Ostfriesenschwur

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Frankfuirt am Main: Fischer, 2016, Seiten: 512, Originalsprache

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Andreas Kurth
Bullen-Memoiren als Killer-Fahrplan

Buch-Rezension von Andreas Kurth Nov 2015

Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag. Ubbo Heide, pensionierter Chef der ostfriesichen Kriminalpolizei bekommt ein mysteriöses Paket zugestellt. Seiner Frau und ihm fährt der Schreck mächtig in die Glieder, als sie im Paket einen abgetrennten Kopf finden. Ubbo schaltet sofort seine Kollegen ein, und als ein zweiter Kopf im Kofferraum seines Fahrzeugs auftaucht, wird deutlich, dass der Mörder dem erfahrenen Ex-Kriminalbeamten eine Botschaft schicken will.

Ubbo Heide kennt die beiden Toten, er hat einst gegen sie ermittelt. Ann Kathrin Klaasen und ihr Team - einschließlich ihres neuen Vorgesetzten - merken schnell, dass ihnen der Killer irgendwie immer einen Schritt voraus ist. Deshalb kommt der Verdacht auf, dass es sich um einen Täter aus den Reihen der Polizei handeln könnte.

Es gibt weitere Tote - und während der Leser dem Mörder längst über die Schulter blickt, tappen die Ermittler völlig im Dunkeln. Klaasen und ihre Kollegen ahnen, dass die Mordserie irgendwie mit Ubbo Heides Buch über ungelöste Fälle zusammen hängt, aber sie müssen zu ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden greifen, denn es gibt weitere Morde. Erst im dramatischen Finale wird der ungewöhnlichen Fall doch noch gelöst.

Abgetrennter Kopf sorgt gleich für Volldampf

Um es gleich zu sagen, mit Ostfriesenschwur hat Klaus-Peter Wolf einen weiteren Band seiner Klaasen-Reihe vorgelegt, der den Leser mit einem perfekten Spannungsbogen bis zur letzten Seite fesselt. Der Autor braucht dabei keinen großen Anlauf, mit dem abgetrennten Kopf in der Post geht es gleich mit Volldampf los. Schon früh wird auch die Tätersicht eingeführt, gemeinsam mit dem Mörder ist der Leser den Ermittlern immer ein paar Schritte voraus.

Dennoch bleibt lange unklar, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, und auch die tatsächliche Motivlage ist zwar irgendwie klar - aber dann eben doch nicht so wirklich. Man merkt dem Roman die Fabulierlust von Klaus-Peter Wolf an, kann sich beim Lesen fast vorstellen, wie er mit seiner Kladde am Strand oder in einem Café sitzt, und beim Schreiben vor sich hin lächelt. Ruperts amouröse Abenteuer, Klaasens messerscharfe Schlüsse, und auch die zeitweise Hilflosigkeit des neuen Kripochefs Büscher - der Autor bietet dem Leser neben der eigentlichen Kriminalgeschichte so einiges an Unterhaltung.

Vorwurf des unpassenden Marketings ist unsinnig

Klaus-Peter Wolf wird immer wieder vorgeworfen, dass er in seinen Romanen seine Frau, gute Freunde, Lokale, Schwimmbäder oder was auch immer erwähnt. Sicherlich kann man das durchaus kritisieren, aber die überzogenen Vorwürfe, er würde hier unpassendes Marketing betreiben, halt ich für ziemlichen Unsinn. Jeder Autor sucht sich für seine Romane einen Schauplatz oder eine Region aus, in der sich seine Protagonisten bewegen. Wer in Berlin spielenden Romanen den Zoo, eine bestimmte Bar oder ein Café erwähnt, erntet solche Vorwürfe eher selten. Warum das bei Ostfriesland-Krimis anders ist, erschließt sich mir in keiner Weise.

Wenn sich die Kritik an dieser Reihe vor allem auf derart billige Vorwürfe stützt, ist das schon seltsam. Man könnte umgekehrt einen Schuh daraus machen. Durch die Erwähnung bekannter Orte, Lokale und Personen gewinnt das Buch enorm an Authentizität. Dass sich Norden und andere Orte in Ostfriesland über diese Schiene geschickt für den Tourismus vermarkten und so interessanter machen wollen, kann ich nicht verwerflich finden. Wolf hilft sicherlich ein wenig dabei mit, aber das ist in meinen Augen durchaus im Rahmen.

