Die Gnadenfrist

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • London: Century, 1995, Titel: 'Time to Depart', Seiten: 364, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Eichborn, 1997, Seiten: 507, Übersetzt: Susanne Aeckerle
  • München: Droemer Knaur, 1998, Seiten: 470

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Rom, 72 n. Chr. Kaiser Vespasian herrscht über die Ewige Stadt. Und in der Unterwelt herrscht Balbinus Pius, ein machtgieriger und menschenverachtender Krimineller. Ein Fall für Falco, der gerade aus Palmyra zurückgekehrt ist. Er eilt seinem Freund Petronius, dem Hauptmann der Vigiles, zu Hilfe. Diesem ist es nämlich gelungen, Balbinus von einem Gericht zum Tode verurteilen zu lassen. Aber Balbinus hat das Recht auf eine Gnadenfrist und verläßt sofort die Stadt. Kurz darauf bricht in der römischen Unterwelt ein Machtkampf aus. Wer steckt dahinter? Etwa Lalage, die Bordellbesitzerin? Oder gar Balbinus persönlich? Falco raucht der Schädel.

Die Gnadenfrist

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Letzte Kommentare:
31.05.2009 17:23:34
Kinsey

Seit „Silberschweine“ und „Bronzeschatten“ hat mir kein Band aus der Falco-Reihe mehr so gut gefallen wie dieser. Marcus Didius Falco wird zu Recht der Philipp Marlowe der Antike genannt: Schnodderig, immer blank, hart im Nehmen, aber absolut kompromißlos und integer. Aber diesmal kam auch wieder seine melancholisch-verletzliche Seite, insbesondere in Bezug auf die Beziehung zu seiner großen Liebe, der Senatorentochter Helena, zum Ausdruck.
Der Kriminalfall selbst liest sich wie eine Mafia-Geschichte (konkurrierende Verbrecherbanden, knallharte Prostituierte, korrupte Beamte) – eins zu eins übertragen auf antike Verhältnisse. So spannend und kurzweilig das auch sein mag - aber das ist es gerade, was mich an den Geschichten um Falco stört – sie klingen viel zu modern, nicht zuletzt in den Dialogen. Bei aller historischen Genauigkeit – die ich der Autorin einfach mal so unterstelle – es kommt zu wenig vom antiken Lebensgefühl bzw. Weltbild rüber. Das gelingt z.B. John Maddox Roberts mit seiner SPQR-Reihe wesentlich besser.

04.05.2009 02:24:42
Andrea Bollinger

"Die Gnadenfrist" ist sicher einer der besten Lindsay-Davis-Romane: Dicht, düster, spannend. Der Titel bezieht sich auf die römische Sitte, einem überführten Kriminellen die Möglichkeit zu gewähren, unter Polizeiaufsicht bei Nacht und Nebel ein Boot zu besteigen und Italien für immer zu verlassen - für die Römer eh die schlimmste vorstellbare Strafe. Einem ganz üblen Typen wird diese "Gnadenfrist" gewährt, und natürlich kommt alles anders, als es sich Detektiv Falco und Polizist Petronius erhofft hatten. Die auf Dauer nicht mehr gar so lustigen, sondern eher nervigen Familien- und Plebs-Szenen halten sich hier in Grenzen, der Ton ist ernster und der Plot stimmiger als in den anderen Davis-Werken.