Ostfriesenblut

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Jumbo, 2008, Seiten: 3, Übersetzt: Klaus-Peter Wolf

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Wolfgang Weninger
Schnitzeljagd hinterm Deich

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jun 2007

Serienmörder haben wieder Hochsaison. Auch Klaus-Peter Wolf, wohlbekannter Drehbuchautor für die Fernsehserien Tatort und Polizeiruf 110 konfrontiert in seinem zweiten Roman mit der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen aus Norden mit mehrfach vergossenem Ostfriesenblut. Der sadistische Täter spielt auf den 327 Seiten aus dem Fischer-Verlag eine perfide Schnitzeljagd mit der Kriminalistin, in dem er ihr die Leiche einer älteren Dame vor die Wohnungstür legt. Aber nicht nur das. Im Verlauf der Handlung ist er der privat ziemlich angeschlagenen Kommissarin immer mindestens einen Schritt voraus, denn er beobachtet sie auf Schritt und Tritt, ohne dass sie dies bemerkt.

Frau Klaasens Ehe ist gerade den Bach runter gegangen. Ihr Ex-Mann hat eine Neue und ihr Sohn geniert sich offensichtlich, mit ihr noch in Kontakt zu treten. Und ihr Haus wird ihr zu groß, und ihr droht das Dach auf den Kopf zu fallen. Doch Ann Kathrin ist Polizistin mit Leib und Seele und lebt für ihren Beruf, auch wenn ihr Privatleben darunter leidet. Schön, dass sich wenigstens ihr Kollege Weller für sie interessiert. Und als dieser entdeckt, dass ein Stalker ihr das Leben schwer macht, bietet er seine starke Schulter zum Anlehen. Das allerdings bringt den Killer auf die Palme. Denn für diesen zählt nur eine Sache: unbedingter Gehorsam.

Genau so hat es der Mörder damals gelernt. Foltermethoden in einem Erziehungsheim haben ihm Disziplin in jeder Lebenslage beigebracht. Und so wie er es gelernt hat, wird er den Unfolgsamen jetzt zeigen, dass Ungehorsam bestraft werden muss - und das gilt auch für die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen ...

Spannung erzeugen kann Klaus-Peter Wolf. Dort wo Action gefragt ist, kommt der Drehbuchautor zum Vorschein. Kurze Sequenzen im Wechsel zwischen Ann Kathrin und dem Killer und ein routiniert aufgebauter Spannungsbogen mit einem fesselnden Finale lassen den komplex konstruierten Plot prima zur Wirkung kommen. Brutalität scheint mittlerweile im Krimigenre zum blutigen Alltag zu gehören und auch Klaus-Peter Wolf entkommt dem Hang zu blutigen Beschreibungen martialischer Szenen nicht. Wobei sich der Autor doch eher auf gemäßigtem Niveau bewegt und nur dramaturgisch notwendige Folterszenen vor dem Leser ausbreitet.

Drei Personen und deren Schicksale werden von Klaus-Peter Wolf in den Mittelpunkt gestellt. Hauptperson ist natürlich Ann Kathrin Klaasen, deren tristes Seelenleben kräftig ausgebreitet wird, vom Scheitern ihrer Ehe bis hin zum ungeklärten Tod ihres Vaters und der Sehnsucht zu einer funktionierenden Beziehung. Da kommt der Kollege Frank Weller gerade richtig. Auch er hat noch an den Folgen einer gescheiterten Bindung zu kämpfen und so kommt es, wie es kommen muss, es funkt zunächst auf Sparflamme zwischen den beiden. Hier bleibt für den im nächsten Jahr erscheinenden dritten Teil Ostfriesengrab reichlich Platz für Techtelmechtel und Probleme der zwischenmenschlichen Art.

Diese hat der Killer in jedem Fall. Wolf hat die Figur konsequent von der Kindheit bis zur Ergreifung entwickelt. Im Wechsel erzählt der Autor aus der Sicht der Kommissarin und des Verbrechers, wobei der Täter stilistisch den deutlich intensiveren Charakter hat und die Szenen aus seiner Sichtweise auch deutlich spannender ablaufen. Das Katz- und Maus-Spiel mit Ann Kathrin Klaasen ist zeitweise so intensiv, dass man Gänsehaut bekommt.

Im Gegensatz zu seinen Schriftstellerkollegen Theodor J. Reisdorf und Hannes Nygaard, die sich auch mit dem Mord am Deich beschäftigen, hat man bei Klaus-Peter Wolf nie das Gefühl, einen Regio-Krimi in der Hand zu haben, obwohl natürlich die Landschaft und das Leben im Norden auch hier ihren Einfluss haben müssen. Aber man merkt die Routine des Autors, die den Leser nicht nur mit dem Grau des Nordens alleine lässt. Deshalb hat sich der Autor auch eine tadellose Wertung verdient und die Vorfreude auf Band 3 um die sympathische Kommissarin ist sicherlich berechtigt.