Schwieriger Start für den neuen Kripo-Chef

Neben der Spannung durch den rasanten und ungewöhnlichen Kriminalfall lebt der Roman - wie so oft in dieser Reihe - von seinen Protagonisten. Ann Kathrin Klaasen und ihr Team sind den Lesern dieser Reihe bereits bestens vertraut, interessant ist daher vor allem die aktuelle - und künftige - Rolle des neuen Kripo-Chefs Martin Büscher. Er ist nicht so ganz freiwillig aus Bremerhaven nach Ostfriesland gekommen, man hat ihm diesen Wechsel mit der Aussicht auf Beförderung schmackhaft gemacht. Nun muss er nicht nur gegen die berühmte Kommissarin Klaasen "anstinken", sondern auch noch gegen seinen Vorgänger, der bei diesem Fall plötzlich wieder mitten drin ist, allerdings auch eher unfreiwillig. Büschers Probleme ziehen sich als Dauerthema durch dieses Buch, und Klaus-Peter Wolf hat noch weitere nette Nebengeschichten eingebaut.

Vor allem aber hat er reichlich falsche Fährten, Sackgassen für die Ermittler und zusätzliche Rätsel in den Roman verpackt. Wenn man mehrfach glaubt, den Fortgang der Handlung voraussehen zu können, wird man schnell eines Besseren belehrt.

Im dynamischen und dramatischen Finale trägt Klaus-Peter Wolf ziemlich dick auf, aber das ist ja auch kein Tatsachenroman, und der Autor hat eben seine dichterische Freiheit genutzt. Insgesamt ist Ostfriesenschwur ein rasanter und fesselnder Roman - ideale Lektüre für ein langes Wochenende. Es muss ja nicht an der Nordsee oder auf einer der ostfriesischen Inseln sein ...

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Letzte Kommentare:
24.04.2018 14:46:10
Gabyquer

Gruselig, schaurig, spannend - so wie ich die Bücher von Klaus Peter Wolf mag !! Ich hoffe das ihm noch ein paar tolle Geschichten einfallen und die Serie weiter geht! Immer wieder spannend und schwer aus der Hand zu legen! Ich wiederhole mich gerne: Ich mag die Bücher sehr und freu mich immer wieder aufs neue auf einen Krimi von Klaus Peter Wolf !

06.09.2017 17:10:17
Margot

Also ich höre jetzt auf-Seite 288. So sehr kann ich mich gar nicht langweilen als das ich dieses Buch weiterlese. Worum geht's eigentlich? Ein nicht zu ersetzender Ex-Chef, ein trotteliger Nachfolger, ein notgeiler Kommissar, eine Superwoman-Kommissarin mit einem ziemlich dämlichen Ehemann und eine Handlung die nach 300 Seiten immer noch sehr diffus ist. Na ja, muss ja nicht jedem gefallen.

18.06.2017 23:26:51
Antonia

Ich muss sagen dass ich mir mit einigem Interesse die Kommentare durchgelesen habe. Ich kann mir allerdings keine einheitliche Meinung dazu bilden: Innerhalb des ganzen Buches ist mir nicht klar geworden aus welcher Motivation der Täter heraus handelt. Außerdem gab es einige Abschnitte im Buch, bei denen mir der Sinn des ganzen nicht klar geworden ist. Aber dennoch muss ich sagen dass während dem ganzen Buch die Spannung so groß war dass es mir sehr schwergefallen ist, aufzuhören zu lesen. Insgesamt lese ich sehr gerne die Bücher von Klaus-Peter Wolf. Aber mal zu lesen was Kritiker dazu sagen ist sehr hilfreich.

25.04.2017 17:08:31
Thomas Bastian

Für mich war es das erste Buch des Autors K.-P. Wolf. Als Vielleser, in den letzten sechs Monaten ca. 20 Bücher, davon überwiegend Krimis skandinavischer Autoren, habe ich den " Ostfriesenschwur " auf Seite 205 abgebrochen. Nicht nur dass mich die Geschichte gelangweilt hat, auch die einfältige Darstellung der Protagonisten hat mich zuerst gestört, dann regelrecht angewidert.
Heide, der gottgleiche Exchef, von seinen ehemaligen Kollegen bis ins Extreme devot verehrt, Klaasen, die unnahbar über den Dingen ( auch geltendem Recht und Gesetz ) steht, der Rest der Truppe einfältige Zuträger. Sämtliche Charaktere platt und ohne jede Facetten. Die Dialoge entsprechen dem Niveau eines Arztroman Heftchens.
Der Autor setzt den Schwerpunkt auf ostfriesische Eigenarten und Dinge, die er dann auch en Detail beschreibt. Apropos Schreiben - das Schreiben, u.a. von Krimis, ist ein Handwerk dass Herr Wolf wohl nicht von Grund auf erlernt hat.
Mein halbes erstes und auch letztes Buch dieses Autors.

