Dein Tod komme

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • New York: William Morrow, 2017, Titel: 'Bone box', Originalsprache
  • Hamburg: HarperCollins, 2018, Seiten: 400, Übersetzt: ?

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Jörg Kijanski
Enttäuschendes Werk der Bestsellerautorin

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2017

Wie schon beim Vorgänger ("Am Anfang war dein Ende") wird im Wald von Greenbury eine Leiche entdeckt, was wohl die einzige Erklärung dafür sein kann, warum Peter Decker vom Greenbury PD völlig außer sich ist, dass seine Frau Rina dort allein spazieren geht. An sich ja nichts Ungewöhnliches auf einem öffentlichen Wanderweg (auch allein) spazieren zu gehen, dumm nur, wenn man dabei über die skelettierten Überreste eines Menschen stolpert.

Decker und sein Partner Tyler McAdams, der eigentlich in Boston Jura studiert und in den Ferien als Detective aushilft, finden heraus, dass vor drei und vor sieben Jahren vom nahegelegenen Campus zwei junge Frauen verschwanden. Dazu passt die Anmerkung auf der Buchrückseite, dass "es sich bei den Leichenteilen um eine Studentin" handelt.

So reibt sich der Leser alsbald irritiert die Augen, denn auf Seite 29 ist zweifelsfrei von einer männlichen Leiche die Rede. Dank eines Hinweises eines Uniprofessors führen die Ermittlungen zu einem Mann, der vor rund fünf Jahren verschwand und sich damals einer Geschlechtsumwandlung unterziehen wollte. Kurz nach dem Leichenfund werden in dessen unmittelbarer Nähe zwei weitere Skelette gefunden und zwei weitere Frauen vermisst.

Der Fall ist ansprechend, aber der Rest...

Über 20 Millionen Bücher hat Faye Kellerman schon verkaufen können, was sie ihrer beliebten Decker & Lazarius-Reihe verdankt. "Dein Tod komme" ist bereits der 24. Fall der Serie und vielleicht liegt genau hier das Problem: Zu hoher Termindruck bei den Abgabeterminen? Es ist nur eine Vermutung, aber von einer erfolgreichen Autorin darf man deutlich mehr erwarten als das vorliegende Werk. Decker reagiert geradezu panisch, wenn seine Frau Rina alleine unterwegs ist. Wohlgemerkt, nicht mehr in L.A., wo das Paar viele Jahrzehnte lebte, sondern in dem kleinen Kaff namens Greenbury.

Auch seine Ermittlungsmethoden lassen zu wünschen übrig. Obwohl noch nicht einmal das Geschlecht, geschweige denn die Identität des ersten Opfers feststeht, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Es werden die wildesten und teilweise wirrsten Theorien aufgestellt, dass sich einem die Nackenhaare sträuben. Da sich das männliche Opfer einer Geschlechtsumwandlung unterziehen wollte, gibt es zunächst einen langen Ausflug in die queere Szene, in der etliche Personen mit ihrer sexuellen Natur hadern.

So stellt sich heraus, dass der ermordete Mann, der zur Frau werden wollte, zurzeit seines Verschwindens mit einer Frau zusammen war, die ein Mann werden wollte. Später endet dieses Thema abrupt und der Plot wechselt an das örtliche Campus, wo es den jungen Leuten offenbar weniger um gute Noten, sondern um Drogen, Party und Sex geht.

Der Schreibstil ist stellenweise eine Zumutung

Auszüge aus einer (!) Befragung von Decker: "Also nehmen Sie mich jetzt entweder fest, oder ich gehe wieder." "Sie wollen, dass ich Sie festnehme?" "Nein, natürlich nicht."
"Also, nehmen Sie mich entweder fest, oder ich gehe." "Soll ich Sie denn festnehmen?" "Nein, natürlich nicht."

Leider passt dieses Beispiel zu den wirren Gedankenspielen, mit denen Decker und McAdams versuchen den Fall zu lösen. Ein echter Brüller findet sich auf Seite 250, letzte Zeile: "Wir stellen keine Mutmaßungen an." Tatsächlich machen sie über 400 Seiten lang nichts anderes, da sie in den Fällen nicht weiter kommen. "Ich frage mich, was Ihre Tochter damit zu tun haben könnte." "Aha. Warum glauben Sie, sie hat was damit zu tun?" "Vielleicht ja auch nicht."

"Wäre gut, wenn du hier wärst, bevor wir noch mehr Gräber finden."
"Da sei Gott vor."
"Decker, hier liegen zwei Leichen in nächster Nähe im Wald. Ich bin kein Experte aus der Großstadt, aber sieht das nach Zufall aus?"
"Nein."

Fans der Reihe kennen den jüdischen Hintergrund des Paares Peter und Rina Decker (ehemals Lazarus). Dieser wird im vorliegenden Band nur insoweit beleuchtet, dass bestimmte Feiertage anstehen oder das Essen entsprechend den religiösen Vorgaben hergestellt wird. Für Neueinsteiger zu wenig, denn die jüdische Religion hätte hier durchaus etwas ausführlicher vorgestellt werden können, wobei dies vermutlich die Kenner der Serie wiederum gelangweilt hätte, da aus den Vorgängern hinreichend bekannt.

Am Ende des Plots bleibt mit Erstaunen festzuhalten, dass die Ermittler den Durchblick behalten und alle Fälle lösen. Dabei wirkt die Handlung an etlichen Stellen auffällig konstruiert und auch die Auflösung der Morde sowie vor allem deren Begleitumstände hinsichtlich der Beseitigung der Leichen erscheinen arg unwahrscheinlich. Wer die Reihe mag, wird dennoch nicht verpassen wollen wie es weitergeht und kann zugreifen, denn grundsätzlich bietet der Plot durchaus Potential und ist kurzweilig geschrieben.

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