Wer dem Tode geweiht

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Köln: Random House Audio, 2010, Seiten: 8, Übersetzt: Sabine Postel

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Jürgen Priester
Inspector Lynley und die Neue – nichts Neues

Buch-Rezension von Jürgen Priester Aug 2010

Fast schon traditionell beschert "die große Meisterin der britischen Kriminalliteratur" (Verlagswerbung) in der Vorweihnachtszeit ihre Fangemeinde mit einer neuen Folge aus der allseits beliebten Inspector-Lynley-Reihe. Wer dem Tode geweiht, die nun 16. Folge in Serie, eroberte schon allein aufgrund der Vorbestellungen wieder Spitzenplätze in den Bestsellerlisten. Wohl dem, der so treue Fans hat, zumal gerade ihre letzten beiden Romane nicht unbedingt überzeugen konnten. Das Problem, über die Jahre immer mit dem selben Personal arbeiten zu müssen, teilt Elizabeth George mit namhaften Kolleginnen wie z.B. Patricia Cornwell oder Tess Gerritsen. Weder den beiden Genannten noch George gelingt es, zugleich konservativ und innovativ zu sein – eine scheinbar widersprüchliche Anforderung, die aber von der Leserschaft gefordert wird. Den Rahmen des reinen Kriminalromans hat Elizabeth George bei ständig steigender Seitenzahl (mittlerweile ist sie schon bei 827 Seiten) schon lange verlassen. Wenn man aber den Status einer Millionensellerin erreicht hat, kann man schließlich schreiben, was und wie viel man will. Sehr zum Missfallen der Krimiliebhaber, die es gerne etwas kürzer und prägnanter hätten. All die amüsanten Anekdötchen über den englischen Alltag, die kauzigen Personen, die malerischen Orte mit den gepflegten Gärtchen, Pubs und Inns, und hier und da ein Nebel umwallter Friedhof - das ist England, so wie wir es uns als Ausländer wünschen und wie es die Amerikanerin Elizabeth George bei ihren ein- bis zweiwöchigen Rechercheaufenthalten extrahiert. "Merry Old England" ist ein nostalgisches Bühnenbild, in das man wunderbar eintauchen kann, das aber mit dem wirklichen Leben nichts zu tun hat und die Personen, die George beschreibt, bleiben dementsprechend unwirklich. Umso überraschter ist man dann von Georges Einstieg.

Anfänge

Elizabeth Georges Roman beginnt mit einem fiktiven Text, der bewusst in der Sprache eines sozialpsychologischen Gutachtens verfasst ist, über ein Verbrechen, das drei um die zehn Jahre alte männliche Kinder an einem zweieinhalb jährigen Jungen verüben. Dem hier geschilderten Verbrechen liegt wohl ein realer Fall aus den 1990er Jahren in England zugrunde. Die drei Jungen, aus zerrütteten Familienverhältnissen stammend, entführten, misshandelten und töteten ihr wehrloses Opfer. Die Tat an sich ist schon schockierend genug, wird aber durch den nüchternen, analytischen Charakter der Erzählweise potenziert. Immer wieder in die vergleichsweise seichte Lynley-Story eingewoben, wirkt dieser Bericht wie ein Fremdkörper, als wenn es in der Druckerei zu einer versehentlicher Vermischung zweier völlig fremdartiger Manuskripte gekommen wäre. Natürlich gibt es am Ende eine Verbindung. Man stellt sich aber schon die Frage, warum Elizabeth George einen derartigen Aufwand betrieben hat. Defizite in der englischen Jugendstrafprozessordnung aufzudecken, ist ein lobenswerter Akt, aber sollte man nicht als Amerikanerin, in deren Heimatstaat Washington auf Mord immer noch die Todesstrafe steht, nicht besser erstmal vor der eigenen Haustüre kehren? Die Relevanz der einen Geschichte für die andere ist marginal. Die Lynley-Story hätte auch so funktioniert, wahrscheinlich sogar besser, denn die Vermischung der beiden bringt George am Ende in Erklärungsnot.

Lynley ist zurück

Aber nicht sofort. Denn es gibt noch ein Vorspiel, das einen Monat vor der eigentlichen Handlung spielt, in dem die kurvenreiche Gina Dickens sich den schüchternen Dachdecker Gordon Jossie angelt. Eine kleine Episode, die natürlich im weiteren Verlauf von Bedeutung sein wird.

Aber jetzt! Großes Stühlerücken im Morddezernat der Metropolitan Police in London. Ein Nachfolger für Malcolm Webberly muss gefunden werden. Detective Inspector Thomas Lynley, der designierte Kronprinz, steht nicht zur Verfügung. So fällt die Wahl auf DI Isabelle Ardery, die den Posten des Super Intendent vorerst auf Probe übernehmen soll..Ihre Berufung ist bei den Kollegen nicht unumstritten, was diese sie auch deutlich spüren lassen. Schon bei ihrem ersten Fall gerät Ardery mächtig ins Schleudern, denn ihr mangelndes Fingerspitzengefühl bei der Personalführung und ihre Unerfahrenheit bei Morddelikten verstärken die Aversionen der Untergebenen. Die sensible Chefin, die die Rolle der Macherin mehr spielt als verkörpert, steht unter Druck, den sie mit ihrem bewährten Mittel, dem Alkohol, zu kompensieren erhofft. Klugerweise bittet sie auch Thomas Lynley um seine Unterstützung. Lynley, der sich seit dem Tod seiner Frau Helen vom Dezernat zurückgezogen hatte, ist geneigt, die ersten Schritte in Richtung seiner alten Profession zu wagen. Auf dem Abney Park Cemetery, einem alten offengelassenen Friedhof, im Londoner Stadtteil Newington wurde die Leiche einer jungen Frau aufgefunden, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Augenfarben als Jemima Hastings identifiziert werden konnte. Augenzeugenberichte, Indizien und eine akribische Recherche im privaten und beruflichen Umfeld der Ermordeten führen zu einer Reihe Tatverdächtiger. Unter ihnen auch der psychisch-kranke Bruder eines weltberühmten japanischen Cellisten, so dass das Interesse der Massenmedien geweckt. Während Isabelle Ardery von einer Täterschaft des Japaners überzeugt ist, gehen Lynley - recht zögerlich – und Barbara Havers – wie immer forsch voran – andere Wege. Eine Spur führt in den New Forest, dem südlichsten Teil der Grafschaft Hampshire, in dem die ermordete Jemima Hastings aufgewachsen ist und bis vor nicht allzu langer Zeit mit dem eingangs erwähnten Dachdecker Gordon Jossie liiert war. Hier in der ländlichen Idylle haben zwei Amateure, Jemimas Bruder Robert und ihre beste Freundin Meredith, auf eigene Faust Ermittlungen aufgenommen.und sind auf sehr fadenscheinige Identitäten gestoßen. Barbara Havers nimmt die Informationen der beiden Laien auf. Im Zusammenspiel mit Lynley, der in London die Fäden in der Hand hält, kann das bewährte Team die Identität des Mörders Stück für Stück aufdecken.

