Glaube der Lüge

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2012, Seiten: 8, Übersetzt: Stefan Wilkening, Bemerkung: gekürzt

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Jürgen Priester
Der Schrecken nimmt kein Ende

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mai 2012

Glaubet nicht den Lügen, die euch weismachen wollen, der nunmehr siebzehnte Band dieser Reihe sei Elizabeth Georges längster Roman, es sei psychologisch feinsinnige, gar spannende Unterhaltung. Unterhaltung ja, denn die Autorin ist unbestritten eine exzellente Erzählerin, aber die erste und einzige spannende Stelle findet man tatsächlich erst auf Seite 640.

Betrachtet man die Entwicklung in ihren letzten Romanen, muss man feststellen, dass Elizabeth George sich definitiv vom angestammten Krimi-Publikum verabschiedet und nach einer anderen Klientel sucht, die sie auch finden wird oder bereits gefunden hat. Inspector Linley und Seargent Havers, die Kristallisationsfiguren früherer Krimi-Handlungen, sind zu Nebendarstellern degradiert und dienen nur noch als Steigbügelhalter für eine Familiengeschichte, die einer Schmierenkomödie nicht unähnlich ist. Glaube der Lüge beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Animositäten innerhalb der geadelten Familie Fairclough, die ihren Wohlstand dem Vertrieb von exklusiven Kloschüsseln (sic!) zu verdanken hat. Der Handel mit diesen Sanitärartikeln, sicherlich ein ehrenwertes Geschäft, wirkt in einem Roman schon etwas befremdlich. Sollte Elizabeth George vielleicht den Humor für sich entdeckt haben? Einige Figuren stärken diese Vermutung, wie z.B. der jüdische Möchte-Gern-Klatschreporter Zedekiah Benjamin, dessen durchgängige Auftritte und Dialoge wohl zur allgemeinen Belustigung gedacht sind, aber in ihrer Dürftigkeit nur peinlich wirken. Nichtsdestotrotz geben sie der Story Volumen, leider ohne auch nur ein Quäntchen an Substanz zu vermitteln. Dieser Hansel strapaziert die Nerven der Leser schon gleich zu Anfang, bevor sich der Fokus auf den Haupthandlungsort im englischen Lake District richtet.

Dort auf Ireleth Hall, am Ufer des Lake Windermere gelegen, residiert Lord Fairclough vormals Bernie Dexter, der sich aufgrund seiner innovativen Ideen nicht nur vom kleinen Angestellten bis an die Spitze des Betriebes hinaufgearbeitet hat, sondern gleichzeitig auch das Herz der Erbin von Fairclough Industries erobern konnte. Als Vorstandsvorsitzender hatte er das Tagesgeschäft in die Hände seines Neffen Ian Cresswell gegeben, da ihm sein eigener Sohn wegen dessen Alkohol- und Drogenprobleme nicht vertrauenswürdig erschien. Cresswell, beruflich erfolgreich, ist in seiner Ehe weniger glücklich, denn eigentlich ist er homosexuell. Er hatte gerade sein Coming-Out, hat Frau und Kinder nach langjähriger Ehe verlassen, will sogar seinen aktuellen iranischen Lover heiraten, wovon dieser sich wenig begeistert zeigt. Nach einem Streit rast Cresswell, emotional aufgeladen, zum Bootshaus seiner Eltern am Lake Windermere, um sich mit seinem Ruderboot so richtig auszupowern. Bei seiner Rückkehr rutscht er am Anleger auf einem lockeren Stein aus, schlägt sich den Kopf an einer Mauer, stürzt ins Wasser und ertrinkt. Ein Unfall – wir Leser sind live dabei.

Die lokalen Ermittler und der Gerichtsmediziner kommen nach gründlicher Untersuchung zum selben Ergebnis: Unfalltod durch Ertrinken ohne Fremdeinwirkung. Aus unerfindlichen Gründen sind die alten Faircloughs mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Lord Bernie wendet sich an Lord Asherton – sprich Thomas Linley – in London, um den Fall noch einmal durchzuackern. Linley reist in Begleitung des Ehepaares St. James in den Lake District. Simon St. James, der anerkannte Forensiker, nimmt sich der Untersuchungsberichte an, während sich seine Frau Deborah als Reporterin getarnt an die Faircloughs heranmacht. Die Kriminalisten Linley und St. James können auch nichts anderes als den Unfalltod zu bestätigen, obwohl Linley bei seinen Befragungen der Familie auf reichlich Mordmotive stößt. Doch Mordgedanken sind halt kein Verbrechen. Zeit wieder abzureisen, denkt jeder vernünftige Mensch, doch der übergroße Sack mit familiärer Schmutzwäsche ist geöffnet.

Wenn man nach einem Schlüsselwort für die sich nun entfaltenden Familienkonflikte suchen würde, käme einem am ehesten der Begriff Fortpflanzung in den Sinn, denn das ist das beherrschende Thema in dieser Familie - und wohl auch das der Autorin. Das Leiden von Deborah St. James über ihre Kinderlosigkeit schleppt sich schon durch etliche Romane und erreicht hier seinen schaurigen Höhepunkt. Die Faircloughs praktizieren Fortpflanzung in allen möglichen und unmöglichen Kombinationen, in ehelichen und außerehelichen Situationen, mehr oder minder erfolgreich. Es ist nicht so, dass Elizabeth George jetzt den Slogan "Sex sells" für sich entdeckt hätte. Dafür ist sie viel zu prüde, wie die einschlägigen Szenen auch in früheren Werken der Autorin zeigen. Nein, es geht um ernste Dinge wie Leihmutterschaft, In-vitro-Fertilisation und Adoption, die im Kontext mit den wohlhabenden Diskutanten fast wie Luxusprobleme erscheinen. Das ist vielleicht auch das große Problem des ganzen Romans, dass Elizabeth George eine Enklave des Landjunkertums beschreibt, die sonst eher in Liebesromanen zu finden ist, die mit der Realität nur vage verbunden ist. Aber für Romane dieser Art gibt es ein breites Publikum.

