EisNacht

Erschienen: Januar 1994

Bibliographische Angaben

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 1993, Titel: 'Winter Prey', Seiten: 336, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1994, Seiten: 376, Übersetzt: Elke vom Scheidt & Joachim Körber
  • München: Goldmann, 1999, Seiten: 377
  • München: Goldmann, 2004, Seiten: 376

Couch-Wertung:

60°
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Peter Kümmel
Da hätte man mehr draus machen können

Buch-Rezension von Peter Kümmel Mai 2003

Die Temperatur ist unter -30 Grad Celsius. In Wisconsin werden die drei Leichen der Familie LaCourt gefunden, grausam ermordet. Der Ex-Polizist Lucas Davenport wird gebeten, bei der Untersuchung des Falles zu helfen. Schon bald entdeckt er Zusammenhänge mit dem kürzlich geschehenen Mord an einem Kind. Einziger Verdächtiger ist der alkoholkranke Pfarrer, der sich kurz vor der Tat am Tatort aufhielt. Bald schon geschehen weitere Morde.

Der Roman ist teilweise sehr spannend geschrieben, dazwischen aber gibt es auch einige langweilige Phasen.

Die Figur des Lucas Davenport ist einer der Krimihelden, die von ihrem Autor mit einer gewissen Freiheit ausgestattet sind. Da der Ex-Polizist von seinem Software-Unternehmen gut leben kann, hat er die Möglichkeit, nebenbei als Ermittler tätig zu sein, wobei er sich einiges mehr an Freiheiten herausnehmen kann als die gesetzestreuen Ermittler.

Die Charakterisierung der Nebendarsteller dagegen ist oft nur sehr oberflächlich. Gut begonnene Ansätze in den Bereich kleiner Glaubensgemeinschaften, Homosexualität und Alkoholismus werden nicht weiter ausgeführt. Sehr bildlich beschrieben dagegen ist die Landschaft mit ihrer eisigen Kälte. Man friert förmlich selber beim Lesen, doch vergeblich hofft man, dass einem durch andauernde Spannung wärmer werden könnte.

Sandford versäumt es, den Leser durch das Auslegen von Hinweisen und falschen Fährten in die Tätersuche intensiv mit einzubeziehen. Da hätte man mehr draus machen können. Dagegen wird der Leser zunächst zu sehr fixiert auf die Figur des Pfarrers.

Gut geschrieben die wechselweise Betrachtung einmal aus der Sicht der Ermittler, dann aus der Sicht des Täters, der einfach der "Eismann" ist, ohne daß dabei Hinweise auf seine Identität gegeben werden.

Solide Hausmannskost bietet der Krimi, gewürzt mit einer netten Liebesgeschichte und einiges an Action. Ein Buch, das man nicht unbedigt gelesen haben muss, das aber durchaus als nette Urlaubslektüre dienen kann.

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BEHIND THE DOOR
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