Die Neue

Während sich die Zusammenarbeit zwischen Havers und Lynley schnell wieder auf dem vertrauensvollen Level von damals einstellt, als wenn Lynley gar nicht weg gewesen, beäugen die beiden ihre neue Chefin eher distanziert. Lynley, der enger mit Isabelle Ardery zusammenarbeiten muss, entgehen natürlich nicht deren Fehleinschätzungen, Unsicherheit und heimlicher Alkoholkonsum im Dienst. Mit einer schwer nachvollziehbaren Toleranz begegnet er den Schwächen dieser Frau, die weder ihr Privatleben im Griff hat, noch in ihrer neuen Rolle als Dezernatschefin Führungsqualitäten beweisen kann. Isabelle Ardery ist geschieden, und das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder liegt bei ihrem Ex-Mann, was ihr ganz recht zu sein scheint, denn große Mutterliebe ist nicht an ihr zu entdecken. Aber mehr ist es wohl die Gleichgültigkeit einer fortgeschrittenen Alkoholikerin. Wer den Tag gerne mit einem Irish Coffee beginnt und für das Durchstehen des Tages oder gegen das Zittern der Finger diverse Fläschchen Wodka braucht, befindet sich in einem gefährlichen Stadium der Abhängigkeit. Alkoholkonsum im Kriminalroman gilt ja eher als ein Kavaliersdelikt. Gerade in den angelsächsischen Romanen wird gern und viel getrunken. Da es fast ausschließlich Männer sind, die das tun, wird es auch nicht weiter thematisiert, als fast normal akzeptiert. Hier nun bittet eine kranke Frau unterschwellig um Hilfe und Lynley, der doch anscheinend etwas für diese Frau empfindet, reagiert ziemlich ignorant, was ihn aber nicht davon abhält, zu ihr ins Bett zu steigen. Als Leser bekommt man schon Mitleid mit einer Person, die man eigentlich nicht besonders sympathisch findet. Elizabeth George hat sich immer schwer getan in der Zeichnung ihres weiblichen Personals.Ob nun bei Deborah St.James oder Helen Clyde - um nur die Hauptpersonen zu nennen – die Darstellung einer inneren Zerrissenheit, die schwankt zwischen Hysterie und Empathie, gelingt George meist nur oberflächlich. Am glaubwürdigsten erscheint noch Barbara Havers, die aber seit ihrem ersten Auftritt keinerlei Entwicklung durchgemacht hat. Man könnte bei ihr von Charakterfestigkeit sprechen, wenn sie nicht so unzufrieden mit ihrer Situation wäre. Die "Neue" ist ein Helen-Clyde-Ersatz, ob sie es auch für Thomas Lynley wird, sehen wir dann in der nächsten Folge.

Elizabeth George ist nicht zurück

Die Autorin beweist einmal mehr, dass sie eine großartige Erzählerin ist, die ganz charmant von "ihrem" England zu plaudern weiß. Man hat den Eindruck, dass sie während ihrer Recherche alles aufsammelt, was ihr so begegnet, in einen Sack packt und diesen dann über ihren Roman respektive über ihre Leser ausschüttet, ob es nun passt oder nicht. Der Inhalt ihres Füllhorns reicht von den Auftritten einer Wahrsagerin, eines Maskenkünstlers, eines Numismatikers, über einem Besuch im British Museum, der Kunst des Reetdachdeckens, bis hin zu einem seltsamen Blowjob und einem Goldschatz aus der Römerzeit. Ja, Elizabeth George bietet opulente Unterhaltung, nur die Krimistory bleibt frugal wie immer in den letzten Folgen. George hat schon viel versucht, ihre Plots zu variieren, indem sie die Gewichtung der Personen verschob, unterschiedliche Themen ansprach oder die Schauplätze wechselte, aber ihren Krimiplot hat sie mehr und mehr vernachlässigt. In Wer dem Tode geweiht ist er nur mäßig spannend und wenig ausgefeilt. Als Täter kam nun jeder infrage oder auch keiner, weil es am Ende gleichgültig war.

Den echten Lynley/Havers-Fan wird keine Kritik der Welt von einem Kauf des Buches abhalten, denn er oder sie muss ja lesen, wie es mit den Protagonisten weitergeht. Für den Krimifreund ist Elizabeth George schon länger nicht mehr von Relevanz, was sich wieder einmal bestätigt.

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Letzte Kommentare:
26.07.2018 15:16:23
kritikaster

die rezension von jürgen priester drückt höflich aus, was man weniger höflich kalter kaffee und noch deutlicher blanker schafscheiß nennen könnte.
zuviele personen, zuviel fake-old-england, zuviel unlogik, zuviel nebensächliches blablabla. aber wenn man erst einmal ein paar bestseller produziert hat und eine kritiklose fangemeinde jeden mist kauft, muss man sich keine mühe mehr geben, sein niveau zu halten. das ist wie bei einem alternden opernstar. egal ob der noch bei stimme ist - die leute kaufen karten. traurig.

07.05.2015 17:09:51
H-J Luft

habs in englisch gelesen bin begeistert.wie sie die vielen figuren spannend zusammenhält und einen klasse ende findet : Its awesome nur die frau dickens wurde immer unheimlicher mit ihrer verlogenen emotionaler offenheit.
Versteh auch nicht warum sie am schluß einfach als mörderin aus der Erzählung verschwindet?
Sie hätte ein besseres Ende verdient vielleicht durchbrennen bzw. neuanfang mit Herrn Baker?

12.12.2013 00:06:56
Ulrike Wollenhaupt-Schmidt

Dieses sehr gut geschriebene Buch ist der intelligentesten Parabeln zum Thema "Schuld und Sühne", das ich je gelesen habe, und das in die Jetztzeit übertragen!
Und dazu die englische Atmosphäre, die natürlich an Graham und Granger erinnert. Es ist ein tolles Buch. Und Wiedersehen mit Lynley und Havers macht stets Freude...
Trotz kleiner Längen: Unbedingt lesen!