Ostfriesenblut

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Letzte Kommentare:
10.04.2018 11:49:51
Gabyquer

Spannend bis zur letzten Seite
Auch den Zweiten Fall mit Kommissarin Ann Kathrin Klaasen fand ich super spannend! Keine Angst, ich verrate nix über den Fall - nur so viel: ich musste mich richtig zusammenreißen nicht schon mittendrin die letzten Seiten des Buches zu lesen... Ich kann die bisher erschienenen Krimis ohne schlechten Gewissens weiterempfehlen! Also ich freue mich auf weitere Fälle !!!

27.08.2017 17:50:31
Ludwig Uilderks

Das war mein erster und letzter Krimi von Herrn Wolf.Wenn ein Autor es nötig hat soviel Werbung einzubauen dann sollte er zu RTL gehen und sich dort als DrehbuchAutor vergingen. Es ist grottenschlecht wenn man soviel Produkte in ein einziges Buch einstreut.Hat ein Schriftsteller wirklich sowas nötig? Da ist mir Sebastian Fitzek um einiges lieber,um nicht gleich mit Ken Follet anzufangen.

17.06.2016 18:44:54
Gretchen

Ich habe das Buch mit einiger Spannung gelesen, habe mich aber immer wieder über Produktwerbungen (u.a. Doornkaat, Domestos, St.Ansgari Mineralwasser) und Anpreisungen vermutlich existierender örtlicher Einrichtungen (Gaststätten, Lokale etc.) geärgert. Das ist reinste Reklame, bei der ich den Fernseher abschalten würde. Schöne Gegenden, Landschaften, auch Orte, im Text zu erwähnen, ist okay, aber Produktnamen für Schnaps, Reiniger, Wasser haben dort nichts zu suchen. Wenn - wie anzunehmen ist - der Autor dafür Geld von den Herstellern bezieht, sollte dies deutlich auf dem Buch vermerkt werden.Ich habe jedenfalls keine Lust auf solche Bücher.

09.05.2016 20:44:25
Klärchen

Ich bin ein Fan geworden von Klaus-Peter Wolf.Ostfriesenblut habe ich in mir und kann alles gut nachvollziehen was die Orte betrifft.
Locker leicht lassen sich die Bücher lesen, spannend von Anfang bis Ende.
Ostfriesenkiller hat mir auch gut gefallen.
Ein Autor den ich wärmstens empfehle.
Die nächste Lesung in Achim werde ich bestimmt besuchen, Klärchen

26.02.2016 22:54:38
Kasia

Durch einen "Zufall" bin ich nun "infiziert" und ein großer Fan von Klaus-Peter Wolf, Ann Kathrin Klaasen und Ostfriesland geworden.
Mein erstes Buch über die Auricher Polizeistelle und ihre Kriminalbeamten gefiel mir ausgesprochen gut.
Wolf schreibt flüssig und verständlich mit viel Hintergrundwissen über das zu behandelnde Thema und auch über seine "Wahlheimat", die ich ebenfalls schon kennenlernen durfte.
Über die eigentliche Geschichte möchte ich an dieser Stelle nichts schreiben, nur dass es sich wirklich sehr lohnt, mal wieder mit einem guten Buch abzuschalten und vor allem diesem, welches ich wärmstens empfehlen möchte!

29.09.2014 16:01:27
milmö

Ich finde den zweiten Band von Ostfriesen Blut sehr gut, mir geht aber die Bezieheung zu ihrem Kolegen ein wenig auf die nerfen, da dies sehr oft im Vordergrund steht.Die Story an sich finde ich super und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich binsehr begeistert und freue mich auf weitere spannende Fälle von Ann Kathrin Klaasen!!!

21.06.2014 09:44:34
Schnippi

Der Krimi ist spannend und flüssig geschrieben...an einigen Stellen ein wenig brutal. Man kann das Buch nicht aus der Hand legen, denn die Spannung hält bis zum Schluss.
Das "Beziehungsdrama" der ermittelnden Kommisarin ist ein wenig zu sehr ausgeschmückt und nervt manchmal ...zeigt aber auch menschliche Zügen, denn - auch wenn ein Fall noch so sehr die ganze "professionelle" Aufmerksamkeit erfordern sollte...- es steht immer ein privater Mensch (mit seinen Sorgen, Nöten und Empfindungen) dahinter, der ermittelt. der sein eigenes Leben nicht einfach so ausblenden kann. Ein Mensch eben. Trotzdem - etwas weniger "eigene" Emotionen, wären hier sicher mehr.

05.01.2014 17:45:55
OHombre

ANN-KATHRIN KLAASEN ermittelt zum zweiten Mal zwischen Dollart und Jadebusen.

DIE STORY:

Überraschung: als ANN-KATHRIN KLAASEN eines Abends nach Hause kommt, findet sie einen Leichensack samt Inhalt vor ihrer Haustür. Wer hat sich diesen makabren Scherz erlaubt? Kein Problem, das Haus wird videoüberwacht. Bei der Sichtung der betreffenden Aufzeichnungen die nächste Überraschung: Videoaufnahmen davon existieren nicht, obwohl die Anlage funktionstüchtig ist. Nachforschungen ergeben schließlich, dass der Leichnam in einer Leichenhalle im recht entfernten Oldenburg „verloren“ gegangen ist. Es gibt einen Totenschein in dem ein natürlicher Tod festgestellt wird. Die Obduktion der Leiche ergibt jetzt indes: Tod durch Verhungern und Verdursten. Zusätzlich werden an Beinen und Armen Spuren von Klebeband gefunden. Es scheint so, als sollte ANN-KATHRIN mit der Nase auf den unnatürlichen Tod der alten Dame gestoßen werden. Die Ermittlungen beginnen, wobei der Täter der Kommissarin bereits näher ist, als sie annnimmt und als ihr lieb sein könnte...

