Maniac

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • New York: Time Warner, 2006, Titel: 'The Book of the Dead', Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2007, Seiten: 6, Übersetzt: Bierstedt, Detlef
  • München: Knaur, 2008, Seiten: 575
  • München: Knaur, 2011, Seiten: 573

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Michael Drewniok
Mechanisch abgespultes Thriller-Spektakel von trügerischem Biss

Buch-Rezension von Michael Drewniok Sep 2007

Von seinem ebenso bösartigen wie verrückten und genialen Bruder Diogenes als Mörder, Verschwörer und Verräter gebrandmarkt, wurde Aloysius Pendergast in das gefürchtete Bundesgefängnis von Herkmoor im US-Staat New York eingeliefert. Von missgünstigen FBI-Kollegen, die den unkonventionell vorgehenden Spezialagenten stets hassten, unter Ignorierung diverser Menschenrechte übel in die Zange genommen, gedenkt Pendergast den Kampf gegen Diogenes keineswegs aufzugeben, zumal ihm dessen bedrohliche Ankündigung weiterer Verbrechen noch in den Ohren klingen. Der Gefangene kann sich auf seine Freunde "draußen" verlassen. Lieutenant Vincent D´Agosta, Pendergasts "Chauffeur" Proctor und der brillante Profiler Eli Glinn arbeiten fieberhaft an einem Plan zur Befreiung.

Derweil geht im "New York Museum of Natural History" zum wiederholten Male ein Monster um. Wie üblich ist das Haus in Geldnöten, soll eine spektakuläre Ausstellung Besucherströme anlocken. In einem seit 1935 sorgfältig vermauerten Kellerraum der riesigen Anlage findet sich das Grabmal des altägyptischen Wesirs Senef, der um 1400 vor Christus regierte. Um seine letzte Ruhestätte ranken sich allerlei unerfreuliche Legenden von einem Fluch, die von denen, die besagtes Grab für die Ausstellung vorbereiten sollen, selbstverständlich abgetan werden.

Doch dann beginnt der Tod umzugehen. Techniker und Wächter gehören zu den ersten Opfern, die entweder schrecklich verstümmelt oder gar nicht aufgefunden werden. Wie üblich mauert die Museumsleitung, die schlechte Publicity mehr fürchtet als das grausige Ende unwichtigen Personals. Laura Hayward, Leiterin der Mordkommission, sieht das naturgemäß anders. Auch Reporter Bill Smithback ist wie immer am Ball. Die Naturwissenschaftlerin Margo Green könnte ein wenig Licht in die Sache bringen, doch sie liebt nach einem Mordanschlag noch im Krankenhaus und wurde gerade von ihrem Vorgesetzten Hugo Menzies, dem Chef der Ethnologischen Abteilung des Museums, durch eine Injektion ins Koma versetzt.

Hinter all dem könnte nur Pendergast die Hand seines Bruders erkennen, aber als er endlich wieder in Freiheit ist, muss er erkennen, dass Diogenes seine Ränken noch viel weiter als befürchtet getrieben und Zweifel im innersten Kreis seiner Feinde gesät hat. Und falls doch etwas schief laufen sollte, hütet Diogenes ein Geheimnis, das den guten Aloysius in einem neuen, recht düsteren Licht erscheinen ließe ...

Zu loben ist Pflicht, wenn´s denn nur Spaß macht?

In zahlreichen Tonlagen hat Ihr Rezensent sich in den vergangenen Jahren über Freud´ und Leid verbreitet, die von den Pendergast-Romanen des bienenfleißigen Autorengespanns Preston & Child ausgehen. Eine weitere Strophe hinzuzufügen ist ehrlich gesagt ermüdend, denn auch dieses Mal weichen Handlung oder Figurenzeichnung kein Jota vom Bewährten aber leider auch Bekannten ab.

