Abschied von Eden

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • New York: Morrow, 1990, Titel: 'Milk and Honey', Seiten: 384, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1997, Seiten: 442, Übersetzt: Elke Schlooz

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Markus Traud
Etwas Nachdenken über Religion in einem Thriller

Buch-Rezension von Markus Traud Mai 2003

Bevor ich konkret auf diese Buch zu sprechen komme, einige allgemeine Worte zu dieser Reihe: Hauptpersonen in dieser Krimireihe sind zum einen Peter Decker, Polizeidetektiv in Los Angeles und zum anderen Rina Lazarus, junge jüdische Witwe mit zwei Söhnen. Neben einer typischen Krimihandlung läuft parallel immer auch die Entwicklung der Beziehung zwischen diesen beiden Personen als Handlungsfaden in allen Büchern, die ich bisher gelesen habe.

Im Laufe des ersten Buches "Denn rein soll deine Seele sein" lernen sich diese beiden während einer Ermittlung in einer jüdischen Hochschule kennen und lieben. Der 2.Band "Das Hohelied des Todes" zeigt dann die Probleme bei der Annäherung, insbesondere wegen der Religiosität Rinas und der Annäherung von Decker an den jüdischen Glauben.

Der dritte Band "Abschied von Eden" ist von der Handlung wiederum mehrschichtig aufgebaut:

Bei einer Kontrollfahrt durch eine nächtliche Neubausiedlung findet Decker ein kleines Kind, das zwar unverletzt ist, dessen Schlafanzug aber völlig mit menschlichen Blut beschmiert ist. Keiner in der Siedlung kennt das etwa zweijährige Mädchen. Aufgrund der Tatsache, das das Kind Spuren von vielen Bienenstichen aufweist, führen die Spuren in ein benachbartes Tal, in dem viele Imker leben und das, obwohl ganz nah an L.A. gelegen, doch wie die tiefste Provinz wirkt, mit all den Vorurteilen gegen Farbige, Gerüchten und Klatsch und dem Misstrauen gegenüber Fremden. Dort finden Decker und seine Partnerin Marge im Elternhaus des Kindes vier Leichen. In einem weiteren Handlungsfaden bittet ein alter Vietnam-Kamerad Decker um seine Hilfe, weil er wegen einer brutalen Vergewaltigung verhaftet wurde. Und Rina Lazarus, die am Ende von Band 2 nach New York zu Verwandten ging, damit sich beide über ihre Gefühle klar werden können, kommt während all dieser Ereignisse auch noch zu Besuch und will Decker scheinbar etwas Wichtiges mitteilen.

Wieder einmal ist es der amerikanischen Autorin Faye Kellerman gelungen, in erster Linie einen unheimlich spannendend Krimi zu schreiben und dabei so ganz nebenbei auch noch sehr nachdenkliche Töne unterzubringen.

Die Ermittlungen im Fall des kleinen Mädchens und der in der Folge entdeckten Leichen haben alles, was ein guter Krimi benötigt: Eine nicht vorhersehbare Handlung mit einigen Überraschungen, viele mögliche Tatverdächtige und das entsprechende Spannungsmoment, das dazu führt, dass man mit dem Lesen nicht mehr aufhören kann.

Eingebettet in diese Krimihandlung ist die angebliche Vergewaltigung durch den Kriegskameraden Deckers, die zwar im eigentlichen Sinn und in der Art der Ermittlung eine Krimihandlung ist, aber doch eher dazu dient, die Vergangenheit Deckers, in der es scheinbar ein Geheimnis gibt, ins Spiel zu bringen.

Denn ähnlich wie in den beiden Vorgängerwerken ist auch hier der zweite Grundpfeiler des Buches die Entwicklung der Beziehung zwischen Decker und Lazarus. Und dies ist nicht nur eine "normale" Liebesgeschichte, sondern aufgrund der Situation, das Rina Lazarus gläubige Jüdin ist und Decker christlich erzogen, aber wie im Laufe dieser Bücher herauskommt von Geburt her eigentlich auch Jude. Die ganze Problematik dieser Annäherung an die jüdische Religion, an all ihre Traditionen und Regeln und die Einbettung in das moderne amerikanische Leben ist aus meiner Sicht einer der ganz großen Pluspunkte, die diese Romanserie von anderen Krimireihen unterscheidet. Sie bleibt dabei aber immer noch ein Krimi und mutiert nicht zur Religionstheorie.

Was mir weiterhin sehr gut gefällt, dass der Schwerpunkt und das Handlungstempo bei allen drei Romanen, die ich bisher gelesen habe unterschiedlich aufgebaut ist; es fast so ist, als ob man gerade bei den Hauptpersonen die unterschiedliche Facetten auch von Roman zu Roman gewichtet. Dies fällt gerade bei der Figur des Peter Decker auf. Bei "Abschied von Eden" erlebt man nach der nachdenklichen, fast zweifelnde Phase des Vorgängerbuches die kritische Beschäftigung mit seiner Vergangenheit. Dabei gibt es zwar auch Zweifel, aber die Figur wirkt trotzdem wieder gefestigter und selbstbewusster. Dass dies natürlich auch zu Konflikten in der Beziehung führt, ist selbstverständlich. Aber alle Personen und ihre Beweggründe werden sehr ausführlich und nachvollziehbar dargestellt.