FAZIT:

Ich bin etwas enttäuscht von OSTFRIESENBLUT, hatte ich doch nach der Lektüre von OSTRIESENKILLER eine gewisse Vorfreude auf den zweiten OSTFRIESENRoman. Leider fällt die Geschichte im Vergleich zum Debüt deutlich ab. Mir fehlt es bereits an der erforderlichen, sich kontinuierlich aufbauenden Spannung. Phasenweise hatte ich das Gefühl, der eigentliche Krimiplot „plätschere“ nur so vor sich hin und werde zunehmend von den inneren Befindlichkeiten der beiden Hauptprotagonisten (einerseits der Beziehung zwischen der Kommissarin und ihrem Kollegen, andererseits der familiären Probleme der Kommissarin) verdrängt. Wobei KLAUS-PETER WOLF dem Innenleben seiner Figuren, den „Beziehungskonflikten“, sehr viel – meines Erachtens zu viel - Raum schenkt, ohne dass dies dramaturgisch angezeigt wäre, was für den Fluß der Geschichte eher kontraproduktiv ist. Es wirkt geradezu so, als habe der Autor unter dem Druck gestanden unbedingt eine bestimmte Seitenzahl füllen zu müssen, ohne dass dies durch die eigentlich dafür zu dürftige Handlung gefordert worden wäre. Und schließlich – für mich unverzeihbar – wird dann auch noch der juristische „Irrglaube“ „Eltern haften für ihre Kinder“ - ein echter Nonsens – proglamiert! Sehr schade – ich hatte mir mehr von OSTFRIESENBLUT versprochen...

Dennoch viel Spaß und Neugier beim Nachlesen!

15.09.2010 17:31:36
Andrea

Auch dieses Buch hat mich restlos überzeugt: Sprachstil, Plot, Spannungsbogen - Wolf kann`s einfach. Wenn alle Autoren so schreiben würden, brauchte kein Mensch mehr Kino oder Fernsehfilme.
Dass es "schwarze Pädagogik" gibt, wusste ich nicht, was mir schon klar war, sind die "Erziehungs-"methoden in Heimen kurz nach dem Krieg. Darum hat Wolf eine spannende Geschichte aufgebaut.
Und wieder mal ist der Mörder ein Psychopath, aber er wird nicht der letzte sein, wenn man die anderen Bücher der Reihe auch liest, merkt man`s

02.09.2010 23:37:02
atzeman

Lange nicht so einen guten, ja bewegenden Kriminalroman gelesen. Er spielt an der Nordsee und ist verdammt sturmisch. Das Buch hat mich echt angefasst. Ich konnte es nach dem Lesen nicht einfach weggeben oder verschenken. Ich will es behalten. Einige Szenen haben sich wie eingebrannt. Ich hatte nie etwas von "schwarzer Padagogik" gehort. Iregendwie arbeitet Wolf in dem Buch auch deutsche Nachkriegsgeschichte auf. Es ist ein verstorendes, Buch, das mir stellenweise angst gemacht hat. Die Bilder waren heftiger als beim Fernsehgucken.

02.09.2010 23:37:01
atzeman

Lange nicht so einen guten, ja bewegenden Kriminalroman gelesen. Er spielt an der Nordsee und ist verdammt sturmisch. Das Buch hat mich echt angefasst. Ich konnte es nach dem Lesen nicht einfach weggeben oder verschenken. Ich will es behalten. Einige Szenen haben sich wie eingebrannt. Ich hatte nie etwas von "schwarzer Padagogik" gehort. Iregendwie arbeitet Wolf in dem Buch auch deutsche Nachkriegsgeschichte auf. Es ist ein verstorendes, Buch, das mir stellenweise angst gemacht hat. Die Bilder waren heftiger als beim Fernsehgucken.

21.08.2010 15:01:39
Al Blindo

Das Buch bietet solide Unterhaltung für den Urlaub in Ostfriesland. Leider werden die Orte und Personen zu einfach dargestellt.
Die Handlung ist spannend aufgebaut und um eine unsinnige Beziehungsgeschichte unnötigt erweitert. Wer Bücher wie " Das Schweigen der Lämmer" in einer ARD-Version gerne lesen will, ist mit dem Buch gut bedient.
Trotz alledem, eine gute Urlaubslektüre

05.03.2010 23:01:34
michaela stobbe

ganz unaufgeregt erzählt klaus peter wolf von sehr aufregenden dingen. er läßt eine welt entstehen, sie ist glaubhaft und hat einen irren sog. seine geschichte fasst einen an und lässt einen nicht mehr los, ungefragt stellt er seine leser zwischen den zeilen vor entscheidungen: was hättest du getan?
die spannung ist teilweise kaum zu ertragen. ich habe einen termin abgesagt, um weiterzulesen. meine freundin hatte mich gewarnt, diese krimis machen süchtig. stimmt. es kommt mir so vor, als sei ann kathrin klaasen meine freundin geworden. eine gute. ich möchte sie nicht mehr missen

