Bedenke, was du tust

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2015, Seiten: 3, Übersetzt: Stefan Wilkening, Bemerkung: ungekürzte Lesung
  • München: Goldmann, 2017, Seiten: 703

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Almut Oetjen
Tolstoi hatte recht...

Buch-Rezension von Almut Oetjen Jun 2015

Die Feministin und Bestsellerautorin Clare Abbott wird nach einem Diskussionsabend und einer Signierstunde tot in ihrem Hotelzimmer in Cambridge aufgefunden. Die örtliche Polizei glaubt an eine natürliche Todesursache: Herzinfarkt aufgrund von Herzrhythmusstörungen. Doch ihre Lektorin und Freundin Rory Statham weiß, dass Clare gesund war. Sie ist überzeugt, dass die Todesursache eine andere ist. Da ihr die Polizei von Cambridge nicht glaubt, kontaktiert sie Sergeant Barbara Havers, die sie zufällig bei einer Lesung in London kennengelernt hat.

Havers hat nach ihrem letzten Alleingang (Nur eine böse Tat) einen ganz schlechten Stand bei ihrer Chefin. Superintendent Isabelle Ardery überwacht jeden ihrer Schritte und lauert auf den kleinsten Fehler, um sie in das englische Provinznest Berwick-upon-Tweed versetzen zu können. Havers will beweisen, dass sie eine gute Ermittlerin ist und einen Fall unter Einhaltung des Polizeiprotokolls klären kann. DI Lynley lässt eine neue Untersuchung durch seinen Freund, den Forensiker Simon St. James, vornehmen. Der entdeckt, dass Clare vergiftet wurde.

Havers will Rory informieren und findet sie mit Vergiftungserscheinungen in ihrer Wohnung in London. Rory wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie mit dem Tode ringt. Havers ist sicher, dass dies kein Zufall ist. Auf ihr Drängen hin überredet Lynley seine Chefin, ihm den Fall zu übergeben. Während er in London die Ermittlungen aufnimmt, fahren Havers und Sergeant Winston Nkata nach Shaftesbury, Dorset, wo Clare Abbott lebte.

In den Fokus der Ermittlungen gerät Clares Assistentin und ständige Begleiterin Caroline Goldacre, die die Tote fand. Die unsympathische Frau ist Havers' Hauptverdächtige. Daran ändert sich auch nichts, als sich herausstellt, dass das Gift in der Zahnpasta war, die Caroline ihrer Arbeitgeberin geliehen hatte.

...jede unglückliche Familie ist auf ihre Weise unglücklich

Die Chronologie der Ereignisse beginnt drei Jahre und drei Monate vor dem Tod der Schriftstellerin. Eine junge Frau in London will ihren Geliebten mit einem Wochenendtrip überraschen. William, so heißt der junge Mann, erscheint nicht pünktlich zu Hause, sie verpassen den Flug. Lily ist enttäuscht und wütend, vor allem darüber, dass er mit seinen Problemen zuerst zu seiner Mutter geht und zu ihr nach Dorset ziehen will, um einen Neustart zu versuchen. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass Will große psychische Probleme hat und sein Verhältnis zu seiner Mutter nicht ganz normal ist. Zwei Jahre und einen Monat vor dem Mord bekommt Lily einen überraschenden Anruf von Will, der es anscheinend geschafft hat, sich ein neues Leben in Dorset aufzubauen. Er lädt sie zu einem Campingurlaub an der Küste ein. Alles scheint gut zu laufen, bis ein Ereignis zu einer Tragödie führt. Will stürzt sich von der Klippe in den Tod.

Auf ungefähr zweihundert Seiten entfaltet sich eine Geschichte, die anscheinend nichts mit dem Giftmord zu tun hat. George bildet das Porträt einer Familie aus der middle class ab, die unauffällig wirkt und nach außen hin intakt scheint. Doch die Beziehungen sind vergiftet: im Zentrum steht eine Frau, Caroline Goldacre, die in zweiter Ehe verheiratet ist und ihre zwei erwachsenen Söhne abgöttisch liebt, sich für sie aufopfert und exzessiv trauert, als der jüngere Sohn Selbstmord begeht. Caroline gibt Lily die Schuld an Wills Tod, Lily wiederum zeigt mit dem Finger auf Caroline, und der älteste Sohn Charlie sucht die Schuld bei sich, weil er als Psychotherapeut hätte helfen müssen. Er wird depressiv, verliert Patienten, seine Frau India trennt sich von ihm.