Das hauptsächliche Publikum der Fließband-Thriller von Preston & Child rekrutiert sich aus den jüngeren Generationen, wenn man sich die heutzutage leicht zugänglichen Kommentare der überwiegend zufriedenen Leserschaft anschaut. Noch leicht zu begeistern und ohne Wissen um die klassischen und trivialen Vorbilder, die von den Autoren geplündert wird, fehlen ihm außerdem Wunsch oder Willen, das leicht gestrickte Garn einer näheren Prüfung zu unterziehen.

So betrachtet hat Maniac durchaus seine Meriten. Wieder einmal rollt schnell und spannend ein durchgestyltes Geschehen ab. Während Dark Secret als Mittelteil der Aloysius-und-Diogenes-Trilogie quasi 'offen' beginnen und ausgehen musste, werden im dritten Teil endlich die zahlreichen offenen Enden zu einem festen Knoten zusammengeführt.

Wem reine und - wir werden gleich mehr darüber erfahren - kühl konstruierte Unterhaltung genügt, wird sich erfreut durch das Endprodukt lesen (was ein überaus luftig gestaltetes Druckbild mit nicht allzu vielen und augenfreundlich groß gedruckten Buchstaben zusätzlich erleichtert). Die so gestimmten Konsumenten mögen getrost die nächsten Absätze überspringen. Sie interessiert es sicherlich nicht, wie geschickt (oder dreist - das hängt vom Standpunkt des Betrachters ab) sie von Preston & Child aufs Kreuz gelegt werden.

Selbstzitat oder Eigenplagiat?

Maniac präsentiert sich mehr noch als die ohnehin zunehmend zum Selbstplagiat neigenden früheren Bände der Pendergast-Serie als "Best-of" schon mehrfach in Anspruch genommener Situationen und Schauplätze. Wieder einmal muss das "New York Museum of Natural History" als Ort des Geschehens herhalten. Die dunklen, tüchtig eingestaubten und mit obskuren Präparaten und vergessenen Ausstellungsobjekten vollgerümpelten Katakomben dieses Hauses gaben für Das Relikt eine Kulisse ab, die so grandios einschlug, dass die Autoren sich seither denkfaul allzu gern wieder hier einnisten, obwohl der daraus resultierende Überraschungseffekt längst dahin ist.

Bisher haben sich Preston & Child ausgleichend mit der Variation ihrer vorgestanzten Story-Elemente einige Mühe gegeben. Das ersparen sie sich dieses Mal ebenfalls: Der Höhepunkt des Romans - Diogenes sperrt die High Society von New York in ein unzugängliches Grabgewölbe ein und lässt sie mit einer Mischung aus High Tech und Mumbo Jumbo effektvoll das Zeitliche segnen, während sich die Guten verzweifelt Einlass zu schaffen versuchen - ist eine schamlose Eins-zu-Eins-Kopie des Relikt-Finales. (Geht´s noch schlimmer? Aber immer! Wie weiland Sherlock Holmes mit Dr. Moriarty an den Reichenbachfällen ringt auch Diogenes schließlich am Rande eines Abgrunds mit einem Todfeind.)

Bis es soweit ist, müssen wir uns durch einen erschreckend langweiligen Mittelteil quälen. Er ist der Vorbereitung von Pendergasts "Prison Break" aus einem B-Movie-Gefängnis gewidmet, das von psychotischen Irren bewohnt und von Butzemann-Sadisten geleitet wird. Währenddessen scharwenzelt Diogenes zwischen diversen Schurkentaten um die blasse Constance herum, ringt Knurr-Cop D´Agosta um seine Ehe, die in dieser Geschichte völlig überflüssige Margo Green um ihr Leben und ein ebenso nebensächlicher Smithback um die Wahrheit, die wie üblich von einer intriganten Museumsleitung im Verbund mit skrupelloser Polit-Prominenz verschleiert werden soll. Niemand hat aus den Museumsmorden der Vergangenheit etwas gelernt; exakt dieselben Fehler werden begangen, endlose Streitgespräche geführt und sogar die Langmut hirngedimmter Leser über Gebühr strapaziert. Derweil springt die Handlung ständig von einem Schauplatz zum nächsten; sie bricht nach dem Cliffhanger-Prinzip dort ab, wo es spannend wird, und kehrt erst später dorthin zurück: ein klassischer Kniff, der freilich zum billigen Trick degeneriert, wenn er so inflationär wie hier zum Einsatz kommt.

