Die Frau im Pelzmantel

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 1998, Seiten: 410, Übersetzt: Cornelia C. Walter
  • München: Goldmann, 2003, Seiten: 411
  • München: Goldmann, 2001, Seiten: 411

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Manfred Heeke
Erinnert an Agatha Christie - einer der besten der Jury-Reihe

Buch-Rezension von Manfred Heeke Mai 2003

Inspector Jury fährt, ganz im Gegensatz zu seinen sonstigen Gewohnheiten, mit dem Bus durchs abendliche London. Unter den Fahrgästen befindet sich auch ein Blondine in einem eleganten Pelzmantel. Der Inspector beobachtet die Frau. Zum einen, weil er von ihrem attraktiven Gesicht beeindruckt ist und zum anderen, weil sie sich äußerst seltsam verhält. Sie steigt an einer Haltestelle aus dem Bus aus, läuft neben ihm her und steigt beim nächsten Stop wieder zu. Jurys Neugierde ist geweckt. Als die Blondine erneut aussteigt, folgt er ihr. Die Frau entschwindet in einem Parkeingang und der Inspektor verliert im dichten Nebel ihre Spur.

Am nächsten Tag wird in eben diesem Park die Leiche einer blonden Frau, bekleidet mit einem Pelzmantel, gefunden. Jury identifiziert sie als die, die er gestern verfolgt hat. Im Laufe der Ermittlungen kommt er immer mehr zu der Überzeugung, dass die Tote nicht die Frau ist, die er am Vortag gesehen hat. Nur, warum sollten zwei Frauen, die sich zum Verwechseln ähneln zur gleichen Zeit am selben Ort sein. Zufall? Daran mag er nicht glauben.

Der Pelzmantel, den die Tote trug, führt die Polizei zur Galleristenfamilie Fabricants. Diese Familie kommt Jury recht merkwürdig vor. Er ruft seinen adeligen Spezie Melrose Plant zur Hilfe. Dieser soll sich als reicher potentieller Käufer von Gemälden ausgeben, um Informationen über diese Familie zusammenzutragen. Letztendlich decken der Inspector und sein Freund dunkle Machenschaften in der Welt der Kunst auf.

Inspector Richard Jury ist ein Mann in den besten Jahren, der sich seiner Anziehungskraft auf Frauen nicht bewußt ist. Er lebt alleine, hat einen guten Charakter, ist allseits beliebt und zudem ein guter Polizist mit viel Menschenkenntnis.

Auch in diesem Roman gibt es ein Wiedersehen mit vielen Bekannten, die auch in den anderen Romanen der Jury-Reihe auftauchen. (siehe Das Who is Who der Inspektor Jury Reihe)

Ein wenig erinnert der Stil von Martha Grimes an die gute alte Agatha Christie. Neben der meist guten Story besticht Grimes durch ihre herrlich humorvolle Erzählweise. Sie schildert sehr anschaulich das Leben in England, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Dadurch, dass die handelnden Charaktere in jedem Buch der Inspector-Jury-Reihe diesselben sind, kommt es einem, wenn man schon ein paar dieser Bücher gelesen hat, bei jeder neuen Lektüre so vor, als träfe man alte Bekannte wieder.

Für mich ist dieser Inspector-Jury-Roman einer der besten. Die Lektüre ist einfach ein Genuß. Jeder der englische Kriminalliteratur mag, sollte dieses Buch, und auch alle anderen Jury-Romane, gelesen haben.

Die Frau im Pelzmantel

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Letzte Kommentare:
28.06.2009 12:50:44
Lina

Leider war dieser Roman eine enttäuschung. Ich bin zwar eine treue Martha Grimes Leserin aber dieses Buch gehört eindeutig nicht zu ihren besten Werken.Spannung kommt überhaupt nicht auf und die vielen Einzelheiten, die mit dem eigentlichen Handlungsstrang nichts zu tun haben, irritieren.Zusätzlich stören die offensichtlichen Fehler, die einige meiner Vorredner ja schon erwähnt haben.
Ich habe mal versucht zu rechnen, wie alt Inspektor Jury sein könnte und bin auf Ende 50 - Anfang 60 gekommen. Aber ich hatte den Eindruck, dass Grimes ihn deutlich jünger erscheinen lassen will...

