Fever

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • New York: Grand Central, 2010, Titel: 'Fever dreams', Seiten: 405, Originalsprache
  • Berlin: Argon, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Detlef Bierstedt
  • München: Droemer Knaur, 2012, Seiten: 576

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Michael Drewniok
Pendergast im Labyrinth von Genie & Wahnsinn

Buch-Rezension von Michael Drewniok Okt 2010

Während eines Besuches im Stammsitz seiner aussterbenden Familie nimmt Aloysius Pendergast, Spezialagent des FBI, erinnerungsvoll jene Jagdbüchse zur Hand, die zwölf Jahre zuvor verhängnisvoll versagte. Damals gehörte sie seiner Gattin Helen, mit der Pendergast eine Jagdsafari im afrikanischen Sambia unternahm. Dort wurden sie gebeten, einen Löwen zu erlegen, der zum Menschenfresser geworden war. Die Jagd endete tragisch, denn Pendergast wurde von dem wütenden Tier schwer verletzt und Helen getötet, nachdem ihre Büchse versagte.

Nun erkennt Pendergast, dass dieses Gewehr sabotiert und Helen in eine Todesfalle gelockt wurde. Voller Zorn beschließt er, den Mörder zu stellen und zu richten. Doch die Fährte ist nach vielen Jahren längst kalt. Pendergast bittet seinen Freund Lieutenant Vincent D'Agosta von der Polizei New York um Hilfe. Dieser lässt sich vom Dienst freistellen und begleitet Pendergast auf eine Menschenjagd, die ihn erst nach Afrika, kreuz und quer durch den Süden der USA und schließlich beinahe auf den Friedhof führt.

Die Sucher rekonstruieren Helens seltsame Wege in den letzten Monaten ihres Lebens. So fahndete sie fieberhaft nach dem verschollenen Bild eines berühmten Tiermalers, stahl zwei konversierte Bälge einer ausgerotteten Vogelart und schließlich einen lebendigen Papagei. Vor allem finden Pendergast und D’Agosta überall dort, wo Helen aktiv wurde, Belege für Ausbrüche unerhörter Genialität, denen mörderischer Irrsinn folgte.

Irgendwo in den Tiefen eines Sumpfes in Louisiana kreuzen sich alle Spuren. Dorthin macht sich Pendergast auf. Er wird schon erwartet – von Helens Mörder, der sehr gute Gründe hat, den FBI-Agenten zu stoppen, wobei Mord nur die geringste Schuld ist, die er auf sich geladen hat …

Geschüttelt UND gerührt

Abenteuer und Routine: zwei Begriffe, die man eigentlich nicht miteinander kombinieren möchte. Wie dies zumindest unterhaltungsliterarisch möglich ist, beweisen uns Douglas Preston & Lincoln Child seit vielen Jahren mit ihrer Serie um den FBI-Agenten Aloysius X. L. Pendergast. In Fever modifizieren sie behutsam – dazu unten mehr – das Konzept, ohne es jedoch in Frage zu stellen; wer durchschnittlich zwei neue Romane pro Jahr veröffentlicht, neigt nicht dazu, erfolgreich Bewährtes in Frage zu stellen.

Auch Fever ist deshalb die übliche Schnitzeljagd. Der Leser besucht mit seinen Helden pittoreske Schauplätze und wird mit flach aber farbenfroh gezeichneten Figuren konfrontiert. Vor allem die Schurken sind überlebensgroß, allgegenwärtig und brandgefährlich. Trotzdem wird ihnen zuverlässig im großen Finale das Handwerk gelegt. Bis es soweit ist, spult das Autorenduo sein Programm ab, wobei der Faktor Geschwindigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Er trägt den Leser über logische Löcher und Unwahrscheinlichkeiten hinweg, sodass erst nach der Lektüre – über die deshalb nur ein Rezensent nachdenken sollte – diverse Fragezeichen aufleuchten. Wie bescheuert muss beispielsweise ein Mörder sein, der einem Löwen die Mähne rot färbt und zum Menschenfresser dressiert, statt einen ´Unfall´ zu inszenieren? Es KLINGT aber toll, und um des Effektes willen dreht unser Autorenduo jederzeit gern der Realität den Rücken zu. (Hat denn in zwölf Jahren wirklich NIEMAND Helens Flinte kontrolliert?)

Zumal Preston & Child zwar Routiniers aber auch Profis sind. Soll heißen: Sie machen sich ihren Job zwar so einfach wie möglich, doch sie verstehen ihr Handwerk. Fever liest sich deshalb trotz unzähliger Klischees sehr unterhaltsam, konzentrieren sich dabei auf die zentrale Handlung und belassen es bei nur einem Nebenstrang, der als Investition in die Zukunft zu werten ist, da er rein gar nicht mit dem "Fever"-Geschehen zu tun hat.