Schade, denn es begann eigentlich recht viel versprechend. Der Fluch der Pharaonen zieht als Aufhänger einer auf Turbulenz gebürsteten Geschichte auch heute noch. Preston & Child verstehen zudem die handwerkliche Seite ihrer Arbeit. Sie belegen in einzelnen Passagen, wie spannend sie zu schreiben vermögen. Leider ignorieren sie zunehmend die Verpflichtung, ihren Romanen wenigstens einige Tropfen Inspiration hinzuzufügen und so aus Reißbrett-Mysterien richtige Thriller zu machen.

Bloß nicht am Bewährten rühren!

Die Wiederholung des sattsam Bekannten setzt sich selbstverständlich in der Figurenzeichnung fort. Aus Relic/Das Relikt und Attic treten Anthropologin Margo Green und Reporter Bill Smithback auf, der zusammen mit einer weiteren alten Bekannten, der Archäologin Nora Kelly, auch in Thunderhead oder Ice Ship Abenteuer erlebt; Profiler Eli Glinn kommt gleichfalls vom Ice Ship. Längst gibt es einen eigenen Preston-und-Child-Mikrokosmos, dessen Bewohner immer wieder im Rampenlicht tanzen müssen. (Hier stellen ihn die Verfasser übrigens en detail vor.) Wie sinnvoll das jeweils ist, bleibt Nebensache. Bill Smithback und vor allem Margo Green in Maniac jedenfalls wie schon erwähnt höchstens Statisten, die ihren anscheinend obligatorischen Gastauftritt geben.

Pendergast bleibt Pendergast. Dieses Mal muss er Farbe bekennen und Gefühle zeigen, was ihm schlecht steht. Superhelden mit Schwächen wirken menschlicher, was allerdings geschickter in Szene gesetzt werden muss als hier. Schlimmer als Aloysius muss jedoch Diogenes Federn lassen. Sein monumentaler, fünfzehn Jahre(!) vorbereiteter, unfassbare komplizierter Masterplan entpuppt sich als Rache eines Kindes, das vom eifersüchtigen Brüderlein hineingelegt wurde, welches sich dafür nie entschuldigt hat ... Drei dicke Buchbände haben Lincoln & Child uns nicht nur ein kriminelles Superhirn suggeriert, das letztlich nicht nur mit heißer Luft gefüllt ist, sondern auch ein lächerliches Ende findet.

Ähnlich unglaubhaft - und damit angemessen - schildert das Autorenduo das weitere Schicksal von Constance, deren schon oft mit dem Zaunpfahl herbei gewunkenes "Geheimnis" endlich enthüllt wird. Sie muss aktiv werden und sich von der grauen Maus zur globetrotternden Rachegöttin mausern, damit sie im (bereits geschriebenen) Folgeband gemeinsam mit Pendergast den Mysterien dieser Welt nachforschen kann.

Ebenso flach geraten erwartungsgemäß alle in Maniac auftretenden Figuren, an deren oft schlimmen Schicksal wir deshalb keinen Anteil nehmen. Ein Roman ist auch im 21. Jahrhundert etwas anderes als ein Drehbuch, ein Comic-Book oder ein Computerspiel. Dies wird das Autorenduo selbstverständlich für zukünftige Werke nicht berücksichtigen - wieso auch? Sie haben sich ihr Publikum entweder herangezogen oder sich ihm angepasst und liefern zuverlässig und regelmäßig, wonach es giert. Ist dagegen etwas einzuwenden, sind doch alle (oder die Mehrheit) damit glücklich? Natürlich nicht. Insofern ist eine Kritik wie diese, die andere - nennen wir sie "klassische" - Qualitätsmaßstäbe anlegt, vielleicht nur der sprichwörtliche und übertriebene Kanonenschuss auf ein Spatzenhirn ...