10.10.2009 18:44:18
Silberfee28

Das Buch speilt im Norden von Deutschland an der Küste, genauer gesagt in Norddeich und Aurich.
Jeder der diese Gegend kennt weiß wie idyllisch sie sein kann. Doch der Schein trügt. Ein irre Serienkiller, ein schwer gestörter Psychopath geht dort um.
Er legt der KOmmisarin eine LEiche vor die Tür um auf sich aufmerksam zu machen und diese settz alles daran den Täter ausfindig zu machen. Doch der Täter steigert sich immer mehr in seinen krankhaften Wahn hinein. Als er auch noch die neue Lebensgefährtin von Ann Kathrin Klaasens Mann entführt droht die Situation zu eskalieren.

Ich habe das Buch auf besondere Empfehlung hin gelesen und ich ich muß sagen das ich schwer beeindruckt von der Qualität des Romanes bin. Er besticht zum Einen durch detailierte liebevolle Beschreibungen der Gegend um die schleswig-holsteinische Küste zum Anderen durch eine nahezu perfide Spannung. Man hat an manchen Stellen das Gefühl die Luft mal kurz anhalten zu müssen um die Spannung ertragen zu können. Wenige Bücher bestechen durch einen derart guten Spannungsbogen. Leider lässt der Autor auch keine grausamen Details aus, was weniger hartgesottenen Leser schonmal Übelkeit verursachen kann.Schön finde ich die wenigen Nebenschauplätze innerhalb des Romans die ein wenig auflockern und im Kontrast zu den spannungsgeladenen Passagen stehen. Bei den Nebenschauplätzen werden die Personen liebevoll von ihrer menschlichen und warmherzigen Seite gezeigt was den Roman zusätzlich erfrischt und nicht überspannt wirken lässt.
Die Story ist so gehalten das man zu keinem Zeitpunkt auch nur erahnen kann wie sich das Ende wohl gestalten wird, was natürlich bezogen auf das Genre ein weiterer Pluspunkt ist.
Insgesamt ein für deutsche Verhältnisse überdurchschnittlich guter Krimi dem ich jedem blind weiter empfehlen kann.

24.08.2009 16:13:09
Diethelm Textoris

Ich fand Ostfriesenblut so spannend, dass ich das Buch an zwei Tagen nahezu verschlungen habe. Fasziniert hat mich die Handlungsdichte, der psychologische Hintergrund und auch die emotionale Ebene der Protagonisten. Da ich Ostfriesland gut kenne, brauchten bei mir nur die Orts- und Gaststättennamen genannt zu werden, und schon lief ein Film in meinen Kopf ab. Ich lief die Joggingstrecke am Deich in Gedanken mit, und beim Namen "Utkiek" dachte ich an lange Disco-Nächte, als noch Edith Janssen und Horst Ringel, die heutigen Wirtsleute des "Fährkellers", dort oben eine Diskothek betrieben. Also von wegen, zu wenig lokaler Bezug.
Nur eine Kleinigkeit störte mich: Ann Kathrin Klaasen trinkt in Erinnerung an ihrer Vater ab und zu einen "Doornkaat", meine Erfahrungen in Ostfriesland zeigten mir aber, dass die echten Ostfriesen viel lieber den aus dem gleichen Hause stammenden Corvit trinken, und den wird sicher auch ihr Vater bevorzugt haben.

17.08.2009 18:08:13
frank m

Ein wahnsinns Krimi von einem deutschen Autor! Habe das >Buch im Krankenhaus in eiunem Rutsch gelesen, war fast traurig, als ich entlassen wurde.
Es ist voller düsterer Poesie. Das Buch hat mich richtig gepackt. Ich habe auch Ostfriesengrab und Ostfriesen killer gekauft. Der Schriftsteller ist ein Geheimtipp

08.07.2009 15:00:03
tatort germany

Wieder eine Pflicht für einen Strandkorb!!! Muss einfach gelesen werden! Ich frage mich, ob dies alle Bewertungsgeber tun, da es falsch zu behaupten ist, der Leser erfahre nichts über die Orte im Buch. Beispielsweise werden Details zu Jever geliefert. Auch sonst eine sehr empfehlenswerte Inszenierung.

08.04.2009 21:36:51
Thommy191968

Bravo - Klaus-Peter Wolf! Ich habe "Ostfriesenblut" mit sehr viel Spaß gelesen. Es ist dem Autor - wie auch in "Ostfriesenkiller" gelungen, sowohl einen spannenden Kriminalfall zu kreieren als auch wieder tolle nordische Atmosphäre zu schaffen. Der Roman überzeugt durch psychischen Tiefgang sowohl beim Täter als auch bei den handelnden Personen auf Seiten der Polizei. Ann Kathrin Klaasen und ihre privaten Probleme werden aus Band 1 sehr gut weiterentwickelt und bilden so einen tollen roten Faden als Verbindungsglied zwischen den beiden Kriminalfällen. Meine Wertung: 96 Grad.

