Zweimal ist einmal zuviel

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • New York: Scribner, 1996, Titel: 'Two for the Dough', Seiten: 301, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1997, Seiten: 317, Übersetzt: Regina Rawlinson & Anna Seifert
  • München: Goldmann, 1999, Seiten: 317

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Thomas Kürten
Kleine Schwächen, großer Lesespaß

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Stephanie Plum macht weiter. Sie hat noch immer nicht die flehentlichen Rufe ihrer Mutter erhört und sich einen gescheiten Job gesucht. Ganz im Gegenteil, der Beruf als Kautionsdetektivin scheint ihr allmählich zu gefallen, sie scheint Blut geleckt zu haben. Das ist auch der Grund dafür, dass uns Janet Evanovich einen zweiten Kriminalroman mit der jungen Heldin, die sich so unbedarft in die Halbwelt ihrer Heimatstadt Trenton einschleicht, präsentiert. "Zweimal ist einmal zuviel" ist der deutsche Titel des Romans und man könnte daraus den Eindruck gewinnen, Stephanie wird im laufe des Romans ihres neuen Berufes überdrüssig wird. Die wörtliche Übersetzung von "Two for the dough" (Nr. 2 wegen der Moneten) läßt allerdings eher auf die anhaltende Geldnot von Stephanie Plum schließen.

Nun jagt Stephanie erneut einen Flüchtigen. Kenny Mancuso wurde verhaftet, weil er einem Freund namens Moogey Bues eine Kugel ins Knie gejagt hatte. Die Kautionssumme von USD 50.000,- hatte Vinnies Büro ausgelegt. Mancuso erschien jedoch nicht zum Gerichtstermin und nun drohte Vinnie die USD 50.000,- zu verlieren. Stephanie würde 10% der Kautionssumme als Belohnung erhalten, wenn sie Mancuso auf dem nächsten Polizeirevier abliefern könnte. Zusammen mit dem rehabilitierten Joe Morelli macht sie nun Jagd auf ihn, da auch die Polizei komischer Weise ein verstärktes Interesse daran hat, den Flüchtigen zu fassen.

Stephanie findet bei ihrer Recherche heraus, dass Mancuso, Bues und der inzwischen als Bestatter in das Geschäft seines Onkels eingestiegene Spiro Stiva zu Schulzeiten dickste Freunde gewesen sind. Da trifft es sich gut, dass die Trauerfeierlichkeiten für Bues von Stiva organisiert werden. Und es trifft sich gut, dass Grandma Mazur, Stephanies Großmutter, gerne zu Gast auf Trauerfeierlichkeiten für wildfremde Menschen ist. Somit ist Grandma bei den Ermittlungen dabei, damit sich Stephanie unauffälliger in dem Bestattungsinstitut unauffälliger bewegen kann.

Im weiteren Verlauf der Handlung wird der Fall immer verstrickter. Stefanie bekommt von Stiva den Auftrag, nach 24 verschwundenen Särgen zu suchen, von Mancuso bekommt sie Leichenteile zugeschoben und Grandma Mazur leistet sich Peinlichkeit über Peinlichkeit. Bei so viel Chaos fehlt Stefanie ein wenig der Durchblick. Wo ist das Motiv für einen Mörder? Wer könnte es getan haben? Erst spät kann sie alle Puzzleteile zusammen fügen.

Der Roman "Zweimal ist einmal zuviel" ist nicht so gut gelungen wie der Auftakt zu der kleinen Reihe von Detektivgeschichten mit Stephanie Plum. Zu stark baut er auf den Eigenarten der schrulligen Grandma Mazur auf. Was im ersten Band noch witzig erschien, nämlich ihr damals nur beschriebenes Auftreten bei Trauerfeiern, wird hier von Janet Evanovich übertrieben. Die 72-jährige Oma, die unbedingt ihrer Enkelin auf Verbrecherjagd helfen will, die auf jeder Trauerfeier in der ersten Reihe sein muß und womöglich noch Blumengestecke umwirft oder den Sargdeckel öffnet, um noch mal den Verstorbenen zu sehen, wirkt übertrieben peinlich dargestellt. Das ist nicht humorvoll, das ist albern.

