Das zweite Zeichen

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • London: Barrie & Jenkins, 1991, Titel: 'Hide & Seek', Seiten: 210, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2001, Seiten: 318, Übersetzt: Ellen Schlootz
  • New York: Otto Penzler Books, 1994, Seiten: 210, Originalsprache
  • München: Bertelsmann, 2006, Seiten: 320, Bemerkung: Stern Krimi-Bibliothek; Bd. 19
  • München: Goldmann, 2005, Seiten: 317

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Michael Drewniok
Süchtige Satanisten schocken Schotten!

Buch-Rezension von Michael Drewniok Mai 2003

Ein ganz normaler Montag im Leben von John Rebus, Detective Inspector bei der Mordkommission der schottischen Metropole Edinburgh. Gerade hat ihn die Freundin verlassen, sein publicitygieriger Chef will ihn für eine Antidrogen-Kampagne zwangsrekrutieren, und selbstverständlich regnet es wieder in Strömen - da passt es gut ins Bild, dass Rebus in die übel beleumundete Siedlung Pilmuir gerufen wird. Dort stehen die meisten Gebäude leer und warten darauf abgerissen zu werden - theoretisch jedenfalls, denn tatsächlich haben sich in den Ruinen Hausbesetzer eingenistet, deren bloße Anwesenheit den Stadtvätern schon lange ein Dorn im Auge ist.

Der junge Herumtreiber Ronnie McGrath ist offensichtlich an einer Überdosis Heroin gestorben - kein ungewöhnliches Ende in Pilmuir. Doch Rankin fällt auf, dass der Körper des Toten mit Blutergüssen übersät ist, und später wird der Polizeiarzt entdecken, dass Ronnies "Stoff" reichlich mit Rattengift versetzt wurde. In einem Nebenraum irritiert den Inspector ein sorgfältig an die Wand gemaltes Pentagramm - wurde Ronnie ein Opfer satanistischer Umtriebe? Seiner Freundin Tracy weiß davon angeblich nichts, aber sie gibt immerhin zu, dass sich Ronnie in den letzten Wochen seines Lebens verfolgt fühlte.

Rebus dreht sich bei seinen Ermittlungen im Kreis. Überrascht muss er erfahren, dass in Edinburgh mindestens sechs okkultistische Gruppen bekannt sind. Doch die Spuren weisen auch in andere Richtungen: Ronnies Bruder ist Polizist und deckte dessen illegale Aktivitäten. Noch beunruhigender sind die Verbindungen, die Rebus zwischen dem Ermordeten und jener Gruppe vermögender und einflussreicher Geschäftsleute entdeckt, von denen die erwähnte Antidrogen-Kampagne finanziert wird. Sie gehören einer neuen Generation an: Junge, skrupellose, erfolgreiche Finanzhaie sind es, die hart arbeiten und sich in ihrer knappen Freizeit amüsieren wollen - und im Beruf wie im Privatleben ist das Gesetz etwas, über das sie sich jederzeit erhaben fühlen!

Das bekommt Rebus zu spüren, als er der Wahrheit zu nahe kommt. Seine unsichtbaren Gegner fädeln ein Komplott ein, um den lästigen und ihnen allmählich gefährlich werdenden Spielverderber auszuschalten. Doch sie haben Rebus unterschätzt - und sie wissen nichts von Ronnies Vermächtnis, das dieser als Lebensversicherung an einem ganz besonderen Ort verborgen hält...


"Das zweite Zeichen" ist - wie der Zufall so spielt - nicht nur der deutsche Titel des im Original viel anschaulicher "Verstecken & Suchen" betitelten Romans, sondern markiert tatsächlich den zweiten Auftritt von John Rebus, Polizist in Edinburgh, der nun definitiv ansetzt, seinen Siegeszug auch durch die hiesige Krimi-Szene anzutreten.

In Großbritannien ist Rebus schon lange Stammgast in den Bestseller-Listen. Zwar geht es gar finster und notorisch depressiv zu in Ian Rankins Edinburgh, aber wenn man schon glaubt, nun geht´s nicht mehr, kommt doch irgendwo ein Lichtlein in Gestalt des berühmten britischen Humors her. Die Welt ist schlecht, das Leben hart, aber das heißt noch lange nicht, dass man Beidem keine komischen Seiten abgewinnen könnte!

