Gotteskrieger

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 2007, Titel: 'The secret servant', Seiten: 385, Originalsprache
  • München: Piper, 2011, Seiten: 400, Übersetzt: Wulf Bergner

Couch-Wertung:

88°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
1 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:89
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":1,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":1,"92":0,"93":1,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Andreas Kurth
Daniel Silva in Hochform

Buch-Rezension von Andreas Kurth Okt 2010

Im niederländischen Amsterdam wird ein jüdischer Wissenschaftler, der sich vor allem mit islamistischem Terrorismus befasst hat, auf offener Straße ermordet. Die Ermittler der Polizei halten den Täter für einen Einzeltäter. Der israelische Geheimdienst geht jedoch von einem gezielten Anschlag aus, denn der Ermordete war für den Mossad tätig. Top-Agent Gabriel Allon wird nach Amsterdam geschickt, um die Archive des Wissenschaftlers auf kompromittierendes Material zu durchsuchen und dieses zu beseitigen. Dabei stößt der Geheimdienstler auf die Pläne einer islamistischen Splittergruppe mit Wurzeln in Ägypten. "Sword of Allah" heißt die Organisation, und die Spur führt nach London, der Brutstätte des Terrors in Europa. Im Hyde Park wird die Tochter des US-Botschafters beim Joggen entführt, ihre Begleiter kaltblütig erschossen. Allon kommt knapp zu spät, erschießt einen der Terroristen - und steckt mitten in einem Fall, der in Ägypten zum Umsturz führen und damit sogar den Weltfrieden gefährden kann.

Mit dem neuen Roman Gotteskrieger wird die zeitliche Lücke zwischen den zuvor bereits erschienenen Romanen Das Terrornetz und Das Moskau-Komplott geschlossen. Wie bei Silva üblich wird am Ende des Buches die Geschichte von Gabriel Allon kurz zusammengefasst, so dass auch Neueinsteiger einen passablen Überblick haben und das Geschehen im aktuellen Buch zeitlich einordnen können. Warum Gotteskrieger nach dem in der Chronologie folgenden Moskau-Komplott erschienen ist, wird allerdings wohl ein Geheimnis der Verlagsstrategen der Piper-Gruppe bleiben. Persönlich habe ich kein Problem damit, aber ich könnte mir vorstellen, dass einige Leser dadurch irritiert werden.

Eine wirkliche und höchst augenfällige Schlamperei ist der Klappentext. Wer auch immer sich auf der dritten Seite über den Inhalt des Buches ausgelassen hat, dürfte den Roman entweder nicht komplett gelesen oder die Fakten zugunsten von ein wenig mehr Aufmerksamkeitswert verdreht haben. Es beginnt damit, dass sich der Mossad nicht in die Ermittlungen nach dem Tod seines Mitarbeiters in Amsterdam einschaltet, sondern Gabriel Allon und einen weiteren Agenten in die Niederlande schickt, um die Geheimdiensttätigkeit des toten Wissenschaftlers zu vertuschen. Es geht damit weiter, dass Allon keineswegs herausfindet, dass ein Anschlag auf die Londoner U-Bahn geplant ist. Nur die Spur führt in die britische Hauptstadt. Und dann stellt sich auch nicht die Frage, ob der MI5 den Anschlag verhindern kann. Denn der Inlandsgeheimdienst unternimmt nichts, weil er mit den britischen Islamisten offenbar genug zu tun hat.

Der Gipfel ist allerdings die Behauptung, es solle ein Drahtzieher der Anschläge vom 9. September 2001 frei gepresst werden. "9/11" muss für alle möglichen reißerischen Schlagzeilen und Ankündigungen herhalten, nur leider wird im Buch konkret ausgeführt, dass der Scheich, um den es bei der Entführung geht, bereits 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Er kann also kein Drahtzieher von "9/11" gewesen sein, denn er gehörte überhaupt nicht zu Al Kaida. Der ganze Klappentext ist eine Ansammlung von Fehlern, um beim Leser mehr Aufmerksamkeit zu wecken. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn der Plot von Daniel Silva ist spannend und interessant genug, und müsste nur korrekt zusammen gefasst werden. Aber für diese Schlamperei im Verlag kann der Autor nichts.

Der zeigt sich vielmehr von seiner besten Seite, denn auch in dieser Episode der insgesamt gelungenen Reihe um Gabriel Allon wird wieder deutlich, warum Daniel Silva bei den Autoren von Agenten- und Spionage-Thrillern in die erste Reihe gehört. Dazu trägt vor allem der einmal mehr recht glaubwürdige Plot bei. Etliche Agenten-Thriller sind unterhaltsam, weil sie viel Action und gute Dialoge bieten. Das ist bei Silva ohnehin Standard, aber seine Geschichte ist auch noch ausgefeilter und nach meiner Auffassung besser recherchiert, als bei den meisten seiner Kollegen. Als das Buch 2007 in Amerika erschien, saß Husni Mubarak in Ägypten noch fest im Sattel, und von einem Volksaufstand in den nordafrikanischen Diktaturen war noch lange keine Rede. Silva beschreibt recht detailliert, wie islamistische Gruppen im Untergrund einen solchen Aufstand im Land am Nil vorbereiten und inszenieren.