01.08.2008 23:25:56
addicted_to_MelrosePlant

Leider nicht das beste Jury Werk von Mrs. Grimes. Bei den vielen zeitlichen Ungereimtheiten und Unstimmigkeiten bin ich mir allerdings nicht sicher, ob sie das nicht absichtlich macht. Ich meine wenn man es mal ganz logisch nimmt, müsste Jury ja sonst schon 120 sein...
Ich glaube sie versucht dadurch eine gewisse Zeitlosigkeit zu erschaffen, das ist ein gelungener Kunstgriff finde ich.

07.01.2008 19:30:28
antjeleselaus

Ich habe mir diesen Krimi (im englischen Original) mal wieder vorgenommen und muss sagen, der Lesegenuss wird doch durch extrem viele sachliche Fehler getrübt. Recherche - besonders im Bereich der europäischen Geschichte- und das Rechnen sind nicht gerade Ms Grimes Stärke. Wie kann z.B. Mona Dresser mit ihrem Clive eine Tournee nach Wolgograd (früher Stalingrad)übernehmen, wenn dieses erst 1961 umbenannt wurde und Clive jedoch schon im II. Weltkrieg starb? Außerdem, wie kann Clive aus erster Ehe eine Tochter von Anfang 40 haben (das Buch spielt ca. 1993), wenn er danach noch drei Mal verheiratet war? Ich habe die deutsche Übersetzung nicht gelesen, aber tauchen diese - und viele andere Fehler - dort auch auf? Ich hoffe immer noch auf eine gründliche Überarbeitung, denn die eigentliche Story ist gut.

05.01.2008 10:21:27
Jörg Walter

Ich mußte mich durch den ganzen Roman kämpfen um ihn endlich fertig zu lesen.
Enzig die herrlichen Beschreibungen Londons erfrischten mich als alten London Fan ein wenig.
Der Roman hat nie wirklich an Fahrt gewonnen und bis auf die letzten 50 Seiten kaum Spannung erzeugt.
Noch einen "Jury"?? Ich glaube nicht.

24.11.2007 21:28:50
Yvonne

mein erster Grimes - und nicht mein letzter! Normalerweise ziehe ich beschreibende Darstellungen mit nur geringem Dialoganteil vor. Aber Plants und Jurys Sprüche sind zuweilen so herrlich ironisch, typisch englisch, dass ich mir Schmunzeln und sogar lautes Lachen nicht verkneifen konnte. Außerdem war es wunderbar, an der Seite von Jury im Doppeldeck Bus in London zu fahren, durch ausgesprochene Lieblingsecken von mir...

11.11.2006 13:58:46
Gian-Luca

Ein sehr unterhaltsahmes und spannendes buch (auch mein erstes).Inspektor Jury und sein Assisten Segerant Wiggins sind ein super gespann welches mit Holmes u.Watson zu vergleichen ist.

23.08.2006 13:16:55
Maximilian W.

Ich bin einer, der Spannung liebt. Dadurch finde ich das Buch nicht sonderlich toll, denn spannend ist es erst in den letzten 20 Seiten... wobei man auch nicht wirklich von Spannung reden kann. Der Roman war zeitweise recht langweilig, die Hauptpersonen werden bis ins Detail behandelt.. was natürlich auch verständlich ist, weil die ganze Krimireihe fortan von den selben Personen handelt. Es gibt bessere Krimi\'s.. doch Martha Grimes hat sicher ihre Fans (ich zähle mich nicht dazu).