Dazu kommen die ungewöhnlichen Fälle, mit denen Rankin seinen Inspektor von der traurigen Gestalt konfrontiert. Sie sind beinahe überkompliziert, "gothic" und ziemlich abgedreht; das wird sich in den weiteren Bänden der Serie sogar noch steigern. Weil Rankin aber den Überblick behält und sein Garn zu spinnen weiß, entsteht stets eine höllisch spannende und rasante Geschichte daraus.

Mit "Das zweite Zeichen", im Original bereits 1991 erschienen, beweist Rankin ungewöhnlichen Scharfblick: Spätestens als im Kino der "Fight Club" erfolgreich lief, musste sich die Gesellschaft in den sogenannten Industrieländern der unangenehmen Gewissheit stellen, dass unter denen, die nicht unter die Räder der Globalisierung geraten sind, sondern wirtschaftlich definitiv zu den Gewinnern gehören, eine Generation herangewachsen ist, die sich langweilt mit dem, was sich für schnöden Mammon kaufen lässt, und auch in der bizarrsten Extremsportart den ersehnten Kick nicht mehr findet.

Hier setzt Rankin an. Er hatte allerdings zusätzlich eine solide Basis für seine böse Geschichte vom menschlichen Treibgut, das die Satten und Unbarmherzigen im wahrsten Sinn des Wortes befriedigen muss: Großbritannien im Jahre 1991 war ein durch den Steinzeit-Kapitalismus der Ära Margareth Thatcher zerrüttetes Land, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich nicht nur immer größer, sondern das Verantwortungsgefühl der Privilegierten für die (unschuldig) weniger Begünstigten praktisch auf den Nullpunkt gefallen war. An dieses Phänomen konnten wir uns weltweit inzwischen gewöhnen; man denke nur an die verelendeten Länder des ehemaligen Ostblocks, deren Jugend - so denkt man manchmal - hauptsächlich deshalb heranwächst, um der Pornoindustrie des Westens den regelmäßigen Nachschub an Darsteller/inne/n zu sichern. Insofern hat "Das zweite Zeichen" nichts von seiner Aktualität verloren.

Rebus selbst hat sich verändert. Fröhlicher ist er nicht geworden. Allerdings verliert Rankin auch kein Wort mehr über die Psychosen seines Helden, die auf eine brutale militärische "Spezialausbildung" bei einer Elite-Fallschirmjäger-Einheit zurückgehen. Bei seinem Debüt drohte Rebus daran noch endgültig zu zerbrechen, aber nachdem die Figur ihre "Serientauglichkeit" unter Beweis gestellt hatte, ließ Rankin Rebus´ geistige Defekte offensichtlich stillschweigend fallen. Er wird aber trotzdem nie auf dem Tisch tanzen, denn dafür präsentiert ihm die Welt - repräsentiert durch seine Heimatstadt Edinburgh - immer wieder neue Beweise dafür, wie schlecht sie (geworden) ist. In dieser Beziehung ist Rebus Deutschlands Lieblings-Kommissar Kurt Wallander durchaus ein Bruder im Geiste (der richtige sitzt ja als verurteilter Drogendealer im Gefängnis - ein weiterer Nagel zu Rebus´ Sarg...) - nur eben mit Humor.

Das zweite Zeichen

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Letzte Kommentare:
14.05.2014 18:37:23
NeoodoooM

Wie auch im ersten Teil sehr gut geschrieben, flott zu lesen. Leider fehlt dem Buch Spannung und irgendwie konnte man das Ende (welches viel zu schnell vom Tisch war) schon lange zuvor erahnen. Ich bin leider im Vergleich zum ersten Roman enttäuscht worden. Ich hoffe auf einen spannenderen nächsten Teil Wolfsmale.