27.09.2016 10:37:37
Sylvia Schrader

Es ist mein erster Ostfriesen-Krimi. Ich bin auch erst bei Seite 300 - ich hoffe es wird noch besser. Bis jetzt finde ich ihn ziemlich langweilig. Man muss sich zum Weiterlesen richtig motivieren. Außerdem finde ich die Personen platt und auch nicht intersant dargestellt. Aber ich gebe nicht auf, vielleicht finde ich ja noch das Überraschende und Spannende.

18.07.2016 08:37:03
Simone Schäfer

Den zehnten Band der Ostfriesenkrimireihe „Ostfriesenschwur“ zu lesen, war für mich wie ein Nachhausekommen. Ich habe sie alle wiedergefunden – meine ostfriesischen Helden. Unverwechselbar wieder Rupert, der viel Scheiß baut, aber den man vielleicht gerade deswegen mag. Er ist so ein bunter Farbtupfer in der Truppe.
Wie immer wird auch in diesem Klaus-Peter-Wolf-Roman ein tiefes, archaisches Grundthema behandelt: Er widmet sich zwischen den Zeilen einer recht philosophischen Diskussion: Was ist eigentlich Recht? Wie kann man es durchsetzen? Wann wird Recht zu Unrecht?
Im Roman sind keine Antworten, aber es werden doch viele Fragen aufgeworfen. Immer wieder gelingt es ihm, den Leser vor Entscheidungen zu stellen. Manchmal ist das ganz schön verstörend.
Ich war sehr froh, dass Ubbo Heide (der ehemalige Chef der ostfriesischen Kripo), der ja in Band 8 pensioniert wurde, wieder ins Geschehen rückt. Ubbo Heide hat ein Buch über seine ungelösten Fälle geschrieben, das erzählt viel über ihn als Person. Denn normalerweise schreiben Menschen am Ende ihrer Karriere ein Buch darüber, was für ein toller Hecht sie sind. Ubbo Heide schreibt über das, was ihm schiefgegangen ist. Über Ermittlungsfehler und warum er glaubt, dass einige Schwerverbrecher durch seine Irrtümer und kluge Strafverteidiger der gerechten Strafe entkommen sind.
Er sitzt auf seiner Lieblingsinsel Wangerooge und schaut aufs Meer, da bringt ihm der Postbote ein Paket, darin ein abgeschlagener Kopf. Er gehört einem Menschen, gegen den Ubbo Heide mal erfolglos ermittelt hat. Ubbo begreift, dass sich jemand an seinem Buch entlangmordet. Die schlimmsten Verbrecher müssen jetzt von der Polizei geschützt werden …
Das Nachwort zu „Ostfriesenschwur“ hat der real existierende Polizeichef Ostfrieslands, Hans-Jürgen Bremer (Chef über 450 Kripobeamte und zuständig für eine Viertelmillion Menschen) geschrieben. Sein Fazit: „Wolf ist verdammt nah dran an der Wirklichkeit“.

18.04.2016 21:42:55
hans jürgen möller

War der Kommentar eine Auftragsarbeit? Spannung? Wo denn? Es passiert viel, aber zusammenhanglos, unüberlegt, ohne auch nur den geringsten logischen Ansatz. Am schlimmsten die Beschreibung der Akteure, Charaktere ohne Bezug zu realen Gestalten, entweder Grenzdebil oder Götter. Und jede Menge Plattitüten. Gegen den (realen) Leiter der Polizeiinspektion Aurich würde ich, wäre er mein Kollege oder Chef aufgrund seines Nachwortes eine Dienstaussichtsbeschwerde einreichen. Muss man so zeigen, wes Geistes Kind man ist?

