Gefährliche Stille

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • New York: Mysterious Press, 2000, Titel: 'Listen to the Silence', Seiten: 289, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2001, Seiten: 342, Übersetzt: Cornelia Holfelder-von der Tann
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2002, Seiten: 341, Übersetzt: Cornelia Holfelder-von der Tann
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2015, Seiten: 342, Übersetzt: Cornelia Holfelder-von der Tann

Couch-Wertung:

63°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
1 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:84
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Sabine Reiß
enttäuschend

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2003

In Marcia Mullers Krimireihe geht es vorwiegend um zwei Dinge. Vordergründig um die Ermittlung in einem Fall, meist in Kombination mit einem Verbrechen, das sich bereits ereignet hat oder im Laufe der Handlung noch ereignen wird, und um die Vermittlung von Hintergrundinformationen. Skrupellose Geschäftemacherei auf vielerlei Art, Goldschürfen, Vietnamkrieg, amerikanisch-mexikanische Beziehungen und ähnliche Themen verbindet die Autorin gekonnt mit den Erlebnissen ihrer Privatdetektivin Sharon McCone. Im vorliegenden Roman steht wieder einmal die Vergangenheitsbewältigung im Zentrum, dieses Mal allerdings nicht die eines Klienten, denn...

...Sharon ist in eigener Sache unterwegs.

Die Nachricht vom Tod ihres Vaters kommt überraschend. Sie soll seine Papiere ordnen und stößt bei deren Durchsicht schnell auf ein Dokument, das wohl genau da platziert wurde, damit es sie es findet: ihre Adoptionsurkunde. Überraschung und Schock ergreifen gleichermaßen Besitz von ihr. Nun ist ihr klar, warum sie weder ihren Eltern, noch ihren Geschwistern ähnlich sieht. Dieses Tatsache wurde ihr immer damit erklärt, dass bei ihr die Gene ihrer Urgroßmutter indianischer Herkunft durchkommen. Ihre (Adoptiv-)Mutter, die von ihrem Mann schon seit einigen Jahren getrennt lebte, schweigt sich über das ganze Thema aus und so muss Sharon andere Quellen anzapfen. Von ihrem Onkel und ihrer Tante erfährt sie, dass ihre Großtante Fenella in den fünfziger Jahren ein Reservat besuchte, um ihre eigenen Wurzeln zurückzuverfolgen. Ein Gefühl sagt ihr, dass dies der Ansatzpunkt ist, auch mehr über ihre leiblichen Eltern herauszufinden. Über Umwege gelangt sie zum Ziel, doch bevor sie mit ihrer genetischen Mutter reden kann, wird diese von einem Auto angefahren und schwebt seitdem in Lebensgefahr.

Was ich an den Büchern von Marcia Muller mag, ist genau dieses Gemisch aus Privatleben und Kriminalfall. Normalerweise steht beides in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, doch hier neigt sich die Waage zu sehr in eine Richtung. Große Spannung will erst gar nicht aufkommen. Es ist zwar interessant zu lesen, wie sich die Protagonistin auf die Reise in die Vergangenheit begibt, aber ein lange zurückliegender Mord reicht für einen Krimi nicht wirklich aus. Wie die Privatdetektivin aus den nicht gesagten Sätzen gerade das Richtige heraushört, das ist schon ein bisschen weit hergeholt.

Ein Roman der schwächeren Riege

Die Story ist ganz nett als Familiengeschichte und man gewinnt einen oberflächlichen Eindruck über das Leben der Indianer, allerdings nicht zu vergleichen mit einem Roman von Tony Hillerman, der mit indianischen Protagonisten viel intensiver erzählt, während Marcia Muller nur einen kurzen Blick von außen auf ein Reservat wirft. Nichts anderes kann sie beabsichtigt haben, da ihre Hauptdarstellerin nun mal aus San Francisco stammt, auch wenn in ihren Adern ein kleiner Anteil Shoshonen-Blut fließt. Allerdings ist man eben eine fundiertere Recherche gewohnt, doch auf diese muss man hier verzichten.

"Gefährliche Stille" ist ein Sharon McCone-Roman der schwächeren Riege. "Tote Pracht" oder "Mord ohne Leiche", frühere Bände der Serie, waren da um einiges komplexer angelegt und ruhten sich nicht nur auf einer dünnen Story aus. Empfehlenswert ist der vorliegende Teil der Serie höchstens, weil er die Geschichte der Heldin komplettiert. Für Einsteiger gilt: Finger weg, das Bild der Autorin wird ansonsten schief.

Im Übrigen betreibt der Verlag hier eine ganz schöne Seitenschinderei, die ich nicht gutheißen möchte, obwohl der Preis des Buchs dies zumindest teilweise berücksichtigt. Von den 341 Seiten sind ganze 40 schon mal fast leer, weil nur ein Datum draufsteht, davor sind teilweise nochmals Leerseiten, damit ein neues Kapitel immer auf der rechten Seite anfängt, die Abstände zwischen den einzelnen Überschriften sind recht groß und der rechte Rand ist ungefähr doppelt so breit wie gewöhnlich. Ich schätze, es bleiben ca. 260-270 Seiten übrig.

Gefährliche Stille

Gefährliche Stille

Deine Meinung zu »Gefährliche Stille«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
14.12.2007 19:03:31
Kinsey

Gefährliche Stille gehört sicher zu den besseren der inzwischen 23 qualitativ völlig unterschiedlichen Romane - von denen unverständlicherweise leider nicht alle auf deutsch erschienen sind. Diesmal ermittelt die Privatdetektivin in eigener Sache. Per Zufall hat sie erfahren, dass sie als Baby adoptiert wurde und macht sich nun auf die Suche nach ihrer Herkunft, die sie in die unbekannte Welt der indianischen Reservate führt. Dass sie auf dem Weg zur Wahrheit auch noch einen Mord und einen Mordversuch aufklärt, gerät dabei eher zur Nebensache. Im Zentrum steht vielmehr die Suche nach der eigenen Identität. Glaubwürdig und für jeden nachvollziehbar schildert die Autorin die widerstreitenden Gefühle der Ich-Erzählerin, auch wenn manches etwas stereotyp und klischeehaft daherkommt.