15.05.2013 20:40:29
Torsten

Mit dem zweiten Band der Serie beginnt die Krimilaufbahn - denn hier hat Rebus tatsächlich nicht nur mit sich selbst, sondern mit einem echten Fall zu tun.
Wenn auch nicht ganz so extrem (wie schon in der Rezension beschrieben, werden die Schatten von Rebus' Armeevergangenheit nicht mehr so in den Vordergrund gestellt), so bleibt Rebus doch mürrisch, melancholisch, misanthropisch - und trotzdem irgendwie nicht unsysmpathisch. Der letztlich doch ziemlich düstere Fall samt düsterem Ende passt auch hervorragend zu Rebus.
Insgesamt hat mir das sehr viel besser gefallen als der erste Band.

09.06.2011 15:24:54
Kom_Ombo

Dieses Buch hat mir weit besser gefallen als der erste Teil der Rebus-Reihe. Möglich, dass ich, dadurch das ich gleich nach dem ersten Band diesen las, keine Schwierigkeiten mit der düsteren Atmosphäre hatte und gleich reingefunden habe.

Die Story finde ich sehr gut und das Ende überraschte mich! Rebus wird mir immer sympathischer und auch, dass man immer mehr von ihm als Person erfährt, gefällt mir sehr gut.

06.02.2011 17:58:18
Chrisu

Inspector John Rebus wurde zu einem Tatort gerufen - man hat die Leiche eines jungen Mannes gefunden und es sieht aus, als ob er Selbstmord mit einer Überdosis verübt hatte. Da die Leiche mit ausgebreiteten Armen und geschlossenen Füßen vorgefunden wurde, li. und re. eine abgebrandte Kerze stand und an der Wand ein Pentagramm gezeichnet war, vermutete Rebus die Mörder in einem okkulten Umfeld. Durch Tracy, die Freundin des Toten, kommt er immer mehr von dieser Vermutung weg und dadurch kommt er einer Runde nahe, die er versucht auffliegen zu lassen.

Eine Krimi-Reihe von John Rebus, die Protagonisten leicht zu durchschauen, der Roman selber leicht zu lesen. Die Handlung ist nicht tiefgreifend, manchmal verwirrend. Auf jeden Fall kein Highlight.

03.03.2010 21:29:57
Ailis

Das zweite Zeichen" ist der zweite Band der John-Rebus-Reihe und man tut gut daran, die Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Rebus\' Fall scheint auf en ersten Blick recht simpel: es gibt einen Toten, einen jungen Junkie, der scheinbar an einer einfachen Überdosis gestorben ist. Doch die kleinen Ungereimtheiten häufen sich: unter das Heroin war Rattengift gemischt, der Tote wurde in einer seltsamen Pose gefunden und an der Wand des Fundorts prangt ein Pentagram. Rebus glaubt nicht an einen alltäglichen Drogentod, sondern wittert Mord. Er beginnt zu graben und stößt bei seinen Ermittlungen auf eine Spur, die niemand hat ahnen können.

Die Kriminalgeschichte hat ihre Längen und Ungereimtheiten, leider wirkt vieles zu kostruiert und das Ende ist schlicht unbefriedigend. Da findet Rebus in einem besetzten Haus mit ständig wechselnden Bewohnern, die alle ihren Müll da lassen, einzig im Schein seiner Taschenlampe einen winzigen Clip, den er anfangs noch nicht zuordnen kann, den er aber interessant genug findet, um ihn als Beweis einzustecken. Das soll realistisch sein? Da hätte er wahrscheinlich noch eine Menge anderes Zeug in die Tasche stecken können. ;)
Dennoch denke ich, dass dies nicht mein letzter Rebus war. Ich habe Interesse gefunden an diesem Inspector und bin gespannt, was und wer ihm noch alles begegnen wird.

