Die Grausamkeit der Raben

Erschienen: Januar 1986

Bibliographische Angaben

  • London: Hutchinson, 1985, Titel: 'An Unkindness of Ravens', Seiten: 320, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1986, Seiten: 252, Übersetzt: Edith Walter
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2001, Seiten: 252

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Sabine Reiß
Ein typischer Whodunit

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2003

Chief Inspector Wexford wird von seiner Frau gebeten, eine Nachbarin aufzusuchen, deren Mann nach einer Dienstreise nicht wie angekündigt nach Hause gekommen ist. Obwohl er für solche Lappalien eigentlich nicht zuständig ist, entspricht er der Bitte seiner Frau. Er wundert sich, dass sich Joy Williams nicht schon früher bei der Polizei gemeldet hat und vermutet, - es leben die Vorurteile - dass sich der Mann einer Jüngeren zugewandt hat, was in seinen Augen nach einem kurzen Blick auf das Familienleben auch nicht verwunderlich gewesen wäre. Laut Aussage von Joy arbeitet ihr Mann Rodney als Vertreter bei einem großen Farbenhersteller und ist sehr oft dienstlich unterwegs.

Da Wexford den stellvertretenden Leiter dieses Unternehmens kennt, erfährt er zufällig, dass Rodney Williams nicht Vertreter ist, sondern Leiter der Marketing-Abteilung, und dass dieser zunächst von seiner Frau krank gemeldet wurde, dann aber eine schriftliche Kündigung eingegangen sei. Wieso sollte Joy ihren Mann in der Firma jedoch entschuldigen, wenn sie ihn vermisst? Nicht nur sein Auto wird in der Nachbarschaft gefunden, auch seine Reisetasche taucht bei Baggerarbeiten an einem Teich in der Nähe auf. Dass bald darauf Williams Leiche gefunden wird, ist unvermeidlich. Die Enthüllungsserie hat ihren vorläufigen Höhepunkt, als sich eine Frau auf dem Revier meldet, die sich Mrs. Wiliams nennt. Seine Schwägerin? Mitnichten. Es ist Mrs. Rodney Williams, seine Ehefrau. Und damit klärt sich, wo er sich befand, wenn er sich für Joy auf Dienstreise befunden hat. Mit Joy hatte er zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter, und mit Wendy hatte er eine Tochter. Aber auch sie hat ihn nicht bei der Arbeit entschuldigt. Im Gegenteil, sie hatte ihren Mann ein paar Wochen nicht gesehen, da er laut ihrer Aussage im Streit das Haus verließ.

Ruth Rendell bleibt ihrem Stil treu

Obwohl ich seit langem ein Fan von Ruth Rendells Inspector Wexford bin, fiel mir die "Grausamkeit der Raben" als letztes der ganzen Serie in die Hände. Es ist zwar inzwischen seitens des Verlages vergriffen, kann aber noch günstig erworben werden. Vorweg sei gesagt: Es lohnt sich! Dieser Krimi ist zu unrecht nicht im aktuellen Programm zu finden. Da mir der Grund dafür leider nicht bekannt ist, kann ich nur spekulieren: Das Thema, das - aber nur auf den ersten Blick - etwas antiquiert erscheint.

Es geht um Emanzipation im weitesten Sinne, denn Wexford und sein Team stoßen im Laufe der Ermittlungen auf eine Gruppe namens ARRIA - Action of the Radical Reform of Intersexual Attitudes - eine Vereinigung radikaler Feministinnen, hauptsächlich bestehend aus jungen Mädchen aus den Schulen der Umgebung, unter anderem der Tochter des Toten. Und Wexfords Assistent Michael Burden sieht Vaterfreuden entgegen, doch das Familienglück wird erschüttert durch die eigentlich freudige Nachricht: Es wird ein Mädchen. Mit dieser Tatsache kommt er gut zurecht, doch seine Frau Jenny reagiert fast hysterisch, was mir als Leser wirklich etwas komisch vorkommt. Doch die Autorin ist dafür bekannt, dass sie gesellschaftskritische Töne anschlägt, auch wenn sie hier einen etwas ungewöhnlichen Weg gewählt hat. Auf jeden Fall sollte man nicht vergessen, dass der Krimi bereits 1985 veröffentlicht wurde und damit 20 Jahre auf dem Buckel hat.