Zur Vollständigkeit sei erwähnt, dass Barbara Havers auch noch mit von der Partie ist. Sie muss weiterhin das nach Liebe dürstende Mauerblümchen spielen, für Linley die Laufarbeit in London erledigen und den ungeliebten Computer traktieren, wobei ihr ein unglaubwürdiges Kabinettstückchen gelingt. Für ihre Interimschefin Isabelle Ardery muss sie sich weiter verbiegen, aber nicht mehr lange, denn deren Tage scheinen gezählt.

Der Roman endet mit einem Cliffhanger, mit dem die Herz-Schmerz-Fraktion voll auf ihre Kosten kommt, dessen Auflösung sie sehnlichst herbeiwünschen wird.

Seine ersten Linley-Romane las der Rezensent vor 20 Jahren und hat sie in bester Erinnerung, wobei er nicht ausschließen kann, dass es sich um eine Art nostalgischer Entrückung handelt. Vielleicht ist es an der Zeit, noch einmal von vorne anzufangen. Glaube der Lüge macht wenig Hoffnung, dass Elizabeth George eine Kehrtwende zurück zum Kriminalroman, der konzentriert und spannend geplottet ist, plant. Oder doch? Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Bis dahin, farewell Elizabeth.

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Letzte Kommentare:
25.08.2015 10:21:05
bombyx mori

Stimme dem zu: die früheren Romane von E. George waren besser. Dass die Mutter von Havers wieder mit von der Partie ist ist schon sondebar. Deborah NERVT!
Sie ist weder eine Polizistin oder Forensikerin oder gar eine Psychologin. Wie ein Elefant im Porzellanladen wütet sie in anderer Leute Leben. Schade um Helen, aber vielleicht steht die ja auch von den Toten wieder auf, so wie Havers Mutter.;-))

17.03.2015 18:45:17
hannelore

ich bin kein Fan von Frau George; sie suhlt sich für meinen Geschmack viel zu sehr in den ekelhaften Tümpeln der menschlichen Fehlbarkeit. Sympathisch ist von den Figuren kaum jemand, Havers vielleicht ausgenommen. Dem Helden Linley ein etwas übelriechendes Sexverhältnis mit seiner Vorgesetzten anzuhängen ist auch nicht grade glücklich und macht ihn weder glaubwürdig noch sympathisch. Wenn George schon jemanden umbringen musste, warum dann ausgerechnet die einzig erfreuliche Person in der langjährigen Reihe, nämlich Lady Helen? Die nervtötende Deborah hätte sich viel besser geeignet und wir wären sie endlich los - aber nein!
Und was die Handlung dieses Krimis angeht, so ist sie an den Haaren herbeigezogen und so überflüssig wie das ganze Buch. Nein - es war ein neuer Versuch, aber ich mag die Dame immer noch nicht!

16.03.2015 23:34:05
kianan

Dass man über diesen Krimi der Serie gespaltener Meinung sein kann, kann ich nachvollziehen. Nach Auslesen des Buches saß auch ich zunächst fünf Minuten da und überlegte, was ich von dem Aufbau und dem Ende der Geschichte halten soll. Doch dann erschien ein Grinsen in meinem Gesicht: Ich fand die Idee dazu neu, sehr gut und ungewöhnlich. Und diese Wendung der Geschichte kommt in der Realität wahrscheinlich öfter vor, als man denkt. Daher ziehe ich meinen Hut vor der Autorin. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, um nicht zuviel zu verraten und die Spannung und Überraschungsmomente zu nehmen.

Und für mich machte dies, aber auch der Schreibstil der Autorin sowie sie mit viel Feingefühl die Beziehungsgeflechte der Protagonisten der Serie und dieses Buches beschrieben hat, absolut toll und realistisch.

Einen großen Teil der Spannung machte meines Erachtens nicht nur aus, welche Geheimnisse der Familie Fairclough entdeckt werden, sondern auch welche Auswirkungen dies auf den Rest der Familie, aber auch auf die Ermittler hat. Nebenbei hat die Autorin die alltäglichen Probleme der Einzelnen (z. B. Lynley langsame Befreiung aus der Trauer wegen seiner ermordeten Frau; Havers auf der Suche nach einem glücklicheren Händchen für ein besseres Aussehen und die Beziehung zu ihren Nachbarn; der Kinderwunsch von Deborah und Simon usw.) auf gewohnt humorvolle, aber auch sehr einfühlsame Weise eingebracht. Und am Ende sähte sie auch gleich Neugierde auf das nächste Buch...

Ich kann nur sagen: Nachdem ich als Fan von Elizabeth George von den letzten Krimis der Serie eher ein wenig enttäuscht war, habe ich mich hier keine Minute beim Lesen gelangweilt oder war genervt. Ich wollte einfach immer nur wissen, wie es weitergeht. Ich konnte absolut in die Geschichte und der Beteiligten eintauchen. Für Leser von "Actionthrillern" sicherlich nicht empfehlenswert, es handelt sich um einen sehr leisen, aber realistischen Krimi!!! Aber hier denke ich, sollte man unbedingt die vorherigen Bücher der Serie gelesen haben! Für mich persönlich gehört dieses Buch mit den Besten der Serie.

