Tod eines Engländers

Erschienen: Januar 1991

Bibliographische Angaben

  • London: Collins, 1981, Titel: 'Death of an Englishman', Seiten: 172, Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 1991, Seiten: 219, Übersetzt: Matthias Fienbork
  • München: audio media, 2007, Seiten: 5, Übersetzt: Frank Engelhardt, Bemerkung: gekürzt

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Thomas Kürten
Zeitloser Krimi der leisen Töne

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Immer wieder dieser Vergleich: Wenn der Name Donna Leon fällt, denken alle an deren Commissario Brunetti. Wenn der Name Magdalen Nabb fällt, denken jedoch viele zu allererst an Donna Leon. Es ist wie vor ein paar Jahren, als sich noch jeder skandinavische Autor an Henning Mankell messen lassen musste. Aber dieser Vergleich der beiden Schriftstellerinnen hier ist vielleicht gar nicht mal zu weit hergeholt. Beide sind keine gebürtigen Italienerinnen und lassen dennoch ihre Romane in Italien spielen. Beide versuchen eher Stimmungen des italienischen Alltags einzufangen als Spannung zu erzeugen. Und beide haben mit ihren Romanen in Deutschland die größten Erfolge.

Kranker Held hier noch ohne Serienreife

Nabbs "Held" Guarnaccia ist der Leiter einer kleinen Polizeiwache im Palazzo Pitti, der sein Revier kennt wie seine Westentasche. Bei "Tod eines Engländers" jedoch ist Guarnaccia gezeichnet von einer schweren Grippe und kann deshalb nicht so recht in das Geschehen eingreifen. Wie der Titel schon sagt, ist ein Engländer gestorben. Offenbar nicht ganz freiwillig, denn eine Kugel steckt in seinem massigen Körper. Durch den Putzmann informiert, geht anstelle Guarnaccias der junge Carabiniere Bacci zum Tatort. Die Spurensicherung findet eine Vielzahl von Fingerabdrücken, Kunstgegenstände, einen offenen Tresor, aber keine Tatwaffe.

Die Ermittlungen übernimmt der "Hauptmann", der sich weiterhin der Unterstützung Baccis gewiss sein darf. Außerdem sendet Scotland Yard zwei Ermittler, da der Tote früher im diplomatischen Dienst stand. Es folgen Befragungen, eine nächtliche Verfolgungsjagd (mit einem öffentlichen Bus), die Polizei kommt Kunstdieben auf die Spur, aber der Mord hat dann doch einen gar nicht so brisanten Hintergrund, der im Schlussviertel von einem gesundenden Guarnaccia enthüllt wird.

Tod eines Engländers ist ein wunderbar konzipiertes Romänchen, das in schnörkelloser Sprache die Ermittlungen, aber auch ein Viertel von Florenz und seine Bewohner beschreibt. Woran es ihm jedoch ein wenig mangelt, ist ein echter Protagonist. Guarnaccia ist in den ersten beiden Dritteln des Romans so gut wie nicht existent. Der junge Bacci ist solange Hauptakteur, bleibt jedoch viel zu blass. Die anderen Polizisten kommen ebenfalls nicht recht zur Entfaltung. Und das Schlussviertel wirkt nach Eingreifen von Guarnaccia doch ein wenig zu sehr wie das berühmte und viel zitierte Kaninchen, was schon mal gern aus dem Hut gezaubert wird. Entweder hat Nabb ihre Leser mit voller Absicht auf eine falsche Fährte geschickt, oder sie wollte schlichtweg noch ein glattes Ende hinbügeln.

Nabbs Krimis sind angenehm ruhig. Auch wenn der "Tod eines Engländers" schon 1981 geschrieben worden ist, merkt man ihm heute noch immer nichts davon an. Das schöne dabei ist, dass der Roman trotz seiner Ruhe niemals langweilig zu werden droht, denn die Autorin verhaspelt sich nicht in der Schilderung von Nebenschauplätzen. Privatleben, Gesellschaftskritik: egal. Der Fall steht im Vordergrund und bietet über 200 Seiten lang gemütliche Unterhaltung.

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Letzte Kommentare:
04.09.2005 09:31:23
Rolf Wamers

Das Manko aller Nabb-Romane ist, dass sie nicht wirklich spannend sind. Gute Personen- und Landschaftsbeschreibungen, aber doch recht einfältige dröge Plots. Trotzdem sehr viel lesenswerter als der Italien-Schrott von Donna Leon.

11.06.2004 19:14:00
samuel

Ich bin durch meine Englischlehrerin auf das Buch und vor allem die Autorin Magdalen Nabb aufmerksam geworden - und bin ihr dankbar dafür. Magdalen Nabb kann mit wenigen Worten eine Person, eine Landschaft, ein Haus so beschreiben, dass man alles vor sich sieht.
In diesem Buch speziell gut gelungen ist die Beschreibung des Palazzo, in dem der Engländer wohnte, und dessen Bewohner. Ich fühlte mich wieder in meine geliebte Toscana zurückversetzt, die Atmosphäre eines Hauses kann man wohl nicht besser einfangen.
Daneben fällt auch die Beschreibung der Trattoria La Casalinga (übrigens Nabbs Stammlokal in Florenz) auf. Die kleinen trattorie und osterie abseits der Florentiner Touristenströme präsentieren sich genau so.
Bravissimo, Magdalen Nabb.