Böses Erwachen

Erschienen: Januar 1999

Bibliographische Angaben

  • München: Goldmann, 1999, Seiten: 446
  • München: Goldmann, 2000, Seiten: 446
  • München: Goldmann, 2001, Seiten: 446
  • München: Goldmann, 2009, Seiten: 446

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Peter Kümmel
Alles andere als ein böses Erwachen

Buch-Rezension von Peter Kümmel Mai 2003

Sie sind mittlerweile schon richtig gute alte Bekannte geworden: Superintendant Duncan Kincaid von New Scotland Yard und seine engste Mitarbeiterin und mittlerweise auch Lebensgefährtin Sergeant Gemma James.

"Böses Erwachen" ist der sechste der Kriminalserie von Deborah Crombie. Dies ist nun das dritte Buch der Reihe, das ich gelesen habe, und ich erkenne von Buch zu Buch eine Steigerung. Mittlerweile kristallisiert sich da ein gewisses durchgängiges Konzept der Autorin heraus. Parallel zu einem aktuellen Fall der Gegenwart wird in kursiver Schrift eine Begebenheit aus der Vergangenheit geschildert. Nach und nach werden dann die Zusammenhänge zwischen beiden Ereignissen aufgezeigt.

Die Begebenheit aus der Vergangenheit beginnt in London im September 1939: Zu Kriegsbeginn wird der kleine Lewis Finch aus dem East End aufs Land evakuiert. Dort lernt er nicht nur die Freuden des Landlebens kennen, sondern auch die Leidenschaft der ersten Liebe.

In der Gegenwart wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Diese wird als Annabelle Hammond identifiziert, die Millionenerbin eines großen Tee-Imperiums. Was ist passiert, nachdem sie am Vorabend ihres Todes nach einem Streit eine Zusammenkunft bei ihrer Schwester plötzlich verlassen hat?

Irgendwie ist es auffällig, dass man Deborah Crombie immer 5 Verdächtige aufzählen kann. In diesem Fall sind dies:

Reginald Mortimer, der Verlobte der Toten. Hatte er einen Streit mit ihr?

- Lewis Finch, eine Größe in der Baubranche, der Junge aus der Vorgeschichte. Hatte er ein Verhältnis mit Annabelle?

- Gordon Finch, Straßenmusiker, der Sohn von Lewis Finch. Er sah sie als letzter lebend. Auch er könnte ein Verhältnis mit der Toten gehabt haben.

- Teresa Robbins, Annabelles engste Mitarbeiterin, die vermutlich nach ihrem Tod die Firmenleitung übernehmen wird.

- Martin Lowell, der Ex-Mann von Annabelles Schwester, auch er profitiert gewissermaßen vom Testament.

Es werden für jeden der Verdächtigen Motive konstruiert und teilweise wieder verworfen, doch wer schon mehrere Romane von Deborah Crombie gelesen hat, dem wird klar, dass erst, wenn das Geheimnis der Vorgeschichte gelöst ist, auch der Täter gefunden werden kann. Und trotz der vielen fiktiven Lösungsmöglickeiten des Falles ist die Auflösung wieder völlig anders.

Mit fast schon zuvielen Handlungssträngen beginnt das Buch. Für manchen vielleicht etwas zu verwirrend. Doch die Zusammenhänge klären sich recht schnell. Schwer zu beurteilen für mich, ob jemand, der den Vorgängerband nicht gelesen hat, sich in die Geschichte von Duncan Kincaids Sohn hineinfindet. Da wäre eine etwas genauere Zusammenfassung der Ereignisse doch sinvoll gewesen.

Die privaten Probleme der beiden Ermittler sind natürlich auch wieder zentrales Thema des Romans und für Serienleser sicher genauso spannend wie der eigentliche Fall.

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