Inspektor Jury küsst die Muse

Erschienen: Januar 1988

Bibliographische Angaben

  • Boston: Little, Brown, 1984, Titel: 'The dirty duck', Seiten: 240, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1988, Seiten: 250, Übersetzt: Uta Goridis
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1990, Seiten: 250, Übersetzt: Uta Goridis

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Es ist Hochsaison im Shakespeare-Städtchen Stratford-upon-Avon. Wie unangenehm, daß gerade jetzt eine reiche Amerikanerin ermordet wird. Und die Touristengruppe lichtet sich weiter. Der Mörder hinterläßt bei seinen Opfern einen Zettel mit je zwei Zeilen eines elisabethanischen Gedichts, und das hat viele Strophen! Inspektor Jury zieht einen schrulligen Literaturprofessor hinzu.

Inspektor Jury küsst die Muse

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Letzte Kommentare:
14.09.2013 11:23:23
Schnippi

Auch dieses Buch der "Jury-Reihe" liest sich flüssig und gut, obwohl die Schilderung zu Shakespeare und Marlowe (für meine Begriffe) zu sehr breitgetreten und abgehandelt wird. Irgendwie kommt mir diese Abhandlung eher wie ein Lückenfüller vor (damit das Buch eine gewisse Seitenzahl aufweisen kann), als dass sie wesendlich zum Inhalt und zur Abhandlung passen würde. Die Autorin hätte auf die Ausschmückung dieses Kapitels gut und gerne verzichten können...hätte dem Krimi nicht geschadet. Wie in den vorangegangen Büchern kommt auch hier der englische Charme, das Flair und die unterschiedlichen Charaktere (der zum Teil schon bekannten Akteure) nicht zu kurz.
Vorfreude auf den nächsten Fall!

15.08.2012 20:49:38
Nadine1978

Band 4 der Reihe hat (als Taschenbuch) 251 Seiten und hat, als ich es vor vielen Jahren gekauft habe, 9, 80 DM gekostet. Wieder einmal ist das Umschlagbild (eine herbstliche Landschaft) sehr schön.

Der Beginn ist vielversprechend: Schauplatz der Handlung ist die kleine Stadt Stratford-upon-Avon, Geburtsort von William Shakespeare. Hier macht Melrose Plant Urlaub - natürlich wollte er diesmal NUR Urlaub machen und keinesfalls in Kriminalfälle hineingezogen werden, aber...

Das mit dem Ermittler, der nur Ferien machen will und dann doch wieder in eine Morduntersuchung hineingerät, ist ziemlich abgedroschen, aber verzeihlich - irgendwie muß Martha Grimes ja Melrose Plant unterbringen, der offiziell kein Polizist ist.

In dem Städtchen wimmelt von kulturbesessenen Touristen, darunter viele Amerikaner. Martha Grimes kann es, ebenso wie Elizabeth George, nicht lassen, ihre Landsleute zu parodieren. Die Mitglieder der amerikanischen Reisegruppe sind fast alle steinreich und exzentrisch, besonders die schrullige 62jährige Violet Dew, die ein bewegtes Leben hinter sich hat: "Ich habe drei Männer begraben, zweimal ein Vermögen verloren und wieder zusammengerafft, bin fünfmal festgenommen worden und habe versucht, die Nelsonsäule raufzuklettern; ich habe splitternackt auf dem Rasen vor dem Kristallpalast getanzt, und ich hab's mit allem getrieben, was Rang und Namen hatte."

Ein weiterer Spinner ist der Computerfreak und Hobbyhistoriker Harvey Schoenberg. Er will Shakespeare den Mord an dem Dichterkollegen Christopher Marlowe nachweisen! Das ist gar nicht so verrückt, wie es klingt; Historiker streiten ja oft heute noch über jahrhundertealte Kriminalfälle.

