Mörderische Tage

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Berg: AME, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Sonngard Dressler
  • München: Knaur, 2011, Seiten: 456, Originalsprache

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Ines Dietzsch
Ein Franz, wie seine Fans ihn lieben

Buch-Rezension von Ines Dietzsch Dez 2008

Von vielen Lesern mit Spannung erwartet, erschien ein neuer Roman mit Andreas Franz' Vorzeige-Ermittlerin Julia Durant. Mörderische Tage ist der zehnte Fall für die beliebte Frankfurter Kommissarin, der elfte, will man die gemeinschaftlichen Ermittlungen mit dem Offenbacher Peter Brandt in Das Todeskreuz mitzählen.

Julia fühlt sich ausgebrannt. Die Koffer sind gepackt, die Tage bis zur Abreise nach Südfrankreich gezählt. Der dringend nötige Urlaub bei ihrer Freundin Susanne Tomlin liegt in unmittelbarer Reichweite. Die Kommissarin sieht den Ferien mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf der einen Seite muss sie unbedingt ausspannen, auf der anderen Seite steht der aktuelle Fall, bei dem die Ermittler auf der Stelle treten. Seit Wochen werden Frauen gekidnappt und tauchen weder tot noch lebendig wieder auf. Die Polizei findet keine verwertbaren Spuren. Neue Hoffnung keimt auf, als die seit 6 Monaten vermisste Jacqueline Schweigert plötzlich auf der A66 Frank Hellmer beinahe vor den Porsche läuft. Obwohl äußerlich unversehrt, verstirbt die junge Frau in der Klinik ohne erkennbare Ursache und bevor sie den Beamten etwas mitteilen kann. Wieder stehen die Polizisten ganz am Anfang und ermitteln im privaten und beruflichen Umfeld der Opfer. Und dann passiert es: Am Abend vor ihrem geplanten Abflug gerät Julia selbst in die Hände des Entführers. Nun ist es an Hauptkommissar Frank Hellmer, seine Freundin und Kollegin aus den Fängen eines gefährlichen Verbrechers zu befreien.

Wie immer bei Andreas Franz bekommen wir es mit einem extrem brutalen Täter zu tun. Er hält seine Opfer eingekerkert und setzt sie so genannter "Weißer Folter" aus, bei der die Psyche der Betroffenen schweren Schaden nimmt oder völlig zerstört wird, ohne äußerlich Spuren zu hinterlassen. Der Autor hält sich bei der Schilderung der unmenschlichen Qualen wenig zurück, was den Roman für sensible Leser/innen ungeeignet macht.

Bei Andreas Franz fällt mir eine deutliche Steigerung von Roman zu Roman auf. Im Anfangsstadium seiner Durant-Bücher füllte er ganze Seiten mit einer badenden, Gauloises rauchenden, Bier trinkenden und telefonierenden Julia. Im aktuellen Buch verzichtet er fast gänzlich auf die Schilderungen dieser kleinen Rituale und die Lieblingsspeise der Protagonistin, Tomatensuppe mit Salamibrot, kommt gerade einmal auf den Abendbrottisch. Ganz darauf verzichten mag er eben nicht, der Andreas Franz. Auch nicht auf den kleinen Seitenhieb gegen manche Verlagspolitik und auf ein paar Weisheiten für ein besseres Leben.

Der Untertitel von Mörderische Tage verkündet Julia Durants schwersten Fall. Wird es womöglich auch ihr letzter sein? Wir wollen hoffen, dass Andreas Franz seiner beliebten Serienheldin nicht überdrüssig geworden ist. Denn nach dem Ende des Buches stellt sich die bange Frage: Wird es Julia Durant wirklich schaffen, das Erlebte zu verarbeiten und den eigenen sowie den Polizeialltag weiter zu meistern? Durants große Fangemeinde wünscht der sympathischen Kommissarin baldige und vollständige Genesung, lieber Herr Franz!

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