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Jörg Kijanski
Leider kein großes Lesevergnügen

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2019

Die vorliegende Rezension muss leider etwas anders verlaufen, denn zunächst würde man ja sinniger Weise erst mal kurz auf den Inhalt eingehen. Und da fängt das Dilemma schon an. Selbst langjährige Fans des ehemaligen Militärpolizisten Jack Reacher dürften mit seinem mittlerweile zwanzigsten Fall ihre Probleme bekommen. Seine Sprüche sind nach wie vor kernig-unterhaltsam und auch die (wenigen) Action-Sequenzen sind ganz ordentlich, aber der Rest?

Jack Reacher reist mit dem Zug, steigt einem plötzlichen Einfall folgend in Mother’s Rest aus, da ihn der Name des Städtchens neugierig gemacht hat. Warum heißt der Ort Mother’s Rest? Irgendwo muss es einen Gedenkstein oder ein Museum geben, die seine Frage beantworten können. Doch es gibt keinen Gedenkstein, und warum sollte es in einer Kleinstadt mit 1000 Einwohnern irgendwo im Nirgendwo gar ein Museum geben?

So zieht sich Reacher in ein Restaurant zurück, wo er erneut auf Michelle Chang trifft, eine attraktive Privatermittlerin, die ihm schon bei seiner Ankunft am Bahnhof begegnete. Dort verwechselte sie Reacher mit ihrem Partner namens Keever, der sie für seine aktuellen Ermittlungen in Mother’s Rest als Verstärkung angefordert hatte. Leider hat er ihr nicht verraten, in welcher Angelegenheit er ermittelt und nun ist er verschwunden. 

Kein Gedenkstein, kein Museum. Reacher will am nächsten Tag seine Reise fortsetzen, entschließt sich jedoch zur Überraschung Changs im letzten Moment, zu bleiben, nachdem aus dem Zug nicht Keever, sondern ein Mann ausgestiegen ist und von einem anderen Mann begrüßt wurde.

„Hast du gesehen, wie die beiden sich die Hand geschüttelt haben?“
„Natürlich.“

„Deshalb bin ich geblieben.“

Wenn ein Händedruck zweier fremder Menschen nicht mal ein Anreiz ist, seine geplante Reise nicht fortzusetzen. Leider geht es so weiter. Reacher beschließt, Chang bei der Suche nach ihrem vermissten Partner zu helfen. Dafür müsste man jedoch wissen, wie sein Auftrag lautete, doch dazu wiederum müsste man seinen Auftraggeber kennen. In Keevers Motelzimmer findet Reacher einen Zettel hinter einem Mülleimer, der eine handschriftliche Notiz „zweihundert Tote“ enthält; dazu eine Telefonnummer.

Obwohl völlig unklar ist, ob der Zettel von Keever stammt, stürzt sich Reacher auf diese „Spur“. So entsteht ein Kontakt zu einem Journalisten der LA Times, der jedoch auch keine Ahnung hat, um was es gehen könnte. Doch da muss es etwas geben und so reisen Reacher und Chang, nachdem sie merken, dass man sie in Mother’s Rest notfalls mit Gewalt loswerden will, nach LA, um mit dem Journalisten zu reden.

Sherlock Holmes würde vor Neid erblassen

Im weiteren Verlauf stürzt sich Reacher auf jedes noch so winzige und unscheinbare Detail, das selbst Sherlock Holmes keiner weiteren Betrachtung für würdig befunden hätte. Die Rückschlüsse die Reacher daraus zieht, würden den großen Meisterdetektiv vor Neid erblassen lassen. Auch der geneigte Leser erblasst, denn der Spannungsbogen bleibt lange Zeit auf auffallend niedrigen Niveau. Die Frage, warum es denn nun endlich geht, bleibt schlicht unbeantwortet. Noch auf Seite 322 (!) wird das Dilemma auf den Punkt gebracht:

„Gibt’s denn eine Story?“
„Bis auf die drei Teile, bei denen wir uns noch nicht sicher sind.“
„Und die wären?“
„Der Anfang, die Mitte und der Schluss.“

Auf den letzten hundert Seiten geht es dann notgedrungen recht fix. Es folgt – wie bei Reacher oft der Fall – die Spur zu einer Verbrecherorganisation, was selbstredend den Ermittler mit dem scharfen Echsengehirn herausfordert. Reacher gegen dreißig Mann, kein Thema.