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Letzte Kommentare:
28.01.2012 08:10:50
Schisma

Habe gerade die Trilogie fertig gelesen.
Nun es mag sein, dass sehr viel von den Autoren recycelt wurde aber man kann ihnen ein gewisses Händchen für das interessante Ausschmücken von Schauplätzen nicht absprechen.

Warum es als Trilogie gewertet wird habe ich aber nie verstanden, taucht diogenes im ersten teil doch gerde mal auf einer handvoll seiten auf.

Jedenfalls hätte ich mir auch ein anderes Ende gewünscht. Es ist sicherlich nicht das beste Buch des Duos aber für die Storyline und die Hintergründe über den Superagenten Pendergasts ist es wahrscheinlich elementar für spätere Anspielungen auf seine Vergangenheit.

Von mir gibts 83 Grad, mit viel wohlwollen.

08.03.2011 17:12:08
tassieteufel

Während im Naturhistorischen Museum mal wieder eine spektakuläre Ausstellung vorbereitet wird, bereitet sich Lt. Vincent DÀgosta auf sein Disziplinarverfahren vor und Agent Pendergast sitzt als Gefangener im Hochsicherheitsgefängnis von Herkmoor ein und im Museum geschehen mal wieder ein paar bizarre Morde.
Im Prinzip eine Ausgangssituation, die man so ähnlich schon aus anderen Büchern der Pendergast Reihe kennt. Das ein Großteil der Geschichte wieder im Museum spielt fand ich zwar ein wenig einfallslos, aber das unheimliche Grab des Senef bietet immerhin eine Reihe von interessanten Möglichkeiten für Diogenes, der nun im letzten Teil der Triologie ein wenig mehr in den Vordergrund tritt. Dem aufmerksamen Leser vom 2. Teil düfte die Identität, hinter der sich Diogenes verbirgt, nicht verborgen geblieben sein, von dieser Seite her gibt es also keine Überraschung im Buch, aber es werden doch einige offene Fragen die beiden Brüder und Constance betreffend geklärt, so daß Maniac insgesamt ein doch ganz gelunger Abschluß der Triologie ist.Mehr hätte meiner Meinung nach das Thema Brüderkampf auch nicht mehr hergegeben. Wie auch schon in den anderen Teilen darf man nicht auf große Logik u. Realitätsnähe hoffen, aber das erwarte ich bei Büchern dieses Genres sowieso nicht.
Ganz so spannend wie in einigen anderen Pendergast Büchern wird es hier nicht, zumal doch einiges vorhersehbar ist und sich maches wiederholt und ich persönlich fand das Ende doch ziemlich abrupt.

Fazit: läßt sich flott lesen, viele offene Fragen werden geklärt und als Abschluß der Triologie ist das Buch ganz ok, aber mir reicht es jetzt erstmal mit Agent Pendergast.

04.12.2010 01:33:32
Alexandra

Ich habe bis jetzt durchgehend "Relict" bis "Maniac"gelesen" Darknes" begonnen,
"Cult" liegt bereits im Regal.
Entweder ist man faszinierert von Special Agent Pendergast und seiner Familiengeschichte oder nicht.
Jede/r Leser/in sollte bei "Relict" beginnen und sich dann die folgenden Bände zu Gemüte führen...

23.08.2010 20:48:03
Sunny

Meine netten "Vor - Kommentatoren" haben schon Recht: Es wurde wirklich Zeit, den Brüderkampf aufzulösen. Aber ich muss auch sagen, dass ich alle Pendergast - Romane gelesen und geliebt habe und mir die Figur "Pendergast" an sich nie langweilig wurde. Ich finde, die beiden Autoren haben mit ihm eine zwar leicht "übertriebene" aber trotzdem überaus faszinierende Figur kreiert. Danke dafür.
Zum Buch an sich: meiner Meinung nach ein spannender, gut funktionierender Krimi in dem für "Pendergast - Neulinge" einige Überraschungen, und für Kenner ein paar Lacher und Momente zum Schmunzeln zu finden sind.