George zeigt, wie durch den Selbstmord eine Familie zerstört wird, die sich vorher schon in einem Prozess des Zerfalls befand. Je mehr Geheimnisse Lynley und Havers über die Familie bloßlegen, desto mehr Verdächtige sammeln sie. Die Lage wird nicht einfacher, als sich herausstellt, dass Caroline und Claire sich anscheinend gegenseitig erpressten. Verdächtig sind unter anderem Lily und Caroline, Carolines zweiter Mann Alastair und seine Geliebte Sharon.

Dem Roman vorangestellt sind Zitate von Jeanette Winterson und Nancy Horan über die Macht der Vergangenheit über unsere Gegenwart und die Folgen unseres Handelns, denen wir nicht entgehen. Passend dazu lautet der Originaltitel, "A Banquet of Consequences".

Der Roman ist weit mehr als ein mystery. Es geht um Schuld, Sühne, Gerechtigkeit über die engen Grenzen der Justiz hinaus, um gesellschaftliche Tabus, mütterliche Liebe und Tyrannei. Am Ende verhaften Lynley und Havers aufgrund erdrückender Indizien und eines Geständnisses einen Täter.
Doch ein Roman ist erst zu Ende, wenn er zu Ende ist.

Wie es weitergeht mit Lynley und Havers

Bedenke, was du tust ist der 19. Roman um die ungleichen Ermittler Detective Inspector Thomas Lynley und Detective Sergeant Barbara Havers von New Scotland Yard und knüpft direkt an den Vorgänger, Nur eine böse Tat, an. George entwickelt die Geschichte von Lynley und Havers weiter. Lynley, achter Earl of Asherton, ebenso gut aussehend wie gebildet, allerdings blond, nicht dunkelhaarig wie in der TV-Serie, trifft sich elf Monate nach der Ermordung seiner schwangeren Frau Helen regelmäßig mit der Tierärztin Daidre Trahair (Doch die Sünde ist scharlachrot). Sie hat sich in der Nähe ihres neuen Arbeitsplatzes, dem Londoner Zoo, eine heruntergekommene Wohnung in Belsize Park gekauft, deren Renovierung sich stärker hinzieht, als Lynley lieb ist. Die frühere Affäre mit seiner Chefin, Superintendent Isabelle Ardery, betrachtet er mittlerweile als Dummheit - was dem Leser von vornherein klar war.

Barbara Havers hält sich nach ihrem Toskana-Abenteuer unter dem Radar von Ardery, die jeden ihrer Schritte überprüft und damit droht, bei dem kleinsten eigenmächtigen Handeln das von Havers zwangsweise unterschriebene Versetzungsgesuch abzuschicken, um sie in ein englisches Provinznest zu verbannen. Lynley gefällt die neue Havers gar nicht, die nur noch übervorsichtig agiert und damit weit unter ihren Fähigkeiten bleibt. Havers hält tapfer den Mund, trägt Rock und Bluse, raucht aber weiterhin wie ein Schlot und ernährt sich ungesund. Heikel wird ihre Lage, als Arderys Sekretärin Dorothea Harriman sie zu verkuppeln versucht, sie zu einem Speed Dating schleppt, ihr einen neuen Stil verpassen will und sie zu Tanzstunden verdonnert - was erfahrungsgemäß ebenso gründlich schief geht wie ihr Versuch, ein genießbares Menü für Nkata und sich zu kochen. Am Ende meldet ein alter Bekannter aus ihrem Toskana-Abenteuer, Commissario Lo Bianco, seinen Besuch an.

Ein komplexer und mitreißender Roman über ein Tabuthema, der eine mysteriöse Kriminalgeschichte über einen Giftmord mit Georges Lieblingsthema, der Psychopathologie von Menschen und Familien, verbindet. George synchronisiert mit dramaturgischem Geschick und Gespür eine Vielzahl von Motiven, Figuren und Nebenhandlungen zu einer Geschichte, ringt sie auf die Matte (ihre Metapher), und trumpft mit einem überraschenden Ende auf.