03.10.2014 15:00:06
Rita

...kann oben beschriebenen Bewertungen nur zustimmen! Bin enttäuscht von diesem Roman, habe zwischenzeitlich überlegt, das Buch beiseite zu legen. Die Charaktere waren nicht plausibel und zum Teil unglaubwürdig dargestellt. Schade um die bisher starken Persönlichkeiten wie Barbara und Co. Und das Ende: mußte ganz schnell her, wies scheint.
Schade, habe mich bisher mit der Autorin immer sehr gut unterhalten gefühlt.

18.09.2014 21:35:33
Jennifer Bley

Ich stimme der Meinung von Claudia B. voll zu. Wie ist es möglich, daß solch ein Buch in die Bestsellerliste gelangt? Wenn ein Käufer in der Buchhandlung E.G.'s Buch "Der Glaube der Lüge" reklamieren könnte, weil er es schlecht findet und den Kaufpreis dafür zurückerhielte wie er das bei einem e-book gekauften über Amazon praktizieren kann, dann würde so mancher reicher Autor mittlerweile als armer Schlucker unter der Brücke schlafen. Mehr noch: e-book-Autoren bei Amazon können ausgeliehen werden, umsonst natürlich. Ich denke, es ist an der Zeit, daß Autoren von gedruckten Büchern, den gleichen Kauf- sowie Verkaufsbedingungen wie denen von Amazon unterliegen sollten. Es ist schlimm, daß der Ruf eines Autors von gedruckten Büchern und nicht die Qualität seines Buches darüber entscheidet, wie schnell und wie hoch er bzw. es in der Bestsellerliste erscheint. Einmal ein gutes Buch geschrieben, hochgeputscht von den Medien und Verlagen. Wenn der Autor danach Mist schreibt, wird es trotzdem gekauft, weil der Leser hofft, daß es wieder ein gutes Buch ist. Leider kann er es ja nicht umtauschen, aber die Kasse stimmt. Das ist Betrug am Leser.

23.08.2014 12:25:24
Claudia B.

Rezension entspricht leider der Wahrheit. Mir tut jede Minute leid, die ich mit dem Lesen des Buches vertan habe.Es gibt ausserdem einen eklatanten Fehler im Buch 'Der Glaube der Lüge' : Der Mann der Frau, die die Geschlechtsumwandlung gemacht hat, kennt plötzlich und ohne logischen Zusammenhang den Namen des früheren Liebhabers 'Montenegro' .Stimme auch der Kritikerin Bea zu : wie kann die 'verstorbene' Mutter von Barbara wieder auftauchen .Das war definitiv mein letzter E.George Roman.Claudia

15.08.2014 19:19:38
Anita Anders

Herbe Enttäuschung, keine aufregende Handlung, die Hauptdarsteller sind zu Nebendarsteller degradiert, Ich habe schon einige Bücher von Elisabeth George gelesen, muss aber feststellen, dass die beiden letzten eher langweilig waren, der Handlungsfaden scheint gerissen zu sein.
Es sind keine Krimis mehr

03.08.2014 09:32:08
stefanz

Mein erstes Buch von Elisabeth George, dass ich aus Zufall in die Hände bekommen habe. 700 Seiten Lesestoff, dass ist am Anfang schon jede Menge. Vieles, was bereits oben angemerkt wurde, stimme ich auch zu. Ich ordne diesen "Krimi" als unterhaltsam ein, mehr aber auch nicht. Die Handlung hätte man ohne weiteres kürzen können, am Ende will man ja doch wissen, wie das Buch zu Ende geht. Mein Geschmack ist Elisabeth George nicht, aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden. Und das ist gut so.

11.06.2014 12:39:00
Margot

Wie kann eine Schriftstellerin sich nur so de-
Montieren und ihre wichtigsten Protagonisten gleich mit. Jetzt ist Elizabeth George endgültig von meiner Leseliste gestrichen.
Wie vorher schon Val McDermit.
So einen grauenvoll zusammengeschusterten Schund kann man nur in die Tonne schmeißen. Aber es gibt ja immer neue Autoren zu entdecken. Jedoch, Lynley und Havers werden mit fehlen. Die aus den älteren Büchern wohlgemerkt. In diesem Buch sind sie ja nur Lachnummern.

27.05.2014 17:47:53
vun-de-palz

Es ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt den Roman so nieder zu machen. Es kommt immer darauf an, was man erwartet.
Erwartet man Action, Sex und viele Tote sollte man sich bei anderen Autoren umsehen.
Ich fand es einmalig, wie die einzelnen Charaktere, der im Mittelpunkt stehenden Familie, herausgearbeitet und aufgebaut wurden. Auch die Landschaftsbeschreibungen finde ich nicht überflüssig, sondern interessant. Sie haben mich dazu bewogen einen der nächsten Urlaube im Lake District zu verbringen. Auch der Spannungsbogen bis hin zur Lösung wurde zwar behutsam, aber kontinuierlich aufgebaut.
Ich habe es nicht bereut den Roman gelesen zu haben und freue mich auf den nächsten Lynley-Roman.
Die Rezension von Jürgen Priester finde ich beschämend. Entweder hatte er keine Lust das Buch zu lesen oder es ist nicht sein Metier - vielleicht sollte er es mit Comics oder Groschenromane probieren.