24.08.2013 18:05:04
Lena

"Wer dem Tode geweiht" ist das erste Buch, was ich von Elizabeth George gelesen habe. Ich kannte Inspector Lynley nur aus der Verfilmung, und ich fand sie echt spannend, und habe so zum Buch gegriffen. Ich finde die Story auch echt spannend, muss aber sagen, dass ich mir das ein bisschen anders vorgestellt habe - ich dachte eher Lynley und Havers würden mehr zusammenarbeiten, stattdessen kam wieder Isabelle Ardery ins Spiel, mit der ich mich das ganze Buch lang nicht anfreunden konnte. Meine Vorstellung vom alten Detektiv-Duo ist also geplatzt. Zwischendurch kam ich auch ziemlich in Verwirrung ( kann aber auch daran liegen, dass ich erst 15 bin ) ,habe aber doch noch wieder reingefunden. Aber alles in allem war es doch ein gutes Buch, und es hat mir eigentlich doch gut gefallen. Ich hoffe aber, dass die Distanz zwischen Lynley und Havers nicht weiter wächst. Ein Hoch auf die Inspector Lynley Mysteries ! :)

22.07.2013 10:41:23
Barbara D

Das Gemecker ist völlig unverständlich. Die Stärke von E.G. sind ihr realistischen und humorvollen Beschreibungen der handelnden Personen und deren Lebenssituationen. Das immer wiederkehrende "Personal" entwickelt sich in einem Tempo, wie es Menschen nun Mal tun. Ich schätze gerade das vertraute Wiedererkennen. (Manch ein Kritiker langweilt sich vielleicht mit sich selbst.) Ich bin begeistert von dem Nebeneinander der verschiedenen Erzählstränge. Gerade das sozialpsychiatrische Gutachten ist sehr realistisch und macht betroffen. Die Zusammenführung der beiden Erzählstränge und die Auflösung des Hintergrundes der Geschichte am Ende ist gigantisch!

05.06.2013 22:58:18
Regina

Off topic:
Ich finde, Michael Lootz Anmerkungen gehen viel zu detailliert auf Dinge ein, die man nicht wissen sollte bevor man das Buch liest - sozusagen "indirektes" Spoilern.
Bitte checkt die Zuschrift daraufhin nochmal (z.B. Schatz, Mordwerkzeug in wessen Besitz, etc...)
Vielleicht bin ich auch nur zu pingelig, aber ich mag es auch nicht, wenn man mir die Spanung nimmt.

Grüße
Regina

31.01.2013 00:37:58
bluesbetty

Das war wohl der schlechteste Krimi von ihr, den ich gelesen habe. Weniger ist doch oft mehr. In diesem Fall hätte der zweite Handlungsstrang entweder vollständig wegfallen oder sehr viel kürzer ausfallen können. Zumal er fast durchgängig wie ein Fremdkörper daher kommt und erst ganz zum Schluß eine Verbindung sichtbar wird. Seltsam ist auch die Auflösung. Nicht, dass der Mörder unlogisch ist, aber es hätte eigentlich auch jeder andere sein können. Überhaupt sind die Charaktere schon sehr eigentümlich. Fast hat man das Gefühl, dass es keine normalen Menschen mehr gibt. Jugendkriminalität, sozial zerrüttetes Umfeld, Soziopathen, schizophrene Paranoia, Alkoholismus, ... ist dann für einen Krimi doch ein wenig zuviel des Guten. Leider bleiben in diesem doch sehr langen Krimi (mehr als 800 Seiten) einige Fragen vollständig ungeklärt, zB woher hatte der Mörder die Mordwaffe? Wie geht es mit Lynley weiter?
Da bleibt mir jetzt noch ein Blick auf die Ermittler übrig. Inspector Lynley ist noch immer in seinen Schmerz gefangen und arbeitet nicht mehr, als Isabelle Ardery auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Wie sehr sie ihrer Inkompetenz freien Lauf lassen kann bei diesem Fall ist schier unerträglich. Ebenso ihre Art mit den Untergebenen umzugehen.
Schleierhaft bleibt mir auch, warum die Autorin nach der Aufklärung noch zwei weitere Kapitel mit ~ 30 Seiten schreibt. [Letzter Satz wegen Spoilergefahr gestrichen. Die Red.]

22.01.2013 18:33:24
Michael Lootz

Es ist mein 1. Elizabeth George Roman und er ist interessant und spannend geschrieben. Ich will hier gar nicht so sehr auf die Story selbst eingehen die hier schon geschildert wurde sondern vielmehr auf die "kleinen" unlogischen Zusammenhänge.

In nicht chronologischer Reihenfolge:
- es ist nicht beschrieben wie das Mordwerkzeug, der Reetnagel, in Frazers Besitz gekommen sein soll
- es ist auch unlogisch, daß sich Jemima's Freundin Meredith Powell nach 1 Jahr Trennung fast schon wie eine Psychopathin jeden und alles als Mörder verfolgt, obwohl Jemima's Bruder Rob täglich telefonischen Kontakt zu Jemima hatte
- noch unlogischer ist das Tatmotiv selbst. Ein Mord, außer bei Psychopathen und aus Eifersucht, wird nicht einfach aus der Vermutung eines Schatzes begangen den noch keiner hat und irgendwo vergraben ist. Wenn, dann nur wenn es geerbt oder beim Tod überschrieben wird, was hier aber nicht der Fall war.
- auch die nach Wildwest-Manier beschriebene Schuss auf Frazer ist Wirklichkeitsfremd. Da war der Satz von Gordon Jossie, eben Gina Dickens zu erschißen, viel Realitätsnäher
- und warum sollte Gordon Jossie die Pistole (und wann hat er sie entwendet?) von Rob Hastings entwenden? Dann doch eher von Gina Dickens, die ja Gordon erschießen sollte (oder eben Frazer wäre der Vollstrecker gewesen) um eventuell den Verdacht auf Rob für den Mord auf Gordon zu lenken
- Die Verdachtsmomente, die Lynley Acting Superintendent Isabelle Ardery vorstellt, sind alles andere als Beweise und teilweise an den Haaren herbeigezogen wie z.B. ein Schatz (das kommt nun wirklich nicht sehr oft vor) als Mord Grund. Zugegeben, Frazer war auf dem Foto wie auch - erst deutlich später identifiziert - Gina Dickens die während der Bildaustellung zu sehen waren aber reicht das wirklich aus? Es hätte sich auch jede andere Annahme hätte ableiten lassen. Frazer hatte noch das beste Alibi, bestätigt von vielen anderen. Um ihn zu verdächtigen braucht es stärkere Beweise als ein Foto um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen. Aber die bleibt die Autorin schuldig.
- auch die Erzählungen des Psychopathen, die nahelegen, daß er der Mörder ist, deutet eher auf einen 2. Psychopathen hin. Denn es wird ja erzählt, wie er versteckt hinter seinen Vorhängen in seiner Wohnung die Sachen säubert. Aber als Isabelle Ardery das Zimmer betritt ist das Waschbecken voller Blut inkl. Mordwerkzeug. Da hat sich wohl die Schriftstellerin zu sehr in den Psychopathen hineinversetzt - oder sollte ich sagen "identifiziert"??
- Die Telefonnumer von Frazer, als Meredith Powell in Gina's Zimmer des Had Hatter Tea Rooms war, wurde unterdrückt. Das dürfte sicherlich auch beim Anruf auf dem Händi von Jemima gewesen sein kurz vor dem Mord. Damit entfällt der Hinweis für die Polizei, das sie von Frazer angerufen wurde.
- das Tatmotiv wird bei Isabelle Ardery bei der Recherche des Mordes völlig außer Acht gelassen was vielleicht ihrer (Isabelle's und vermutlich von der Schriftstellering gewollten) Inkompetenz zuzuschreiben ist.
- die Hingabe von Gina Dickens an Gordon Jossie ist befremdlich, wenn nicht gar weltfremd, aber nicht völlig auszuschließen, etwa wie nach dem Motto von Frank Zander "... für Geld, Gold, Macht tu ich Alles..." im Lied der "Nick-Nack-Man" aus dem Album Wahnsinn