Bedenke, was du tust

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Letzte Kommentare:
03.10.2018 14:00:41
Rainer Kirch

Das war der langatmigste Krimi, den ich seit langem gelesen habe. So viele Seiten mit überflüssigem Text über Linley und Havers mit noch dazu einem unmöglichen Schluss. Seit Linleys Frau gestorben ist, hat George keinen guten Roman mehr geschrieben. ich werde auf jeden Fall keinen mehr von ihr kaufen.

21.09.2018 09:49:27
Phoebie

Zu dem Kommentar "als ob jemand anders die Bücher geschrieben hätte" kann ich nur empfehlen, die Bücher im Original auf Englisch zu lesen. Ich empfinde den Stil nicht als verändert. Die Kritik gab es schon bei den letzten Büchern. Vielleicht liegt es doch sehr an der Übersetzung! Das ist schade. Die Stimmung der Bücher muss aber doch auch den Stimmungen der Charaktere angepasst sein, da Linley getrauert hat, war die Tonalität depressiver - ist aber in diesem Buch nicht so.

19.07.2018 08:38:11
Regina Horn

"Als ob jemand anderes die Bücher schreiben würde", schreiben Sie, SHR. Da ist was dran - und als besonders großen Verlust empfinde ich die Tatsache, dass die geradezu genialen Übersetzungen von Mechthild Sandberg- Ciletti ständig wechselnden anderen Übersetzern weichen mussten (?). Der Unterschied ist frappierend und macht meiner Meinung nach vieles an Qualität kaputt. Ich war ein großer Fan von ihr!

04.03.2018 19:27:09
SHR

Ich war früher eine begeisterte Leserin der Elizabeth-George-Bücher. Die Bücher waren spannend, die Charaktere besonders und es gab einen eloquenten Schreibstil. Mit dem Tod von Helen trat nach meinem Empfinden die erste große Veränderung ein und die Bücher wurden düster und hatten depressive Tendenzen. Weil das nicht meinem Geschmack entsprach, habe ich dann zunächst keine weiteren Bücher mehr gekauft/gelesen. "Bedenke was du tust" war nun mein erster Neukauf nach längerer Abstinenz. Die Eloquenz ist platten Äußerungen der beiden Hauptakteure gewichen und wird den früheren Charakteren irgendwie nicht mehr gerecht. Wobei Havers am meisten verloren hat. Kriminalistisch gefällt mir das Buch auch nicht so sehr. Das ist schade! Als ob jemand anderes die Bücher schreiben würde. Aber bei aller Kritik sollte man nicht vergessen, dass Elizabeth George auch ein Mensch und nicht nur Autor ist. Es passieren Dinge im Leben, die verändern können... Ob das hier so ist, weiß ich natürlich nicht.

06.01.2018 11:23:54
Elisabeth Rüegger

Es ging mir auch so, dass ich Linely und Havers vermisst habe im letzten Band. Die Beiden sind wirklich nur noch Randfiguren. Das finde ich schadE. Das letzte Buch mit den beiden Ermittlern fand ich zu langfädig und ermüdens, eben gerade weil die beiden Ermittler kaum rechte Kommunikation miteinanderhatte. Und die Chefin Isabel Ardery langweilt und ärgert mich. Es ist übertrieben, wie sie mit Havers umgeht. Na ja, es ist ja Fiktion, die ich freiwillig lese oder eben nicht.