07.05.2014 19:15:50
Bea

Die früheren Krimis der Reihe waren deutlich besser. Je dicker die Bücher werden, umso öfter liest man völlig überflüssige Landschaftsbeschreibungen, teilweise sogar doppelt, siehe die Beschreibung des Parks von
Ireleth Hall. Sehr befremdlich fand ich die Auferstehung von Barbs Mutter. Nach deren Tod hatte Barb doch das Familienhaus verkauft und ist in ihre kleine Hütte gezogen. Plötzlich besucht sie die Mutter wieder im Heim. Sollte Frau George sich nicht mehr daran erinnern? Ich habe das Buch erst zur Hälfte durch, aber die Geschichte mit dem dämlichen Reporter nervt, ebenso die ewig besoffene Vorgesetzte. Sehr schade um die Reihe!

20.02.2014 10:22:49
A.Harringer

Wo sind die spannenden gut aufgebauten und nachvollziehbaren Geschichten von E. George geblieben? Wieviel mehr Ihnhalt und Spannung steckt doch in den alten wesentlich dünneren Büchern. Diese Geschichte hier ist sooo unglaubwürdig. Deborah, dieses verwöhnte Frauchen, von allen auf Händen getragen geht wider Sinn und Verstand, alle Ratschläge missachtend wie eine Dampframme ihrer Mission nach. Früher einmal habe ich E.George-Bücher verschlungen und nach Beendigung eines Buches kam die große Leere. Hier aber bleiben nur Ärger, Enttäuschung und ein "Naja".

04.10.2013 23:28:05
krimitante

was der autorin mit dem letzten buch noch nicht ganz gelungen ist, hat sie mit diesem sicherlich vollständig erreicht: schund zu schreiben. selten so eine haarsträubend unglaubwürdige geschichte gelesen. schlechte dialoge, triefender kitsch, platte figuren. es scheint, dass george dem erfolgsdruck nicht mehr stand halten kann. von mal zu mal wurden die bücher schlechter. das nächste schenke ich mir, denn schlechter kann es nicht werden...

02.10.2013 20:10:23
Andrea

Im Gegensatz zu dem Vorgänger "Wer dem Tode geweiht", welches ich nicht zu Ende gelesen habe, da ich es so langweilig fand, habe ich dieses Buch in einem Stück gurchgelesen. Ich fand es spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Der Schreibstil und die Verknüpfung der Handlungsstränge hat mir sehr gefallen. Besonders bei den Teilen, bei denen es um Havers ging, habe ich häufig laut gelacht. Sicher, es ist kein klassischer Krimi und es kommen ein wenig viele Klischees vor, aber meiner Meinung nach eines lesenswerte Lektüre. Und ich freue mich schon auf das nächste!

03.09.2013 15:19:03
KitKat

Weiden an menschlichen Tragödien!
100 Seiten Krimi + 600 sozialkritisches Familiendrama = 700 Seiten Elizabeth George
In einem Krimi ermittelt ein Polizist oder Privatdetektiv, vielleicht auch eine Privatperson, ein Gerichtsmediziner, ein Priester oder meinetwegen auch der liebe Gott persönlich in einem Fall. So dachte ich jedenfalls immer. Nicht aber bei Elizabeth George. Zwar gibt es einen Polizisten, sogar mehrere, um die sich diese Reihe auch ursprünglich mal gedreht hat, aber schon die Frage ob es einen Fall gibt bleibt lange offen.
In diesem 700-Seiten-Wälzer wird minutiös das Leben aller Beteiligten bis ins letzte Detail erläutert. Und das es sich bei diesen Beteiligten quasi ausnahmslos um Menschen mit einer Wagenladung persönlicher Probleme handelt, passt in das Schema, dass die Autorin zu verfolgen scheint, seit sie die Ehefrau des Ermittlers in Band 13 völlig unnötiger Weise hat ums Leben kommen lassen. Es drängt sich einem der Veracht auf ihr seien die Ideen bezüglich der Entwicklung ihrer Charaktere Abhanden gekommen, was sie durch ein Übermaß an seelischen Problemen aller Akteure zu kompensieren versucht. Das reicht von Alkoholismus über Drogensucht, verzweifeltem Kinderwunsch, Homosexualität, Transsexualität, Kinderpornographie bis zu körperlichen Behinderungen, Altersdemenz, Suizid, neuen Beziehungen von Expartnern, die immer noch zusammen wohnen, einer Mutter die nichts unversucht lässt ihren Sohn zu verkuppeln und Flucht vor der eigenen Vergangenheit. Selbstverständlich sind aber auch Ehebruch, uneheliche Kinder, Kindesentführung, vorgetäuschte Beziehungen und Jobsorgen vertreten. Gewürzt ist diese Mischung mit Gier, Egoismus, Eifersucht und Verzweiflung, die an Paranoia grenzt. Und das alles in diesem einen Band! Es gibt Nebenhandlungen ohne Ende. Was das alles mit dem Fall zu tun hat? 95% davon rein gar nichts! Es zeigt nur, dass die Autorin anscheinend verlernt hat sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und das sollten in einem Krimi die Ermittlungen zu einem Verbrechen sein. Ein bisschen „drum rum“ ist ja ganz nett und aufschlussreich, aber hier war es eindeutig des Guten zu viel. Denn wenn die Protagonisten einer Buchreihe eher noch als Randfiguren denn als Hauptakteure zu interpretieren sind und ein Band einer Krimireihen nur noch schwer als Krimi erkennbar, dann ist nach meiner Ansicht irgendetwas schief gelaufen.
Dass zu allem Überfluss einige Akteure, die bisher als intelligente Menschen dargestellt wurden, dann auch noch in zum Teil abstruse Handlungsweisen verfallen, trägt nicht wirklich zu einem positiven Gesamteindruck bei.
Wer ein sozialkritisches Buch über eine Familie voller zerrütteter Charaktere mit einer ganzen Sammlung persönlicher Probleme sucht, ist hier genau richtig. Denn in großen Teilen ist das Buch durchaus gut geschrieben und besitz sogar einen gewissen Spannungswert. Wer allerdings einen „Inspector-Lynley-Krimi“ à la „Gott schütze dieses Haus“ oder „Auf Ehre und Gewissen“ erwartet, wird hier die pure Enttäuschung erleben.