Saustark dagegen die Aufklärung, warum Gordon Jossie sich so merkwürdig verhält, Geheimnisse nicht mal seiner neuen Freundin Gina mitteilt bis hin zu seinem Versuch, Jemima's Wunsch den Schatz zu bergen, zu verhindern und seine Identität zu verheimlichen

13.09.2012 14:00:51
lina

mein erster elizabeth george roman und ich bin sehr enttäuscht. langweilig und langatmig! uninteressante details werden zu ausführlich beschrieben. es ist sehr mühsam sich durch die über 800 seiten zu kämpfen und irgendwann vergeht einem regelrecht die lust am weiterlesen. die zweite erzählung mit den kindern ist unpassend und kommt einem tatsächlich vor wie ein "fremdkörper". null spannung - und das soll ein guter krimi sein? nein danke!

09.07.2012 03:04:46
Edith Kistemann

Zutiefst enttäuscht! Die Verknüpfung der abscheulichen Morde durch Kinder mit den altbekannten Protagonisten, die gar nicht mehr bekannt wirken, macht das gesamte Werk zu einem nicht nur traurigen, sondern ärgerlichen und furchtbar langsatmigen Abklatsch früherer Werke, selbst die Sprache hat sehr gelitten und gleitet teilweise ins Vulgäre ab. So einen George-Krimi brauche ich nicht mehr. War das der Schwanengesang mit der Entthronung von Linley und dem Ende aller Hoffnung für Barbara?
Warum so viel Verbitterung? Der Leser hat sich immerhin durch 827 Seiten gekämpft, denn auch die Spannung war nicht mehr so wie früher. Alles wirkte verkrampft und ach so sehr gewollt!
Es tut mir leid
E. Kistemann

27.04.2012 16:31:26
Cayllie

Am besten gefallen haben mir an diesem Buch die landschaftlichen, bzw. atmosphärischen Schilderungen von E.G.Das hat sie drauf, das mag ich lesen!Hingegen all diese total übertriebenen, z. t. pittoresken Nebenfiguren, mit ihren oberflächlich gezeichneten Psychogrammen, laden das Buch derartig voll, dass mir irgendwann die Lust am Lesen verging.Bei den Hauptfiguren ist das leider von der Entwicklung her genau anders herum: Lynley kann ich inzwischen gar nicht mehr greifen, immer noch voller Trauer und Schmerz läßt er sich auf diese sexuelle Eskapade ein?Die Art wie sie über Sex schreibt, geht mir eh gegen den Strich. Zu viel sexhungrige, masturbierende, unflätige, sonstige Spielarten. Too much! Bringt den Plot nicht voran und passt manchmal einfach nicht rein.
Aufgesetzt...Barbara Havers macht "das Beste aus ihrem Typ?" geht mit einem neunjährigen Mädchen während einer Mordermittlung los, um den optischen Wünschen ihrer Chefin gerecht zu werden? Sie war doch immer das krasse Gegenteil von Schleimer? Oder hatte ich da etwas überlesen?Unglaubwürdig.Außerdem: dass sie als Spannungselement Standes- und soziale Unterschiede betont, dass sie versucht sich in den Jargon und das jeweilige Umfeld einzuarbeiten, liest sich für mich leider von Buch zu Buch zunehmend aufgesetzter.Mir war relativ früh klar, was der Erzählstrang über die Kinder mit dem Hauptplot zu tun hat, bzw. zu tun haben musste.Das fand ich als Spannungselement einen von ihren besseren Einfällen. Zusammen mit dem Gedanken an Schuld, Sühne und Resozialisation - sehr nachdenkenswert.Krimi war dies für mich keiner, das waren ihre Bücher für mich übrigens nie, wohl eher Romane mit Krimi-Hintergrund. Eine ganze Weile habe ich das sehr gern gelesen.Ich glaube die E.G. Ära ist jetzt vorbei für mich.Schade!

15.03.2012 17:52:14
Jan Arne

Erstaunlich, wie widersprüchlich das Buch beurteilt wird! Manche negativen Einschätzungen gehen in ihrer Wortwahl zu weit; verlässt denn diese Menschen jegliche Höflichkeit, wenn sie im Internet publizieren?Das Ende ist schade. Ich mochte Gordon Jossie, den Dachdecker, mit dem der Haupterzählfaden des Buches eröffnet wird. Der Verdacht, dass er eine düstere Verbindung zum zweiten Erzählstrang hat, kam mir relativ bald. Das Vorhandensein beider Stränge scheinbar unverbunden nebeneinander finde ich einen klaren Pluspunkt des Buchs.DI Ardery wurde ja schon in den anderen Kommentaren verrissen, und das hat sie verdient. Die Tatsache, dass es in dem Roman diese verabscheuungswürdige Figur gibt, spricht aber FÜR die Autorin - im Gegensatz zu dem billigen Sex, auf den Lynley sich mit Ardery einlässt: da teile ich die Empfindung, dass George wohl einfach nur mit Gewalt irgendwie Sex vorkommen lassen wollte.Nicht schön ist, wie viel am Ende unaufgeklärt bleibt: Was hat es mit dem skurrilen Matt Jones auf sich, dem Freund von Sydney St. James? Und warum wird der Schatz, der das Verbrechen ausgelöst hat, nicht gehoben?Die größte Schwäche des Buches aber - neben dem wie so oft unsäglichen Klappentext, der schon die Hälfte verrät - ist aber aus meiner Sicht, dass man als Leser/in häufig die "falschen" Figuren "mag". Meredith und Rob, zwei, die man am Ende offenbar "mögen soll", finde ich widerwärtig kleinkariert.Die Länge des Buches hingegen stört mich gar nicht: Wenn ich beim Lesen in eine Welt eingetaucht bin, freue ich mich, wenn sie eine Weile vorhält. Auch das Thema "deklassierte, asoziale Kinder" finde ich zu wichtig, um es sich wegzuwünschen; dieser "zweite Strang" war außerdem imstande, in mir erheblich mehr echtes Krimi-Grauen zu wecken als der Hauptstrang, gerade weil - wie ein anderer Kommentar bereits erwähnt - die bürokratische Sprache des Jugendamt-Protokolls so seltsam sperrig und unangemessen dafür wirkt! Das ist eine brillante Umsetzung sozialer Realität in Text: Es zeigt, wie Gesellschaft und Sprache angesichts solchen Grauens gleichermaßen hilflos schockiert sind.Der Zusammenlauf der beiden Fäden am Ende schließlich stellt die Frage nach Schuld und Sühne (oder möglicher Vergebung; oder der Berechtigung einer zweiten Chance) in einer Eindringlichkeit, die in der postmodernen Literatur sehr selten begegnet.Mein Fazit: Ein trotz Schwächen starkes Buch!