Ihr zweitbestes Buch

Mit diesem Roman ist Ruth Rendell ihrem Stil treu geblieben. Sie wirft einen Blick in das Familienleben des Mittelstandes und trifft dort auf Abgründe, die keiner erwartet. Was sich aber zunächst als recht durchschnittlicher Roman anlässt (die Fakten sind schnell bekannt und die Tätersuche steht im Vordergrund), wird zunehmend vielschichtiger und so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Autorin entwickelt ein komplexes Motiv und zeichnet die Figuren einmal mehr hervorragend. Zudem hat die Geschichte keine Überlänge, etwas, was in ihren letzten Büchern etwas Überhand genommen hat. Mit 252 Seiten ist "Die Grausamkeit der Raben" angenehm zu lesen. Für mich ist es, nach "Eine entwaffnende Frau" ihr zweitbestes Buch, vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber bestimmt auf den zweiten.

Die Grausamkeit der Raben

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Letzte Kommentare:
14.09.2015 16:58:44
Stefan Schmid

Schritt um Schritt löst Ruth Rendell vor unseren Augen die Geheimnisse eines ermordeten Ehemannes auf, der diskret ein Doppelleben geführt hat. Die Umsicht, mit der er seine Doppelrolle spielen musste, war riesig und lässt erschaudern. Rendell's anschauliche Milieu- und Personenschilderungen lassen ein bisschen erahnen, warum sich ein Mensch eine solche Nervenanspannung überhaupt antat. Wieder ein Krimi der ungewöhnlichen Art und deshalb absolut lesenswert. Einzig die Szenen in und um die feministische Geheimgruppierung tragen nichts zur Lesefreude bei; sie sind überflüssiges Beiwerk und verlangsamen den Lesefluss unnötig.

06.09.2009 13:50:03
Dr.Dieter Rohnfelder

Im Ergebnis stimme ich der Besprechung von Krimi-Couch.de zu, aber ganz sooo euphorisch denn doch nicht. Das Thema "Bigamie und die Reaktion der beiden Familien" wird sehr gut für die Krimihandlung genutzt. Der organisierte Feminismus bekommt aber sein satirisches Fett weg (auch die sonst so liebenswerte Jenny Burden übertreibt es mit ihren Sorgen zur Zukunft ihrer ungeborenen Tochter). Auch der entscheidende Hinweis zur Lösung des Falles wird zunächst wegen des rigiden Sprachgebrauchs der feministischen Hinweisgeberin falsch interpretiert. Letztlich ein sehr guter Krimi, aber bei weitem nicht der zweitbeste von R.R.
(den benenne ich am gegebener Stelle). 82 Grad.

26.02.2008 08:31:42
Kasia

Ich habe das Buch gestern Abend ausgelesen und bin froh, dass ich nun was Anderes lesen kann.
Zum Einen, weil ich das Buch auf Englisch gelesen habe und das nun mal nicht meine Muttersprache, sondern harte Arbeit ist (wobei Schulenglisch ausreicht, um es zu verstehen) und zum Anderen, weil es sich gezogen hat. Die Schreiberin hat dem Leser erst ein paar Seiten vor dem Ende verraten, wer die Morde begangen hat. Ich habe eher auf jemand anders getippt. Und ich denke, dass sie das sehr geschickt gemacht hat.
Im Großen und Ganzen ein durchschnittliches Buch, welches man lesen kann aber nicht muss.

07.06.2005 23:30:55
Anja S.

Das hier ist ein solide gemachter Krimi, aber leider auch nicht mehr. Routiniert geschrieben ohne grosse Ueberraschungen liefert dieses Buch durchaus einige Stunden Unterhaltung, aber man muss es nicht unbedingt lesen.

07.02.2005 19:09:55
verena w.

Das Buch habe ich gerade auf Englisch für die Schule gelesen.Mir persönlich hat es gut gefallen.Bis zu Schluss war ich mir nicht sicher wer was getan hat.Die neuen Fakten und damit verbundenen Spannungen bringen den Leser dazu,unbedingt weiter lesen zu wollen.Insgesamt bin ich von der ungewöhnlichen handlung begeistert.

16.10.2004 18:27:17
Metin Alparslan

Ich fand das Buch nicht sehr gut. Geschmacksache! Das Ende war schon vorher klar, es gab eigentlich nur zwei Lösungen. Diese wurden weit herausgezögert, so dass das Buch langweilig wurde. Mit dem Polizisten, der ja die Hauptfigur spielt, konnte ich mich nicht identifiziere und sehr gemocht hat man ihn auch nicht. Deshalb würde ich es nicht weiter empfehlen.
Mittelmass!