Dummerweise treibt auch in der Gegenwart ein Mörder sein Unwesen, der es anscheinend auf Amerikaner abgesehen hat. Das erste Opfer ist die graue Maus Gwendolyn, es folgen weitere Mitglieder der Reisegruppe. Neben jeder Leiche liegt ein Zettel mit zwei Zeilen eines elisabethanischen Gedichtes - und da dieses viele Strophen hat, sind weitere Opfer zu befürchten. Die Morde wurden auf außerordentlich brutale Weise verübt, vielleicht war der Täter inspiriert durch Hinrichtungsmethoden aus Shakespeares Zeiten?

Zu allem Überfluß verschwindet auch noch der kleine Sohn eines Reisenden, der neunjährige James Carlton "Jimmy" Farraday. Sein Vater James Cecil Farraday und seine Schwester Penelope (Penny) sind verzweifelt, die Stiefmutter Amelia und Stiefschwester Honey Belle dagegen reagieren absolut gleichgültig. Die größten Sorgen um den Kleinen macht sich offenbar Harvey, denn der Junge war schlau und an Computern interessiert.

Trotz aller guten Seiten: In diesem Band ist bei mir erstmals Ärger aufgekommen, es war irgendwann in der Mitte.

Die vorlauten Kinder, die auch hier wieder auftauchen - Penny und James -, beginnen allmählich zu nerven. Daß Penny dauernd "Fotze" sagt, macht sie nicht sympathischer.

Die Familienverhältnisse der Farradays - ohnehin schon eine Patchwork-Familie - sind unnötig verworren, denn es stellt sich heraus, daß Penny und James gar nicht James seniors leibliche Kinder sind, sondern... na, egal, natürlich sind das wieder dunkle Geheimnisse aus grauer Vorzeit.

Eine Figur, die man in den Bänden 2 und 3 absolut nicht vermißt hat - Vivian Rivington -, taucht urplötzlich in Stratford auf, nachdem sie drei Jahre in Italien war. Aus dem Mauerblümchen ist eine Modepuppe geworden, und ich finde sie noch unsympathischer als in Band 1. Dann hat sie noch einen italienischen Grafen im Schlepptau, der angeblich ihr Verlobter ist, mit dem sie aber auch zig Bände später noch nicht verheiratet ist. Meinetwegen hätte sie in Italien bleiben können! Jury und Melrose, die beide eifersüchtig auf den Verlobten sind, benehmen sich wie kleine Jungen - beide hatten selber Chancen bei Vivian, haben sie jedoch nicht genutzt. Aber daß sie einen anderen gefunden hat, gefällt ihnen auch wieder nicht...

Wirklich bedenklich ist die Darstellung der siebzehnjährigen Honey Belle. Blonde blauäugige Mädchen sind natürlich dumm wie Bohnenstroh und obendrein Schlampen - dieses Klischee hat mich sofort geärgert, und dann war ich wirklich sprachlos: Als Honey Belle überfallen wird und fürchtet, vergewaltigt zu werden, denkt sie nach der ersten Schrecksekunde folgendes: "Warum eigentlich nicht? Es ist die Art von Sex, bei der man nichts zu tun braucht!" Hat die Autorin bedacht, wie sich ein Vergewaltigungsopfer bei so einer Aussage fühlen muß?!

Ebenso arg ist das hier: "Honey Belle fragte sich kichernd, ob ihre Mutter überhaupt ahnte, wie sehr ihr Daddy seine kleine Honey Belle gemocht hatte." Dann ist Honey Belle also von ihrem Vater mißbraucht worden - und fand es toll! Eine Verhöhnung von Inzestopfern ist das letzte, was ich von Martha Grimes erwartet hatte, und hat mich sehr enttäuscht. Pfui Spinne!

Dann kommt die Auflösung. Ich muß jedesmal nachschlagen, weil ich immer vergesse, was eigentlich das Motiv des Täters war - ziemlich weit hergeholt.