14.04.2016 12:43:46
Conny Hildebrand

Leider kann ich mich diesem Feudenfeuer der bisherigen Kritiken in keiner Weise anschließen. Die Geschichte erscheint mir unglaubwürdig, ich sehe weder Motiv noch Intention des (auch am Ende unbekannten Täters). Die Dialoge sind flach und literarisch ganz unten. Die Heldenverehrung der Ann Katrin Klaasen entbehrt jedem Beweis. Die Protagonisten werden (ausser Ann K.K.) als grenzdebil dargestellt. Für mich das schlechteste Buch und unglaublich langweilig.

05.04.2016 08:08:15
Heidi Rauch

Wieder ein tolles Buch von Peter Wolf,
ich bin begeistert und meine Bekannten auch.
Freue mich auf den nächsten Band.
Spannend und trotzdem unterhaltend.
Gute Lektüre .
Die mir schon bekannten " >Hauptdarsteller" begeistern mich immer wieder.
Dass der pensionierte und leider behinderte Chef den Mut hat immer wieder mitzumachen.

31.03.2016 16:29:52
Martin

Moinsen,

aufgrund zahlreicher Rezensionen und dicker Bücherstapel in der Buchhandlung kaufte ich mir diesen Band. Ich mag regionale Krimis, wie z. b. Die Eifelkrimis.
Ich würde diesen Band mit einem guten Krimi von Wilsberg vergleichen: Krimi mit Comedy, liebe Charaktere und ein halbwegs unterhaltsamer Krimiplot.
Leider nicht mehr:-(. Insgesamt hatte ich mehr erhofft. vielleicht bin ich von Fitzek und Haas zu sehr verwöhnt?? Als Wochenendekrimi bei schlechtem Wetter ist der Band ok, aber mehr muss ich davon nicht lesen. Weitere Werde ich wohl nicht kaufen (von den oben genannten Autoren las ich alles!!)

31.03.2016 10:09:11
Petra Kaftan

Auch in diesem Fall hat es Klaus Peter Wolf mal wieder geschafft seine Leaer zu fesseln..Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite an Spannung nicht zu übertreffen und man kann es nicht aus der Hand legen weil man einfach mitfiebert und unbedingt mit den altvertrauten Ermittlern gemeinsam den Fall lösen möchte..Ich liebe den Schreibstil von Klaus Peter Wolf..auch wenn grausame Morde geschehen fehlt es dennoch nicht an einer guten Portion Witz und Humor die für den absoluten Lesegenuß sorgen..man ist nach 10 Büchern einfach so vertraut mit den meisten Figuren das es einfach Spaß macht sie in den Büchern wiederzutreffen..Ich für meinen Teil freue mich schon auf den 11. Fall..Ostfriesentod.

15.02.2016 16:15:49
Eule Buer

Ostfriesenschwur ist für mich der beste Krimi aus der Ann Katrin Klaasen Reihe. Leider muß man als Fan bis Februar 2017 warten, um den nächsten Krimi von Klaus Peter Wolf zu lesen. Ich kann Ostfriesenschwur nur empfehlen. Ein typischer Ann Kathrin Klaasen Krimi wird in gewohnter Art und Weise geklärt.

02.02.2016 18:30:52
Susanne Kaminski

Ostfriesenschwur

„Ein Blick aufs Meer relativiert alles“.
Ubbo Heide, ehemaliger Chef der ostfriesischen Kriminalpolizei
(Zitat aus Ostfriesenschwur)

Aber tut er das in diesem brisanten Fall tatsächlich???

Der zehnte Fall für Ann Kathrin Klaasen und Weller, das Jubiläum:
Fulminant und packend.
- Ja, das ist er wirklich!!!

Eigentlich möchte ich meinem immer gern benutzten Leitsatz „Ich kann die Nordsee förmlich riechen“ treu bleiben, doch angesichts dieser skurilen Story, bekommt „meine“ Nordsee einen getrübten Geruch.
Würde ich so ein Paket zum Frühstück bekommen, es würde mir auch den Appetit auf die leckeren „Seelchen“ vermiesen und mein Blick auf die schöne Nordsee wäre sehr verhangen.
Bereits nach sechs Seiten bin ich mitten im Geschehen und kann den Roman nicht mehr aus den Händen legen.
Wer macht so etwas?
Wer ist fähig, Ubbo Heide so etwas zu präsentieren?
Aber damit nicht genug …., der Schauer für Ubbo Heide und seine Ehefrau Carola geht auch auf dem Festland – und schon beim Abholen ihres Autos in Harle – weiter.