18.11.2009 18:07:16
Pazuzu

Im zweiten John-Rebus-Roman führt ein anonymer Anruf den Detective Inspector in das Elendsviertel Pilmuir, wo er die Leiche eines jungen Mannes findet. Die Vielfalt der Zeichen und Spuren am Tatort ist verwirrend: Ist der junge Mann, der später als Stricher und angehender Fotograf Ronnie McGrath identifiziert wird, nur eines von vielen Drogenopfern oder das Opfer eines Hexenrituals? Was sollte sein letztes Wort (hide) an seine Freundin bedeuten: Versteck dich, hüte dich vor einem Mann namens Hyde oder war es ein Hinweis auf ein Versteck? (Jedenfalls sorgt die Übersetzung an dieser Stelle zum Romanauftakt für einige Verwirrung). Und wie kommt der Krawattenklipp eines Polizisten an den Tatort? Der Leser folgt Rebus auf der Suche nach dem Täter durch die düsteren Seiten der Stadt, den alten, wie Okkultismus und Hexenglauben, und den neuen, wie das Milieu der Stricher und Dealer im Viertel Calton Hill. Rebus folgt mehreren falschen Hypothesen, bis die Spur ihn zu einigen Honoratioren führt. Als er am nächsten Tag suspendiert wird, weiß er, dass er auf der richtigen Spur ist.
John Rebus ist als Figur noch wenig charakterlich entfaltet, als Polizist ist er ein Bluthund, der, hat er einmal Witterung aufgenommen, niemals aufgibt. Als Mensch wirkt er noch unfertig. Ian Rankin erzählt einen spannenden, verzwickten Fall, der Rebus mehrmals in eine Sackgasse führt, am Ende aber doch zum Erfolg, einem bitteren allerdings, denn ausgerechnet diejenigen, die sich als Helfer und Retter in der Not ausgeben, sind die Verantwortlichen oder zumindest Komplizen.
Der Originaltitel Hide & Seek spielt auf Stevensons Roman Dr. Jekyll und Mr. Hyde an und liefert wortwörtlich einen Hinweis auf die Lösung des Falls, ist aber auch im übertragenen Sinne bezeichnend.

18.09.2008 22:26:50
Bartensen

Ein scheinbare Überdosis oder doch ein satanistischer Ritualmord ? Inspektor Rebus taumelt zwischen Slum-Suburbs und der High Society hin und her auf der Suche nach einem Motiv und einem Mörder, stolpert dabei mehr als einmal in private Krisen.
Der zweite Rebus-Roman ist wesentlich stärker als sein Vorgänger, doch auch hier fehlt mir ein wenig die innerliche Geschlossenheit, die durch ungeschickte Szenenwechsel eine wenig den Lesespaß hemmt. Die Story an sich ist stimmig und dicht und endlich kommt auch ein wenig schottische Atmosphäre auf, die mir beim Erstling noch sehr gefehlt hat. Eine feine Prise Humor rundet den Roman dabei ab.
Eine große Stärke von Das zweite Zeichen sind allerdings die Charaktere, die mit sehr viel Detail beschrieben großen Wiedererkennungswert haben. Das Beziehungsgeflecht, das sich mit zunehmender Lesedauer zwischen ihnen entwickelt hat großen Anteil daran, das der Roman bis zur letzen Sekunde spannend und undurchschaubar bleibt.
Rebus selbst, privat ein sympathischer, hilfloser und scheinbar zielloser Mensch , entpuppt sich beruflich mehr als einmal als unsympathisches aber fähiges A.loch, vor allem seine Untergebenen und Helfer bekommen dieses nicht allzu knapp zu spüren.
Allen Zweifeln zum Trotz, dieser Roman macht Neugier auf mehr "Rebus".

18.09.2008 22:26:24
Bartensen

Ein scheinbare Überdosis oder doch ein satanistischer Ritualmord ? Inspektor Rebus taumelt zwischen Slum-Suburbs und der High Society hin und her auf der Suche nach einem Motiv und einem Mörder, stolpert dabei mehr als einmal in private Krisen.
Der zweite Rebus-Roman ist wesentlich stärker als sein Vorgänger, doch auch hier fehlt mir ein wenig die innerliche Geschlossenheit, die durch ungeschickte Szenenwechsel eine wenig den Lesespaß hemmt. Die Story an sich ist stimmig und dicht und endlich kommt auch ein wenig schottische Atmosphäre auf, die mir beim Erstling noch sehr gefehlt hat. Eine feine Prise Humor rundet den Roman dabei ab.
Eine große Stärke von Das zweite Zeichen sind allerdings die Charaktere, die mit sehr viel Detail beschrieben großen Wiedererkennungswert haben. Das Beziehungsgeflecht, das sich mit zunehmender Lesedauer zwischen ihnen entwickelt hat großen Anteil daran, das der Roman bis zur letzen Sekunde spannend und undurchschaubar bleibt.
Rebus selbst, privat ein sympathischer, hilfloser und scheinbar zielloser Mensch , entpuppt sich beruflich mehr als einmal als unsympathisches aber fähiges A.loch, vor allem seine Untergebenen und Helfer bekommen dieses nicht allzu knapp zu spüren.
Allen Zweifeln zum Trotz, dieser Roman macht Neugier auf mehr "Rebus".

