Zu gefährlicher Stunde

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • New York: Mysterious Press, 2004, Titel: 'The Dangerous Hour', Seiten: 290, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2007, Seiten: 307, Übersetzt: Susanne Goga-Klinkenberg
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2015, Seiten: 310, Übersetzt: Susanne Goga-Klinkenberg

Couch-Wertung:

55°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:80
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Wolfgang Weninger
Leider nur Platzpatronen verpulvert

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mär 2007

Die Detektivagentur von Sharon McCone blüht und gedeiht. Mit verdreifachten Umsätzen, neuen Büros und zusätzlichen, qualifizierten Mitarbeitern könnte die clevere Detektivin und Unternehmerin eigentlich vollauf zufrieden sein, würde sie ihr Langzeitgefährte Hy Ripinsky nicht zur Hochzeit drängen.

Doch Sharon hat keine Zeit, daran viele Gedanken zu verschwenden, denn eine ihrer jungen Praktikantinnen soll einem Klienten, der für das Amt eines Stadtrates kandiert, bei der Ausübung ihrer Tätigkeit eine Kreditkarte entwendet haben und auf dessen Kosten zahlreiche Einkäufe getätigt haben. Die entsprechenden Waren finden sich nicht nur in der Wohnung der jungen Frau, sondern auch im Postlager der Agentur.

Die Polizei ermittelt und setzt die vermeintliche Täterin in Untersuchungshaft fest. Und da nach amerikanischem Recht bei Verfehlungen von Angestellten auch der Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen werden kann, hat Sharon auch die Bundesbehörden aus dem Verbraucherministerium am Hals, die ihr im Falle einer Verurteilung jederzeit den Laden dicht machen könnten.

Sharon McCone und ihr Team müssen alle anderen Fälle hintan stellen und versuchen, die Verdächtige zu entlasten. Aber das ist leichter gesagt als getan, denn die Beweise sind erdrückend. Erste Recherchen ergeben, dass im Umfeld des Ex-Klienten zwei ungeklärte Morde passiert sind und sich der Möchtegern-Stadtrat mit Drogendealern und Schlägern umgibt, die jeden mundtot machen, der aus der Vergangenheit plaudern könnte. Die Lösung des Problems muss in einem der früheren Fälle von Sharon zu finden sein ...

Fast jährlich veröffentlicht die für ihr Lebenswerk 2005 ausgezeichnete amerikanische Autorin Marcia Muller ein neues Abenteuer der smarten Detektivin Sharon McCone und den mittlerweile vierundzwanzigsten Band "The Dangerous Hour", geschrieben 2004, hat nun der Fischer Taschenbuchverlag als "Zu gefährlicher Stunde" in der Übersetzung von Susanne Goga-Klinkenberg als deutsche Erstveröffentlichung auf den Buchmarkt geworfen.

Auf 308 Seiten erleidet die sympathische Serienheldin das Schicksal vieler anderer Seriengestalten und müht sich redlich, aber nicht besonders aufregend, die Geschichte in Schwung zu bringen, ohne dabei aber über das Mittelmass hinaus zu kommen. Die Ermittlungen laufen die längste Zeit unspektakulär ab und erst im letzten Drittel kommt ein wenig Spannung auf, wenn Sharon und ihrem Team ein paar Kugeln um die Ohren pfeifen.

Die Charakterisierung der Personen läuft dabei nach Schema F ab und erinnert an schwächelnde TV-Krimimassenware aus Übersee, die ohne jeden Überraschungseffekt daher kommen. Vielleicht kann man sich gerade deswegen sofort mit der (in diesem Band) eher farblosen Figur der Sharon McCone zu Recht finden, die zuvor eigentlich einen recht beachtlichen Werdegang eingeschlagen hat. Aber diesmal ist die ganze Geschichte zu vorhersehbar und das Schicksal des an Diabetes erkrankten Katers berührt den Leser mehr als es Leichen und Verwundete tun. Dazu noch ein wenig Liebesleid und Liebesfreud, um das Privatleben nicht ganz zu vernachlässigen, doch damit ist der konstruierte Plot auch schon am Ende.

"Zu gefährlicher Stunde" ist höchstens für diejenigen Konsumenten interessant, die auch schon frühere Abenteuer der Ermittlerin verschlungen haben und wissen wollen, wie sich deren Leben weiter entwickelt hat. Band 24 ist in dieser Machart mit ziemlicher Sicherheit nicht in der Lage, denjenigen, der zum ersten Mal zu einem McCone-Krimi greift, darauf neugierig zu machen, was sich in den 23 Bänden vorher abgespielt hat. Marcia Muller beweist mit diesem Buch wieder ein Mal, dass sie bei der Präsentation ihrer Inhalte sehr wankelmütig agiert, denn dieses deutliche Auf und Ab in der Qualität ihres Schriftgutes musste man schon zuvor mehrfach bemängeln. Diesmal hat die Autorin, die als Erfinderin der hartgesottenen Detektivinnen gilt, leider nur Platzpatronen verpulvert.

Zu gefährlicher Stunde

Zu gefährlicher Stunde

Deine Meinung zu »Zu gefährlicher Stunde«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
25.07.2008 22:56:06
Biene0756

Auch ich gebe dem Rezensenten und Kinsey recht: selten einen s0 wenig fesselnden Krimi gelesen. Muß gestehen, daß ich das Buch nicht mal zu Ende gelesen habe, für die letzten 20 Seiten war mir die Zeit einfach zu schade. Es gibt lesenswertere Bücher. Wenn ich nicht schon andere Werke der Autorin gelesen hätte, die spannender und interessanter geschrieben waren, würde ich von ihr nichts mehr lesen. So gebe ich ihr doch noch mal eine Chance.

06.05.2008 21:13:24
Kinsey

Leider muß ich dem Rezensenten beipflichten. Die Geschichte ist einfach nur langweilig. Dabei klingt die Grundidee gar nicht so schlecht: Die Detektiv-Agentur von Sharon McCone floriert – Klasse, da wird mal nicht das Klischee vom ewig pleiten Privatdetektiv bedient! – und im nächsten Moment steht alles auf dem Spiel. Aber dann plätschert die Story ohne jeglichen Höhepunkt so vor sich hin. Der Autorin schien es wichtiger zu sein, Privatangelegenheiten ihrer Serienheldin auszubreiten und sich in Rückblicken auf alte Fälle zu verlieren, als der Handlung den nötigen Drive zu geben. Zeitweise erschien es mir, als ob sie selber nicht so recht wußte, wohin die Geschichte führen soll. Einzig den Einfall, Sharon McCone auf eine andere Mullersche Heldin – die Museumskuratorin Elena Olivarez – treffen zu lassen, fand ich witzig, aber selbst diese Idee hätte noch mehr Möglichkeiten geboten.
Der Krimi ist höchstens was für Leute wie mich, die ihre Serien gerne vollständig haben.