Geheimcode Makaze

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • London: Michael Joseph, 2004, Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2006, Seiten: 512, Übersetzt: Oswald Olms
  • München: Blanvalet, 2009, Seiten: 508

Couch-Wertung:

70°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:80
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Michael Drewniok
Finsterlinge aus dem Reich der aufgehenden Sonne

Buch-Rezension von Michael Drewniok Jul 2006

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wagte die Kaiserliche Japanische Marine einen verzweifelten Versuch, die scheinbar unweigerliche Niederlage zu verhindern: Das Unterseeboot I-403 sollte die Westküste der Vereinigten Staaten ansteuern und dort Pockenviren freisetzen. Die infame Attacke misslang, das U-Boot wurde versenkt, die Bomben mit dem Schwarzen Wind gingen mit ihm unter.

Sechs Jahrzehnte später untersuchen Wissenschaftler ein Seelöwen-Sterben vor der Inselkette der Aleuten. Sie entdecken keine Seuchen oder Umweltgifte. Stattdessen scheinen Wilderer den Tieren mit Blausäure zu Leibe zu rücken. Das Team fällt dem Gift beinahe zum Opfer, wird aber in letzter Sekunde von der Crew eines zufällig seinen Weg kreuzenden Forschungsschiffs der "National Underwater & Marine Agency" gerettet. Dirk Pitt jr., der für die NUMA Spezialprojekte leitet, entdeckt wenig später das Wrack von I-403 und die Trümmer der tödlichen Fracht. Eine Virenbombe ist verschwunden; sie wurde offensichtlich kürzlich unversehrt geborgen.

Währenddessen fallen in Japan mehrere US-Diplomaten und andere hochrangige Amerikaner diversen Attentaten zum Opfer, was zu Spannungen zwischen beiden Staaten führt. Diese werden inszeniert und heimlich geschürt vom Industriemogul Kang, einem Spion Nordkoreas, der die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea einleiten will. Da die US-amerikanischen Truppen, die Südkorea vor dem kommunistischen Norden schützen, dies verhindern würden, plant Kang, der zufällig von den japanischen Pocken-Bomben erfahren hatte, diese über die USA zu verstreuen und die Welt damit in einen Aufruhr zu versetzen, der diese Nordkoreas Coup vergessen ließe.

Dirk Pitt und seine Schwester Summer setzen sich auf Kangs Fährte. Der skrupellose Schurke scheint sich alle Gegenmaßnahmen abgeschirmt zu haben, aber er unterschätzt die Findigkeit der NUMA und ihres Leiters: Dirk Pitt sen., der die freie Welt schon öfter im Alleingang retten musste ...

Naivität kann charmant sein

Die Welt ist in jeder Beziehung ein komplexer Mechanismus. Das betrifft nicht nur die Natur, sondern schließt die politische, kulturelle oder wirtschaftliche Realität des Menschen ausdrücklich ein. Niemand hat hier den Überblick, niemand kann ihn haben. Was freilich noch nie gewisse Zeitgenossen daran gehindert hat es zu behaupten. Zu ihnen gehören nicht nur aber auch jene US-amerikanischen Eiferer, die davon überzeugt sind, diese Erde zu einem besseren Ort machen zu können, wenn man sie nur hart genug durchgreifen ließe. Namen müssen an dieser Stelle nicht genannt werden, und dass sich entsprechende Träume noch immer zu Schäumen oder Albträumen entwickelt haben, ist ebenso traurige Tatsache.

Das hindert einen alten Kämpen wie Clive Cussler nicht, seine persönliche Version dieser Vision zumindest literarisch unverdrossen in Worte zu fassen. Wenn es nach ihm ginge, wäre die US-Regierung ausführendes Organ einer realen NUMA, denn nur diese weiß, was wirklich gut ist für Mutter Erde. Das Buhlen um Wählerstimmen, die Jagd nach dem Dollar, der Kotau vor den Medien - das ist einer wahren Führung unwürdig, die von Idealisten gelenkt werden sollte, von denen es - der Kreis schließt sich - in der NUMA förmlich wimmelt.