16.04.2008 17:30:57
Felix Wolf

Starker Roman. Ein Rebus, der fast bis zum Schluss mit äußerst dürftigen Ermittlungsergebnisse umgeht, um auf den letzten 50 Seiten die Pforten der Hölle zu öffnen.

25.03.2008 01:03:04
arisingrealm

Deutliche Steigerung gegenüber dem ersten Rebus-Fall, da Rebus mittlerweile befördert wurde und aktiver in die Polizeiarbeit eingebunden ist. Bis zum Ende ahnt man nur, wer der Mörder sein könnte. Der Ausgang der Geschichte ist dennoch eine Überraschung.

19.01.2008 17:14:31
Rolf.P

Fesselnd geschrieben, mit einer guten Portion englischen Humors gewürzt und mit einem interessanten und komplexen Handlungsablauf.
Scharf gezeichnete Charaktere und spannende Handlungen machen die Lektüre seiner Romane zu einem wahren Vergnügen.
Meine Empfehlung - absolut lesenswert.

10.12.2007 21:30:15
Volker

Ein früher Meilenstein in der Rebus-Reihe! Düstere Atmosphäre, eine bunte Schar von unterschiedlichen Gestalten und im Zentrum der Eigenbrötler Rebus bieten den gelungenen Rahmen für eine spannende Erzählung. Übermäßig sympathisch wird Rebus in der Tat nicht geschildert, aber die Figur zieht einen in seinen Bann. Fazit: Unbedingt lesenswert!

23.10.2007 12:55:43
Stefan83

Es sind ein paar Monate seit dem letzten, sehr persönlichen Fall vergangen und John Rebus ist mittlerweile zum Inspector befördert worden. Sonst scheint jedoch im regnerischen, finsteren Edinburgh alles beim Alten geblieben zu sein. Von seiner Freundin Gill Templer verlassen, stürzt sich Rebus mit der ihm eigenen Vorgehensweise auf den neuesten Fall: Einen Drogentoten, der augenscheinlich an einer Überdosis gestorben ist. Nichts Ungewöhnliches in dem heruntergekommenen Viertel Pilmuir, wäre da nicht das mit roter Farbe gemalte Pentagramm an der Wand neben der Leiche. In Großbritannien sind Rankins Krimis um den eigenwilligen Ermittler schon lange Stammgast in den Bestsellerlisten und nun scheint er mit „Das zweite Zeichen“ auch endgültig seinen Siegeszug in der deutschen Krimiszene anzutreten. Obwohl Rebus seine, auf die harte SAS-Ausbildung zurückgehenden Psychosen offenkundig abgelegt hat, sind ihm sein kauziger Charme und die schroffe Art erhalten geblieben. In dieser Hinsicht ähnelt er Mankells Wallander sehr, wäre da nicht dieser genial pointierte, meist nachtschwarze britische Humor, der immer wieder im notorisch depressiven Edinburgh für lichte Momente sorgt. Bestes Beispiel dafür ist Rebus’ kühler Umgang mit seinem Gehilfen DS Brian Holmes. Die Frotzeleien zwischen den beiden sowie die jeweils geschilderten Gedankengänge sorgen dafür, dass zwischenzeitlich kein Auge trocken bleibt. Die Spannung pendelt sich auf gleichem Niveau ein. Auf eigene Faust ermittelnd und seiner Intuition folgend gräbt Rebus, und damit gleichzeitig der Leser, jeden Stein um, bis man schließlich vom Autor völlig aufs Glatteis geführt wird. Das Ende fügt alles bestens zusammen, vermag den ein oder anderen zu überraschen und weckt Erinnerungen an einen gewissen Film mit Brad Pitt und Edward Norton. Insgesamt ist „Das zweite Zeichen“ ein höllisch spannender und unterhaltsamer Kriminal-Roman, der jedoch u.a. aufgrund des eher langsamen Beginns nicht die Qualität des Vorgängers erreicht.