Zuvor gilt es auf den ersten 300 Seiten unzählige Male zu duschen und Kaffee zu trinken, mitunter auch in umgekehrter Reihenfolge. Der Showdown besteht aus einer Mischung aus Action und Ekel sowie einem Thema, welches, sofern über einen derartigen Fall in Zeitungen oder im Internet berichtet wird, oft mit einem deutlichen Warnhinweis für die Leser versehen ist. Dieses derart zu vertiefen ist mindestens sehr bedenklich.

Fazit:

Nach drei Vierteln des Romans ist immer noch nicht klar, um was es geht. Dagegen gibt es zahlreiche Wiederholungen (wie duschen und Kaffee trinken), gepaart mit kleineren Action-Sequenzen. Alles in allem ist der Fall sehr konstruiert, im Finale inhaltlich problematisch und sprachlich nicht immer eine Freude. Was will man auch erwarten (neben permanenter Selbstjustiz – „so sind die Amis“, obwohl Lee Child ja eigentlich ein Brite ist), wenn am Ende der große Gegenspieler lediglich „der Mann in Jeans und mit der Fönfrisur“ ist?

Keine Kompromisse

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Letzte Kommentare:
11.10.2019 15:59:48
K.-G. Beck-Ewerhardy

Zur Abwechslung ist Jack Reacher mal mit dem Zug unterwegs. Er fährt durch den nächtlichen Korn-gürtel, bis zu einer Station mit dem rätselhaften Namen „Mother’s Rest.“ Mit allerlei interessanten Spekulationen im Kopf, was genau dieser Name bedeuten könnte, macht er sich auf die Suche nach einer Gedenkplakete oder sogar einer kleinen Statue, um herauszufinden, was für eine Mutter an dieser abgelegenen Kornverladestation, in die nur eine Straße hinein- und hinausführt, ur Ruhe gekommen sein könnte.

Seine Ankunft sorgt auf Grund seines Aussehens – speziell seiner Figur – für einige Irritation im Ort. Dies besonders auch bei einer jungen Frau, die anscheinend genau auf jemanden von Reachers Format gewartet hat und nun enttäuscht und besorgt zu sein scheint.

Neben seiner Erkundung des kleinen Orts, der eigentlich zu klein erscheint um wirtschaftlich überleben zu können, macht sich Reacher mit der jungen Frau bekannt, die sich als Privatdetektivin mit FBI-Hintergrund herausstellt. Sie gehört zu einer Gruppe lose assoziierter ehemaliger Mitarbeiter von Bundesbehörden, die nun ihr Knowhow aus ihren früheren Berufen in der freien Wirtschaft anwenden. Ein Kollege der jungen Frau hatte diese vor einigen Tagen angerufen, da er festgestellt hatte, dass der Fall, den er nebenher als Gefälligkeit übernommen hatte, doch eine Nummer größer zu sein schien, als zunächst vermutet. Und so ist die junge Frau nach Mother’s Rest gekommen, nur um ihren Kollegen dort nicht anzutreffen. Da es in Mother’s Rest keinen Mobilempfang gibt und sie ihn auch über das gelegentlich verfügbare Festnetz nicht erreicht, hat sie sich entschieden ein paar Tage auf ihn zu warten, weswegen sie auch auf dem Bahnsteig gestanden hatte, auf dem Reacher angekommen ist.