02.02.2010 23:37:28
Marv

Maniac von Preston/Child ist der dritte Band der Pendergast - Trilogie. Damit dürfte diese abgeschlossen sein, und aus meiner Sicht ist dies auch gut so. Der Brüderkampf wird so langsam ermüdend, der dominante Schauplatz, das \'New York Museum of Natural History\', ist ‚ausgelutscht‘ und das bekannte Ensemble an Figuren scheint auch am Ende ihrer (Weiter-)Entwicklung angekommen zu sein.
In dem aus vorherigen Bänden (alt)bekannten Koordinatensystem schaffen es Preston/Child dennoch geschickt, einen durchaus spannenden Roman zu entwickeln, der einen dazu animiert, am Ball resp. Buch zu bleiben. Zwar ahnt man wie es ausgehen wird, aber wie so oft, ist man trotzdem dabei, eine Seite nach der anderen umzublättern. Gegen Ende wird das Blättern jedoch schwerfälliger, die Story bzw. der Spannungsbogen flacht ab, und allen Beteiligten, insbesondere dem Leser, hätte man ein angemesseneres Ende gewünscht. So sehr die sizilianische Inselwelt in Natura zu begeistern mag, etwas mehr hätte ich mir doch gewünscht. Lediglich der letzte Satz, brachte dann noch mal einen ‚Kick‘: Sollte aus der Trilogie doch noch eines Tages ein 4. Band entspringen? Wenn ja, dann ohne mich.

17.03.2009 23:21:48
Schrodo

Es ist das Buch Nummer sechs über den Agenten Pendergast und das letzte in der Pendergast Trilogie. Ich denke es reicht jetzt auch. Die Bücher wurden meines Erachtens mit jeder Fortsetzung einige Nuancen schlechter. Vor allem die letzten beiden haben mich nicht mehr davon überzeugen können auch das nächste Buch des Autoren Duos unbedingt zu lesen. Für mich viel zu viele unnötige Seitenfüller die daran hindern, dass so etwas wie Spannung aufkommen könnte. Für das Niveau, für das die beiden Herren zweifellos bekannt sind ist dieser Roman einfach viel zu einfallslos. Allein das Ende ist für diese Trilogie viel zu lau. Irgendwie kam es mir so vor, als ob ich das alles schon einmal gelesen habe.

27.02.2009 12:20:07
Jo

Leider muss man den Autoren sehr viel künstlerische Freiheit eingestehen...
Seit wann ist Napoleon mit 550.000 Soldaten nach Ägypten gezogen? Da hätte man doch etwas mehr an den Fakten bleiben können...

Folgenden Abstatz fand ich sehr erschreckend:
"Auf Drängen ihres Ehemanns Bill war sie kürzlich von einem PC auf einen Mac umgestiegen, weshalb das Booten nur noch ein Zahntel der Zeit dauerte - von null auf hundert in 8,9 Sekunden statt in zähen zweieinhalb Minuten. Es war, als hätte man einen alten Ford Fiesta durch einen Mercedes SL erstetzt. Während Nora befriedigt beobachtete, wie das Apple-Logo auf dem Bildschirm erschien, dachte sie, dass wenigstens eine Sache in ihrem Leben funktionierte."

Ansonsten fand ich das Buch allerdings spannend und durchaus kurzweilig.

26.02.2009 09:50:06
sahlmann

Maniac ist mein erstes Buch der Herren Preston & Child gewesen.
Der Einstieg viel mir nicht ganz leicht, da es eben der dritte Band einer Trilogie und der sechste oder siebte Prendergast Roman ist. Sehr viele Personen und Handlungsfäden.
Zuerst das Negative: Die Handelnden Personen sind doch sehr flach und klischeehaft gezeichnet. Teilweise vorhersehbare Handlung. Die Situation und die Dialoge zwischen Constance und Diogenes waren lächerlich. Der Höhepunkt am Abgrund, mit fließender Lava. zu viel will ich nicht verraten. war schon vor 50 Jahren ausgelutscht!
Jetzt aber das Positive: Dies ist die leterarische Entsprechung zum Popcorn-Kino! Alles sehr flott und spannungsreich. Und schreiben können die Autoren, wenn man auch manchmal das Gefühl hat, sich in einem Heftroman verirrt zu haben. Manche Dialoge sind doch sehr gestelzt. Und dennoch: Als oberflächlicher Thriller funktioniert die Sache. Durch den atemlosen Schreibstil in Verbindung mit zahllosen Cliffhangern fallen die negativen Aspekte nicht allzusehr ins Gewicht. Ich werde mir bei Gelegenheit RELIC, den ersten Pendergast-Roman ansehen, und dann wird sich entscheiden, ob ich alle verschlingen werde, oder nie wieder etwas von diesen Autoren anfasse.
Wohlwollende 70 % für diesen Schmöker!