18.10.2016 20:01:03
Susanne Schragel

Dieses Buch hat mir grundsätzlich besser gefallen,als die letzten drei.Die familiären Abhängigkeiten um die passiv - aggressive und manipulative Caroline Goldacre und die Schwierigkeit, der innerfamiliären Pathologie zu entkommen, sind psychologisch gut nachvollziehbar geschildert.Im Gegensatz zu den vorherigen Rezensenten fand ich das Buch von Anfang an spannend, auch ohne dass die bekannten Protagonisten auftreten. Letztere werden leider zunehmend austauschbar, Lynley ist nach Helens Tod ziemlich uninteressant geworden, dass er nach einem solchen Schicksalsschlag ( vor 17 Monaten, was in Anbetracht dessen,was seither passiert ist,auch kaum glaubhaft ist)nach der unseligen Geschichte mit Isabelle bereits das nächste Eisen im Feuer hat ist schwer nachvollziehbar, und dass Barbara Havers sich gegenüber Zeugen derart unsensibel benimmt, ist unnötig. Fazit: Story okay, (wenngleich die verschachtelten Handlunsstränge der ersten Romane schon abgehen)Linley und Havers zunehmend Randfiguren.

11.06.2016 13:21:24
walli007

Familienschande

Caroline Goldcares jüngerer Sohn Will, der eigentlich die Versöhnung mit seiner Freundin Lily geplant hat, begeht völlig unerwartet Selbstmord. Ein schwerer Schlag, von dem sich seine Familie kaum erholen kann. Noch drei Jahre später ist nichts verarbeitet, die Wunde immer noch offen. Auch Charlie, der Ältere der beiden Brüder, kommt nich über Wills Tod hinweg. Erst die Trennung von seiner Frau India rüttelt ihn ein wenig auf. Caroline, die ihre manipulativen Finger immer mit im Spiel hat, tut das Ihrige, um ihre Welt wieder in ein gutes Licht zu rücken. Plötzlich jedoch stirbt Carolines Arbeitgeberin, die feministische Schriftstellerin Clare Abbott, an einem Herzinfarkt. Barbara Havers hatte während einer Lesung eine kurze Begegnung mit der Autorin und als deren Lektorin sie bittet, den Todesfall genauer unter die Lupe zu nehmen, nimmt Havers die Gelegenheit wahr, einen eigenen Fall zu lösen.

Havers, die sich während des letzten Falles heftig mit ihrer Chefin überworfen hat, ist praktisch nur noch zur Bewährung in London. Sie darf sich keinen Fehler mehr erlauben, sie ist so damit beschäftigt, keine Fehler zu machen, dass ihre eigentliche Tätigkeit kaum noch stattfindet. Lynley und die Polizeisekretärin Dorothea hecken einen Plan aus, wie sie Barbara auf die Sprünge helfen wollen.

Mit einer fast 200 Seiten langen Einleitung nimmt sich Elizabeth George viel Zeit, das Feld für ihre Geschichte zu bereiten. Dabei gelingt es ihr, das sich zusammenbrauende Gewitter herbei zu schreiben, ohne etwas über die geheimen Strukturen zwischen den handelnden Personen zu verraten. Wenn man sich auf diese langsame Erweckung der Neugier einlassen kann, wird man schließlich ein spannenden Psychogramm einer gestörten Familie entdecken, das einen schaudern lässt. Ob man diesen Roman noch als Kriminal bezeichnen kann, mag fraglich sein, denn die Untersuchung der Polizei bildet eigentlich eher einen Nebenschauplatz. Dennoch fesselt dieses Geflecht an offenen und unterschwelligen Beziehungen außerordentlich. Beinahe wie ein Korken, der so langsam immer mehr unter Spannung gerät und endlich aus dem Flaschenhals gesprengt wird. Doch jede Andeutung über die Ermittlung könnte schon zu viel verraten. Deshalb sei nur und das gerne gesagt, die Autorin hat vielleicht keinen typischen Kriminalroman aber ein herausragendes Stück Spannungsliteratur geliefert. Der geneigte Leser muss für die über 700 Seiten etwas Zeit mitbringen, Zeit, die ausgesprochen gut verwendet ist.

14.05.2016 20:27:33
karin

unter dem aspekt, ob man vor allem etwas über linley lesen will, versteh ich die kritiken. und den einstieg fand ich auch langatmig.

aber: die ausgiebige schilderung einer bordeline-persönlichkeit mit deren widersprüchlichem und manipulativem verhalten, sowie dessen auswirkungen aufs familiensystem fand ich als fallgeschichte geradezu genial.