07.04.2009 15:48:46
Bio-Fan

Nach so vielen Lobpreisungen und der recht hohen Bewertung auf der Krimi-Couch Hitzeskala hatte ich mir mehr versprochen.
Daß diese Ostfriesen - Titelgebung Irreführung ist, muß ich nicht weiter erläutern. Außer daß die entsprechenden Orte erwähnt werden, erfahren wir kaum was über Land und Leute. Das finde ich nicht weiter schlimm, da mir als Niederrheiner ehe der Bezug zu dieser Region fehlt.
Ich bin mehr ein Fan von Klaus-Peter Wolfs Art zu schreiben und da gibt es auch in diesem Roman nichts zu bekritteln.
Was mir zunehmend auf den Geist geht, ist Ann Katrins Gejammer und Geeier um die Trennung von Mann und Sohn. Das hatten wir doch in der 1. Folge schon zu genüge und ich kann hier keine Fortentwicklung erkennen. An Ann Katrins "Gedächtniszimmer" für ihren ermordeten Vater will ich gar nicht denken. Ihr Hang, Vergangenem nachzutrauern, passt nach meinem Empfinden nicht zu ihrer übrigen Persönlichkeit. Das ist mir alles ein bisschen arg opernseifig.
Erst wenn der Fall sich zuspitzt, wenn es verstärkt um die Zeichnung von Opfer und Täter geht, zeigt Wolf wieder seine Klasse. Ich behaupte mal, Wolf kreiert mit die besten Psychopathen in der Krimiszene, auf jeden Fall die glaubhaftesten. So kann Wolf gegen Ende wieder überzeugen, mich aber nicht zur nächsten Folge mit AKK verführen.

13.02.2009 08:11:45
Christiane34

Vorsicht! Dieser Autor macht süchtig!
Wie auch das Vorgängerbuch "Ostfriesenkiller" war diese Story auch wieder einsame spitze.
Die Hauptfigur, Ann Katrin Klaasen, ist äusserst symphatisch. Genau diese Figur macht eine Teil der Story aus, Wolf versteht es sehr gut dem Leser seine Heldin nahe zu bringen. So fühlen wir schnell mit Ann Katrin und wollen mehr erfahren, wie es weiter geht, was sie denkt und fühlt.
Das Thema des Buches ist, wie hier schon bemerkt, nicht wirklich aktuell. Trozdem ist das Thema "schwarze Pädagogik" zutiefst bewegend.
Die Spannung baut sich zu Anfang schnell auf, bleibt auch bestehen bis zur letzten Seite. In schöner, flüssiger Sprache führt Wolf den Leser zum Höhepunkt des Krimis.
Die beiden tragenden Figuren, Ermittlerin und Täter, sind in diesem Buch untrennbar, wie in einem Schmelztiegel, miteinander verbunden. Aber nie sind die Sprünge voneinem zum anderen so hart das sie verwirren.
Fazit: Ein überdurchschnittlich guter Krimi, der jedem echten Fan das herz höher schlagen läßt.

28.12.2008 12:51:28
mase

Endlich mal wieder ein Serienkiller-Roman, der mir gefallen hat. „Ostfriesenblut“ ist Werbung für den deutschen Krimi/Thriller und in keinem Fall schlechter als die Ware, die uns die Amis anbieten.
Die Protagonistin war mir sehr sympathisch und Wolf schafft es auch, die privaten Scharmützel, die aus irgendeinem Grund leider zwingend für einen solchen Roman sind, nicht ausufern zulassen. Die Polizeiaktionen sind teilweise wohl nicht sehr realistisch, aber auch das störte nicht.
Sehr gut gefallen hat mir, wie auch Herr Weninger feststellte, dass man bei „Ostfriesenblut“ nicht das Gefühl hat, einen Regio-Krimi zu lesen. Wahrscheinlich ist das für die Leser aus dieser Region ein Nachteil, aber für den Rest der Republik sehr angenehm. Die Gewalt, die der Bösewicht erlebt hat und ausübt ist zwar enorm, aber Wolf verzichtet auf exzessive Beschreibungen. Da das Buch nur 300 Seiten zählt, kommt auch nie Langeweile auf.
Der einzige Kritikpunkt, den ich aufführen kann ist die Stimmung durch den Küstenwind und den Regen, die der Drehbuchautor Wolf nicht schaffen konnte. Dafür sind beim „Tatort“ dann wohl andere zuständig.

Ohne Bedenken empfehlenswert

15.12.2008 15:49:28
Closs Gast

Es ist ein unglaublicher Krimi. Ostfriesenblut hat eine Wucht, die mich beim Lesen alles um mich herum hat vergessen lassen. Ich bin dieser Geschichte von Ann Kathrin Klaasen versunken wie in einem düstern gefährlichen Moor. So sollen Krimis sein! Und am Ende hatte ich das Gefühl etwas Großes gelsen zu haben. Viel mehr als einen Krimi, ein echtes Stück Literatur. Gewaltig, tief und düster.

