscheinungstag als absoluter LC/JR-Fan gekauft hat, bin ein bissel enttäuscht. Für mich ist es einer der etwas schwächeren JR-Thriller, wohlgemerkt im Vergleich mit den echt starken wie etwa "Underground", "Trouble" oder den frühen JRs, wobei es hierbei natürlich auf die Erwartungshaltung ankommt. Vielleicht muss ich mich auch damit anfreunden, dass die Person JR sich mit zunehmendem Alter weiterentwickelt. Der Held schwächelt zeitweise. Für den Fan entsetzlich und unvorstellbar: Wegen seines Scheiterns entstehen bei JR gar SELBSTMORDGEDANKEN - glücklicherweise stoppt ihn hier seine neue Telefonfreundin. Aber keine Angst: Im Showdown kriegen wieder alle ihr wohlverdientes Fett ab.
Die Inhaltsangabe spare ich mir, J. König hat's gut auf den Punkt gebracht... und die Spitze in Richtung Tom Cruise trifft gut. Fast könnte man glauben, LC habe diese Assoziation beabsichtigt ;-) . A propos Absichten des Autors: Das Ende ist ein richtiger Hammer - spannungsmäßig Note 1 und kommerziell so genial, dass man es schon fast als Frechheit bezeichnen könnte (muss aufpassen, dass ich nix verrate)... Herr Child weiß schon, wie man Bücher verkauft! Nebenbei: Selbst der unspektakuläre (im Vergleich zu "Underground") Einstieg, die Beschreibung des Busunfalls, ist Klasse gemacht: Der Leser sitzt quasi mitten drin. Und das gilt auch für den Rest: Man fläzt gemütlich auf seinem wohltemperierten Leseplatz und friert (naja...fast). Meine Empfehlung: Nehmen Sie dieses Buch zum Strandurlaub mit, dann ertragen Sie die Hitze besser.;-)
Zum Hintergrund der Story: Falls der sorgfältig recherchiert ist - und ich glaube das schon - tun sich mal wieder Abgründe auf! Bis auf eines: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ;-) der Ware ist nun vielleicht doch etwas überschritten. (Ich gebe zu, der letzte Satz kommt sehr kryptisch rüber - aber ich darf ja nix verraten.)
Mein Fazit: Wer diesen Thriller als seinen persönlichen Einstieg in die JR-Reihe liest wird mit Sicherheit von den Vorgängern nicht enttäuscht werden; andersrum vielleicht EIN BISCHEN... aber wir werden eben alle älter, auch Jack Ohne Reacher.
Fazit II: Ich bin gespannt wie's weitergeht bzw. WIE Reacher die heiße Szene verlassen hat (hoffentlich habe ich jetzt nicht doch zu viel verraten) - ich freue mich auf's Frühjahr 2014, auf die Anschlussstory.

09.12.2013 17:22:23
Darix

South Dakota im tiefsten Winter und Jack Reacher mittendrin. Er ist in der Kleinstadt Bolton isoliert von der Außenwelt und Mr. Reacher bleiben 61 Stunden bis zum Finale. Ein beliebtes Motiv vieler Autoren. Die Protagonisten bleiben isoliert, eingeschlossen in einem unzugänglichen Raum, Miss Marple lässt grüßen. Ein stimmungsdichter Beginn, mit einem Reacher der dieses Mal den Problemen nicht ausweicht sondern sie bewusst kalkuliert in Kauf nimmt. Selbstredend handelt Reacher nicht als sinnierender, tiefsinnig betrübter unter Alkoholproblemen Leidenter. Was bleibt, ist ein rational denkender und schnell handelnder Akteur, der Schwierigkeiten:
1. Anspricht,
2. Beurteilt,
3. Folgert und 4 . Handelt. Dieses Handlungsmuster hält der Autor stringent für seinen Hauptdarsteller durch.
In 61 Stunden zeigt Jack Reacher menschlichere, beinahe emotionale Züge, insbesondere beim Telefonieren, dem Austausch mit seiner Nachfolgerin bei der 110. Unit., das macht ihn sympathisch. Der Plot ist aktionsreich und unterhält den Leser kurzweilig, ohne großen Tiefgang. Weitere Jack Reacher Kriminalromane werden folgen und die Aktion geht weiter.

08.12.2013 18:51:49
Anja S.

Komisch, nun gerade diesen "Reacher" fand ich nicht so klasse, sondern eher etwas langweilig. Dass nun gerade der es zum Krimi des Monats bringt...
was soll ich noch groß zu Reacher sagen? seine übernatürlichen Fähigkeiten, die Sexszene (die hier ausbleibt, Gott sei's gelobt), aber die Bücher sind nun einmal zumiest irre spannend und bieten blendene Unterhaltung für einige Stunden, und darauf kommt es doch an, oder?! (nun ja, dieses hier vielleicht etwas weniger als die anderen)

23.11.2013 22:00:11
Michael Engelbrecht

Zustimmung. Wie im klassischen Drama ist alles verdichtet: Zeit, Raum, Handlung. In Underground brachte Child das Kunststück fertig, einen fesselnden Countdown zu Beginn des Buches durchzuziehen, ohne dass der unglaublich packende Anfang den Rest des Buches torpedierte; hier, in 61 Stunden ist der Showdown über den ganzen Roman angelegt, und es sind die vielen feingezeichneten Beziehungen, die den jüngsten Thriller vom kühl kalkulierten Machwerk abheben. Nebenbei: den Scientologen (schlimme Sekte!) Tom Cruise sollte man von Hugh Jackman ablösen, der hat in Prisoners bewiesen, dass er in brillianten Thrillern sehr gute Schauspielkunst abliefern kann, zu meiner Überraschung!