Trilogie des (hoffentlich nicht allzu) Offensichtlichen

Mit Fever starten Preston & Child die "Helen"-Trilogie. Es ist nicht der erste Dreisprung der Serie. In Burn Case, Dark Secret und Maniac trat Pendergast 2004 bis 2006 gegen seinen tückischen Bruder Diogenes an. Schon damals stellte sich zumindest der kritische Leser die Frage, ob wirklich drei Bände notwendig waren, diesem Strolch – so genial er angeblich war – den Garaus zu machen. Die Antwort lautete "Nein", doch deutet eine Trilogie Bedeutungsschwere an und nötigt den Leser zudem, zum Anschlussband zu greifen, weil er den Ausgang der Geschichte erfahren möchte.

In der Tat scheinen primär verkaufstaktische Motive hinter der "Helen"-Trilogie zu stehen. Wer Pendergasts Gattin ins Jenseits beförderte, wird in Teil 1 geklärt und gerächt. Die Erklärung ist nach den vielen komplizierten Rätseln enttäuschend banal, was ein weiterer Grund für die ´Fortsetzung´ sein könnte: Warte ab, Leser, da kommt noch mehr, und wenn du die vollen drei Bände durchhältst, wirst du mit einem echten Mysterium belohnt!

Nur: Glaubt das eigentlich wirklich jemand? Schon in der "Diogenes"-Trilogie leimten Preston & Child drei nur oberflächlich kombinierte Abenteuergeschichten zusammen, die auch ohne Oberthema Bestand gehabt hätten. Entsprechend setzen die Autoren für Cold Vengeance, den zweiten Band des "Helen"-Dreiteilers, die Grundstory auf den Anfang zurück. Zur einzigen Verbindung wird das Überleben der grauen Schurken-Eminenz im Hintergrund. Nicht einmal deren Identität ist ein Geheimnis; Preston & Child setzen uns früh über sie in Kenntnis. Ein Cliffhanger soll den Spannungsbogen vollenden: Besagter Schuft lädt den ahnungslosen Pendergast auf eine Jagdexpedition ein, die er nicht überleben soll. Wie soll dieser abgegriffene Trick funktionieren, da wir doch sehr genau wissen, dass Pendergast überleben wird? Schließlich gibt es noch einen dritten Teil, in dem er antreten muss.

Wall der scheinbaren Wunder

Schatzsuche und Indizienforschung in vergessenen Tunnelgewölben, verfallenden Mordhäusern, musealen Lagerräumen, alligatorverseuchten Sümpfen: Wieder einmal verschlägt es den feingeistigen Pendergast an seltsame Orte, die der Leser fesselnd findet, weil er selbst sich dort nicht plagen muss. Preston & Child verstehen es, solche Schauplätze in einfachen Worten plastisch darzustellen. Sie lassen dazu die Formensprache des Films einfließen, sodass diese Passagen sich in Szenen verwandeln, die vom geistigen Auge ausgestattet und abgespielt werden. Da Mysterium auf Mysterium folgt, fallen die faulen Tricks nicht stark ins Gewicht: Angedeutete Wunder entpuppen sich als Fehlinterpretationen, Sackgassen und vor allem Nebelkerzen, mit der die Handlung in die Länge gezogen wird.

Die echten Überraschungen halten sich in Grenzen. Pendergasts rechte Hand D’Agosta wird auf halber Buchstrecke durch eine Kugel gefällt und durch seine Lebensgefährtin Laura Hayward ersetzt, die dem Leser aber ebenfalls bekannt ist: Preston & Child siedeln nicht nur die Pendergast-Serie, sondern auch ihre davon unabhängigen Romane in einem gemeinsamen Kosmos an. Das Figurenpersonal ist dadurch flexibel, Lieblinge können jeweils dort eingesetzt werden, wo sich ihr Publikum über sie freut: Preston & Child gehen auch hier sehr ökonomisch vor.

Schlag auf Schlag

Pendergast selbst zeigt in Fever Gefühle und Nerven. Die Autoren haben den Agenten als geheimnisvollen Alleskönner mit Teflon-Persönlichkeit eingeführt. Je öfter Pendergast auftritt, desto näher müssen Preston & Child ihm buchstäblich zu Leibe rücken und ihm neue Charakterzüge andichten, ohne die ursprüngliche Überlegenheit völlig aufzuweichen – ein Seiltanz, dem das Duo keineswegs immer gewachsen ist. Der Pendergast in Fever wird allzu offensichtlich in seine Rächer-Rolle gepresst. Sie steht ihm nicht, und entsprechend schlecht wird sie deshalb vermittelt.