05.03.2012 18:29:10
Krimitante

das es qualitative unterschiede innerhalb einer reihe gibt ist schon klar. aber das? selten einen so schlechten krimi gelesen.
und das obwohl ich- eigentlich- lyney-fan bin. schon die letzten beiden bände waren, na ja, vorsichtig gesagt, nicht gerade gut. aber diesmal stimmt gar nichts. krude story, schlecht gezeichnete charaktere, viel zu viele nebensächlichkeiten die breitgetreten werden, keine spannung. 800 seiten zu viel. wo ist die "alte" e.george geblieben? ich gebe nicht auf zu hoffen und warte noch den nächsten band ab. fällt der ebenso aus, bin ich aus dieser reihe draussen!

03.02.2012 17:25:00
G.H.

Wow! Habe das Buch gerade zu Ende gelesen und bin begeistert. EG hat sich selbst an Spannung übertroffen. Man fragt sich die ganze Zeit, was soll sie zweite Geschichte bedeuten und dann spannt sie de Bogen auf diese Art. Darauf wäre ich nie gekommen. Lynley scheint ja fast wieder der Alte zu sein, aber Isabelle Ardery ist wohl nicht die Richtige für ihn. Das ist das einzige, was mir nicht gefällt, aber es ist ja noch nicht viel geschehen und wie ich EG einschätze, lässt sie sich auch noch etwas Besonderes einfallen. Ich freue mich schon auf den nächsten Band.

09.12.2011 17:58:06
carrie39

kurz und knapp.endlich mal wieder eine echt sehr gute elizabeth george.

DAS SICH DIE FIGUREN IN DIESEM BUCH NICHT IMMER SO VERHALTEN...WIE WIR ALS LESER ES UNS OFTMALS WÜNSCHEN...FINDEN WIR AUCH OFT GENUG IM WAHREN LEBEN:
WAS VIELEN AUTOREN NICHT GELINGT SCHAFFT E.G. HIER .SPANNUNG UND LESEVERGENÜGEN BIS ZUR LETZTEN SEITE.

DAS BESTE BUCH DAS ICH IN DIESEM JAHR GELESEN HABE...

18.10.2011 11:17:13
frauke philipsen

Lynley ist zurück -und Elizabeth George auch !Ich habe eine lange Lesepause gemacht, um die schlechten Bände aus dem Kopf zu bekommen und habe jetzt die letzten 3 Lynley/ Havers- Bücher in einem Rutsch gelesen und dieser letzte Band ist definitiv die Rückkehr von E. George auch für Krimifans.Es ist wieder spannend und es wird wieder richtig ermittelt. Das war ein bißchen verloren gegangen und die beiden Bände mit dem Tod von Helen und LynleysTrauerphase haben mir noch nicht wieder so gut gefallen wie dieser letzte Band.Jetzt bin ich wieder richtig heiß auf den nächsten Band. Allerdings ist ein Jugendbuch von E. George angekündigt und ich weiß auch nicht, ob die Bücher für den Kindle erscheinen. Ich hoffe es sehr, denn neue Bücher kaufe ich noch als e-book. Das ist die Zukunft des Lesens. Bequemer, mobiler und platzsparend !

21.08.2011 13:08:09
Leollo

E. G. hat mal hochspannende Krimis geschrieben. Jetzt scheint sie sich einen neuen Leserkreis aufbauen zu wollen. Wer sich gerne langweilt sollte hier zugreifen. Ähnlich wie bei der Autorensünde "Doch die Sünde ist scharlachrot .. ", ist E. G. aufs Äußerste bemüht, ihre Schallmauer von 800 Seiten zu überspringen. Bravo! Geschafft. Allerdings ist der Leser dabei auf der Strecke geblieben. Um spannende sozialkritische Bücher zu schreiben, braucht es mehr als diesen boulevardesken Schreibstil, der in seinem Blabla auch oben genanntes Buch auszeichnet. NIE WIEDER E.G.! Ab in den Papiercontainer (leider drei Straßen weiter, sonst wäre ich dort Stammgast, denn E.G. ist nicht die einzige, die nur noch für die Recycle-Anlagen produziert).

29.07.2011 15:18:24
Anne Gutjahr

Ich habe mit das Buch aus der Bibliothek ausgeliehen und es mit in den Urlaub zu nehmen. Für mich sind Elisabeth -George-Romane immer kleine Heiligtümer. Allerdings war ich etwas enttäuscht.Es ist stellenweise sehr langatmig geschrieben und ich kann wirklich nichts mehr lesen von gestörten Jugendlichen/Kindern aus zerrütteten Elternhäusern. Das war in den letzten Büchern schon so. Das Treiben der Hauptpersonen fand ich nicht immer logisch,vorallem das verhalten von Lynley.Hat mich aber nicht wirklich gestört. Ich wünsch mir,das das nächste buch mal wieder so wird wie viele frühere Bücher über Lynley/Havers.

23.06.2011 22:22:47
Käthe

Mir hat das Buch recht gut gefallen. Zwar haben mir zu Beginn die Vernehmungsprotokolle nicht so zugesagt, doch je weiter ich gelesen habe, desto weniger störend fand ich sie. schade fand ich die Entwicklung Lynley - Ardery. Das Verhalten Lynleys hierzu paßt nicht zu seiner bisherigen dargestellten Persönlichkeit. Ich würde mir auch wünschen, dass Ardery im nächsten Buch ihre 2. Chance ebenfalls nicht nutzt, da sie gravierende Fehler gemacht hat und Ihr Alkoholmißbrauch nichts für eine Person dieses Jobs ist. Für Havers finde ich die angedeutete Entwicklung ihres privaten Lebens traurig - ich würde ihr so wünschen, dass sie endlich ihrem Nachbarn näher kommt. Auch hat sie ja durch die angeordnete Kleiderordnung einiges mitgemacht und könnte etwas positives gut vertragen.
Der Fall an sich ist sehr spannend und ich habe das Buch in wenigen Tagen ausgelesen, denn bis kurz vor dem Ende hat man noch keine Gewissheit, wer der Mörder ist.
-> Fazit: Ein spannendes, gutes Buch!