11.12.2008 09:13:21
Claudia Meister

ich habe klaus peter Wolf bei einer Lesung an unserer Grundschule kennengelernt. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so ein witziger Kinderbuchautor so gruselig düstere Krimis schreibt. Er ist ein bescheidener, fröhlicher Mensch. In seine Ostfrieslandkrimis und in dem Thriller Feuerball finde ich aber seinen Humor wieder - in den schlimmsten Situationen entsteht plötzlich eine Fallhöhe für seine Komik. Ich mag diese Art zu erzählen. Sie ist nah am Leben und nah an den Figuren. Eine Fereundin wie Ann Katrin Klaasen hätte ich gern

28.11.2008 09:38:28
Michael Scherer

Wolf hat ein merkwürdiges Gespür für Themen, die oft erst Jahre später in aller Munde sind. In Ostfriesenblut erzählt er von den schlimmen Auswirkungen der schwarzen Pädagogik in den siebziger Jahren in den Heimen in Ostfriesland. Er filtert Seelenzustände heraus und zeigt exemplarisch, wie Monster geschaffen werden. Jetzt ist das Thema in allen Tageszeitungen. Gerade heute las ich es in der Welt. Endlich melden sich die Opfer und klagen die Täter an. In Ostfriesenblut bringen sie sie noch um. Ein grossartiger Kriminalroman. Eine ganz eigene Klasse.

26.11.2008 12:46:33
HannaH Hasseler

Ich lese gerade Ostfriesenblut. Er ist wirklich packend und noch besser als Ostfriesenkiller.
Als waschechte Ostfriesin fühle ich mich sehr geborgen in diesem Krimi.
Der Hintergrund: schwarze Pädagogik ist eine weitere Nuance, die diesen Krimi so besonders macht. Auch ich kannte dieses Kapitel der deutschen Geschichte noch nicht.
Spannend finde ich auch, das dieser Krimi das Gerechtigkeitsgefühl umkehrt.
Man sympathiert nicht unbedingt mit den Opfern, sondern hat das Gefühl, es geschehe ihnen, bei ihrer Vergangenheit, schon irgendwie Recht, um dann erschrocken, ob der Brutalität des Täters, auf die Gesetzteslinie zurückzufinden.
Man beschäftigt sich also nicht nur mit Opfern und Täter, sondern auch mit seinem eigenen Gefühlsleben.
So, ich muss jetzt wieder hoch, . Ostfriesenblut weiterlesen.

25.11.2008 09:37:13
Rita Baar

Ostfriesenblut ist ein düsterer Krimi, der deutsche Nachkriegsgeschichte aufarbeitet und die Verbrechen der schwarzen Pädagogen, die noch bis weit in die Siebziger Jahre nicht nur in Ostfriesland Schrecken verbreiteten. Ich selbst habe einen Freund, der so aufwuchs und sich in dem Buch wiederfindet. In dem Krimi ist viel mehr Wirklichkeit enthalten, als in allen anderen Krimis die ich-als Vielleserin- kenne. Wolf scheint die Szene genau zu kennen und die Verletzungen, die Menschen auf ihrer Seele mit sich herumtragen, die so aufwachsen mussten. Der Roman sollte Schullektüre werden. Von mir hundert Punkte

20.11.2008 15:21:55
Peer Nick

Klaus Peter Wolf ist ein grosser Erzähler, ich habe ihn zunächst als Kinderbuch Autoren kennengelernt. Viele seiner amüsanten, manchmal brillant komischen Kinderbücher habe ich meinen Sprösslingen am Bett vorgelesen. Es wundert einen, dass jemand so witzige Kinderbücher verfassen kann und dann so düstere, psychologisch genaue Krimis schreibt. Nur selten fand ich in Krimis die Abgründe der menschölichen Seele so tief ausgelotet.

19.11.2008 23:55:39
Peter

Ich muss etwas Wasser in den Wein gießen. Mich überzeugt Ostfriesenblut nicht vollends. Was mich als erstes negativ verblüfft hat, ist der mitunter geradezu plumple Sprachstil, mit dem der Autor seine Geschichte erzählt und der es oft unmöglich macht, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Wörter wie 'knutschen' klingen aus dem Mund eines auktorialen Erzählers einfach nicht gut, und sie passen auch nicht in die geschilderte Situation.

Schwerer wiegt meines Erachtens, dass dieser Krimi nicht das geringste 'Ostfriesland-Gefühl' aufkommen lässt. Ja, es werden einige markante Stellen in Norden erwähnt, auch Herr Fuchs vom Weinkontor erhält ein Lob. Aber das Entscheidende fehlt völlig: Eine Einfühlung in die Menschen in Ostfriesland, in ihren Menschenschlag. Weil das völlig fehlt, hat man leider nur sehr selten das Gefühl, wirklich in Ostfriesland zu sein. Der Krimi könnte, wenn man die Straßennamen austauschen würde, ebenso gut in Bayern oder Simbabwe spielen. Leider hat man das Gefühl, dass Herr Wolf Ostfriesland eigentlich nicht kennt. Schade.

22.10.2008 08:39:44
Donnadrei

Ich hatte ein ganz anderes Buch erwartet, aber Ostfriesenblut hat mich gepackt. Mein Ex sagte, ich sei geradezu versunken in dem Buch. Er wurde fast eifersüchtig auf den Text. Getrennt haben wir uns aber wegen anderer Gründe. Grins. Ich werde der Kommissarion Ann Kathrin Klaasen treu bleiben. Habe mir schon den ersten Band Ostfriesenkiller gekauft. Wer Ostfriesenwitze erwartet sollte andere Bücher lesen. Hier geht es um die dunkle Seite der menschlichen Seele, um Angründe aus denen Morde entstehen.