Echte Ausfälle, d. h. peinliche Passagen, die den Leser zum Fremdschämen zwingen, bleiben uns dieses Mal bis auf eine Ausnahme erspart. Die hat es freilich in sich, müssen wir doch eine Bande vertierter Rednecks dabei beobachten, wie sie die schöne Laura zum Striptease zwingen. (Pendergast erteilt den geilen Lümmeln später eine Lektion, denn für solche Gefühlswallungen fordert der US-Mainstream zuverlässig Strafe.)

Obwohl Preston & Child regelmäßig Solo-Romane vorlegen und darüber hinaus gemeinsam eine zweite Serie um den Ermittler Gideon Crew gestartet haben, bleibt der Veröffentlichungsrhythmus der Pendergast-Romane gewahrt. Der Mittelband der Trilogie erscheint 2011, mit dem Abschluss ist 2012 zu rechnen. Ob sich die auf 1500 Seiten in die Länge gezogenen Abenteuer tatsächlich zu einer ´runden´ Gesamtgeschichte fügen werden, bleibt abzuwarten. Fever ist als Trilogie-Starter nur bedingt gelungen. Als kunterbuntes Abenteuer kann der Roman allerdings überzeugen; er ist sogar besser als die meisten Pendergast-Thriller der Vorjahre geraten.

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Letzte Kommentare:
04.08.2012 18:39:20
kjz

Zumindestens teilweise können Preston/Child hier wieder an die Tradition der älteren Pendergast-Krimis anknüpfen. Zumindestens der Schreibstil scheint auch wieder von Preston/Child selbst zu stammen. Hier geht es um eine 'Schnitzeljagd' nach einem verschwundenen Bild in Amerikas Süden. Unklar ist allerdings, warum dann noch eine Nebenhandlung in New York (Constance Green) eingeflochten wurde. Handelt es sich nur um einen Kunstgriff, um ein retardierendes Element im Spannungsbogen zu erhalten oder wird dies in den anderen Teilen der Trilogie noch eine Rolle spielen? Nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste Thriller aus der Pendergast-Reihe.

13.05.2012 14:38:46
Krimitante

ich höre nach seite 112, und da habe ich schon zähneknirschend durchgehalten, auf. dieser schund kommt umgehend zu oxfam. wer bei diesem buch von niveau spricht hat wohl keine ahung davon was das ist. eine haarsträubende geschichte, sprachlich auf grundschulstand. man nehme abstruse ideen mixe sie mit viel exotik und unglaubwürdigen, flachen charakteren und schon hat man "fever". zur krönung wird das ganze auch noch von "bild am sonntag" gelobhudelt. das sagt wohl alles...

10.12.2011 18:45:53
Kom_Ombo

Wieder ein wahrer Genuss aus der Feder von Preston/Child! Die Story um Special Agent Pendergast zieht einen immer wieder aufs Neue in seinen Bann. Spannend von Anfang bis Ende, Wendungen mit denen nun wirklich keiner rechnet und eine Vergangenheit die viele Fragen offen lässt. Ich bin schon mehr als gespannt auf das nachfolgende Buch ... welches ja bereits käuflich zu erwerben ist. :)

22.08.2011 16:36:56
Roché

Fever war mein erster Preston&Child Roman und ich hatte nicht den Eindruck das ich die vorherigen Romane von Pendergast hätte lesen müssen um mitzukommen. Es hat etwas gedauert bis ich das Buch spannend fand! Der Fall Constance Greene hat mich jedoch immer noch am meisten interessiert. Das Ende fand ich etwas enttäuschend, ich hätte mir mehr erwartet, mehr Überraschung und auch mehr Aufklärung. Aber es gibt ja noch eine Fortsetzung in dieser sich hoffentlich meine Fragen über Constance Greene und den ganzen Aufwand der Betrieben würde um die Beteidigten zu töten, beantworten werden ; ).

25.04.2011 21:55:55
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Meine Meinung:

Dies ist der zehnte Band der "Special Agent Pendergast"–Reihe von den Autoren Douglas Preston und Lincoln Child. Gleichzeit ist dies auch der Auftakt einer Trilogie innerhalb der Serie. In dem Dreiteiler soll es wieder einmal um Pendergasts mysteriöse Vergangenheit gehen. Das Cover des Buches ist entsprechend dem Titel gestaltet: Unter den Nachnamen der beiden Autoren und dem Titel ist mittig eine Vogelfeder abgebildet. Der gesamte Hintergrund ist in Schwarz gehalten.
Durch einen dummen Zufall entdeckt Agent Pendergast, dass der Tod seiner Frau vor zwölf Jahren gar kein Unfall, sondern ein geplanter Mord gewesen sein muss. Diese Entdeckung bringt ihn aus der Fassung und er macht sich sofort auf Spurensuche, um den oder die Verantwortlichen aufzuspüren.Unterstützung holt er sich bei seinem Freund D`Agosta, mit dem er schon einige schwierige Fälle gelöst hat. Schnell stellt sich heraus, dass Pendergasts Ehefrau jede Menge Geheimnisse vor ihm hatte, und auch viele Feinde…