16.06.2011 20:53:39
Margitta

Ich habe das Buch sehr schnell gelesen.
Es war sehr spannend geschrieben.Ich habe noch in Erinnerung,daß es in England einen ähnlichen Fall ( Kinder die einen Mord beginnen )gab !.Nur am Rande bemerkt !
Es ist gut,daß Insp.Linley wieder da ist.Allerdings hat mich die neue Vorgesetzte sehr gestört und das amouröse Abenteuer hat mich sogar geärgert.Fand ich unnötig !
Aber davon abgesehen kann ich das Buch empfehlen !

09.06.2011 11:51:31
Horst-Uwe Beysiegel

Bei der Lektüre des Buches verfestigte sich eine Überzeugung bei mir immer mehr: Das ist das letzte Buch von Elizabeth George, welches ich lesen werde. Dafür gibt es mehrere Gründe: Offenbar ist die Autorin der Meinung, dass jedes Buch von ihr etwas dicker sein muss als sein Vorgänger, dies lässt sich jedoch nur erreichen durch eine immer größere Geschwätzigkeit. Da werden belanglose Szenen unerträglich ausgedehnt, da wiederholen sich Aussagen, manchmal gibt es über diesselbe Person auch sich widersprechende Beschreibungen - kurz: ich werde de Eindruck nicht los, dass bei der Erstellung des Buches manchmal schlampig gearbeitet wurde - von wem auch immer, ob schon im Original oder bei der deutschen Übersetzung, vermag ich nicht zu sagen. - Was mir auch gar nicht gefiel, ist die Masche, eine zweite Geschichte einzubauen, deren Zusammenhang zur Hauptgeschichte sich erst am Ende enthüllt. Und: (dies mag eine sehr persönliche Macke von mir sein) Ich will auch nichts mehr lesen von kriminellen Jugendlichen, die aus entsetzlichen Elternhäusern kommen. Dritter Einwand: E.G. scheint der Meinung zu sein, dass eine Prise Sex der Geschichte nur gut tun könne. Dass sie jedoch zu glauben scheint, dies mit der Einstreuung von einigen Ausdrücken aus der Gosse erreichen zu können, kann ich nicht verstehen.

31.05.2011 16:26:52
Anylmala

Ich hab mir das Buch aus unserer Bibliothek ausgeliehen und bin enttäuscht. Noch nie hab ich so lange für ein Buch von E.G. gebraucht wie dieses Mal. Aber ein Trost gibt es, lesen Sie es im Original, dann ist es nicht gar so langweilig und langatmig. Ich sehe mir im Moment die Filme mit Nathaniel Parker und Sharon Stone auf ZDF Neo an, manche sind auch ganz prima.

03.05.2011 23:39:12
Uschi

Als bekennender Lynley/Havers-Fan muss ich leider sagen, dass ich mit diesem Buch nicht zufrieden bin. Und das liegt wohl ganz an Isabelle und der für mich unerklärlichen Reaktion von Lynley auf diese Person. Von Anfang an hatte ich Angst. Angst dass er mit ihr eine Affäre beginnt. Das lässt sich mit meiner Vorstellung von Lynley nicht vereinen. Dass er sie unterstützt weil sie einige menschliche Probleme hat (Trunksucht, Schwierigkeiten mit dem Ex-Mann, Vernachlässigung der Mutterpflichten, keine Führungsqualitäten) kann ich ja noch nachvollziehen, ist mit seiner Rolle als "Heiliger" vereinbar. Aber spätestens als sie die Ermittlungen in Gefahr bringt hätte sich der "alte" Lynley vehement eingeschaltet und diese Person ausgeschalten. Aber was lässt ihn EG machen? Sie schickt ihn mit ihr ins Bett, obwohl er einige Seiten vorher noch von seiner verstorbenen Frau als sein Licht gesprochen hat. DAS PASST NICHT!Zur Story selbst muss ich sagen, dass sie lange nicht so spannend war wie manch andere von EG.So warte ich schon gespannt auf das nächste Buch und hoffe dass sich "diese Person" dann entweder selbst ins Aus schießt oder entscheidend dazu gelernt hat und um einiges sympathischer wird.

06.04.2011 18:00:33
Peter Lenz

Ich habe das Buch auch gerade fertig gelesen und bin begeistert. Nach dem - für mich enttäuschenden - letzten Band ("Denn scharlachrot...") wieder ein back to the roots. Sicher, wer EG liest, liest eigentlich keinen Krimi sondern eine Milieaustudie mit Krimihandlung als Feigenblatt. Und tatsächlich, die Auflösung des Falles als solches ist banal, aber wem interessierts? Den Kommentar von hans-hermann lorig betreffend "pseudosozialpsychologischen Tonfall" kann ich keinesweg bestätigen. Gerade die Schilderung des Unfassbaren als sachliches Vernehmungsprotokoll stellt dieses auf eine sehr distanzierte Ebene und ermöglicht auch eine emotionslosere Betrachtung des Geschehens. Und wie schon in "Am Ende war die Tat" (ich glaube, da gehöre ich zu den Wenigen, die auch hiervon begeistert waren) ist es wahrscheinlich das Anliegen der Autorin zu differenzieren: es gibt das Böse aber nicht den Bösen. Menschen, also auch Kindermöder, tragen alle Facetten ins sich. Ich glaube der Appell ist sich dessen bewusst zu sein: das Böse zu bekämpfen indem man die Umwelt ändert und nicht den Täter lyncht. Ich finde, das ist EG gelungen.
Also von mir 95%.
Zusatz: die Affäre Lynley Ardery finde ich zwar provokant aber auch spritzig/witzig. Lynley kehrt offensichtlich in das reich der Lebenden zurück

13.02.2011 00:11:37
Loreley

Sicher: es ist immer dasselbe. Mindestens 1 Leiche, ein paar verkorkste Personen, ein aus der Bahn geworfener Detektiv und trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wer es jetzt war.

Klar: Lynley nervt, Deborah St. James trägt eine Leinenlatzhose, in der sie nicht aussieht wie ein Teletubbie und wir wissen alle, dass Zigaretten und Pommes nicht gesund sind.

Wenn man sich die Mühe macht, über das Buch nachzudenken und in Folge auch die anderen Werke der Autorin in einem kritischen Licht betrachtet, kann man sich über Äußerungen wie: "E. George ist zurück" wundern und sich die Frage stellen: Wann war sie denn weg?

Ok. "Am Ende war die Tat" war oberflächlich anders - aber genau genommen doch nur, weil die übliche Besetzung (Lynley + Co) fehlte, d.h.: die Guten, die Gemüse essen, die nur ein Glas wohlgekühlten Weißwein trinken und aus deren Reihen tragischer Weise eine Person zu Tode kam, die vielleicht ansatzweise sympathisch wirkte.