27.11.2011 18:41:34
Kath

Mir hat\'s nicht so gefallen. All das um Shakespeare und Marlowe ist sehr schön, das stimmt. Aber die Auflösung kommt so plötzlich und unverständlich, dass ich zweimal zurückgeblättert hab, ob ich da ne Seite ausgelassen hätte. War aber nicht so. Dieser Bruch ist eine große Schwäche des Buchs, das sich ansonsten aber gut liest und wunderbare Seitenhiebe auf amerikanische Touristen enthält...
Kath

19.08.2009 16:16:28
Hoti

ich hab zwar nur das hörspiel gehört, aber mir hats sehr gefallen, da ich mich sehr für alte gedichte interessiere^^
"der schönheit rote Nelken
sind blumen, die verwelken
ein goldner schimmer in der luft,
Königinnen verblichen und liegen in der gruft" ich weiss zwar, dass dieses gedicht von thomas nash ist aber leider weiss ich nicht wie das gedicht richtig heisst... :\'(

05.02.2008 10:41:43
Nashi

Inspektor Jury küsst die Muse war das erste Buch, das ich von Martha Grimes gelesen habe.
Ich war total hin und weg von diesem Buch. Der englishe Flair, Shakespeare und diese Melancholie.
Obwohl ich die Charaktere vorher nicht kannte war ich nie verwirrt. Auch ohne die anderen Bücher gelesen zu haben, kannte ich mich super aus. Ihre Bücher muss man auf keinen Fall in einer bestimmten Reihenfolge lesen, um sich auszukennen!
Geniales Buch!!

17.05.2007 12:06:40
Lisa Guth

Lisa Guth

Ich bin gerade erst 13 und dieses Buch war das zweite das ich von der Inspektor Jury Reihe gelesen habe es ist durch gehen spannend und Interessant. als ich mit diesem Buch angefangen hatte war ich einfach gezwungen in jeder Freien Minute zu Lesen bis ich fertig war. Ich finde das Buch ist sehr gut zu Lesen und durchaus an manchen stellen auch lustig, ich finde gut das man bis man fast am Schluss angelangt ist den Täter nicht kennt was auch bei allen anderen Büchern dieser Reihe so ist.

13.10.2004 19:06:52
Olli

Weiterer Meisterstreich der besten, lebenden Krimiautorin. Gerade für Kenner der elisabethanischen Theaterwelt sehr genußvoll zu lesendes Buch. Doch auch, wenn man nur die Hälfte der Anspielungen versteht durchaus witzig.

Allerdings Vorsicht!!!

Unbedingt die vorigen Bücher lesen, da das Hauptpersonal als bekannt vorausgesetzt wird. Ohne Vorwissen entgeht einem da viel.

Aber durch besser als seine drei Vorgänger.

TOP

30.05.2004 15:37:03
Heidi_Bojangles

Dieses war mein erster Jury-Roman. Bin normalerweise begeisterte Krimi-Serien-Leserin. Aber in diesem Roman wird der Inspector so wenig beschrieben, dass man gar nicht neugierig auf ihn wird. Werde Jury dennoch noch eine Chance geben. Welches ist denn sein bester Fall?

30.12.2003 15:13:34
Elke

Naja, es gab schon bessere Bücher von Jury. Es ist mir einfach ein bisschen zu kurz. Die Charakteren werden nicht so ansprechend beschrieben, wie man das von Martha Grimes gewohnt ist. Auch die gewohnten witzigen Passagen bei Jurys Abenteuer fallen hier etwas dürftig aus.

13.11.2003 08:17:09
Daniel

Also war ein wenig über das Buch entäuscht - hat mir nicht so gut gefallen wie die vorhergehenden....
Fand es wird einfach so viel um rum her rum geschrieben...

Aber ich bleibe der Serie treu und hab auch schon am nächsten Buch angefangen...!

21.09.2003 16:13:32
Mila Schön

Ich hätt mal ne frage:wer hat das geschrieben und wie geht es weiter:
"Der Schönheit rote Nelken
sind Blumen, die verwelken
Ein goldner Schimmer in der Luft,
Königinnen verblichen und liegen in der Gruft"??????
das kommt in Jury küsst die Muse vor und ich darf noch nicht weiter lesen!Danke