Der Hochzeitsmord

Erschienen: Januar 1987

Bibliographische Angaben

  • London: Macmillan, 1981, Titel: 'The leper of Saint Giles', Seiten: 223, Originalsprache
  • München: Heyne, 1987, Seiten: 252, Übersetzt: Dirk van Gunsteren
  • München: Heyne, 1996, Seiten: 252
  • München: Heyne, 2002, Seiten: 252
  • München: Pavillon, 2006, Seiten: 252

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Wolfgang Weninger
Die Bruder Cafael-Serie hat nicht umsonst Kultstatus erlangt

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2003

Würde ich hier jetzt eine Inhaltsangabe zum Besten geben, wäre die gesamte Spannung aus Ellis Peters Kriminalroman "Der Hochzeitsmord" für den Leser nicht mehr vorhanden. Nur soviel sei gesagt, dass wir es mit einem klassischen Handlungsstrang zu tun haben. Baron Huon de Domville ist in den Sechzigern, was für den Zeitraum im 12. Jahrhundert schon fast einem Methusalem gleicht. Seine zukünftige dritte Frau, die schöne Iveta de Massard, hat gerade ihren achtzehnten Geburtstag hinter sich, könnte also seine Enkelin sein. Hier ist eindeutig bei der Heirat keine Liebe im Spiel, sondern berechnendes Vorteilsdenken ihrer Vormundschaft. Aber Iveta liebt einen anderen und der junge Mann, der diese Liebe erwidert, hat nicht vor, sich so einfach von seinen überschäumenden Gefühlen zu trennen.

Die Gäste treffen nacheinander im Haus des Bischofs von Norfolk ein, der das ungleiche Paar in der Abtei zu Shrewsbury trauen soll. Unter den beobachtenden Zaungästen befindet sich der Benediktinermönch Cadfael, der sich, wie so viele andere, seine eigenen Gedanken zu den Vorgängen macht, die nun unaufhaltsam ihren Lauf nehmen.

Ellis Peters ist der Künstlername von Edith Pargeter, die am 28. September 1913 in Shropshire, England, geboren wurde. Seit 1936 hat sie unzählige Romane veröffentlicht, der große Durchbruch gelang ihr aber 1977 mit ihrem ersten Bruder Cadfael-Krimi "A Morbit Taste of Bones" (Im Namen der Heiligen) und sie setzte diese Serie bis zu ihrem Tod 1995 mit mindestens einem Buch im Jahr erfolgreich fort.

Bruder Cadfael erinnert an einen Pater Brown des Mittelalters, der zum Einen ob seines vielfältigen Wissens über Kräuter und Säfte und seiner medizinischen Kenntnisse immer wieder an den Schauplatz der Verbrechen gerufen wird, andrerseits aber auch seine Nase überall hinein steckt und so fast zwangsläufig auf die unliebsamen Ereignisse in seiner Umgebung aufmerksam wird. Er ist ein richtig sympathischer Kirchenmann, der nicht umsonst mittlerweile Kultstatus erlangt hat, wie man zum Beispiel auf www.cadfael.de nachlesen kann.

Zusätzlich zum reizvollen historischen Ambiente von Ellis Peters Cadfael-Serie überzeugt auch die leicht nostalgische Schreibweise der Autorin, gepaart mit ihrem Wissen über die geschichtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Hintergründe des Lebens in einem zerstrittenen und zerrütteten England vor achthundert Jahren. Ellis Peters versteht es auch, ihre Charaktere so vielfältig zu zeichnen, dass oftmals der Böse sympathisch und das Opfer reichlich unsympathisch erscheinen und ihre kriminelle Vielfalt schlägt mehr als einen Haken bis Bruder Cadfael das richtige Kaninchen aus dem Zylinder zaubert, von dem der Leser meistens genau so überrascht ist, wie es die übrigen handelnden Personen sind (so sie noch leben).

Bruder Cadfael und seine Ermittlungsmethoden können süchtig machen. Auch wenn sich gelegentlich die Handlung in die Länge zieht und der Leser auf den ersten hundert Seiten oftmals nicht weiß, warum, wieso und weshalb, sind die genaue Schilderung der Umstände und der Profile der wichtigsten Menschen zumeist für den logischen Faden eminent wichtig und sollten nicht überlesen werden. Ellis Peters verpackt viele nebensächliche Details in den Aufbau der Story, ohne die es in den 253 Seiten nicht möglich wäre, den "Hochzeitsmord" logisch schlüssig aufzuklären.

Wer Krimis mit historischem Flair mag, liegt bei Ellis Peters absolut richtig.

Der Hochzeitsmord

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Letzte Kommentare:
12.10.2008 18:20:43
tassieteufel

In der Abtei Shrewsbury soll der sechzigjährige Edelmann Huon de Domville die gerade mal 18jährige Iveta de Massard heiraten. Bruder Cadfael erkennt schnell, das
hinter der Verbindung lediglich die Berechnung von Ivetas Verwandten steckt und das Mädchen einen anderen liebt, ausgerecht einen Knappen ihres zukünftigen Gatten.
Als dieser des Diebstahls bezichtigt wird und flieht, scheint der Hochzeit nichts mehr im Wege zu stehen, doch dann wird de Domville ermordet und der Täter scheint festzustehen……
Bruder Cadfael ist von der Unschuld des jungen Mannes überzeugt und erhält von seinem Abt die Erlaubnis, Nachforschungen anzustellen. Mit Spitzfindigkeit und viel
Gespür für die menschlichen Beweggründe gelingt es dem Mönch auch diesmal wieder den verzickten Fall zu lösen. Obwohl diesmal nicht unbedingt Bruder Cadfael und seine Ermittlungen im Vordergrund stehen, ist Ellis Peters wieder ein sehr spannender Krimi gelungen, man fiebert mit Iveta und ihrem Joscelin mit und auch das Schicksal der Aussätzigen läßt den Leser nicht kalt. Ellis Peters hat ein Talent für vielschichtige, detailreiche Charaktere und die bis zum Schluß spannende Krimihandlung ist wieder gekonnt in den historischen Hintergrund eingebettet.

25.09.2007 16:40:37
Geroellheimer

"Der Hochzeitsmord" ist ein durchaus spannender Roman rund um Bruder Cadfael.
Vor allem ist man durchaus in der Lage den Mörder zu finden. Genauso spannend ist die jagd nach de Hauptverdächtigen, der sich geschickterweise in einer nahegelegenen Lepra Kolonie versteckt. Natürlich kommt es zu dem üblichen Happy- End. Sollte man lesen.