Die Übersetzung aus dem Englischen von Regina Rawlinson und Anna Seifert ist wiederum dazu geeignet, das Buch flüssig zu lesen. Von der ersten bis zur letzten Seite ist Spannung garantiert, die Sprache rutscht jedoch teilweise von einem frisch frivolen Stil in einen unangenehm vulgären Ton ab, wie es in keinem anderen Buch der Reihe vorkommt. So, wie ich Stephanie Plum aus den anderen Bänden kennengelernt habe, schien mir die ihr teilweise in den Mund gelegte Ausdrucksweise nur wenig authentisch. Auf der Titel ist merkwürdig... Wenn zweimal bereits einmal zuviel ist, dann dürfte es eigentlich kein drittes mal geben, oder? Tut es aber, und da ist Stephanie dann auch wieder in besserer Form.

Zweimal ist einmal zuviel

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Letzte Kommentare:
22.11.2009 10:42:55
Krimi-Tina

Stephanie Plum hat einen neuen Fall. Diesmal soll sie den flüchtigen Kenny Mancuso jagen, der seinem Freund eine Kugel ins Knie geschossen hat. Zudem bekommt sie den Auftrag für den örtlichen Bestattungsunternehmer 24 verschwundene Särge wieder zu beschaffen. Stephanie legt los und stolpert wie gehabt von Beinah-Katastrophe zu Beinah-Katastrophe. So wundert es kaum dass auch wieder Joe Morelli, ihre Hassliebe, eins ums andere Mal ihren Weg kreuzt.
Während der erste Band noch so ein wenig wirkte als ob Janet Evanovich sich erst an die Figuren herantasten muss, haben sie nun, speziell Stephanie, deutlich an Konturen gewonnen. Ich kann daher der Kritik der KC nicht zustimmen. Mir ist Stephanies Ausdrucksweise nicht verändert vorgekommen und eine etwas robustere Sprache passt durchaus zu der Person. Und natürlich ist Grandma Mazur überzogen dargestellt, aber das gilt für alle Personen in Evanovichs Büchern. Und wer kennt nicht die älteren Verwandten, gleich welchen Geschlechts, die einen bei jeder nur möglichen Gelegenheit in Verlegenheit bringen.
Mir hat das Buch eher besser gefallen als der erste Band, die Story war auch ein bisschen ausführlicher.

16.10.2008 22:01:40
Sonny

Okay, ich geb´s ja zu: Reine "Frauenbücher". Aber ich habe auch den zweiten Teil genossen. Der Fall ist eigentlich Nebensache (und hierbei wirklich etwas langatmig), aber ich konnte mir ein Dauergrinsen nicht verkneifen. Eine naive, sich meist selbstüberschätzende Protagonistin, die mit ihrer schrulligen Großmutter auf Gangsterjagt geht.

Herrlich leichte Unterhaltung für Zwischendurch.

26.07.2008 19:20:31
sue82

Auch der 2te Teil um Stephanie Plum und ihre Karriere als Kopfgeldjägerin besticht durch Witz und einer guten, aber etwas lahmen Story. Die Verbrecherjagd von Stephanie und ihrer Grandma ist einfach zu köstlich.
Fazit: Als leichte Lektüre für Zwischendurch sehr zu empfehlen.

16.09.2007 19:19:52
cinx

also als stephanie plum fan muss ich sagen, dass wir immer alles zum lachen war was ich gelesen habe und das heisst schon was. Ich fand nur diesmal die geschichte etwas fade. aber ansonsten viel spass beim lesen.

08.10.2005 03:08:32
Vanessa

Ez das buch is einfach mal so der hammer ich konnte garnich aufhoeren es zu lesen und ich hatte alles wirklich so bildlich vor mir und hatte es wie ein film und auch zwischen joe und stephanie immer dieses hin und her is echt klasse ...respeckt an die autorin klasse buch ...

20.08.2004 19:16:17
Silvia H.

Das Buch ist wirklich klasse!!!
Man verschlingt es nur so!
Das prickelnde knistern zwischen Joe und Stephanie ist reizend und die Fälle spannend! Genau wie das erste Buch einfach packend!Geniesen sie es!!

03.11.2003 15:27:07
Marion

das chaos, welches stephanie plum in absolut jede situation bringt, ist einfach köstlich!

04.09.2002 13:26:49
SilkeS.

Auch der zweite Band der Serienheldin Stephanie Plum ist wieder ein wahrer Lesegenuß.
Sie hat inzwischen ein wenig Kopfgeldjägerinnen-Erfahrung gesammelt und startet mit Grandma Mazur durch, um den Täter dingfest zu machen!
Ein Spitzentitel!