Wohlgemerkt: das sind Gedanken, die man sich machen kann, wenn man anfängt über die Bücher von Elizabeth George nachzudenken. Wenn man das nicht tut, muss man gestehen, das Frau George ihr Handwerk versteht und spannende Geschichten erzählt, die ihre Leserinnen dazu bringt, ihren Haushalt sträflich zu vernachlässigen. Ich bekenne, ein Mitglied dieser Leserschaft zu sein.

16.01.2011 16:04:27
Sylvia Dormann

.Hab mich so auf das Buch gefreut, habs mir von meinem Mann zu Weihnachten schenken lassen.Auf jeden Fall besser als die letzten beiden, jedoch kein Vergleich zu all den anderen, tollen Büchern. Sehr enttäuscht bin ich von der Darstellung der bekannten- Alles nur wiederholungen, nichts Neues von St.James usw. Havers wird total lächerlich dargestellt, das Nachbarmädchen scheint überhaupt nicht älter zu werden, immer wieder wird herumgeritten auf den titel von Lynley, endlose Monologe, wie er denn nun angesprochen werden muss-will-sollte-fürchterlich.Dann steigt er , 5 monate nach dem Tod seiner Frau, mit seiner Vorgesetzten ins bett, die er gerade aus dem Sauf-koma "geduscht" hat-total unrealistisch und übertrieben.
Spannend wars trotzdem, über langatmige Erzählungen habe ich weggelesen, was mir sonst früher nie passiert ist bei ihren Büchern. Freue mich trotzdem auf das nächste, hoffentlich bessere, Buch.

13.01.2011 14:10:27
günter zech

ICH BIN ENDLICH MAL WIEDER RICHTIG GUT ÜBERRRASCHT WORDEN-
NACH -WO KEIN ZEUGE IST - WOLLTE ICH MIR NUR NOCH DIE TB-AUSGABEN DER BÜCHER VON E. George - oder überhaupt keins ihrer bücher mehr kaufen
DIE SÜNDE IST... bekam ich als geschenk im oktober-erstaunlicherweise war das buch lesbar für mich.
ICH HÄTTE NICHT GEGLAUBT DAS E. GEORGE
SICH WIEDER STEIGERN KÖNNTE-DENN NACH- WO KEIN ZEUGE IST -MEINTE ICH AUCH DAS IHRE FIGUREN KEINE ZUKUNFT MEHR HABEN.
DAS NEUE BUCH IST ABSOLUTE KLASSE-WIEDER ALS GESCHENK BEKOMMEN-UND SOEBEN GELESEN. UNBEDINGT LESEN!

11.01.2011 00:40:46
Antje

Na - so langsam scheint sich Frau George wieder auf die richtigen Pfade zu begeben - nach Entgleisungen wie "Am Anfang war die Tat" kann man endlich wieder auf echte Lynley & Havers-Schmöker hoffen! Das Buch war eigentlich nicht unspannend und macht wiede Lust auf mehr. Bloß diese ätzende Isabelle Ardery ist ja wohl voll daneben - dass uns diese Dame wohl die nächsten Bücher erhalten bleibt, ist wirklich unerhört - und absolut unlogisch. Selbst Thomas Lynley - der eh zu gut ist für diese Welt - hätte hier mal seine Scheuklappen ablegen und der werten Dame - als am Ende die logische Konsequenz anstand - mit einem eleganten Tritt ins Nirwanan verabschieden sollen ... schade! Da haben er und wir Leser was Besseres verdient! Und wann findet endlich Barbara Havers mit ihrem Nachbarn ihr Glück?? Also Leute, hier gibt es noch Potential - hoffen wir, dass Frau George das Beste draus macht!

03.01.2011 13:18:40
Linnet

Jeder Lynley- Havers Fan muss sich dieses Buch kaufen (ich zähle mich selbst dazu), aber nicht weil der Plot so interessant ist sondern weil es Lynley und Havers sind. Das ist Argument genug sich dieses Buch zu kaufen. Wie gesagt ist die Geschichte an und für sich nicht so fesselnd und als Leser kann man getrost ein paar Seiten überblättern... Dies spricht nicht gerade für das Buch.
Die neue Isabelle Ardery ist alles andere als sympathisch und als Leser hofft man, dass sie möglichst bald wieder verschwindet.
DAs Buch ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Neben Lynley und HAvers natürlich die St. James, Hillier und Nkata.
So werde ich auch das nächste Buch kaufen um mich mit meinen alten ,,Freunden" zu treffen und zu erfahren ob dei St. James ein Kind adoptieren und endlich glücklich werden oder wie es mit Haddiyah weitergeht. Elizabteh George hat Glück, dass ihre Fans jedes Buch kaufen. Hätte ein andere Autor die Handlung beschrieben, wäre es definitv mein letztes von ihm.
Aber das ist der Mythos Lynley/Havers.

03.01.2011 10:28:57
qaparha

Wem das Buch zu viele Seiten hat und wem die detaillierten Angaben langatmig erscheinen, dem empfehle ich einen Jerry Cotton mit 62 Seiten !!!

Das Buch ist wie "jedes" vorherige von E.G. einfach grandios; sehr unterhaltsam, ohne großes TamTam.Ich finde es sehr traurig, dass es bis zum nächsten wieder so lange dauert.

31.12.2010 13:59:43
Antje Schmalzbauer

Isabelle Ardery, Anwärterin auf die Stelle des Detective Superintendent bei New Scotland Yard, soll den Mord an einer jungen Frau aufklären. Isabelle soll die Nachfolge von Thomas Lynley antreten, der nach dem Tod seiner schwangeren Frau, noch nicht weiß, ob er je zum Yard zurückkehren wird. Sie muss sich bewähren, doch einige Kollegen treten mir ihr in Konkurrenzkampf und sie hat auch ein ungeordnetes Privatleben mit so einigen Problemen.
Als Isabelle merkt, dass sie mit ihrem Vorgehen bei den Ermittlungen wenig erfolgreich ist, beschließt sie Thomas Lynley zur Rückkehr zu bewegen, um sie zu unterstützen. Lynley stimmt zu und so kommt es wieder zu einer Zusammenarbeit mit Barbara Havers - doch können sie sich auf alte Stärken besinnen und sind sie noch ein Team?

Nach den beiden Vorgängern, die doch etwas von den üblichen Elizabeth George Krimis abgewichen sind, ist dies wieder ein "typischer". Die Autorin führt den Leser penibel genau in die Handlungsstränge ein. Und wie immer gibt es auch eine sog. Nebengeschichte. Mit dieser beginnt auch das Buch. Es werden drei Familien vorgestellt, und jeweils ein Sohn dieser Familien ist in ein Verbrechen verwickelt - in welches wird erst nach und nach preisgegeben. Diese Nebengeschichte hat auch einen realen Hintergrund, denn es gibt einen ähnlichen Fall, welcher 1993 in England passiert ist.

