Das Lächeln der Signorina

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Palermo: Sellerio, 2010, Titel: 'Il sorriso di Angelica', Seiten: 257, Originalsprache
  • Köln: Lübbe Audio, 2015, Seiten: 4, Übersetzt: Bodo Wolf
  • Köln: Bastei Lübbe, 2017, Seiten: 255

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Almut Oetjen
Rätselhafte Einbrüche und eine geheimnisvolle Blondine

Buch-Rezension von Almut Oetjen Jun 2015

Eine Diebesbande macht die sizilianische Kleinstadt Vigàta unsicher. Zuerst werden die Wohnungen von Rechtsanwalt Lojacono und Apothekerin Vaccaro ausgeraubt, während die beiden die Abwesenheit ihres jeweiligen Ehepartners zu einem heimlichen Liebestreffen in Lojaconos Landhaus nutzen. Ein paar Tage später wird das Ehepaar Peritones ausgeraubt.

Die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Die Diebesbande wartet, bis die Opfer sich in ihrem zweiten Wohnsitz befinden, betäubt sie, stiehlt Wertsachen, Schlüssel und Auto und räumt schließlich auch den Hauptwohnsitz in der Stadt aus.

Commissario Montalbano findet schnell heraus, dass es sich bei den Einbrechern um eine dreiköpfige Profibande aus der sizilianischen Provinz handelt, die von einem Unbekannten aus Vigàta angeheuert wurde. Da alle Bestohlenen demselben Freundeskreis angehören und der Kopf der Bande über ihre Gewohnheiten und Geheimnisse bestens im Bilde war, vermutet Montalbano, dass der mysteriöse "Signor Zeta" nicht nur auf der achtzehnköpfigen Freundesliste der Peritores steht, sondern diese Liste auch weiter abarbeiten wird.

Das nächste Opfer, Nummer 14 der Liste, ist die junge Bankkassiererin Angelica Cosulich, eine umwerfende Blondine mit strahlendem Lächeln, die Montalbano an seine Jugend erinnert, denn sie sieht aus, wie er sich als Sechzehnjähriger die Angelica aus Ariosts "Orlando furioso" vorgestellt hatte. Der 58-jährige Montalbano verliebt sich und droht Urteilsvermögen und Unbestechlichkeit zu verlieren, denn die Schöne hat ein dunkles Geheimnis.
Als es den ersten Toten gibt, spitzt sich die Lage für den Commissario zu.

Ein sizilianisches Schlitzohr

In Camilleris neuem Roman geht es ausnahmsweise nicht um Morde oder Mafia, sondern um eine Serie von Einbrüchen, deren Durchführung ausgesprochen clever ist. Das reale Vorbild liefert eine Einbrecherbande, die in Rom mehrere Wohnungen auf die im Buch beschriebene Weise plünderte. Der Rest ist fiktiv.

Die Ermittlungen gestalten sich deshalb schwierig, weil der Kopf der Bande schlau und einfallsreich ist, ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei treibt und Montalbano den Fehdehandschuh hinwirft. Mit anonymen Briefen an die Polizei und die Medien, fingierten Einbrüchen und anderen Taktiken versucht er Montalbano von seiner Spur abzulenken und in die Irre zu führen. Montalbano muss die Manöver durchschauen, die wahren Absichten deuten, sonst droht ihm eine öffentliche Blamage. Er vergleicht die Herausforderung mit einem Schachspiel, bei dem es gilt, die Züge des Gegners zu antizipieren.

Bei den Ermittlungen bringt er sich selbst in Schwierigkeiten. Typisch Macho, könnte man sagen. Kaum ist seine Langzeitverlobte Livia nach einem kurzen Besuch wieder nach Hause aufs Festland gefahren, begibt er sich auf amouröse Abwege. Der Verrat quält ihn ebenso wie die Eifersucht, denn er glaubt, Livia betrüge ihn. Hat er einmal den Mut zur Wahrheit, glaubt sie ihm nicht.

Camilleris Held sorgt mit seiner unorthodoxen Vorgehensweise immer wieder für Überraschungen. Wie er sich aus heiklen Situationen bei der Arbeit und im Privatleben herausmanövriert und die Wahrheit umgeht, ist mal komisch, mal hochriskant, mal peinlich, aber immer intelligent, nachvollziehbar und vor allem effektiv. Seine bühnenreifen Improvisationen und Dreistigkeiten sind unwiderstehlich, ebenso wie seine Scharmützel mit dem Polizeiarzt, diversen Pförtnern, Verdächtigen und Zeugen oder sein flexibler Umgang mit Vorschriften und Gesetzen.

Andere kann er schamlos belügen, sich selbst jedoch nicht. Schonungslos diagnostiziert er, in öffentlichen Dingen unermüdlich nach der Wahrheit zu suchen, aber in privaten Dingen ein Erzschurke zu sein. Er empfindet sein Verhalten als würdelos und erbärmlich, spricht von den Flausen eines verkalkten Rentners und fragt sich, ob er Probleme mit dem Älterwerden hat. Montalbano wird ein Opfer seiner Gefühlsverwirrungen und macht sich zum Volltrottel, aber er steht dazu.

Scharfsinn und Erfahrung und nicht zuletzt das Computerspiel Futticumpagne helfen ihm bei der Aufdeckung der Verbrechensserie und deren tragischem Hintergrund.
Der 254 Seiten umfassende Roman ist kurzweilig, glänzend geschriebene Unterhaltung im Hochgeschwindigkeitsmodus, mit vielen Dialogen und wenig Beschreibungen.
Doch wozu betreibt der große Unbekannte den ganzen Aufwand? Am Ende erfahren wir das zwar, aber befriedigend ist die Antwort nicht. Aber vielleicht habe auch nur ich das Gefühl, das am Ende ein Kartenhaus zusammenfällt.

Spannendes und vertracktes Ermittlungsabenteuer mit einem unwiderstehlichen und mitunter auch unausstehlichen Helden, der sich auf der Suche nach einer Diebesbande verliebt und selbst in Schwierigkeiten bringt. Mit viel Phantasie und Gespür für die perfekte Synchronizität kleiner und großer Intrigen erzählt, geistreich, amüsant, tragisch.

Das Lächeln der Signorina

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