Der Väter Fluch

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • New York: William Morrow, 2001, Titel: 'The Forgotten', Seiten: 374, Originalsprache
  • München: Bertelsmann, 2002, Seiten: 444, Übersetzt: Franca Fritz & Heinrich Koop
  • München: Goldmann, 2003, Seiten: 447

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Sabine Reiß
überfrachtet, ein mäßiger 13. Fall

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2003

Die Synagoge, der Lieutenant Peter Decker und seine Frau Rina angehören, wurde geschändet, die Wände beschmiert, Bilder von Juden im Konzentrationslager hinterlassen. Kein leichter Fall für Decker! Er sucht den Täter unter den Jugendlichen der Stadt und wird tatsächlich bei einer Durchsuchung der Schulspinde fündig, wo er einen aus der Synagoge verschwundenen Kelch bei Ernesto Golding entdeckt. Ernesto gesteht und als Motiv gibt er an, er glaube, sein jüdischer Großvater sei in Wirklichkeit Nazi gewesen, weil er bei der Erstellung des Familienstammbaums auf Ungereimtheiten gestoßen war.

Fall abgeschlossen?

Das denkt sich zumindest die Polizei, bis sie ein paar Monate später zum Schauplatz eines Mordes gerufen wird. In einem Survival-Camp für jugendliche Straftäter, das von den Baldwins, einem Psychiaterehepaar, geleitet wird, werden zwei Leichen entdeckt: neben Ernesto im Zelt liegt Merv Baldwin, seine Ehefrau Dee wird kurze Zeit später ebenfalls tot im Strandhaus gefunden. Hat sie die beiden in einer verfänglichen Situation überrascht und nach der Tat ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt? Oder wer sollte den beiden Psychiatern nach dem Leben trachten? Was hat die Organisation "Hüter der völkischen Reinheit" mit dem ganzen zu tun?

Fast bis zur Mitte des Buches passiert recht wenig und man möchte Frau Kellerman schon ein wenig antreiben, insgesamt kommt aber kaum Langeweile auf, denn wer zu einem Buch von ihr greift, der tut das wahrscheinlich nicht in Erwartung eines wahnsinnig spannenden Kriminalfalls. Charakteristisch für die Serie ist, dass es nicht nur gilt, einen Mordfall zu klären, sondern auch dass sich Probleme im privaten Umfeld der Familie widerspiegeln. Die Autorin nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Figuren und man wird mit viel Hintergrundwissen über das jüdische Leben versorgt. Mir persönlich ist nicht bekannt, dass es noch andere Krimis gibt, die dieses in solch einem Umfang thematisieren - Batya Gurs Romane spielen zwar in Israel, doch ihr Protagonist lebt nicht orthodox. Es ist allerdings schade, dass trotz der ausführlichen Schilderung das letzte Quäntchen an Erläuterung fehlt - mir gefiel das Glossar, das noch beim ersten Band der Serie für Aufklärung sorgte. Ich hätte zum Beispiel gerne gewusst, was es genau mit den Gebetsriemen auf sich hat.

Der 13. Fall ist kein Glücksfall

Es ist zwar typisch für die Autorin, dass der Kriminalfall nicht im Vordergrund steht, aber hier überfrachtet Faye Kellerman ihren Roman: sie wählt das Genre des Krimis, schildert dabei orthodoxes Leben und verarbeitet zusätzlich noch Themen wie Neonazis, Rassismus, Holocaust, Computerhackerei, Drogenkonsum, schwierige Kinder, Psychologen, Aufnahmetests bei Elite-Universitäten etc. Die vielen Informationen über die rassistischen Organisationen lassen sich z.B. beim Lesen auf die Schnelle gar nicht aufnehmen - weniger wäre hier mehr gewesen. Das Thema Holocaust und seine Folgen wird beispielsweise in "Ihr wahrer Name" von Sara Paretsky sehr anschaulich geschildert und wesentlich isolierter behandelt, so dass es nicht in einem Wust untergeht.

Diese vielen Themen führen trotz des interessanten und auch ernsten Hintergrunds leider nur zu einer mäßigen Bewertung des Buches, denn zu viele Handlungsstränge bleiben offen, die erwartete Zusammenführung findet nicht statt und es werden weder die Motive deutlich herausgearbeitet, noch sind die wenig zielgerichteten Ermittlungen zufriedenstellend beendet worden - zumindest nicht für den Leser. Nach einem guten Start wirkt das Ende mit einigen Ungereimtheiten einfach zu bemüht. Im Endeffekt komplettiert "Der Väter Fluch" die Serie, die jedoch schon deutlich bessere Bücher hervorgebracht hat.

Der Väter Fluch

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Letzte Kommentare:
01.09.2008 13:41:13
norman

Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Es ist das dritte, das ich von Frau Kellermann lesen wollte. Man muss ein Genre nicht "benutzen", um den Holocaust aufzuarbeiten, das haben andere besser gemacht. Auch über das jüdische Leben ist man für die folgenden Romane, finde ich, im Erstling von Frau Kellermann genügend aufgeklärt worden, um die Lebensweise der Familie verstehen zu können. Meiner Meinung nach kein Krimi.
"Denn jeder tötet, was er liebt" ist bisher das Beste, was ich von Frau Kellermann gelesen habe.