Der erste Schritt ist getan; Ex-NUMA-Chef Admiral Sandecker ist inzwischen zum Vizepräsidenten aufgestiegen und schanzt ´seiner´ Agency Geld und Macht zu, damit diese wenigstens auf den Weltmeeren für (amerikanische) Ordnung sorgen kann. So verfügen die Pitts - drei sind es inzwischen - und ihre treuen Paladine stets über die Mittel für tolles Hightech-Spielzeug, mit dem sie den Erdball ohne Rücksicht auf die damit verbundenen Kosten überfliegen, untertauchen oder anderweitig durchqueren und dabei noch ihrer Abenteuerlust frönen können.

Dr. No - Goldfinger - Kang

Dieses Mal geht es - war es je anders? - gegen einen Super-Schurken, der die Welt an den Rand des Abgrunds treiben will, um ungestört böse sein zu können. Dem Verfasser die Dämlichkeit des Plans vorzuhalten, die Eroberung Südkoreas mit Hilfe einer Super-Seuche in die Wege zu leiten, wäre Energieverschwendung, denn das Pitt-Universum ist ein Märchenland der - scheinbar - reinen Unterhaltung und Dirk Pitt der James Bond dieses Landes; vielleicht sollte man ihn besser als Sean Connery, den Ex-Bond im Ruhestand, betrachten, denn auch Pitt sen. zieht sich allmählich aus dem aktuellen Geschäft der Weltrettung zurück und überlässt diesen Job seiner Brut.

Wie James Bond finden die Pitts ihre Gegner vor allem im russischen und asiatischen Raum. Auch heute noch wimmelt es dort aus Sicht von Joe und Jane von Kommunisten und Fu-Man-Chus, die neuerdings von der Russen-Mafia und Al-Kaida unterstützt werden. Den Nahen Osten meidet Cussler vorsichtshalber, da die Amerikaner dort ihr Versagen tagtäglich allzu offensichtlich unter Beweis stellen. Er erfindet lieber einen Finsterling und stattet ihn mit allem aus, das Hollywood an einschlägigen Klischees bereithält.

Kang ist denn auch eine lächerliche Figur, die den genialen Schurken nur spielt. Das muss er, denn seine Kontrahenten sind nicht weniger unglaubwürdig. Dirk jr. und Summer Pitt benehmen sich wie High-School-Rabauken, wenn sie Kang und seinen Schergen gegenüberstehen; sie reißen dumme Sprüche und reizen Kang mit ihren infantilen Sticheleien bis zur Weißglut. Vielleicht vergisst der Leser darüber wenigstens die Frage, wieso weder Kang noch sein Killerknecht Tongju die Pitt-Kids eliminieren. Stattdessen werfen sie die Zwillinge wieder und wieder in narrensichere ´Todesfallen´, denen sie prompt entkommen, um ihre Häscher erneut zu piesacken ...

Cusslers Traum von der "Lex Americana"

Ja, Dirk und Summer können alles, überstehen alles und sehen auch noch toll aus. Wenn doch einmal brenzlig wird, streicht Papa Pitt sich das leicht silbrig gewordene Haupthaar zurück und stürzt sich wieder ins Getümmel. Welche Lumpen-Organisation könnte dieser geballten Dreifaltigkeit gewachsen sein?

In Clive Cusslers Schwachstrom-Hirnwelt ist es notwendig, dafür die wahre Macht der Welt - die USA - zu lähmen. Dafür bedarf es nur einer relativ kleinen Schar entschlossener Widerstandskämpfer und/oder Terroristen, was allerdings eine Wahrheit ist, die Cussler lieber ignoriert bzw. nur den Faktor Heimtücke übernimmt. Der Kampf gegen Kang ist - da mache man sich nichts vor - die Blaupause der Wunschvorstellung vom US-Krieg gegen den Terror. Hier gelingt, was im realen Leben mit hässlicher Regelmäßigkeit versaubeutelt wird: der quasi chirurgische militärische Eingriff, der die terroristische Pestbeule vollständig und ohne Kollateralschäden entfernt.