Auf dem Buchumschlag wird die Washington Post zitiert: "Rasant und beklemmend aktuell!" Dem kann ich mich nur anschließen. Denn auch die Konzentration von Terrorgruppen und islamistischen Organisationen in "Londonistan" wird zutreffend geschildert, lange bevor ausländische Geheimdienste den nach Auffassung vieler Experten zu laxen Umgang der britischen Geheimdienste mit diesem Problem öffentlich kritisiert haben. Neben der gut konstruierten Geschichte besticht Silva einmal mehr mit lesenswerten und unterhaltsamen Dialogen, eigenwilligen und schillernden Charakteren und einer Weiterentwicklung seiner Hauptfigur. Wer als Leser die Gabriel-Allon-Reihe verfolgt hat, lernt den israelischen Agenten immer besser kennen, und wird dennoch zuweilen überrascht. Insgesamt also ein Autor in Hochform und ein empfehlenswertes Buch, das nur durch den misslungenen Klappentext einige Minuspunkte verbuchen muss.

Gotteskrieger

Gotteskrieger

Deine Meinung zu »Gotteskrieger«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
02.03.2014 16:10:44
Manfred Rathunde

www.derweissedrache.de
geplante Veröffentlichung April 2014

DANIEL SILVA „Gotteskrieger” ,Piper‘

Was Daniel hier kredenzt, ist ein ultimativer Alptraum. Das es islamische Extremisten gibt, die in die Fußstapfen von Großmächten mit kolonialem Anspruch treten, ist zwar kein Geheimnis, jedoch sind die Ausführungen so mancher Taten, natürlich im Namen Gottes, mehr als zweifelhaft, da die eigene Religion, egal welche, ja eigentlich etwas anderes sagt. Aber Knallchargen gibt es überall und manchmal ist das sogar verständlich. Wenn täglich Kinder verhungern, während wo anders in barocker Form geschlemmt wird, sollte man drüber nachdenken. Im vorliegenden Fall nutzt es der entführten Person eher nichts. Als Tochter aus gutem Hause, Vater Milliardär und Botschafter der USA im Vereinigten Königreich, blickt Elizabeth Halton einer Hinrichtung durch, international agierende, muslimische Extremisten ins Auge. Nun sollen es die Geheimdienste richten, an der Spitze Agent Gabriel Allon vom Mossad. Eins kann man Silva lassen, seinem israelischen Spion gibt er eine natürliche Persönlichkeit. Der Mann könnte neben einem sitzen, Kaffee trinken und man würde einen Schwatz mit ihm machen. Trotz seines prekären Jobs bleibt er auf dem Boden der Tatsachen. Und seine Prioritäten sprechen für sich. Er ist eine sympathische Erscheinung. Nur Daniel Silva spielt ihm recht übel mit. Seine Terroristen haben immer die Nase vorn, sind glänzend organisiert und, skrupelloserweise, zu allem bereit. Dazu kommen die Ressortkämpfe der Geheimdienste und Ordnungsbehörden untereinander, die gesamte Organisation der Europäischen Union und die Blindheit vor demographischen Veränderungen. Silva mixt einen interessanten Thriller-Cocktail, gerührt und geschüttelt, zusammen, mit allen Zutaten die der Leser braucht. Ein sehr aktueller Hintergrund, gepaart mit einem Spannungspegel, der an der obersten Decke arretiert wurde, gibt Daniel einen Blick hinter so manche Kulisse unseres Lebens. Allon muss sich ganz schön strecken, um über die Runden zu kommen. Als Israeli ist er nicht wirklich überall willkommen, sowohl in Europa, als auch Amerika, in anderen Gefilden sogar unerwünscht, Sorgen eines Geheimagenten auf der Pirsch, um die Welt und deren Frieden, zumindest für eine kleine Zeit, wieder zu erhalten. Dass dabei sein Privatleben den Bach runter geschwemmt wird, interessiert, außer ihm und seinem unmittelbarem Umfeld, nicht wirklich. Nicht mal Silva macht Anstrengungen, seinem Charakter eine Ruhepause zu gönnen. Er bügelt Gabriel eine vertrackte Situation nach der anderen über, aber Luft zum Atmen, da hält Daniel seinen Protagonisten sehr kurz. Schließlich ist Allon Agent des Dienstes, soll somit effektiv sein und nicht privat Katzen züchten. Dann wäre das Leben ja zu einfach und das ist der Punkt in Silvas Argumentation, dann könnte das jeder machen und seine Romanfigur wäre überflüssig. (MRD)

ISBN 978-3-492-26358-0 369 Seiten 9,95€ (D) 10,30€ (A)

11.06.2012 08:47:52
M.Hayn

OH ja, ein tolles buch. rasant und flott, brutal und aktuell.
eine top-unterhaltung. listig, mit täuschungen und auch informationen.
spannend ab der ersten seite.
spannungsbogen hin oder her, für jemanden, der an religion und aller herren länder interessiert ist, vielleicht auch etwas an politik und einer menge konflikte, der muss das buch hier unbedingt lesen.
tolle unterhaltung und ganz ganz sicher besser, als martha grimes !

26.04.2011 09:00:56
Mnickolai

Der Gotteskrieger ist aus meiner Sicht Silvas bestes Werk und nicht nur hochaktuell in der Auswahl der Themen und Dramaturgie sondern auch in der Darstellung und im Spannungsbogen. Politik, Religion und der Mensch werden innerhalb einer sehr spannenden Story miteinander verwoben. Immer wieder gelingt es Silva in seinen Romanen auch Wissenswertes über die Konflikte der Welt zu vermitteln und sehr reale Szenarien zu erschaffen. 95 °