01.09.2013 18:04:44
Ulrike Wollenhaupt-Schmidt

Ich habe die Hälfte des Romans gelesen und kann und möchte mich eigentlich nicht beklagen. Was ich von Beginn an an Geoges Romanen geschätzt habe, ist ihre Fähigkeit Charaktere und Landschaften zu beschreiben und so etwas wie atmosphärische Dichte herzustellen.
Was mich aber gerade sehr geärgert hat ist die Rezension von Jürgen Priester, die durch Schlampigkeit in der Sprache und der Recherche (es müßte sich langsam rumgesprochen haben, dass unser Ermittler Lynley und nicht Linley heißt). Die ganze Buchbesprechung liest sich so, als habe er das Buch gelesen, ohne wirklich Lust darauf zu haben. Dann sollte man es sein lassen.

06.06.2013 10:48:11
TorstenEffenbach

Ich hatte den Eindruck, dass Elizabeth George hier einen alten Roman aus der Schublade hervorgekramt hat. Havers braucht Hilfe beim googeln und muss in die Bibliothek gehen, um ins Internet zu kommen?! Außerdem fand ich Deborahs Babythema sehr prominent, was sie ja schon gefühlte zwanzig Jahre mit sich rumschleppt. Klar, Romanfiguren alten weniger langsam, als reale Figuren. Aber irgendwie krieg ich das Gefühl nicht los, dass das hier ein Buch ist, dass vor zehn Jahren beim Verlag durchgefallen ist, und jetzt noch einmal hervorgeholt wurde. Den Fall fand ich sehr unbefriedigend, und Deborah mit ihrer plötzlichen Eingebung und ihrer fanatischen Haltung äußerst unsympathisch. Hoffe, St. James lässt sich im nächsten Buch von ihr scheiden. ;-)

13.02.2013 14:47:43
Simone B.

Da ich - wie fast immer - mit Spannung auf ein neues Buch von Elisabeth George gewartet habe, musste ich es sofort lesen. Zu sehr interessierte mich die weitere Entwicklung von Linley (der sich anscheinend langsam wieder im Leben zurechtfindet) und Havers, die jetzt plötzlich ihr Selbst verändern soll. Die Story hat mich sehr enttäuscht, auch wenn wenn die Protagonisten und ihre Verbindungen sehr gut beschrieben wurden. Es fehlte mir aber der wirklich spannende Hintergrund, eine emotionale Tat oder ein vertuschter Mord. Seit einigen Büchern bereits habe ich den Eindruck, Elisabeth George möchte dem spannenden Krimi den Rücken kehren und mehr die Psychologie des Menschen beschreiben. In vielen ihrer Krimis mit dem Ermittlerduo hat sie das fabelhaft hinbekommen; umso enttäuschender ist es für treue Leser, dass es anscheinend nun nicht mehr um die Spannung, Vertuschung, alte Fehden, Eifersucht etc. geht. Ob ich den nächsten Roman lese, wage ich zu bezweifeln.

12.01.2013 16:15:28
Peter

Bewundernswert! Bewundernswert wie eine Autorin so viele Themen/Klischees in einen Roman packen kann. Pilcher und Lindström werden sich mächtig ärgern. War eigentlich ein Fan der ersten Stunde und habe bisher alle Linley Romane gelesen. Denke aber, dass das nun aufhört. Die ersten Bücher mit dem Gespann Linley/Havers waren sehr gute Krimis für mich (ähnlich Deborah Crombie). Die Entwicklung der Charaktere, neben dem eigentlichen Krimithema , hat mir sehr gut gefallen und ich habe die Bücher nicht zuletzt deswegen gekauft. Nun aber sind die Protagonisten ziemlich verkümmert, einzig DS Havers ist mehr oder weniger wie immer, und DS Nkata ist leider praktisch nicht vorgekommen. Kaufe ich mir einen Krimi so möchte ich nicht über Dutzende von Seiten lesen müssen wie man zu einem Kind kommt. Ich möchte auch keine Bettgeschichten lesen, genauso wenig wie über eine überforderte Chefin mit Alkoholproblemen mit einem Personalführungsstil der einfach nicht realistisch ist. Oder über Schwule, Porno und eine Nachbarin die ihren Mann verlässt. Hat für mich einfach nichts mit einer Kriminalstory zu tun. (Ich hätte gerne einen direkten Feedback abgegeben, aber ich habe leider keine eMail Adresse von Elizabeth George gefunden.)