14.10.2008 19:25:38
willi sender

ich habe klaus peter wolf bei eiiner Krimilesung erlebt. Ich höre jetzt noch seine Stimme. Eigentlich war ich kein krimi fan. das hat sich geaendert. Hhabe erst Ostfriedenblkut und dann Ostfrriesenkiller gelesen. Das Zeug macht süchtiig. Beste spannende Unterhaltung. Eine tolle Kommissarin, originelle Fälle und nie passiert das erwartete. Ich freue miich schon auf Ostfriesengrab. Die leseprobe hinten im Buch ist vielversprechend. Sehr dichter, düsterer Text

29.08.2008 18:02:49
Spinnenflicker

Aufgrund der guten Bewertungen hier habe ich mir das Buch gekauft.
Ein Buch, wie ein Videoclip mit schnellen Schnitten. Alles drin, was man nur reinpacken kann. Kein Verweilen, nichts. Nach "In the woods" von Tana French, war "Ostfriesenblut" wie eine kalte Dusche.

Herr Wolf sollte mal "In the woods" lesen, besonders die Seiten 538 bis 561.

16.04.2008 23:24:16
Angelika Hellmann

Nicht nur ein Krimi.

Klaus-Peter Wolfs Buch Ostfriesen Blut ist nicht geeignet, für den Strandkorb. Es ist eben keine leichte Kost für den Urlaub. Dieser Krimi befasst sich einerseits mit einem schwierigen Kriminalfall, der, so macht es Frau Klaasen, unkonventionell gelöst wird. Dabei ist diese Geschichte spannend und fesselnd geschrieben. Andererseits ist da die andere Geschichte, eng mit der ersten verbunden, die es schwierig macht, den Bösen nur als den Bösen zu sehen. Viele von uns, die wir über fünfzig sind, haben die Schwarze Pädagogik zumindest in Teilen noch erlebt. Die Pädagogik aus den Schützengräben und wir haben die Narben noch im Kopf. Wolf thematisiert diese Narben und was sie bewirken können.
Und das ist das Bedrückende an dieser so einfühlend geschriebenen zweiten Geschichte: Welche Verletzungen und welche Narben sind jenen in unserem Land zugefügt worden, die mit jugendlicher Gewalt und Kindesmord, Kriminalität und anderen Straftaten in Verbindung gebracht werden?

Wolf hat nicht nur einen sehr, sehr guten Krimi geschrieben, er hat uns auch einen Blick hinter das ermöglicht, was wir Normalität nennen.

Er verdient die beste Wertung für dieses beeindruckende Buch.

Angelika Hellmann

16.04.2008 17:51:28
Eckehardt Reuter

Ostfriesen Blut gefährdet jede Beziehung.

Als ich das Buch nachhause brachte kam es sofort in den Besitz meiner Frau und von da erst nach Tagen wieder zu mir. Dazwischen hörte ich Abend für Abend ihre Entsetzensschreie und ihre Aufforderungen an die Dedektivin, wie sie doch bitte zu handeln habe.
Dann, als ich mein Buch zurück hatte, sah sie mich erst nach zwei Tagen wieder ohne den Krimi. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und sie meckerte.

Aber so ist das, wenn man sich mit K-P Wolf einlässt, da ist keine Zeit mehr für etwas anderes. Atemlos, voller Spannung, aus der Tiefe und den Untiefen der menschlichen Seele, so schreibt er und der Leser ist mitten drinn. Wen dieses Buch nicht fesselt, der ist es selber schuld.

Der beste Krimi seit langer Zeit. Beim nächsten Ostfriesenmorden kaufe ich gleich zwei Exemplare und meine Frau und ich können gemeinsam zittern, der Beziehung wegen.

Eckehardt Reuter

11.04.2008 00:05:20
Hans Ast

Ann Kathrin Klaasen als Adressat himmelschreienden Unrechts


In Sachen Spannung, Erzählfluss und Intensität steht Klaus-Peter Wolfs neuer Krimi Ostfriesenblut seinem Vorgänger Ostfriesenkiller in nichts nach. Aus dieser Warte erscheint die im Klappentext angeführte Kritik von Lars Schafft "... die ideale Lektüre für einen sonnigen Tag im Strandkorb" durchaus angebracht.
Verwundert aber hat mich das Zitat, weil es die inhaltliche Seite zu leicht nimmt, ja sogar vollständig ausblendet.
Ostfriesenblut erhält von mir 5 Sterne, weil Wolf mit seinem neuen Krimi gerade hier zu punkten versteht. Zwar mag uns die schwarze Pädagogik als überwunden scheinen (und wie läufts in der Parallelgesellschaft?), doch das Faktum Unrecht hat an Aktualität leider nichts verloren.
Wolf konfrontiert uns mit einem himmelschreienden Unrecht und mit der Verzweiflung damit umgehen zu müssen.
Sein Verdienst ist es aber, die Narrative so anzulegen, dass sich der konkrete Fall mühelos auf das Problem säkularer Gesellschaften erweitern lässt, die sich mit einem zum himmelschreienden Unrecht konfrontiert sehen.
Das Attribut "himmelschreiend" weist die Richtung. Aus christlicher Sicht ist klar, wer gemeint ist und damit verbunden die Aussicht auf Gerechtigkeit: das Jüngste Gericht.
Der säkularen Lesart von "himmelschreiend" geht der Adressat abhanden und zurück bleibt die Beunruhigung angesichts der Unumkehrbarkeit vergangenen Leidens, das über jedes Maß menschenmöglicher Wiedergutmachung hinausgeht.
Auch der Mörder in Ostfriesenblut fühlt an sich ein Unrecht begangen, das nach einem Adressaten schreit, nach jemand der ihn versteht; und wendet sich an Ann Kathrin Klaasen.
Und weil er in dem positiven Recht und seinen Handlangern keine Möglichkeit auf Gerechtigkeit erkennt, nimmt er es selbst in die Hand und verwickelt Ann Kathrin Klaasen in ein tödliches Spiel…