07.10.2008 12:58:21
tabea56

Ich finde, dass die Bewertung von Krimicouch mit 50 noch zu hoch ist.
Dieses Buch hätte jeder, der die vorherigen Bücher gelesen hat, schreiben können. Es ist eine Wiederholung bzw. Aneinanderreihung der Ereignisser der vorigen Bände und alles ist so voraussehbar - ich konnte querlesen, ohne den Faden zu verlieren. Der Leser weiß einfach, was jetzt passiert bzw. passieren muss.
Die Figuren sind blass, ähneln sich wie eineiige Zwillinge: aus Harriman wird Smithback, Margo Grenn wird ersetzt durch Nora Kelly - hier scheint es nur noch ums Geldverdienen zu gehen.
Bestimmt kein Buch mehr von diesem Duo!

16.01.2008 14:23:27
Lindi

Ich hab alle Bücher der Pendergast- Reihe gelesen, und bin- noch immer- begeistert. VOm Buch Maniac war ich schon etwas enttäuscht, weil Pendergast sich teilweise sehr "Unpendergast mäßig" verhalten hat.

Weis eigentlich irgendjemand ob es einen weiteren Roman der Reihe geben wird?

31.12.2007 11:07:41
Günter Zech

Innerhalb von 4 wochen habe ich nun alle drei bücher dieser pendergast-triologie gelesen.
Alle drei bücher sind wirklich gut-wobei mir persönlich -maniac - sogar am besten
gefallen hat.
Gute und spannende unterhaltung-schade jetzt muss ich wohl ein jahr auf den folge-roman warten.
Dieses zusammenspiel der verschiedenen
charaktere die zur auflösung des falles beitragen macht die pendergast-reihe für mich so interessant-deshalb glaube ich wird uns pendergast u. co. noch lange erhalten bleiben.
Tschüss

03.12.2007 12:08:14
Sandra Wypich

Ich habe es geliebt dieses Buch zu lesen, es war ein absoluter Genuß, so in etwa, wie nach langer Zeit nach Hause zu kommen. Für mich sind die beiden einfach großartige Autoren. Ich hoffe das weitere Pendergast - Thriller folgen, obwohl ja gesagt wurde das nach Maniac Schluß damit wäre. Ich kann nur sagen: mir hat es super gefallen, Lesegenuß pur. Ich muß allerdings auch sagen, dass ich ein absoluter Fan von den beiden bin, ich liebe diesen Schreibstil und die Charaktere, habe die Pendergast - Reihe auch von Anfang an gelesen.

28.10.2007 11:57:04
K.-G. Beck-Ewerhardy

Ichj persönlich halte diesen Titel, der einige gute Ideen nicht ganz so glücklich umsetzt, für einen Brückenroman zur weiteren Entwicklung der Hauptfiguren dieser Reihe. Das ist sowohl eine Annahme auf Grund ähnlicher Romane, die es vorher in der Reihe gab und einer nicht näher rational zu erklärender Hoffnung. Wir werden sehen.

03.10.2007 18:25:35
axelp

Die beiden ersten Bücher dieser Triologie waren natürlich spannender, aber trotzdem habe ich diesen Pendergast-Thriller wieder verschlungen. In diesem Buch mußte auch vieles aus den ersten beiden aufgelöst werden und dadurch wirkte es ein wenig platt.
Trotzdem sind die beiden zusammen unschlagbar (was man von ihren Solowerken nicht behaupten kann). Ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Roman mit Pendergast.