Elizabeth George bedient sich einer sehr dichten Sprache und beschreibt sehr detailliert. Man erfährt wieder viel über London, wie die Menschen dort leben und es wird auch das bedrückende, graue und nicht so strahlende London beschrieben, denn soziales Elend gibt es überall.
Etwas neu war die gewisse Komik in dieser Geschichte, denn Isabelle und Barbara werden auf Dauer wohl keine Freundinnen werden. Allerdings hat George mit Isabelle Ardery nicht gerade eine sympathische Protagonistin ins Spiel gebracht. Aber Raum für Entwicklung gibt bei dieser "Rolle" allemal, sollte sie sich auf ihrem Posten halten können.

Ein neuer Lynley und doch irgendwie der Alte. Vertraut und doch ein bisschen neu. Für Fans der Reihe auf jeden Fall empfehlenswert. Elizabeth George findet immer wieder eine Möglichkeit den Leser noch zu überraschen und Neues in die Serie einzubauen. Da bin ich gespannt, wie viele Lynleys es dann noch werden.

30.12.2010 20:06:54
Marianne andre

ich beginne es jetzt und habe ALLE E.G.-Bücher gelesen--und freu mich immer wieder auf ein Neues---also bin ich gespannt.
Versuche immer wieder meiner Tochter und Sohn- zu überreden E.G.Bücher zu lesen. Hat man mal eines gelesen, denke ich, kommt man einfach davon nicht los.
Den Lynley selber--und Hayvers- finde ich großartig geschildert---nur die Verfilmungen sollte man lassen---die kommen an die Bücher absolut nie ran.

26.12.2010 01:42:07
Sagota

Ich muss dem Rezensor der Krimi-Couch absolut widersprechen: George ist immer wieder in der Lage, sich zu steigern bzw. kein Buch ähnelt dem anderen; wohl findet man/frau jedoch die Figuren wie Lynley und Havers etc. wieder! Auch wenn es manchen Lesern langatmig erscheint passagenweise, finde ich die Darstellung der Hintergründe sehr gelungen, auch die parallelen Erzählstränge, die letztendlich einen Sinn ergeben! Keinen Sinn hingegen ergibt eine Gesellschaft, in der es außerhalb der Vorstellungskraft der Menschen liegt, dass auch Kinder zu Bösem fähig sind: an Sozialkritik hat George (zurecht!) nicht gespart und zeigt hier auch gute Ideen auf, wo etwas passieren müsste, bevor etwas Boshaftes passiert. Ich habe das Buch soeben ausgelesen und mich trotz schwieriger Thematik (Kinder verüben Morde - bis hin zur Änderung der Identität) auch amüsiert, besonders über die Darstellung der Trunksucht der "Neuen"... - die Fläschchen lagen wie kleine Babys in ihrer Tasche... sowas kann nur Elizabeth George! Nach den beiden letzten Büchern, die ich auch nicht so gut fand wie die 12 ersten, hat sie m.E. zu ihrem Stil zurückgefunden, wie Lynley zur Met - absolut empfehlenswert und 98 Punkte!

21.12.2010 09:36:13
hans-hermann lorig

Das ödeste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Über manche Längen konnte man seitenweise wegblättern, die Charaktere bleiben Plastikware, ein wirklicher Plot fehlt. Und daß Linley mit der saufenden Isabelle im Bett landet, durfte man von der ersten Begegnung der beiden an erwarten. Elizabeth George ist scheinbar alle Finesse ver- loren gegangen. Am problematischsten aber finde ich den - auch schon in "Am Ende war die Tat" festzustellenden - pseudosozialpsychologischen Tonfall, der nach einem grauenhaften Mord an einem Kleinkind die armen fehlgeleiteten Täterchen als Opfer ihres Umfeldes und des britischen Rechtssystems darstellt.

14.12.2010 16:55:34
laverna

Spannend ist das Buch schon, aber mich stört diese Doppelgleisigkeit der Handlungen. Allerdings habe ich es noch nicht fertig gelesen-vielleicht ergibt alles dann am Ende einen Sinn.
Einige Schilderungen sind sehr weitschweifig und nicht so interessant,die man meiner Meinung nach weglassen hätte können.

25.11.2010 17:18:40
Lieschen1

Gerade ausgelesen!!
Ich fand es spannend, sehr gut geschrieben.
Und das Tollste: alle sind wieder dabei!!!
Habe alle ihre Bücher mit Begeisterung gelesen, und nachdem ich das Buch
" Am Ende war die Tat" nach ca. 1/3 nicht weitergelesen habe, da ich dieses Buch schrecklich fand, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch.
Kann es nur empfehlen, von mir gibt es 98°

12.11.2010 19:53:13
Dietrich Eisele

Dieser Krimi ist langatmig, George verliert sicg in unnützen Details, um die dünne Handlung auzuwalzen, Sie scheint mit ihrer Figurenkonstellation in einer Sackgasse gelandet zu sein. Jeder Weg von Anch B wird, beschrieben, Figuren, die nur kurz auftauchen, mir ihrer ganzen Biographie vorgestellt. den Plot hätte man ohne Verluaste aucg auf vierhundert Seiten abhandeln können.

05.11.2010 20:38:50
Amanda Libris

Lynley ist wieder da! Alle sind wieder da: Allen voran Havers, Deborah und ihr Mann St.James, Nkata und Hillier. Eine Neue bei Scotland Yard soll Superintendend werden und hat während ihrer Probezeit einen sehr komplizierten Fall zu lösen. Da sie Lynley von einem frühren Fall her kennt, bittet sie ihn, sie zu unterstützen. Parallel dazu wird die Geschichte dreier Kinder erzählt, die ein Kleinkind aus einem Einkaufszenter entführen. George zeichnet ein genaues Bild der Gesellschaft, in der Kinder kriminell werden. Und natürlich hat diese Geschichte auch etwas mit dem Mordfall zu tun, den Lynley und Havers aufklären. Alle Charaktere sind genau gezeichnet und entwickeln sich innerhalb der Handlung weiter. Gerade das macht diese Figuren so lebendig. Aber ich will hier wirklich nichts verraten!!! Lesen!

22.10.2010 06:49:51
Maria-luise

Inspector Lynley ermittelt wieder nach seiner Auszeit, er hilft einer Kollegin. Diese Kollegin ist nicht gerade ein Sympathieträger und meint, von Sergeant Havers ein modisches Erscheinungsbild zu verlangen. Köstlich die Szene ,wenn Barbara mit ihrer kleinen pakistanischen Nachbarin Kleidung und Make-Up einkaufen geht. Der Fall " die ermordung einer jungen Frau"zieht einen in seinen Bann. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Ich habe es mit viel Vergnügen gelesen.