11.01.2013 18:11:08
Simone

Was soll ich sagen:
Ich bin ein großer Fan der Lynley/Havers Reihe und bin nach der Lektüre des neuesten Bandes,den ich gerade beendet habe, zum ersten mal irritiert,weshalb ich doch mal schnell bei krimi-couch.de reinschauen musste.Habe alle Bände in der Reihenfolge über die Jahre gelesen und war dabei nie genervt. Diesmal leider schon und ich befinde mich offensichtlich in guter Gesellschaft der Leser,die mit dem Erzählstrang über den Reporter und erst recht mit der Rolle der Deborah in diesem Fall so gar nichts anfangen können.Das ganze sehr konstruiert und unglaubwürdig.
Dennoch würde ich persönlich einen Roman dieser Reihe immer zuende lesen,was sich gerade im vorliegenden Buch absolut gelohnt hat,denn erst da wurde es spannend,ans Herz gehend und beinhaltete genau das,was ich an den Romanen von E.G. so schätze.Ganz ehrlich?Ich habe schon das Internet auf einen Hinweis auf den Erscheinungstermin des nachfolgenden Bandes durchforstet.Ich kann einfach nicht anders und muss unbedingt wissen,wie es meiner Lieblingsprotagonistin Havers weiter ergeht.Als es um ihre Begeisterung, den Friseurbesuch betreffend, ging,habe ich schallend gelacht.Das kann Mrs George eben auch,genauso wie sie Beklemmung,wie im Fall von Tim und Gracie, verbreiten kann.
Die Idee mit dem Cliffhanger ist bei ihr neu,nicht unbedingt nach meinem Geschmack aber zeitgemäß. Bei mir entstand die Frage,ob Elizabeth George das nötig hat.
War sie selber nicht so richtig überzeugt von ihrem vorerst letzten Band? :-)
Trotzdem wünsche ich allen Lesern weiterhin viel Spaß beim Lesen.

10.01.2013 09:41:16
Sibylle

Mit Hoffnung habe ich das Buch angefangen zu lesen - ich hatte die Hoffnung endlich wieder einen "echten" Lynley & Havers- Krimi in den Händen zu halten, den ich nach den ersten paar Seiten nur noch widerwillig aus den Händen legen würde, weil sich der doppelte Spannungsbogen aus dem gegensätzlichen Ermittlerpaar und dem Voranschreiten der kriminalistischen Ermittlungen nicht mehr aushalten ließe - und musste feststellen, dass ich stattdessen darum kämpfe, das Buch überhaupt fertig zu lesen!Schon der Einstieg mit dem idealistisch-naiven aber völlig lebensfremd erscheinenden Zed Benjamin, der (als ein völlig überflüssiger Nebendarsteller) wegen seiner nichtssagenden unspektakulären Reportage zu seinem Chef gerufen wurde, bedient nicht nur in negativer Weise eines der vielen Klischees, sondern steht auch stellvertretend für das, was den Leser danach erwartet: ein nichtssagenden Fall, der eigentlich kriminalitisch gar kein Verbrechen ist, das Scotland Yard auf den Plan rufen sollte, ein dröges Familiendrama rund um den geadelten Fairclough, das lediglich alle Klischees zu bedienen versucht, die man sich denken kann (alter Geldadel, Empörkömmlinge, Homosexualität, gescheiterte Beziehungen und Lebensentwürfe, unverstandene und beziehungsgestörte Jugendliche etc.), das alles bunt zusammengeworfen, mit vielen losen Fäden und keinem echten roten Faden, da ja das Ermittlerduo Lynley/ Havers streng genommen schon seit einigen Büchern gar kein Duo mehr ist, das nur noch formal zusammenarbeitet, er diesmal im Lake District und sie für die bloßen Hintergrundsrecherchen in London.Wer endlich eine Rückkehr zu, wie bei den "alten" Lynley/ Havers Krimis, 60% gut konstruierten Kriminalfällen mit 40% spannender persönlicher Entwicklung des gegensätzlichen Ermittlerpaares erhofft hatte, wird dieses Buch sehr enttäuscht ins Regal stellen.

07.01.2013 15:03:40
ES

Ich fand den Roman erschreckend schwach, mit das Schlechteste, was ich von Elizabeth George bisher gelesen habe (schlimmer war m.E. nur "Am Ende war die Tat") . Insbesondere sollte dieses Buch nicht unter dem Genre "Kriminalroman" firmieren, denn das ist er nicht. Von Anfang an ist klar, dass es ein Unfall ist und die Mysterien der Familie Fairclough sind zwar ganz nett zu lesen, füllen aber mit rund 700 Seiten einige zu viel.Unglaublich gestört haben mich die Aktionen von Deborah St.James, die letztlich zum Tod eines Menschen geführt haben. (Was auch der einzige Grund ist, warum sie sich nicht auf eine Stufe stellen lässt mit Rosamunde Pilcher oder Utta Danella etc. - bei denen ist am Ende alles Friede,Freude Eierkuchen). Ihr Umgang mit ihrem schlechten Gewissen werden wir ggf. im nächsten Band verfolgen könne. Ob ich den noch lesen werde, muss ich mal schauen.
Welche Rolle der Zeitungsreporter spielt und was Linley an seiner saufenden "luv" findet, hat sich mir auch nicht wirklich erschlossen. Eine Fehlinvestition in Geld und Zeit, die aber zu verschmerzen ist.