Hängt sein Buch der ungelösten Fälle mit „Allem“ zusammen? Warum greift der Täter auf Recherchen seines neuen Buches – welches noch gar nicht veröffentlicht ist – zurück? Wie kommt er an diese Informationen? Wer möchte ihm schaden? Fragen über Fragen?

Es ist von „Flow“ die Rede und damit sind die soziologischen Aspekte verankert.
„Flow“ bezeichnet das als beglückend erlebte Gefühl eines Schaffens- oder Tätigkeitsrausch.
Sehr treffend ist dem Autor Klaus-Peter Wolf damit die Beschreibung seines – in diesem Fall – Hauptprotagonisten – gelungen. Ein Glücksgefühl, welches er erlebt, wenn man in die Tiefen seines menschlichen Abgrundes blickt.

Die Position des neuen Chefs der Auricher Kriminalpolizei wird von dem Protagonisten „Büscher“ verkörpert. Lange Zeit spielt er eine „Nebenrolle“ in dem Geschehen. Für den Leser sehr authentisch nachzuvollziehen, dass er sich auf „ganz dünnem Eis“ bewegt. Büscher erfüllt sämtliche Forderungen und Anordnungen die durch Ann Kathrin Klaasen – nein, durch die gesamte Mannschaft der Auricher Kripo – in die Wege geleitet werden. Schließlich geht es um Ubbo Heide. Es stellt sich die Frage, wer ist denn nun der eigentliche Chef der Auricher Kripo? – Büscher oder Ubbo Heide?
Souverän schildert der Autor, wie es im realen Leben aussieht, wenn eine Mannschaft hinter einem steht – auch wenn es sich um den ehemaligen Chef handelt.
Durch sein,- vom Autor super konzipiertes -, Verhalten involviert sich Büscher damit zur „Truppe“ der Auricher Kripo.
Realistisch sehr gut verständlich und treffend ist es dem Autor damit gelungen, einen neuen Chef bei der Auricher Kripo zu integrieren.

Die real existierenden Seriencharaktere verlieren in keinster weise an Sympathien. Ihre Handlungsweisen erschließen sich dem Leser, als wäre er mitten in diesem Konstrukt.

Geschickt stellt der Autor Nebensituationen auf; wer oder was ist hier eigentlich die Frage?
Ich springe durch die explizite Beschreibung von Klaus-Peter Wolf von einer Situation zur anderen und bin mitten drin.
Spannungsvoll lese ich die Kapitel und meine, ich hätte die Lösung!
Aber auf den nächsten Seiten mutieren sie zum Flopp! Es kommt alles ganz anders.

Besonders gut gefallen mir wieder die detailreichen und detailtreuen Beschreibungen von den Schauplätzen in Ostfriesland und von den Menschen.
Mir gibt es ein Gefühl, als stünde ich mitten in dieser Geschichte und erlebe alles hautnah mit.

Auf 511 Seiten vermengt der Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf so viele komplexe Handlungsstränge, das es eine wahre Freude ist, die Seiten des Buches zu „verschlingen“, und Puzzle- um Puzzleteil zusammenzufügen.
In meinen Augen hat der Autor es wieder einmal geschafft, dem Leser die Erkenntnis mit auf den Weg zu geben, dass Fiktionen der Wahrheit – leider – oft viel zu Nahe kommen.

Die Ostfrieslandkrimis von dem Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf sind mittlerweile Kult geworden – nein, sie machen süchtig!
Ich weiß gar nicht, wann diese Sucht bei mir auftrat – war es schon nach „Ostfriesenkiller“ oder erst nach „Ostfriesenblut“?
Auf jeden Fall bin ich süchtig danach!!!

Ein „vorsichtiger“ Blick ans Buchende lässt das Herz jeden Fans höher schlagen!!!
„Ostfriesentod“ wird der nächste Fall von Ann Kathrin Klaasen und Weller – ich hoffe sehr, nicht der Tod der Ostfriesenkrimi-Reihe!
Und ich freue mich sehr darauf, weiterhin dem Kult und dem „Meister“ der Ostfrieslandkrimis folgen zu dürfen und an dem Leben von Ann Kathrin Klaasen und Weller teilnehmen zu können.

Ich wünsche dem Autor Klaus-Peter Wolf für den zehnten Fall von Ann Kathrin Klaasen einen grandiosen Erfolg und bedanke mich ganz herzlich bei ihm für viele schöne Lesestunden im neuen Fall von Ann Kathrin und Weller! -