Obwohl Reacher vorgibt, nicht wirklich interessiert zu sein, behält er die junge Frau und ihre Umge-bung im Auge und stellt dabei fest, dass sich ein Teil der Bevölkerung von Mother’s Rest überaus seltsam ihm und der Detektivin gegenüber verhält – was so weit führt, dass sie sogar von zwei be-waffneten Brüdern auf der Bundesstraße verfolgt und angehalten werden – was sich für diese als eine überaus unangenehme Erfahrung herausstellt und Reachers Interesse nun endgültig weckt. Darum beschließt er der jungen Frau bei ihren weiteren Ermittlungen zu helfen als sie am nächsten Tag durch scheinbar die gesamte Ortsbevölkerung aus der Gegend vertrieben werden.

Nach der Kontaktaufnahme mit einem Reporter, mit dem der verschwundene Detektiv wohl zu tun gehabt hatte, beginnt sich der Suchbereich auszudehnen, wobei den beiden Ermittlern zunächst nicht klar ist, dass die auf Schritt und Tritt beobachtet werden – bis sie die Wohnung eines möglichen weiteren Kontakts aufgebrochen vorfinden und dann auf einen Mann stoßen, an den sich Reacher aus Mother’s Rest erinnert. Und dieser soll nicht der einzige professionelle Problembeseitiger zu sein, der ihnen hinterher geschickt worden ist.

Was ist los in Mother’s Rest, das einen solchen logistischen Aufwand rechtfertigt und solche Ausga-ben zur Informationsverdeckung? Nur mühselig kommen die Ermittler den Hintergründen näher – wobei sie tief in das sogenannte Deep Web einsteigen müssen. Um dann auch noch zu erfahren, dass es hinter den Hintergründen noch hintergründiger wird.

Die primäre und sekundäre Thematik um die es hier geht ist ziemlich interessant und auch überaus diskussionswürdig – wenn auch aus ganz unterschiedlichen ethischen Richtungen. Leider fallen diese Bobachtungen – gerade zur sekundären Thematik – vergleichsweise dünn aus, weil in dem Zusammenhang (nicht ganz zu Unrecht) eine Diskussion den „Helden“ von vornherein unnötig erscheint.

Daneben ist die Beschäftigung mit dem Deep Web auch ganz interessant, besonders, da für den nicht gerade technikaffinen Reacher hier eine Menge erklärt werden muss, so dass auch für weniger computerliterate Leserinnen und Leser alle notwendigen Hintergründe geklärt werden können, ohne dass diese Exkurse unnötig aufgesetzt wirken, wie dies bei solchen Themen sonst gerne der Fall ist.

Jack ist so, wie Jack eben ist, und das wird den meisten sicherlich gefallen. Auffällig ist, dass Lee Child in diesem Roman viel mehr Gewicht auf die räumlich-geometrischen Aspekte des Kämpfens legt, als man dies bisher aus den Romanen gewohnt ist, so dass mehr Konzepte klassischer taktischer Darstellungen zum Tragen kommen – eine rein informative Verbesserung, die allerdings nicht jedem Freund von Actionszenen in Romanen zusagen dürfte. Außerdem erscheinen die Ermittlungswege in diesem Roman ungewohnt lang, was auch ein Bruch mit Reachertraditionen ist, den nicht unbedingt jeder mögen wird.

11.10.2019 12:46:20
Jörg

Also das ist der bisher schlechteste Roman von Lee Child.
Viele überflüssige Erklärungen machen den Roman
langweilig.

02.10.2019 17:39:26
KlausChrist

Also sooo schwach, wie Herr Kijanski behauptet, ist Lee Cild’s „Keine Kompromisse“ nun doch nicht. Allerdings schon einer der schwächeren Reachers, aber doch SICHER deutlich mehr als 40 Grad!
Was mich an dieser Rezension vor allem stört, ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung: Im Buchhandel ist das Buch seit 24.06. erhältlich, ca. 3 Monate später hier die Kritik – wohl nachdem die „harten“ JR-Fans gekauft haben. Lässt sich die Krmi-Couch etwa von Verlags-Interessen blockieren?