Als Einstieg in den Roman gibt es diesmal einen Prolog, in dem der Mord an Agent Pendergasts Ehefrau geschildert wird. Danach geht es mit dem für die Serie typischen nicht allzu langen Kapiteln weiter. Ich muss sagen, ich war ziemlich überrascht, als ich las, dass Agent Pendergast mal verheiratet war. Seine Vergangenheit hat sich in den vorrangegangenen Bänden zwar schon immer als großes Geheimnis dargestellt, aber diese Tatsache kam wie aus heiterem Himmel. Gleichzeitig konnte man diesmal einen neuen Charakterzug an dem doch etwas seltsamen Ermittler feststellen: Er wirkte passagenweise völlig durcheinander und dadurch menschlicher als je zuvor. Dieser Aspekt macht den Roman sehr interessant, mehr als jede dramatische Verbrecherjagd.
Das Buch bietet wieder jede Menge Spannung und Geheimnisvolles, und zum Schluss habe ich die letzten zweihundert Seiten in einem Rutsch gelesen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass mir diesmal ein paar Ungereimtheiten beziehungsweise Unstimmigkeiten aufgefallen sind. So zum Beispiel bei dem Mord an Helen Pendergast, wo ein Aufwand betrieben worden ist, der für mich so in diesem Ausmaß nicht nachvollziehbar ist.

Das Ende dieses Romans ist einerseits in sich abgeschlossen, lässt aber ganz klar erkennen, wovon der nächste Teil handeln wird.

Fazit:
Dieses Werk ist in meinen Augen ein Muss für alle Fans von Agent Pendergast. Als Quereinsteiger sollte man allerdings nicht mit diesem Buch beginnen. Zum einen, da dem Leser Zusammenhänge fehlen könnten, zum anderen würden die Unstimmigkeiten in den Handlungsabläufen wohl eher negativ ins Gewicht fallen.

04.04.2011 03:25:02
hinterwald

fremdschämen??ach was, das muss man sich eigentlich nur für diese kritik, die irgendwie selbst in einem labyrinth taumelt, wenig genie, aber dafür wohl etwas mehr betriebsblindheit.man fragt sich ja schon, ob ein "argument"zitat: ... denn für solche Gefühlswallungen fordert der US-Mainstream zuverlässig Strafe.ist in etwa, als habe der autor der besprechung darauf verwiesen, preston und child hätten sich wohl gefragt, welche situation sie noch nicht erzählt hätten und jetzt den katalog des nichterzählten abarbeiteten. was man j auch - bei wohlwollender betrachtung - ganz anders sehen könnte.ein eigentlich beliebiges "argument" oder verweis, der eher etwas über die vorstellungswelt des kritikers als über das besprochene buch verrät.das stichwort ist "wohlwollend". mir drängt sich da der eindruck auf, lieber Michael Drewniok, sie wollten nicht wohl und biegen sich da einiges zurecht, damit\'s passt.womit sie allerdings recht haben: ja, die geschichte ist tatsächlich um einiges besser als die vorangegangenen, nicht unbedingt von der atemberaubenden geschwindigkeit der frühen pendergast romane, aber dafür um so farbenfroher.was sie, lieber Michael Drewniok, ja auch irgendwie zu bemängeln haben - was ein klitzekleines bißchen so ist, als wollten sie die james bond filme der 70er und 80er dafür kritisieren, daß sie ständig an irgendwelchen extrem schönen stellen der erde spielen - in den 70ern dachte man noch "wenn ich mir es nicht leisten kann nach Haiti etwa zu fliegen, geh\' ich halt in einen bond".falls sie das nicht verstanden haben: man liest eben preston & child, wenn man an diese "orte" - und sei es nur die welt der naturmaler, die bayous, unter de krallen eines riesenlöwen - reisen _will_. das zu einem "argument" zu machen, ist so beliebig wie der verweis auf den amerikanischen konsumenten, der ein happy end will.für die, die sich das buch oder das hörbuch zulegen möchten: die kritik hat nur bedingt etwas mit dem buch und wohl mehr mit dem kritiker zu tun. wenn sie pendergast mögen, werden sie erleichtert feststellen: das niveau steigt und sie bekommen genau das, was sie kaufen wollen - eine unterhaltsame geschichte mit der farbpalette, derentwegen sie preston & child mögen.