11.11.2012 22:41:48
Thomas Keller

Ich habe sehr lange auf das Buch gewartet und konnte kaum abwarten es zu lesen. Nun habe ich mehr als die Hälfte gelesen und bin enttäuscht.
Das Buch ist alles andere als interessant. Es ist schlecht geschrieben - die kurzen Sätze dienen wohl nur dazu, dass das Buch am Umfang zunimmt - der Stil gefällt mir nicht - diese kurzen Abschnitte einer Handlung, die abrupt enden und Seiten später wieder aufgenommen werden, ohne Spannung zu erzeugen, ohne Inhalt, der interessant wäre.
Die Geschichte ist mehr als uninteressant. Es ist kein Krimi, eher eine langweilige Familiengeschichte. Die Nebenhandlungen von dem Journalisten und Deborah tragen wohl nur dazu bei, damit das Buch so dick wird und sie nerven.
Die Charakere sind zwar nicht so schlimm und unsympathisch eklig wie in dem Buch: Doch die Sünde ist scharlachrot aber ebenso wenig interessant.
Leider habe ich das Gefühl, dass E G langsam diese Reihe schließen möchte, entweder kommen Lynley und Deborah zusammen - St James stirbt - und er quittiert endgültig seinen Job und zieht nach Amerika oder Lynley stirbt am Ende und somit ist die Geschichte vorbei, denn sonst weiß ich nicht, warum sie seit Helens Tod nur solche schrecklich langweiligen Bücher schreibt.
Die Einführung Isabels ist unnötig gewesen, diese Säuferin gehört in eine Anstalt und nicht als Chefin von Lynley.
Wenn Barb anfängt sich zu verändern, nur auf Druck und Geheiß von Isabel, dann ist dies eine Wegnahme ihrer Persönlichkeit. Eine ordentlich perfekt gestylte und angezogene Barb ist nicht gut. Dadurch ist Barb nicht mehr authentisch, sie ist nicht mehr die, die man aus frühren Büchern kennt und liebt.
Bis jetzt war ich ein treuer Fan von E G, aber langsam merke ich, wieviel Schwierigkeiten ich mit dem Weiterkommen und Lesen ihrer Bücher habe.
Dieses Buch ist sehr zäh, wie Kaugummi kauen, am Anfang ist alls saftig und aromatisch süß, aber dann ist nur noch ein Stück Gummi, auf das man kaut.
Dieses Buch ist ein weiterer Schandfleck für die beste Kriminalautorin der heutigen Zeit.
Man braucht es nicht zu kaufen.

28.10.2012 18:08:56
Kincaid

Schade!!! Ich bin wohl die einzige Leserin, die den Roman nicht schlecht fand!! Sicherlich sind E.G. frühere Romane um Klassen besser (allerdings wirklich nur die frühen, die sich sehr an das klass. Krimischema halten), aber im Gegensatz zu einigen anderen Büchern der Autorin fand ich den Schreibstil sehr flüssig und die verschied. Handlungsstränge gut miteinander verwoben - stilistisch für mich eine gute Arbeit! Die Story selber wirkte teilweise sehr konstruiert, die Reportergeschichte ist absolut unnötig, aber nichtsdestotrotz mir hat es gefallen!!! Ich konnte nicht glauben, dass E.G. dem Leser schon so früh im Roman mitteilt, ob es Mord oder ein Unfall war!! Deshalb habe ich munter weiter gelesen und mich auf alle anderen Arten der Verdächtigungen eingelassen. Der Schluss war sehr unerwartet und sehr konstruiert. Irgendwie musste sie ja die Kurve kriegen ;-)
Die Figurenzeichnung hat mir gut gefallen, denn ich konnte sie mir alle lebhaft vorstellen.
Meiner Meinung nach hat die Autorin versucht, für ihre nächsten Lynley/Havers - Romane wieder fruchtbaren Boden zu schaffen, indem sie den beiden Protagonisten neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet - die ich leider nicht verraten kann, ohne zuviel vom Inhalt zu sagen!
Und ich stimme einem meiner "Vorredner" zu: die Rezension von J.Priester war ziemlich lustlos runtergeschnoddert!

07.10.2012 15:56:38
€nigma

Auf dem Cover wird "Glaube der Lüge" als "Ein Inspector-Lynley-Roman"bezeichnet und das trifft ins Schwarze: das Buch ist eher ein Roman als ein Krimi. Die Ermittlungen gehen relativ langsam vonstatten und es kommt keine große Spannung auf. Dennoch habe ich diesen Roman keineswegs als langweilig empfunden, denn er spricht eine Menge zeitgenössischer gesellschaftlicher Probleme an: zerrüttete Ehen und vernachlässigte Kinder, verborgene wie auch geoutete Homosexualität, Kinderpornografie, die ethischen Probleme der modernen Fortpflanzungsmedizin und nicht zuletzt den widerlichen Boulevard-Journalismus, der die genannten Themen schamlos ausschlachtet. Die diversen Geheimnisse, die die Hauptfiguren hüten, laden den Leser zum Miträtseln ein. Gleichzeitig verfolgt er die Entwicklung der persönlichen Geschicke von Lynley, dem Ehepaar St.James und Barbara Havers. Das ist sehr interessant, sofern man die vorherigen Bände gelesen hat und mit der Vorgeschichte der "Stammbesatzung" vertraut ist. Für einen Neueinsteiger würde ich dieses Buch jedoch weniger empfehlen, weil es dann schwierig wäre, der Handlung vollständig zu folgen.
Der Erzählstil von Elizabeth George hat mich, wie in fast allen ihren Büchern, flüssig unterhalten, war stellenweise allerdings ziemlich derb und vulgär: hier wäre weniger mehr gewesen.
Für eingefleischte Lynley-Fans, die auch einen Roman ohne steilen Spannungsbogen zu schätzen wissen, gebe ich eine Leseempfehlung.