Der Traum wird gekrönt von der Vorstellung einer Restwelt, die den USA dankbar zujubelt und auf ihre Linie einschwenkt, weil sie begriffen hat, dass nur auf diese Weise das Heil zu erreichen ist: Exakt diese Weltsicht stellt Cussler in dem entlarvenden Epilog-Kapitel !Abstimmung" zur Schau. Das ist sogar noch peinlicher geraten als sein üblicher Auftritt im eigenen Roman, den er sich auch dieses Mal nicht verkneifen kann: betrübliche Egozentrik eines alternden Autors, der sich selbst immer noch als Haudegen sehen möchte.

Business as usual

Die Action-Elemente von Geheimcode Makaze funktionieren - mehr oder weniger, denn auch im 18. Roman der Pitt-Serie weicht Cussler keinen Deut von seinem Erfolgsrezept ab. Ein Geheimnis der Vergangenheit wirkt sich nachhaltig auf die Gegenwart aus, wo die Geschichte in eine vielhundertseitige Hetzjagd kreuz und quer über den Globus übergeht und in einem Rettung-in-letzter-Sekunde-Finale der meist explosiven Art gipfelt. Die Elemente werden ausgetauscht, während die Grundstruktur unverändert bleibt. Nur die erstaunliche Fabulierkunst der Cusslers lässt den Leser ihnen immer wieder auf den Leim gehen, obwohl ihre Romane bar jeglicher Originalität sind.

Tatsächlich erwartet das Stammpublikum diese Konformität. Es greift zum aktuellen Pitt-Roman und darf sich darauf verlassen, dass es bekommt, wofür der Kaufpreis entrichtet wurde. Keine Experimente bedeuten zwar keine Überraschungen aber dafür eben auch keine Enttäuschungen. Spektakel satt und ökologische Weisheiten gratis, und zwischendurch klaut Sidekick Al Giordano dem Bärbeiß Sandecker wieder seine guten Zigarren. Man mag Cussler nicht einmal böse sein, denn er bedient offensichtlich nur ein Kundenbedürfnis. Umsonst konnte er sein NUMAversum nicht zum Franchise ausbauen, für das (s. u.) gleich mehrere Autoren-Heuerlinge Beiträge produzieren.

So kann es noch geraume Zeit weitergehen, und so ist es wohl auch geplant, denn da Cussler nicht jünger wird, holte er sich Unterstützung an Bord. Die Pitt-Abenteuer verfasst er inzwischen gemeinsam mit Sohn Dirk (!), sodass grundsätzlich kein Anlass besteht, dem lukrative NUMAversum ein Ende zu setzen, auch wenn Cussler sen. oder Dirk Pitt d. Ä. einst in den Ruhestand treten oder gar in die ewigen Schurkenjagdgründe eingehen.

Geheimcode Makaze

Geheimcode Makaze

Deine Meinung zu »Geheimcode Makaze«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
10.12.2015 09:08:29
GM

Michael Drewniok, wenn der Herr Realität wünscht, dann soll er als Reporter zu CNN gehen!
Hier geht es immer noch um Romane, auch beim ansehen eines James Bond, macht man sich keine Gedanken um die Realität im Leben eines wirklichen Agenten.
Und bei den Verkaufszahlen, muss ein Cussler irgendwas richtig machen - " In Clive Cusslers Schwachstrom-Hirnwelt ".
Solche Äußerungen kann man als ungebührlich bezeichnen - auch dumm ist eine zutreffende Bezeichnung!
GM

09.01.2012 14:41:41
M.Reinsch

Nachdem ich meinen letzten Cliff Cussler vor einigen Jahren gelesen habe, war es wie das wohlige Gefühl wie in "alte ausgetretene Hauspantoffeln zu schlüpfen".
Sie sind nicht mehr so aufregend, wie Neue, man kennt Sie eigendlich schon, aber man fühlt sich wohl in Ihnen.
Mr.Cussler hat seienn Stil gefunden und auch mit seinem Sohn als Co-Autor kaum verändert. Wieder einmal gibt es einen Bösewicht, der sich unter dem Strich nur bereichern will, wieder wird ein (großer Teil) der Welt bedroht und wieder kämpft ein kleines Grüppchen von NUMA-Mitarbeitern gegen diese Bedrohung an. Sicher gab es einige Umbesetzungen in den Hauptrollen (so sind also nun Dirk Pitts Kinder die Hauptakteure, später dann doch noch einmal das "Alte Eisen"), aber auch Diese erweisen sich als jeder Gefahrenlage gewachsen, behalten die Nerven und finden am Ende eine (meist glaubwürdige) Lösung des Problems. Immer noch liefert Cussler eine interessante Vermischung von (fiktiver) Historie und Technik. Beide Gebiete werden gut und interessant genug erläutert, das man über manch kleine Ungereimtheit hinweg liest. Am Ende bekommt Mr.Pitt (nun der Junior) wieder sein Date und die Welt ist gerettet.
Kurzum man kann wohl fast alle C.Cussler Bücher lesen (zumindest seine Solobücher und die mit Dirk als Co-Autor), und man ist immer gut bedient, wenn man spannende, unterhaltsame Urlaubslektüre sucht!
83° Micha