07.09.2005 21:10:15
Tim

Wieder ein starker Jury (nicht ganzso gut wie der Vorgänger), die Schauplätze sind liebevoll beschrieben , Melrose bekommt immer mehr Anteile, was den Geschichten nur gut tut. Die Story wirkt etwas konsruiert, das eine oder andere hat man auch schon vorher gelesen, trotzdem ein Genuss

07.03.2005 16:47:52
olli

Auch dieses Buch der Reihe ist durchaus intelligent geschrieben und bietet nicht zuletzt wegen den hervorragend beschrieben und in Szene gesetzten Stammcharakteren ein Highlight.

Außerdem setzen die dezidierten Beschreibungen des eigentümlichen Londoner Charmes hier den Punkt auf das i.

Spannende Storyline, wenn auch nicht ganz die Unvorhersehbarkeit des Vorgängers erreicht wird und die Lösung relativ früh erkennbar ist...

Trotzdem 1-

12.05.2004 13:40:55
ein Jury-Fan

Der Meinung von krimi-couch kann ich mich nur anschließen: "Die Lektüre ist ein Genuss"! Und zwar besonders für alle Fans der mir sehr liebgewonnenen skurilen Persönlichkeiten wie Plant, Trueblood und Co.

04.01.2004 11:40:44
dk

ich habe den Krimi in der englischen Originalausgabe gelesen und fand ihn sehr spannend. Die Personen mit ihren skurrilen Eigenschaften und die süffisanten Bemerkungen von Melrose Plant über abstrakte Malerei sind Lesevergnügen pur. Wenn man den Alltag vergessen will und Liebhaber der "Who-donit" Krimiliteratur ist, wird bei diesem Fall von Inspektor Jury sicherlich nicht enttäuscht werden.

31.12.2003 02:08:44
Benedikt

"Ein wenig erinnert der Stil von Martha Grimes an die gute alte Agatha Christie."

Ich hatte Christie gar nicht so langweilig in Erinnerung. Ihre Plots waren wenigstens ausgeklügelt und die Auflösung hatte was Überraschendes. Hier fehlt leider beides.

27.09.2003 19:08:19
Helen

Viele Personen - das soll raffiniert wirken. Ein politischer Hintergrund,- das soll aktuell und engagiert wirken, eine mysteriöse Vergangenheit,- das soll interessant wirken ...
Der Schluss ernüchternd phantasielos - wirkte auf mich wie eine billige Schaufensterpuppe im Max Mara-Kostüm.
Überflüssig!

15.09.2003 21:47:46
Rolf Windeler

Lese zum 1. und letzten Mal die Grimes! Fürchterlich langatmige Darstellungen der Personen, deren Gefühle, Aussehen und Einrichtungen von Wohnungen....

Zum Würgen.

28.08.2003 10:16:55
Heike

Langweilig??? Zugegeben: Die Krimi-Handlung liefert nur den Hintergrund, vor dem sich Jury und Co. tummeln. Aber das dafür um so besser! Die Charaktere sind wieder mal herrlich gezeichnet und prägnant.
Ich sag nur: Melrose Plant in der Galerie - genial!

20.08.2003 20:10:29
Sabrina

Ich fand die Handlung nicht unzusammenhängend, sondern überaus spannend. Es ist eins meiner Lieblingsbücher aus der Reihe. Die Passagen über russische Geschichte sind vielleicht etwas schwer nachzuvollziehen, aber deshalb nicht langweilig. Und endlich gibt es mal ein Buch dieser Reihe, dessen Haupthandlung sich ausschließlich in London abspielt.

26.06.2003 19:37:39
petra

bin sehr enttäuscht über dieses buch!unzusammenhängende handlung,unglaubwürdige personen und ein schwacher plot.hatte grimes in guter erinnerung und griff nach jahren zu einem ihrer neueren bücher-totale fehlanzeige.das buch ist langweilig und die figur des melrose plant als "bürgerlicher"adeliger,der auf seine titel verzichtet hat und ermittlungen anstellt,erschien mir früher auch origineller.