09.04.2008 19:53:38
C. Wohlgemuth

Gute Unterhaltung, gute Literatur, ein Krimi aus dem Leben - nicht nur für Ostfriesen! Diese Ermittlerin würde ich mir gern auch im Fernsehen wünschen, der tatort-erfahrene Autor liefert ja die Steilvorlage. (Andere Verlage hätten einem solchen Werk ein Hardcover gegönnt.)

08.04.2008 15:36:38
Gerda Göschl

Ostfriesenblut ist ein sehr spannend geschriebener Krimi, den man nicht aus der Hand legen möchte.Ich hatte immer den Wunsch der Kommisarin helfen zu wollen, z.B. ihr mitzuteilen, daß sie beobachtet wird.

08.04.2008 12:18:31
Gunnar Peschke

Ostfriesenblut geht unter die Haut,
nimmt einen gefangen, man wäre
gerne der Lover von Frau KLaasen,
um ihr vielfältige Hilfe angedeihen zu lassen. Sie ist menschlich sympathisch
im Gegensatz zum Täter. Es zieht sich ein
permanenter Spannungsbogen durch den
Roman, der zufällig in der relativen Einsamkeit und Weite des deutschen Nordens spielt. Gut und vom Zeitgeist geprägt erscheint die Darstellung der Charaktere und wie bei Berndorf taucht man in deren Leben ein und freut sich auf die Fortsetzungen.

01.03.2008 10:26:39
Zauberfee

Ostfriesenblut ist höchst spannend und ganz dicht erzählt! Parallelmontagen funktionieren als Spannungsverdichtung und unterstützen den Erzählrhythmus. Frei vom romantischen Zuckerguss erzählt uns Wolf eine Liebesgeschichte mitten im mörderischen Millieu. Die Psychologie der Figuren ist auf verblüffende Weise stimmig und grausam in ihren Auswirkungen. Ein düsteres Buch mit funkelnden Lichtblicken, wie der Sternenhimmel über Ostfriesland bei Sturm. Ein Krimi vom Feinsten! Da werden ganz neue Maßstäbe gesetzt.

29.02.2008 10:44:29
Jürgen Uphoff

Wenn ich Krimis aus der Heimat lese, bin ich immer gespannt, ob es noch mit meinen Erinnerungen übereinstimmt, aber hier ist alles an der richtigen Stelle,die Kommissarin und die Kollegen sowie ein außergewöhnlicher Fall. Schnel wird der Leser ins Geschehen mitgenom- men und erste Überlegungen werden angestellt. Dieser Krimi macht schon jetzt Lust auf den 3. Teil. Weiter so, Herr Wolf!

22.02.2008 10:16:50
Simone Schäfer

Ostfriesenblut ist ein unglaublich raffinierter Kriminalroman. Die Geschichte zieht den Leser in einen Strudel, aus dem man plötzlich nicht mehr herauskommt.
Ich habe mich schon im Ostfriesenkiller total mit der Hauptfigur Ann-Kathrin Klaasen identifiziert (vielleicht weil wir so viel gemeinsam haben). Diesmal war es mir fast zuviel. Es ist ein verstörendes, ja ein erschreckenden Buch. Ich wurde mit meinen eigenen Ängsten konfrontiert. Manchmal war es als würde er mir den Spiegel vorhalten. Ich habe meinem Mann daraus vorgelesen und konnte überhaupt nicht aufhören, darüber zu reden. Manchmal war ich richtig sauer auf Klaus-Peter Wolf, weil er Ann-Kathrin Klaasen so schlimmen Situationen aussetzt und sie mit solchen Abgründen konfrontiert. Es gab Stellen, da hätte ich das Buch am liebsten in die Ecke geworfen, aber ich konnte nicht aufhören zu lesen. Das überraschende Ende hat mich erleichtert. Ich bleibe Ein Fan von Ann-Kathrin Klaasen.

20.02.2008 18:42:16
clare1512

Leichte entspannende Kost.
Wie steht im Klapptext: Für den Urlaub im Strandkorb.
Die Spannung hält sich in Grenzen, aber flüssig zu lesen. Leider reicht es nicht an den ersten Roman mit Ann Kathrin Klaasen heran.
Lassen wir uns von Teil 3 überraschen.