16.10.2007 22:47:30
frolleinvomamt

Nach "Verborgene Muster" und "Ehrensache" mein dritter Rankin. "Wolfsmale" liegt noch auf dem SUB.
An den ersten habe ich keine Erinnerung mehr, obwohl es noch nicht lange her ist, dass ich ihn gelesen habe.
An "Ehrensache" kommt "Das zweite Zeichen" nicht ran. (Wie M.D. schreibt, steigern sich die Romane.)
Schlecht fand ich D2Z nicht. Das Puzzle ist ein bisschen willkürlich zusammen gesucht, die Übersetzung stellenweise auch etwas uninspiriert.
Ich werde Rankin weiter lesen (ab jetzt chronologisch) und abwarten, ob er die Brillianz von Colin Dexter noch erreicht.

24.08.2007 20:31:58
Kylling

Auch wenn das Buch hier überwiegend gute Kritiken bekommen hat, bei mir ist die Gradzahl nicht einmal zweistellig. Weder mag ich den Rebus (arrogantes A..., gescheitert, überheblich und unsympathisch) noch den Schreibstil. Spannung Fehlanzeige. Zum Glück war das Buch nur geliehen.

21.08.2007 19:05:52
Sonnschein

Ein guter Krimi, der die Machenschaften der großen Geschäftsmänner aufdeckt. Es ist sehr interessant wie Rankin hier die unterschiedlichen Themen wie Satanismus, Drogenhandel, Homosexualität und illegale Kämpfe so verstrickt, dass man sich ständig fragt, was das mit der Stoy zu tun hat...
85° von mir! Werde die Serie um Rebus auf jeden Fall weiterlesen!

01.07.2007 19:42:50
Swen Piper

Inspector Rebus ist wirklich eine herrliche Figur, man könnte ihn als sympathischen Widerling bezeichnen. In „Das zweite Zeichen“ muss der Inspector leider in einem nun wirklich vorhersehbaren Fall ermitteln, sodass nur am Ende Spannung entsteht.

31.05.2007 09:57:25
queenodt

Hatte mir ein Doppelband mit den ersten beiden Rebus-Büchern gekauft. "Das zweite Zeichen" hat mich nunrestlos überzeugt, dass ich die Serie gerne weiterlesen möchte. Der englische Humor an scheinbar unpassenden Stellen ist einfach göttlich. Kann das Buch nur empfehlen.

30.01.2007 12:44:49
Franziska (16)

Also ich finde Rankins zweiten Rebus-Roman einfach nur klasse! Ich hab das erste Buch schon binnen 3 Tage durchgehabt und beim zweiten waren\'s auch nicht viel mehr!!! Jetzt bin ich beim dritten und ich werde mir die anderen Rebus-Romane sicherlich auch kaufen! Für mich ist Rankin der beste Autor den ich je gelesen habe (und ich hab schon ne ganze Menge gelesen!!!)!

11.12.2006 16:23:13
Gian-Luca

Dies ist der zweite krimi den der schoote ian rankin schrieb.Er ist nicht überagend und die nachfolgenden romane sind um einiges besser.Den fall hätte ian sich auch besser aussuchen können.

01.09.2006 22:30:19
AlphaHelix

Für die 90er ist es vielleicht ein guter Krimi, aber für 2006 nur Mittelklasse.Das Buch weiß nicht zureicht welchen Weg es gehen soll:Hexerei, Drogen, Homosexualität, illegale Hundekämpfe, illegale Sportveranstaltungen.Schließlich wird alle zu einer schönen Geschichte zusammengebunden.Mehr nicht!

Ich werde mal ein akutelles Buch von Herrn Rankin lesen, weil von seiner Genialität war bisher in den ersten zwei Büchern nicht zu spüren!