In diesem Buch ist das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das ich im 2. Band vermisst hatte, wieder vorhanden und macht das Lesen, auch wenn die Begriffe eigentlich immer im Zusammenhang erklärt werden, ein wenig leichter.

Ein wichtiges Thema im Bezug auf Romanserien ist die Unabhängigkeit der einzelnen Bände voneinander. Und aufgrund der vorher getroffenen Aussagen muss man bei dieser Krimiserie ganz klar sagen, das sich die Tendenz, die ich schon im 2. Band gespürt habe, im 3. Band fortsetzt. Die Entwicklung der Beziehung der Hauptpersonen spielt meiner Ansicht nach eine so große Rolle, das ein Teil des Lesespaßes verloren ginge, wenn man diese Bücher nicht in ihrer Veröffentlichungsreihenfolge lesen würde. Es ist zwar nicht so, dass man das Buch nicht ohne die Kenntnis der Vorgänger verstehen könnte. Dafür werden die entsprechenden Infos schon geschickt platziert. Aber pedantisch, wie ich nun mal veranlagt bin, bin ich der Meinung, dass man es noch besser versteht, wenn man die Vorgänger kennt.

Insgesamt betrachtet wieder ein großes Lesevergnügen für alle, die es spannend und aufregend mögen und dabei auch nicht vor einer kleinen Prise Nachdenklichkeit zurückschrecken. Nur Vorsicht! Wer einmal mit diesen Büchern anfängt, kommt nur schwer wieder davon los.

Abschied von Eden

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Letzte Kommentare:
08.05.2015 14:18:05
Anfangsverdacht

Dies war mein dritter Roman von Faye Kellerman und soweit es überschauen kann werde ich mindestens die Reihe mir Peter Decker und Rina Lazarus alsbald vollständig gelesen haben.
Erstens wegen der Schönen, zweitens der Männerfreund- und feindschaft.
Drittens verbindet Frau Kellerman einiges, was schwer zu verbinden ist, besonders in einem Kriminalroman.
Diese Kind zum Beispiel noch.

08.07.2009 10:49:50
rectangulus

Nachdem mein letzter Kommentar eigentlich zu "Das Hohelied des Todes" gehört, hier noch meine Meinung zu "Abschied von Eden".

Zum Glück muss die Art und weise, wie die Akteure miteinander umgehen nicht immer so sein, wie man denkt, sich selbst in ähnlicher Situation zu verhalten. Das macht den Reitz dieses Bandes aus. So z.B. das Verhältnis Deckers zu seinem Vietnam-Kameraden, oder auch wie Peter und Rina miteinander umgehen, ist immer wieder voll überraschungen.

Auch der Fall selbst - diesmal nicht im jüdischen Milleu angesiedelt - ist spannend. Es lohnt sich!

15.06.2009 16:16:59
rectangulus

Diesmal ist es ein deutlich drastischerer Fall als im ersten Teil. Auch wesentlich deutlicher beschrieben, das Verbrechen ist mehr im Mittelpunkt.

Trotzdem kommt die Entwicklung der Beziehung von Peter und Rina nicht zu kurz.

Beides verfolgt man mit Spannung und Neugierde, ich hätte mir mehr Anteil für die Beziehung gewünscht, aber es ist ja ein Krimi, kein Beziehungsroman.

Schön das auch ein bisschen mehr der kalifornischen Landschaft, die so wunderbar vielfältig und unterschiedlich ist, vorkommt.

Gehe mit Vorfreude an den 3. Teil!

02.09.2008 09:57:45
norman

Öde! Die gekünstelte Coolnes in den Dialogen ging mir nach ein paar Seiten so auf den Keks, dass ich nur noch die Seiten umgeblättert habe. Das seitenlange Gequatsche mit den Nutten und den bescheuerten Ganoven ist nicht auszuhalten (Decker ist nun nicht mehr wie im ersten Buch ein Trottel, sondern ein Vollidiot.).
Nur die jüdische Hochzeitszeremonie hat mich noch interessiert. Wer der Mörder ist, ist inzwischen so uninteressant durch das hin und her zwischen den Verdächtigen und die bekloppten Verhörmethoden, das ich mir nur wünschte, nicht auf das bisher einzige Buch der Kellermann, dass ich mit Genuss gelesen habe (Doch jeder tötet, was er liebt), ermutigt worden zu sein, die nächsten Bücher gleich im Dutzend zu kaufen. aum zu glauben, dass die Autorin auch dieses Buch geschrieben haben soll.
"Die reinen Herzens sind" und "Tag der Buße" sind ähnlich daneben oder schlimmer (wie das erstere). Ich kann nur hoffen, dass die nach "Doch jeder tötet, was er liebt" geschriebenen Bücher, die gleiche Qualität haben, denn ich habe noch 5 aus den Neunzigern und 2000ern.

25.04.2008 12:53:13
schnuppe

Ich bin gerade noch mittendrin, finde es auch spannend. Doch die Religion und die jüdischen Fremdworte stören schon etwas - finde das sowas nichts in einem Thriller verloren hat - zumindest nicht so ausführlich!

09.07.2007 11:58:04
Mina

Diese Buch fand ich sehr gut, oblwohl es ein bisschen zu viel Religionssachen für mein Gescmack hat. Aber es ist gut geschrieben. Das Ende ist ziemlich unerwartet. Ich würde es weiterempfehlen.