Attack Unsichtbarer Feind

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2013, Seiten: 5, Übersetzt: Detlef Bierstedt
  • München: Droemer Knaur, 2014, Seiten: 480, Übersetzt: Michael Benthack

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Andreas Kurth
Kannibalen, Feuerteufel und clevere Detektive

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2013

FBI-Agent Aloysius Pendergast kümmert sich seit geraumer Zeit um die junge Corrie Swanson. Die ehrgeizige Studentin möchte unbedingt eine perfekte Semesterarbeit abliefern, um damit den Wettbewerb um den begehrten Rosewell-Preis zu gewinnen. Nachdem mehrere Themen abgelehnt wurden, fährt sie in die ehemalige Bergarbeiterstadt Roaring Fork in Colorado, um die Leichen einiger Arbeiter zu untersuchen. Die Männer sind im 19. Jahrhundert angeblich von einem Grizzly getötet worden. Corrie will eine forensische Untersuchung machen, um eine spektakuläre wissenschaftliche Arbeit abliefern zu können. Mit ihrer forschen Art macht sie sich schnell Feinde und wird wegen Einbruchs und Leichenschändung sogar in Haft genommen. Pendergast eilt ihr zu Hilfe und sorgt dafür, dass sie weiter forschen kann. Aber offenbar hat die junge Dame einige Mächtige in ihren Geschäften gestört. Schon bald wird Corries Leben bedroht, und es geht nicht nur um die Todesursache der Bergleute, sondern auch um den Feuerteufel, der im Roaring Fork der Gegenwart Menschen tötet.

Nassforsche Art der Protagonistin

Douglas Preston und Lincoln Child haben sich für Attack ein wirklich passendes Szenario in der perfekten Umgebung ausgedacht. Die Studentin der Kriminologie fährt, getrieben von ihrem arroganten Dozenten, in einen mondänen Wintersportort. Und nachdem sie dort allen auf die Füße getreten ist, die etwas zu sagen haben, wird das Bergdorf eingeschneit.  Swanson legt dabei eine überaus nassforsche Art an den Tag, die man tölpelhaft nennen könnte, aber in meinen Augen hat diese Mischung aus Naivität und Chuzpe etwas wirklich charmantes an sich. Im Übrigen mussten die Autoren ihre Protagonistin so charakterisieren, denn nur durch ihre immer wieder auftretenden Patzer kann die Handlung in geplanter Weise vorangehen.

Vermutlich dürfte es eingefleischten Fans der Pendergast-Reihe nicht so wirklich gefallen, dass ihr Liebling in diesem Roman allenfalls die zweite Geige spielt. Aber es ist der Figur, wie sie nun einmal angelegt ist, ja durchaus immanent, dass der Special Agent wie aus dem Nichts auftaucht, für Problemlösungen sorgt, und sich dann wieder in seine grüblerische Haltung zurückzieht. Attack ist der mittlerweile 13. Roman aus der Reihe um Aloysius Pendergast. Die Fans dieses ebenso schrulligen wie kompetenten Ermittlers werden es verschmerzen,  dass hier sein Protegé Corrie Swanson im Vordergrund steht, eine durchaus ambivalente Figur. Denn das wird durch die wirklich gut komponierte Geschichte mehr als kompensiert, jedenfalls in meinen Augen.

Eine ausgezeichnete  Mischung

Es geht insgesamt um drei ebenso spannende wie interessante Aspekte. Da ist zum einen der Kriminalfall aus dem 19. Jahrhundert, dann die rücksichtslose Durchsetzung von wirtschaftlichen Interessen im modernen Touristenort, und nicht zuletzt die Einbeziehung des Krimi-Altmeisters Conan Doyle in die komplexe Erzählung. Das Rätsel um den Tod der Bergleute, die angeblich von einem Grizzly gekillt worden sind, ist schon faszinierend genug. Die Verknüpfung mit dem Leben und Wirken von Arthur Conan Doyle ist überausgelungen und treibt die Handlung ein ums andere Mal gekonnt voran.

Die dunklen Machenschaften in dem mondänen Ferienort, mit unschönen Verquickungen zwischen Wirtschaft, Behörden und Politik, fügen der Geschichte noch einen spannenden Aspekt hinzu. Den Autoren ist hier eine ausgezeichnete  Mischung gelungen. Leichte Schwächephasen in der Erzählung werden dabei durch die vielen Rätsel und Nebenaspekte kompensiert. Pendergast tritt zeitweise zurück in die zweite Reihe, in entscheidenden Momenten übernimmt er jedoch wieder das Ruder. Spannend und gut zu lesen – perfekt für ein langes Wochende.

Attack Unsichtbarer Feind

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Letzte Kommentare:
16.08.2015 20:33:16
BZ

also ich finde diesen brillianter als andere, sehr spannend und gerade der Rückblick ist es doch gerade was diesen Roman ausmacht, habe alle Pendergastbücher verschlungen und der ist genauso spannend wie alle anderen. Ich freu mich schon auf den nächsten.