29.09.2012 00:59:58
PeterPanter

Da ich schon von der letzten George etwas enttäuscht war (ich halte ja tapfer seit den 80-er Jahren durch - nein: Ihre Lynley & Havers wurden von mir lange mit Freude verschlungen) und jetzt auch mit "Glaube der Lüge" eher gekämpft habe, werde ich mich (als doch noch nicht völlig resignierter George-Fan) auf die nächsten Teile ihrer neuen Serie beim INK-Verlag stürzen: "Whisper Island - Sturmwarnung" gehört hier als Jugendbuch vielleicht nicht her, ist aber ein atmosphärisch dichter George-Krimi ohne die neuen tiefen-psychologischen Irrwege, eben wieder so, wie ich eine George mag (da kann ich den kleinen mystischen Einschlag sogar "mitlesen").

Kurzes PS zur Rezension von Jürgen Priester: Auch wenn ich ihm in einigen Punkten recht gebe: Der extrem genervte Ton ärgert mich dann doch - bisschen schnell hingerotzt, oder? Das ist wohl so, denn Lynley wird hier munter falsch geschrieben...

27.09.2012 21:58:41
Christine

Aus "Prinzip" habe ich das Buch zu Ende gelesen, in der Hoffnung, dass es doch noch fesselnd werden könnte. Vergeudete Zeit.Schade um Lynley. Vor allem aber schade um Havers.Ein gähnend langweiliges Buch, weit entfernt von den Vorgängern.
Ein Wirrwar an Themen, die nicht zueinander finden.Weniger Seiten wären sinnvoller gewessen.Wenn es ein neus Buch von George gibt, werde ich ERST die Rezensionen lesen!

21.09.2012 18:40:40
SYCORAX58

oh und ich dachte schon nur mir gefällt es nicht. schade hatte mich so auf das lesen gefreut und nun finde ich es einfach nur langweilig. tja man sollte sich doch besser vorher informieren. ich finde es leider nur phasen weise flüssig zu lesen, dabei bin ich gerade erst auf seite 152. es fällt mir wirklich schwer es zu ende zu bringen.

17.09.2012 00:47:36
reineckemohr

Das Buch hätte wirklich besser rüber kommen können. Zu viel in der Geschichte an den Haaren herbei gezogen. Schade, ich mochte die Geschichten um Lynley, Havers uns Co. immer gerne. Vielleicht war es ja auch nicht so schlau, Helen sterben zu lassen. Und Deborah mutiert immer mehr zu einer absolut unerträglichen Person. Habe mir das ganze Wochenende freigenommen, um das Buch zu lesen und war am Ende doch relativ enttäuscht.

15.09.2012 15:55:18
MONIKA

Von mir gibts auch ein "naja" irgendwo ist Glaube der Lüge ja nicht schlecht , aber es fehlt halt die Spannung. Er dümpelt so vor sich hin und man wartet das was passiert und das passiert dann ja auch noch kurz vor Schluß. Ich denke auch es hatten ein paar weniger Seiten auch getan.Es war zwar flüssig zu lesen, aber irgendwie auch nervig.Nun warten wir auf den nächsten Teil und hoffen daß dieser mehr hergibt.

09.09.2012 12:00:30
hilgenstock

Schade, dass dieser Roman deutliche Schwächen hat. George ist eine excellente Erzählerin wie immer, aber die Story ist viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Mit über 700 Seiten ach spätestens in der Endphase viel zu lange, man hätte leicht 100 Seiten mindestens sparen können. Es scheint, als ob die Palette von sexuellen Problematiken ausgeschöpft werden (natürlich immer britisch dezent) - ob es das ist, was man in einem Krimi von Elizabeth George lesen möchte?
Insgesamt habe ich das Buch bis auf die Schlussphase gerne gelesen, abe bisschen mehr von den unübertroffenen Stories früherer Romane von E. George hätte ich mir gewünscht.

26.06.2012 15:10:04
lis

Da dieses Buch im Moment noch nicht auf Deutsch vorliegt, beziehen sich meine Ausführungen auf die englische Ausgabe. Das spielt für den Inhalt keine Rolle, kann aber evtl. Auswirkungen auf die Tonalität des Rextes haben. Das nur als Anmerkung. Und nun zum Buch:
Wer einen klassischen Krimi lesen will, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Es ist ein guter Roman, mit dem bekannten Elizabeth-George-Personal, aber kein wirklicher Krimi - eher ein Sittenroman. Im Zentrum steht die Familie des geadelten Sanitäranlagen-Fabrikanten Fairclough. Dessen Neffe - gleichzeitig Finanzchef der Familienfirma - wurde tot im Bootshaus gefunden. Linley wird "under cover" zur Familie geschickt, um zu klären, ob der ehemals drogenabhängige Sohn der Familie nicht doch die Finger im Spiel gehabt haben könnte. Linley wiederum nimmt Simon und Deborah St. James zur Verstärkung mit; Barbara Havers erledigt den Teil der Arbeit, der in London getan werden muss.
Was dann folgt ist die Freilegung der Geheimnisse der einzelnen Familienmitglieder und der persönlichen Dämonen der Ermittelnden. Das ist sehr gut und oft auch wunderbar ironisch geschrieben und zerrt auch an den Nerven. Aber es ist - wie schon gesagt - kein klassischer Krimi, weil es viel mehr um die persönlichen Verwicklungen und Lügen geht, als um die Aufklärung eines Unfalltodes, der vielleicht keiner ist.
Als Familien-Entwicklungsroman sehr gut, als Krimi "naja".