Einer trage des anderen Schuld

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 2011, Seiten: 480, Übersetzt: Peter Pfaffinger

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William Monk, Inspector bei der Londoner Wasserpolizei, glaubt, den Fall Jericho Phillips abschließen zu können: Der Kinderschänder und Mörder ist tot, sein Pädophilenring zerschlagen. Doch Arthur Ballinger, der Schwiegervater von Monks Freund, dem Anwalt Sir Oliver Rathbone, hat mit der Sache zu tun: Ballinger hat die in den Skandal verwickelten Honoratioren der Stadt mit kompromittierenden Fotos erpresst und steht nun vor Gericht. Als Rathbone, der seinen Schwiegervater verteidigen soll, in den Besitz der Fotos gelangt, sieht er sich in einer teuflischen Versuchung gegenüber.

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Letzte Kommentare:
27.02.2016 16:26:17
PMelittaM

William Monk ist es zwar gelungen, einen Pädophilenring auffliegen zu lassen, doch der Hintermann bleibt weiter unerkannt. Als Mickey Parfitt ermordet wird, der ebenfalls ein solches „Geschäft“ geführt hat, nimmt Monk die Ermittlung wieder auf und setzt damit mehr als eine Freundschaft aufs Spiel.

Dies ist bereits der 17. Band der Romanreihe um William und Hester Monk, die Mitte des 19. Jahrhunderts spielt. Hat man alle Romane der Reihe gelesen, konnte man die beiden bereits durch so manche Hochs und Tiefs begleiten und sie, sowie einige ihrer Weggefährten, gut kennen lernen. Alleine deshalb macht es Freude, den Roman zu lesen und zu sehen, wie es weitergeht. Anne Perrys Charaktere sind sehr menschlich – in allen Facetten – gezeichnet, leider gibt es für mehrere Rückschläge, man kann gespannt sein, wie sich das im weiteren Verlauf der Reihe weiterentwickeln wird.

Der Fall setzt dieses Mal unmittelbar am Vorgängerband an, führt die Ermittlungen dort weiter und klärt diesen am Ende endgültig auf. Ich empfehle sehr, die Romane der Reihe nach zu lesen, wer diese allerdings nicht kennt, wird diesen Band trotzdem problemlos lesen können, es gibt ausreichend Erklärungen und ausgezeichnete Rückblenden auf den unmittelbaren Vorgänger. Jedoch ist das Lesevergnügen deutlich größer, sind einem die Charaktere bereits wohlvertraut.

Ich mag Anne Perrys Schreibstil, sehr ausführlich, nahe an den Charakteren, deren Gedanken und Emotionen man hautnah mitbekommt. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, so dass man z. B. sowohl Hesters als auch Monks Handeln verfolgen kann. Ein großes Plus der Romane Anne Perrys ist ihre Gesellschaftskritik, diese ist hier verhaltener als gewohnt, aber durchaus zu spüren. Insgesamt kam mir der Roman etwas oberflächlicher vor als seine Vorgänger, er zog mich nicht ganz so in seinen Bann wie gewohnt, und auch die Beweisführung ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Wer die Vorgängerromane gelesen hat, wird auch hier zugreifen wollen. Wer Anne Perry noch nicht kennt und gut recherchierte historische Kriminalromane mag, die Wert auf die Charaktere legen, dem sei die Autorin sehr empfohlen. Von mir gibt es dieses Mal nur 4 Sterne, ich hoffe sehr, dass die Reihe mit dem nächsten Band wieder zu alter Form aufläuft.