21.04.2016 18:40:45
Marianne Rogers

Habe alle EG Romane verschlungen und schon immer voller Spannung auf die nächste Ausgabe gewartet. Leider ist dieses Buch recht enttäuschend wenn man den Maßstab der Vorgängebände anlegt. Ich mußte mich regelrecht durch die ersten über 200 Seiten kämpfen. Normalerweise legt man eine EG Krimi nicht aus der Hand und möchgte nonstop bis zum Ende durchlesen. Hier ging es mir seltsamerweise ganz anders und ich mußte mich fast zu, lesen zwingen. Einzig die Charaktere Lynley/Havers liessen mich durchhalten.
Schade.

20.04.2016 15:47:52
Virginia

Clare Abbott, eine berühmte Autorin, wird in ihrem Hotelzimmer tot aufgefunden. Die Polizei geht von Herzversagen aus, doch Rory Statham, die Lektorin von Abbott, ist davon überzeugt, dass eine andere Todesursache vorliegt.

Daraufhin kontaktiert sie Barbara Havers, die instinktiv spürt, dass Rory recht hat. Außerdem möchte Havers ihre Chefin Isabelle Ardery von ihrer Arbeit überzeugen, da sie von ihr unter Beobachtung steht.

Für Havers ist überaus schwierig, in diesem Fall Spuren zu verfolgen, da keine konkreten Verdachtsmomente gegen bestimmte Personen vorliegen. Dann wird allerdings Rory Statham mit einer lebensgefährlichen Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, und Barbara weiß nun, dass sie es mit einem Täter zu tun hat, der einen hinterlistigen Plan verfolgt, und beginnt zu ermitteln.

"Bedenke, was du tust" ist der mittlerweile 19. Band um DI Thomas Linley und Detective Barbara Havers.

Wie immer, ist auch dieser Kriminalroman von Elizabeth George sehr anspruchsvoll und durchdacht geschrieben, allerdings fehlt hier deutlich die Spannung, da über weite Strecken des Buches mehr Einführung in das Geschehen waren.

Ebenso hätte ich mir gewünscht, dass DI Thomas Linley mehr Raum einnehmen darf. In diesem Fall ist er eigentlich zu einer Randfigur geworden.

08.04.2016 22:31:30
Basil

Ich lese gerade diesen Krimi/Roman mit großem Vergnügen. Die Geschichte wird langsam aufgebaut, das "Personal" ist lebendig, das Wetter ist wechselhaft und ich stelle mir die ganze Zeit die Frage:"Wer war´s?"Nach "Die Sünde ist scharlachrot" und "Nur eine böse Tat" und der Leserbeleidigung mit der Namensgebung Bernhard & Bianca in "Wer der Lüge glaubt" - was ja vielleicht ungewollt (?) sublim war - ein erfrischendes Machwerk aus der Fabrik in Zeiten der Leihbibliotheken.

27.03.2016 10:37:30
Annelie Haupt

Als mitreissenden Roman wuerde ich diesen nicht beschreiben.Er ist stellenweise sehr langatmig und unergiebig. Bis Seite 321 bin ich nun gekommen und habe besclossen, diagonal weiterzulesen.Elizabeth George hat einmal zu meinen Lieblingsautoren im Krimibereich gehoert. Schade! Es muessen ja auchnicht unbedingt mehr als 600 Seiten sein. Weniger ist , wie man so schoen sagt, mehr.

20.02.2016 18:18:39
Yolanda K.

Dass der Inspektor immer noch in den 30 gern ist, ist mir ebenfalls aufgefallen. Schon seltsam, zu Beginn der Serie war er älter als ich und jetzt ist es plötzlich umgekehrt. Passt irgendwie nicht. Ich lese ihre Romane wegen der Hauptdarsteller immer noch gerne und den vorletzten fand ich besonders gelungen. Zum neusten Roman kann ich nur sagen, das Motiv geht ja gar nicht. Empfinde ich wirklich als an den Haaren herbeigezogen!

01.02.2016 21:08:42
Sagota

Gerade die Rezi von Andrea Heuser gelesen - dann werde ich wohl weiterhin auf Lynley verzichten müssen - denn ich pflichte ihr bei, dass es ab dem Band, als die Frau von Lynley erschossen wurde, immer sozialkritischer wurde - aber vom früheren Format keine Spur mehr. Studien der Sozialkritik, schade - die ersten 12 Bände fand ich absolut genial!!!