Vielleucht liegts aber auch daran, daß ich die ungekürzten Hörbücher konsumiere, denn zum Lesen fehlt mir leider die Zeit und die Muße, der Leser ist aber dabei wichtig und das Haus Random hat da eine sehr glückliche Hand dafür

11.08.2015 08:57:07
anke

Bin total enttäuscht, dies war mein letzter "preston-child" Roman, hatte mich sehr auf das PendergastBuch gefreut, aber die beiden haben leider total nachgelassen, vor allem die Figur Cookie wird dermaßen blöd dargestellt, man könnte meinen, eine Frau ist doch nicht mehr so naiv heutzutage, habe viele Romane von den Authoren gelesen, aber dies war wohl das letzte, schade

22.06.2015 20:44:38
kjz

Der neue Pendergast-Roman hat eigentlich nicht Pendergast, sondern Corrie Swanson als Hauptperson. Und nach den 'Superschurken' in den letzten Romanen wieder eher einen 'normalen' Fall. Und: es ist eher ein Krimi, denn ein Thriller. Denn Spannung kommt in den 65 Kapitelchen kaum auf, man ahnt früh, wer von den wenigen Beteiligten der Mörder ist. Da hilft es auch nichts, mit einer 'verlorenen' Sherlock-Holmes-Geschichte zusätzliche Seiten zu füllen. Und zum Schluß muss Pendergast dann wieder als 'Deus ex machina' den Fall lösen. Eher eine schwache Darbietung in der Pendergast-Reihe.

22.05.2015 13:59:36
Exilhanseatin

Schööön - mal wieder so ein richtiger Pageturner von den beiden Autoren. Von Anfang an wird ein schöner Spannungsbogen aufgebaut, der sich stetig steigert. Das zu weit Hergeholte der letzten Bücher ist wieder auf ein erträgliches Maß reduziert worden und so war das Buch einfach nur pures Lesevergnügen.
Dass Pendergast zu weit in den Hintergrund gerückt ist, finde ich persönlich überhaupt nicht. Vielmehr paßt es zu seiner angelegten Figur, dezent im Hintergrund die Fäden zu ziehen und in den entscheidenen Momenten präsent zu sein. Und mit Corrie hat das Buch eine interessante Hauptakteurin.
Wer dieses Buch als langweilig bezeichnet, sollte lieber zu anderen Autoren wechseln, wo es brutaler und blutrünstiger zugeht. Diese Buch baut seine Spannung mit subtileren Mitteln auf als mit profanem Gemetzel. 95 Grad von mir!

16.03.2014 19:08:41
wossi

Langweilig... Da kann ich auch ein Geschichtsbuch lesen. Wer dieses Buch nicht gekauft hat, hat die richtige Entscheidung getroffen. Himmel, wie anstrengend langweilig. So Ca. 20 Seiten waren etwas spannend... der Rest einfach nur bla bla bla. Bin ja erst das 4 Buch Fan dieser Autoren, aber so kann ich leider kein Anhänger werden. Mal abwarten, was das nächste Buch so bringt. Und genau überlegen, ob es den Preis und die Zeit wert ist.

04.03.2014 21:17:08
P4d3n

Im Gegensatz zu den letzten "Pendergast"-Romanen kocht dieses Werk wieder auf einer wesentlich kleineren Flamme. Alle Elemente des "Comics" wurden (zum Glück) entfernt.Die Handlung konzentriert sich schnell auf das Wesentliche und verbreitet über weite Strecken eine erstaunlich bedrohliche Atmosphäre. Die Geschichte ist straff in zwei Handlungssträngen erzählt, die Sherlock Holmes- Einlagen eine erfrischende Idee und der Verzicht auf nicht relevante Personen und unnötige Leerläufe in der Handlung tun dem Buch sichtlich gut. Ein Finale, das (absichtlich) viele Parallelen zum "Ritual" aufweist und ein rührend emotionaler Epilog runden diesen bemerkenswerten Thriller ab.
Von mir 90° für ein wirklich gelungenes Buch.

25.06.2013 09:59:46
s

*seuf* und wieder diese swanson.

ich glaube es wird das erste buch sein was ich dann wohl doch nicht kaufe. Und das missfällt mir gerade außerordentlich.

Ich liebe die Pendergast-Bücher. Doch allein dieser Einblick zeigt, dass attack wohl eher ein swanson-buch sein wird, indem pendergast nur eine Nebenrolle spielen wird.

daher nicht wirklich super. jedenfalls für mich! schade, dass ich somit bis mindestens 2014 warten muss und bei meinem Pech geht die reise mit dieser goth-studentin dann wohl weiter *heul*