06.06.2006 09:24:01
Susanne

Nachdem ich den ersten Rebus-Krimi ziemlich "an den Haaren herbeigezogen" empfunden habe, finde ich die zweite Chance durchaus annehmbar: sehr spannend geschrieben und mit hintergründigem Humor. Ein frenetischer Rankin-Fan werde ich jedoch sicher nicht.

30.05.2006 17:54:27
Sunsy

Das zweite Buch mit dem inzwischen zum Inspector beförderten John Rebus knüpft nicht unmittelbar an den ersten Band an, kommt hervorragend ohne die Einstiegserklärungen des ersten Bandes aus und vermittelt neben dem bereits bekannten Witz ungleich mehr Spannung. John Rebus beißt sich in seinen neuen Fall fest und zeigt detektivischen Spürsinn, obwohl sein Vorgesetzter ihn aufgrund einer Beschwerde vom Dienst suspendiert. Mit Hilfe von Detective Constable Brian Holmes macht er sich auf die Suche nach Zusammenhängen, den Drahtziehern und klärt mit reichlich Körpereinsatz einen Mord, Selbstmord und die Hintergründe auf, die im Zusammenhang mit der seltsam drapierten Leiche eines jungen Junkies stehen, der in einem besetzten Haus gefunden wird.Mir hat an diesem Roman besonders die menschliche Seite John Rebus’ gefallen. Ein Inspector, der sich mit seiner oft direkten Art nicht nur Freunde macht, aber immer für seine Freunde da ist, der sich Anzug und Schuhe leihen muss, als er ins „Finlays“ eingeladen wird, weil sich in seinem Schrank kaum noch ein sauberes Stück befindet. Ein Mann, der in einem buchstäblichen Haufen Sch*** wühlen kann, ungeachtet des Gestanks, wenn es darum geht, Beweisstücke sicherzustellen. – Eigentlich ein ganz normaler Mann, der mit Engagement seine Arbeit macht...

14.04.2006 11:52:28
Angelo

Während mir Nr.1 "Verborgene Muster" nicht dazu geeignet scheint, Rankins heutigen Kultstatus zu begründen, begreife ich das bei diesem 2. Buch besser. Die Sprache wird knapp, präziser, der immer wieder von Kritikern gelobte Humor blitzt auf, der Plot ist vielschichtig aber spannend aufgebaut. Band drei ist gebongt.

30.09.2005 19:31:42
Kleine

Ich bin in der Bücherei zufällig auf das Buch verborgene Muster von Ian Rankin gestoßen, hab es in einem Zug durchgelesen, und seither bekommt man mich nicht mehr von diesen Büchern los.
das zweite Zeichen ist nun schon mein viertes Buch und ich kann nicht sagen, welches Besser und welches schlechter ist. ich find einfach alle supergenial. Ich kann dieses Buch nur allen Empfehlen.

06.11.2004 19:28:26
Andrea

Mir hat der erste Band auch besser gefallen. Hier fand ich alles ein bisschen zu dick aufgetragen und unübersichtlich. Werde aber an der Serie dran bleiben und bin gespannt auf Nummer drei. Ich mag einfach den englischen Humor..

27.08.2004 14:50:46
Joachim

Richtig begeistert hat mich dieses Buch nicht. Im Vergleich zum Vorgänger ist es eher flach. Das liegt im Wesentlichen daran, dass der Charakter von Rebus abgeschliffen wurde, ohne dass eine zündende Idee für einen Krimi-Plot das kompensiert. Man merkt, dass Rankin hier zum ersten Mal versucht hat, einen Krimi zu schreiben (Bei "Verborgene Muster" war es ja nur ein Missverständnis der Leser), ohne sich für diese Aufgabe wirklich zu begeistern.

21.07.2004 19:01:21
J.Steubner

Mein zweiter Rankin und er war nicht wesentlich besser als der erste. Die Tatsache, daß mir Rebus einfach unsympathisch ist, schon dadurch wie er mit Holmes umgeht, kann ich noch verschmerzen. Aber die langsam dahin plätschernde Handlung mit einem Showdown a la James Bond war echt enttäuschend.

22.06.2003 18:00:37
sarah

ich fand das buch nicht ganz so spannend.Der schluss hätte etwas spannender seien sollen ansonsten ganz ok.