24.01.2016 11:10:43
Andrea Heuser

Leider muss ich mich bezüglich der Lynley-Havers Reihe dem Buchkritiker Dennis Scheck anschließen:
Mrs. George hat das Pferd zu Tode geritten! Von der ursprünglichen Persönlichkeit der Protagonisten ist (fast) nichts mehr übrig! Sogar die scheinbare Angepasstheit von Barbara Havers finde ich einfach fade. Ihr Charakter hat mir immer gut gefallen. Ich habe die beiden vom ersten Band begleitet, habe alle im Regal stehen. Auch die anderen Personen sind fade geworden.
Meiner Meinung nach fing der Abstieg ab dem Band an, als EG die Frau von Lynley sterben ließ. Der neue Band mag ja sehr subtil die gesellschaftlichen Zusammenhänge schildern; ich finde es zu langatmig und zu vielschichtig. Es hätten auch andere, unbekannte Polizisten, ermitteln können. Mit den vertrauten Personen hat das nichts mehr zu tun. Schade! Ich werde sie vermissen, aber ich kann die alten Bände ja wieder lesen . . .
Also Mrs. George: vielleicht sollten Sie wirklich von diesem Pferd absteigen!

07.01.2016 09:00:21
Werner Herbst

Ich finde die Handlung im Buch langwierig und sich ständig wiederholend. Nein, dieses Buch hat mich nicht begeistert. Die handelnden Personen sind viel zu plakativ und berechenbar dargestellt. Elizabeth George sollte sich mal eine Auszeit gönnen und über ein wirklich mitreißendes Romanthema nachdenken.

25.12.2015 11:55:03
Bianka Robles

Ich liebe die Linley/Havers Charaktäre trotz alle dem und finde es immer wieder bemerkenswert, wie Elisabeth George sich solch konstrukte und ereignisreiche Geschichten ausdenkt!!! Sie schafft es trotz der megalangen Seiten, die Spannung bis zum Ende zu halten.Daumen hoch.Das sollte ihr erstmal jemand so leicht nach machen.Einfach klasse.

22.11.2015 21:16:01
K. Thiessen

Ich fand den neuen Roman sehr spannend beschrieben und konnte ihn kaum aus der Hand legen, eine ganz klare Leseempfehlung.
Ich muss meinen "Vorrednern" aber recht geben, dass Inspector Lynley ziemlich blass erscheint. Sein Privatleben war für meine Begriffe sowieso immer etwas zu präsent und hat mit dem Inhalt der Geschichten ja meistens gar nichts zu tun. Er hat wohl einen Hang zu anstrengenden Weibern, das könnte sich Elizabeth George echt sparen. ZUm Glück taucht seine Ex Deborah nicht auf, die finde ich von allen Charakteren am nervigsten und überflüssigsten...
Barbra Havers dagegen ist echt klasse und auch Winston Nkata ist eine interessante Figur, die gerne eine größere Rolle spielen könnte. Vielleicht sollte Mrs. George den Inspector in den Norden versetzen udn stattdessen den nächsten Roman komplett Barbra und Winston widmen ;-)

29.10.2015 08:42:16
sl

Der "Fall" ist eigentlich geschickt, intelligent und spannend entwickelt, hält allerdings nicht lange genug vor: Zum einen konnte ich die Frage "Wer hat's getan?" fast vor dem eigentlichen Mord beantworten, zum anderen ist mindestens die Figur des Thomas Lynley in diesem Roman viel zu flach und zu marginal an der Handlung beteiligt angelegt und scheinbar am Ende ihrer literarischen Entwicklung angelangt. Sie altert offenbar nicht einmal mehr (ganz so wie die Figur des Inspektor Jury von Martha Grimes); nun, natürlich kann man als Leser diese Alterslosigkeit als Prämisse akzeptieren und somit die daraus resultierenden Widersprüche ausblenden. Traurig ist aber, dass Lynley wie ein zahnloser Tiger umherstreift, reduziert auf die Rolle eines besseren Sekretärs und sogar im Privatleben nur noch um Kompromisse buhlt. Das ist schade. Die Figur der Barabara Havers dagegen ist relativ erfrischend und unverbraucht gezeichnet. Vielleicht wäre eine Versetzung Barbaras in den Norden und auf diese Weise eine Trennung des ohnehin nicht mehr existenten Duos Lynley-Havers gar keine schlechte Idee. Es wäre spannend zu lesen, wie das "Fass auf 2 Beinen" sich auf dem Land durchbeißt. 60°

