Inspektor Jury und der Weg des Mörders

Erschienen: Mai 2019

Bibliographische Angaben

Cornelia C. Walter (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Business as usual oder nichts Neues im Jury-Universum

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Sep 2019

Martha Grimes beglückt seit mehreren Jahrzehnten die Fans ihrer Inspektor-Jury-Krimis mit regelmäßigen Neuerscheinungen. Der vorliegende Band ist der mittlerweile vierundzwanzigste dieser Reihe. Diesmal hat es Jury mit einem Mörder zu tun, der erst zwei Menschen erschießt und dann seelenruhig mit dem Taxi durch London fährt um dann in einem Flugzeug nach Nairobi zu verschwinden.

Grimes greift auf ihre üblichen Mannschaft zurück

Die Hauptpersonen haben sich seit Jurys ersten Ermittlungen 1987 nicht geändert. Seit damals kennt er den Ex-Adeligen Melrose Plant, dessen snobistisch-exzentrische Freunde, die Bewohner des gräflichen Anwesens und natürlich alle anderen in Long-Piddleton. Sein treuer Detective Sergeant Wiggins unterstützt ihn während jedem einzelnen Fall, mal mehr mal weniger eingebildet krank, wie es sich für einen Hypochonder gehört und auch ansonsten gab es wenige Veränderungen in Jurys Umfeld. Er wohnt noch immer in der kleinen Wohnung in Islington, mit Carole-Anne Polutzki als Nachbarin, und er muss sich noch immer mit seinem begriffsstutzigen Chef Racer rumschlagen, der wiederum immer noch von Kater Cyril verfolgt wird.

Egal welchen Krimi der Serie man aufschlägt, immer sind es diese Personen, die das Geschehen bestimmen, entweder als Ermittler oder als neunmalkluge Mitmischer. Fehlen darf in dieser Runde natürlich auch nicht das obligatorische Kind, mit Vorliebe ein Mädchen, das zwar wenige Jahre auf dem Buckel hat, dafür aber umso mehr naseweises Wissen, und ohne die Hilfe von Erwachsenen durch das Leben kommt. In den ersten Bänden mag diese Konstellation noch ganz humorvoll gewesen sein, erinnern die einzelnen überzeichneten Personen doch sehr an Helden anderer Krimi-Autoren, aber mittlerweile ist der Lack ab. Was anfangs ungewöhnlich parodistisch und dadurch auch witzig war, ist jetzt nur noch öde, und produziert keinen spannenden Krimi, sondern lediglich eine lahme Geschichte.

Schwache Geschichte, die mehr Verwirrung als Spannung schafft

Wer Martha Grimes liest, weiß, dass er nicht mit übermäßig viel Blut und abnormalen Gewaltexzessen konfrontiert wird. Die Amerikanerin schreibt ganz im Stil britischer Krimi-Tradition mit viel Atmosphäre aber wenig Gewalt. Ihre Geschichten leben vom Wortwitz, hintergründigem Humor und von eingeflochtenen Nebengeschichten. So auch in „Inspektor Jury und der Weg des Mörders“. Die Ermordung des Ehepaares Moffit ist zwar der Auslöser für die Ermittlungen, doch sehr schnell konzentriert sich alles Geschehen auf die Protagonisten Melrose Plant, Marshall Trueblood und natürlich Patty Haigh, die unvermeidliche Göre.

Auch das könnte eine sehr aufregende Angelegenheit sein, doch was durch den Mord an anfänglicher Spannung aufgebaut wurde, ist sehr schnell in der „Same but different“-Geschichte verpufft und so plätschert diese nur vor sich hin, statt von einem dramatischen Moment zum nächsten zu führen. Da helfen schwarzer Humor, ausgeklügelte Dialoge und ein zu Höchstform auflaufender Plant auch nichts mehr. Es ist zwar wirklich erheiternd, wie sich dieser snobistische Möchtegern-Liberale mit der frühreifen Patty und den nervtötenden Attaboys an der Hacke durch Afrika schlagen muss, aber Krimi-Spannung ist etwas anderes.

Auch die Erkenntnis, warum Trueblood einen so hervorragenden Casino-Dealer abgibt, ist mehr erheiternd als fesselnd. Die übermäßig langen Exkurse in die Quantenphysik langweilen noch dazu und wären weniger ausführlich auch noch lang genug gewesen. Doch die ganze Geschichte krankt nicht nur an mangelnder Spannung, sie ist auch verstörend wirr.

Neue Charaktere werden schlecht eingeführt und auch während der Handlung eher undurchsichtiger. Manchmal werden gar Personen verwechselt, was den Lesefluss auch nicht gerade fördert. Und, was dann als Lösung präsentiert wird, ist eine auf ganzer Linie unlogische Enttäuschung. Die Luft ist einfach raus aus der Serie! Inspektor oder besser Superintendant Jury sollte in Rente gehen, hätte er mit errechneten mindestens 75 Jahren doch durchaus das Alter erreicht. Aber ebenso wie alle anderen seiner Mitstreiter scheint er alterslos zu sein und, wenn ihn, bzw. seine Schöpferin, nicht noch jemand stoppt, ermittelt er wahrscheinlich noch jahrelang weiter.

Fazit:

Da sich die Protagonisten in den vergangenen 32 Jahren nicht wesentlich geändert haben, werden sie nicht eingeführt. Eine Kenntnis dieser Personen und ihres Umfeldes wird stillschweigend vorausgesetzt. Nach dem Motto – wer jetzt erst einsteigt ist selber Schuld. Also, entweder sie fangen wirklich am Anfang der Serie mit „ Inspektor Jury schläft außer Haus“ an oder sie sollten es ganz lassen. Aber auch wer die 23 Vorgänger zu „Inspektor Jury und der Weg des Mörders“ kennt, sollte sich die Investition gut überlegen. Zwar schreibt Grimes gewohnt flüssig mit hintergründigen Humor und witzigen Dialogen (von der Übersetzerin manchmal in grauenvoll unkorrektes Deutsch übertragen), doch das reicht nicht um einen wirklich guten Krimi zu schaffen. Es fehlen Spannung, gut eingeführte neue Charaktere, und vor allem eine ausgereifte und nachvollziehbare Geschichte, die den Leser fesselt und nicht gähnend und kopfschüttelnd zurück lässt.

Inspektor Jury und der Weg des Mörders

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