23.03.2008 02:45:16
Rolf.P

Alles in allem ist es den Autoren wieder einmal gelungen, einen spannenden Roman abzuliefern, der aber aufgrund seiner zahlreichen Personen eher für Fans der Romanserie geeignet ist als für Quereinsteiger.
Leider ist es nicht mehr so spannend und unterhaltend wie seine früheren Bücher. Dirk und Al kommen nur noch am Rande vor und jetzt bestreiten die ach so unfehlbaren Kinder von Dirk die Abenteuer, die alten Charaktere fehlen sehr! Das Buch wird erst im letzten Drittel wieder attraktiver, als die zwei Alten die Zügel wieder in die Hand nehmen.
Fazit: ein typischer Cussler mit typischem Handlungsverlauf, aber auch typischer hochkarätiger Spannung und hohem Unterhaltungswert.

23.10.2007 02:26:08
Micha

Sorry, liebe Krimi-Couch, aber mittlerweile habe ich mehr Lesefrust als Thrillervergnügen.
Die Bucht von Vancouver mag ja sehr detailliert beschrieben sein, auch das Super-Restaurant, überhaupt kulinarische Köstlichkeiten machen dieses Buch eher zum Leckerschmecker-Reiseführer.
Zum Thema !
Die Japanische Marine entsendet zu Beginn des Krieges ein U-Boot an die Amerikanische Westküste, um eine symbolische Bombardierung nachzuweisen.
Okay !
Leider ist ihnen bei der Armierung des Decksgeschützes ein Fehler unterlaufen, und sie feuern eine (!) Giftgasgranate ab.
Diese tötet auch sofort ein paar amerikanische Zivilisten...Ziel erreicht.
Welches Ziel eigentlich ? Den Gegner vorzuwarnen ? Wären es der amerikanische Päsident oder Admiral Fletcher oder Nimitz so wäre das Risiko einer vorzeitigen Entdeckung des Kampfstoffs ( ganz mal abgesehen von Zeitpunkt, Ort , etc. ) vielleicht gerechtfertigt...
Andererseits wird hier den Japanern Diletantismus bescheinigt, während sie einige Jahre zuvor doch Hunderttausende von Chinesen durch chemische und bakteriologische Kriegsführung ermordet haben !
Und während schlitzgesichtige Banditen wild feuernd hinter unserm Helden herrasen, ihn aber nicht treffen, sterben die Banditen actionreich, aber nicht ohne vorher ihre wahre Identität durch einen rein zufällig daher gekommenen Statisten klar werden zu lassen.
Die Japse.ein Wohnsitz, der an den Berghof erinnert, hmmm...fehlt nur noch ein Teilnehmer der Achse ---> Richtig... Italiener ( an den Schädel klopp ) wer baut Luxusjachten besser als die Italiener ! Ausser Strassen natürlchlich. Man denke nur an die Via Appia und die Vormarschstrassen in Lybien.
Ich weiss, was Sie jetzt sagen wollen.
Alles Schnee von gestern, auch richtig, denn heut gehts um die neue Achse des Bösen .
Ohne mir jetzt ein weitergehendes Urteil erlauben zu möchten, weil es hier um dieses spezielles Buch geht, so werde ich den Eindruck nicht los, als ob es um den Kampf von Superman und Batgirl gegen das Kryptonit geht.
Sorry
Micha