27.10.2015 19:17:54
Klaus Konrad

Kleiner Nachtrag:
In dem Band, wird an irgendeiner Stelle, das Alter von Linley mit 37 angegeben. Was mich zunächst, angesichts der Tatsache, dass es die Reihe seit etwa 18 Jahren gibt, verblüfft hat. O.K. ist natürlich nicht Realzeit, dennoch ist erkennbar, das die Autorin ihre Protagonisten nicht altern lässt oder zumindest nicht in dem Masse, wie man es bei einer so langjährigen Serie erwarten könnte/würde. Die technische und geschichtliche Entwicklung dieses Zeitraums verarbeitet sie aber. Imho recht ambivalent, trotz künstlerischer Freiheit.L.G.

27.10.2015 18:35:20
Eule Buer

Obwohl mir "Bedenke, was du tust" besser gefallen hat als "Am Ende war die Tat" hätte ich den neuen Elizabeth George Krimi gerne gekürzt. 400-500 Seiten hätten gereicht. Auch wenn der Kleidungsstil von Havers kurios (?) war, haben mich die ständigen Veränderungsversuche genervt. Auch hatte ich den Eindruck, Linley war mit allem aus seinem Privatleben beschäftigt als mit seiner Arbeit. Und mich hat es auch gestört, daß alles zu lang beschrieben wurde. Ich schließe mich der Meinung von Klaus Konrad an. Der Charme ist wirklich weg. Vielleicht sollte Elizabeth George mal darüber nachdenken, ob sie es vielleicht so machen sollte wie ihre Kollegin Ann Granger. Als Ann Granger der Meinung war, die Geschichte(n) mit dem Markby/Mitchell-Gespann ist auserzählt, hat sie mit der Serie aufgehört.

27.10.2015 17:42:48
Klaus Konrad

Hallo zusammen! Der Charme der frühen Jahre ist endgültig hinüber! Die Protagonisten wandeln nur noch als Schatten ihrer selbst, durch den, mal wieder, viel zu opulenten Roman. Wäre der Autorin nicht wenigstens eine besonders hassenswerte Hauptverdächtige gelungen, könnte man das Buch komplett vergessen. Die Plattitüden zu den diversen Beziehungsgeschichten der Hauptpersonen der Serie nerven nur noch. Dabei ist die Fortentwicklung, dieser Charaktere, das einzige, was einem noch an dieser Romanserie hält. Der Plot selbst ist dieses mal ein unmotiviertes Puzzlespiel mit immerhin, ungewöhnlichem Ausgang. Die Charaktere allzu "psychologisch" angelegt. Ärgerlich ist auch die Abfolge. Vor dem Mord, werden die Verdächtigen, überschaubar, rekordverdächtige 200 Seiten lang vorgestellt, sodass sich der Leser/die Leserin die restlichen 500 Seiten die Frage stellen darf, wer es denn nun war von denen.
Ich denke, beim nächsten Band werde ich mir die 25€ nicht mehr antun.
L.G.

23.07.2015 18:44:03
Eule Buer

Hallo! Ich hoffe, daß wir uns auf dieser Seite über "Bedenke, was du tust" von Elizabeth George austauschen werden, wenn der Roman erschienen ist. Denn mich interessieren die Meinungen anderer Leser. Es macht Spaß mit sich mit anderen Lesern auszutauschen, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist. Muß man ja auch nicht, dann wäre es ja sowas von langweilig. Ob Elizabeth George etwas am Schreibstil geändert hat? Ob ihr (positive bzw. negative) Kritik zu Ohren gekommen ist? Was meint ihr? Viele Grüße aus Buer! Eure Eule Buer