Wilsberg und die Schloss-Vandalen

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2000, Seiten: 159, Originalsprache

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Manfred Heeke
Kurzweilig geschrieben, die Story durchdacht

Buch-Rezension von Manfred Heeke Mai 2003

Der Münsteraner Privatdetektiv Georg Wilsberg wird vom Grafen Josef zu Schwelm-Legden engagiert. In letzer Zeit werden Anschläge auf sein Schoß in Isselburg verübt und der Schloßherr erpresst. Wilsberg gefällt dieser Auftrag, scheint er doch relativ leicht zu sein und es springt eine ansehnliches Honarar dabei heraus. Außerdem kann er im konfortablen schloßeigenen Hotel residieren.

Der Detektiv ist schnell davon überzeugt, dass hinter den Anschlägen Jungendliche stecken. Er legt sich also auf die Lauer, endeckt zunächst aber nichts. Plötzlich nimmt der Fall eine Wendung. Dem Grafen werden menschliche Knochen zugesandt mit der Bemerkung "Wir haben die Leiche gefunden". Nun ermittelt auch die münsteraner Mordkommission unter Leitung von Wilsbergs jahrelangen Weggefährten Hauptkommissar Stürzenbacher. Ganz so einfach, wie Wilsberg es sich vorgestellt hat, scheint der Fall dann doch nicht zu lösen zu sein.

Wilsberg findet jedoch heraus, dass es viele Menschen gibt, die dem Grafen Böses gönnen. Er hält beispielsweise illegal exotische Vögel in seinem Schloßpark, verkauft ein unter Naturschutz stehendes Stück Land, damit dort eine Umgehungsstraße gebaut werden kann und hat seine Tochter verstoßen, nur weil sie einen handwerklichen Beruf ausübt. Außerdem ist da noch der homosexuelle Sohn des Hotel-Geschäftsführers, der sich merkwürdig benimmt und ein Reporter der Lokalzeitung, der mehr zu wissen scheint, als er preisgibt. Ein vergnüglicher und spannender Krimi mit überraschenden Wendungen.

Wie bisher alle Wilsberg-Romane spielt auch dieser in Münster bzw. seiner Umgebung. Die Menschen dieser Region werden äußerst amüsant beschrieben, häufig geht Autor Jürgen Kehrer auf den Ort des Geschehens näher ein: "Wilsberg und die Schloß-Vandalen" ist also ein Krimi mit ordentlich Lokalkolorit. Und dann ist da natürlich noch die interessante Figur des Georg Wilsberg:

Wilsberg hat ein abwechselungsreiches Leben hinter sich. Er war Anwalt, dem jedoch seine Lizenz entzogen wurde, da er Mandantengelder veruntreut hat. Später dann führte er eine Münzhandlung und war gleichzeitig als Privatdetektiv tätig. Dieses Detektivbüro hat dann seiner ehemaligen Mitarbeiterin überschrieben, die daraus eine florierende Firma machte, in der er ab und zu aushalf. Jetzt hat er wieder ein eigenes Büro und wird dabei unterstützt von der Studentin Franka.

Er war kurze Zeit verheiratet mit einer jungen Frau, die er in einem seiner vorhergehenden Fälle kennengelernt hatte. Aus dieser Ehe stammt eine Tochter, die er jedoch nur unregelmäßig an Wochenenden sieht. Wilsberg ist also ein Verlierertyp mit chronischen Geldschwierigkeiten, der zudem noch unter Neurodermitis leidet. Er ist aber ein symphatischer Mensch, wenn auch häufig etwas chaotisch.

"Wilsberg und die Schloß-Vandalen" ist trotz allem Lokalkolorit auch für alle Nicht-Münsteraner absolut lesenswert - kurzweilig geschrieben, die Story ist gut durchdacht und hält gut bei der Stange. Tja, und den Protagonisten Wilsberg muß man einfach gerne haben.

Wilsberg und die Schloss-Vandalen

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