Süden und der Straßenbahntrinker

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • München: Droemer Knaur, 2002, Seiten: 206, Originalsprache
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2008, Seiten: 156, Originalsprache

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Tabor Süden hat Urlaub, baut Überstunden ab und tut nichts, außer sich gelegentlich mit Sonja Feyerabend zu verabreden. Doch dann wird er überraschend ins Dezernat 11 gerufen: Dort nervt ein Mann alle Kommissare, und sie werden ihn nicht mehr los. Jeremias Holzapfel kam auf die Vermisstenstelle, um mitzuteilen, er sei wieder da. Kurios daran ist nur: Niemand hat ihn als vermisst gemeldet! Und so nimmt sich Süden diesem seltsamen Rückkehrer an - und tritt mit ihm eine Reise in eine schmerzhafte Vergangenheit an ...

Süden und der Straßenbahntrinker

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Letzte Kommentare:
05.04.2012 12:44:37
-rpr-

Ein Mann, mit dem wunderschönen Kinderbuchnahmen Jeremias Holzapfel, in der Vermisstenstelle der Polizei, teilt, nach 4 Jahren und 6 Monaten, seine Rückkehr mit und fordert seine Akte zu vernichten. Eine Vermisstenmeldung liegt nicht vor, eine Akte existiert nicht. Anscheinend hat ihn niemand vermisst.

Ein Kommissar im Überstunden-Urlaub, der von sich sagt: »Ich arbeite auf der Vermisstenstelle der Kripo und kann meinen eigenen Vater nicht finden«. Der auf der Suche nach Vermissten, Stücke seiner selbst findet und nicht sicher ist ob er das will. Der lieber schweigt als redet und damit den Leser zwingt zwischen den Worten zu suchen und zwischen den Zeilen zu lesen.

Ein Autor, dem es nicht auf Mord und Totschlag und spektakuläre Plots ankommt. Bei dem wie er sagt, oft nicht einmal Tote vorkommen – »bloß Lebende, die verschwunden sind und tote Zimmer zurückgelassen haben«.

Kann daraus ein Roman entstehen den man lesen will, noch dazu ein Krimi? Seine Figuren sind häufig so Alltäglich, dass man sie im Alltagsleben gar nicht wahrnimmt. Aber sie haben Geschichten und Ani schafft es aus ihnen Krimis zu machen.
Dieses Buch ist kein Thriller, die Handlung ist Resultat des Wesens der Personen, und dem wird hier nachgespürt. Dabei ist es nicht anstrengend und kann, auch wegen der rund 200 Seiten, als Nebenbeilektüre gelesen werden.

Gegen Ende zitiert Holzapfel den Affen aus Kafkas großartigem „Bericht an die Akademie“: »Mit Freiheit, mit Freiheit betrügt man sich unter Menschen allzu oft. Und so wie die Freiheit zu den erhabensten Gefühlen zählt, so auch die entsprechende Täuschung zu den erhabensten … ich habe mich … ich habe mich in die Büsche geschlagen … Ich hatte keinen anderen Weg … keinen anderen Weg, immer vorausgesetzt, dass nicht die Freiheit zu wählen war …«. Aber das ist eine andere Geschichte oder etwa nicht.

10.04.2006 13:00:24
Thomas Dobler

Für mich war dieser Roman der erste von Friedrich Ani, der demnächst nach Weiden zu den Literaturtagen kommen wird. So wollte ich wenigstens ein Buch des Autors gelesen haben. "Süden und der Straßenbahntrinker" ist ein faszinierender Titel, der mich sofort angesprochen hat. Die Geschichte voll lebensnaher Figuren hat einen elegischen Grundton, wie etwa die Romane von Hakan Nesser. Man lernt eine Menge einsamer oder verzweifelter Menschen kennen. Es ist wie ein langsamer Walzer, irgendwann wird die Handlung oder gar die Auflösung des Rätsels unwichtig, man möchte sich immer nur weiter drehen in diesem seltsamen München. Von der Stimmung her hat mich das Buch auch ein bißchen an den München-Film von Dominik Graf erinnert. Auf jeden Fall ein außergewönliches Werk, das mich motiviert hat, von Friedrich Ani noch mehr zu lesen.

03.02.2005 20:07:03
Rainer aus Bremen

Mehr wirr oder mehr langweilig?
Überhaupt ein Krimi oder irgendwas anderes? Fragen über Fragen...
Deutscher Krimipreis 2002 - gab es da nichts besseres - bzw. irgendeinen anderen Krimi? Naja, die Schönheit liegt wohl im Auge des Betrachters.
Mein erstes Buch von Ani, lag auf
dem Grabbeltisch - hätte dort auch
liegenbleiben dürfen.

10.02.2003 15:35:52
T.Filme

Naja, ist die Idee zur Geschichte zu beginn noch amüsant, ist der Plot (ist es überhaupt einer) absolut langweilig.