Der Minister und das Mädchen

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 1998, Seiten: 157, Originalsprache

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Thomas Kürten
Das ganz normale Schmierentheater

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Ein alter Freund Wilsbergs spannt den Münsteraner Privatdetektiv und Lebenskünstler für einen recht brisanten Fall ein. Wilsbergs Freund hat Parteikarriere gemacht und ist Musterschüler des Bundespolitikers Wolfgang Schwarz, der gute Aussichten hat, nach der bevorstehenden Wahl Minister zu werden. Schwarz hat allerdings ein Problem: seinen Sohn Christian. Der wird nämlich von einer Studentin beschuldigt, mit ihr perverse Sexspielchen gemacht und sie dabei blau und blutig geschlagen zu haben. Dabei wirkt das Bürschchen doch so unscheinbar und harmlos, dass ihm solche Gewalttaten nun wirklich nicht zugetraut werden dürften. Auch Wilsberg ist schnell von dessen Unschuld überzeugt und nimmt nicht zuletzt dank der großzügigen Anzahlung aus der Parteikasse den Fall an.

Und den Fall hat er auch recht schnell gelöst. Söhnchen hat nichts gemacht, Studentin wollte sich rächen, weil Söhnchen nicht so recht auf ihre Fesselspielchen ansprang, Belastungszeuge gibt zu, auf ihr Verlangen selbst Hand an das Opfer angelegt zu haben. Ging so schnell und einfach, dass sich wohl auch Detektiv Wilsberg fragt, warum er den Fall nach nicht einmal der Hälfte des Buches gelöst hat. Um an den Rest seines Lohnes zu kommen muss er noch nach Bonn fahren und sich vor den Karren des sauberen Politikers spannen lassen, Fernseh- und Pressejournalisten Rede und Antwort stehen. Da erreicht ihn unverhofft ein Anruf seiner Assistentin Franka, die ihm erzählt, dass der Belastungszeuge, der seine Aussage zurückgezogen hat, auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen und die Studentin untergetaucht ist, weil sie sich verfolgt und bedroht fühlt. Der Fall ist noch nicht vorbei...

Die Spannung wird dem Roman zu früh genommen

"Der Minister und das Mädchen" ist einer von drei Original-Romanen, die vom ZDF verfilmt wurden. (Alle weiteren Wilsberg-Filme wurden vom Autor Jürgen Kehrer direkt in Drehbuchform geschrieben.) Leider ist es in einer Serie auf einem über Jahre konstant guten Niveau einer der schwächeren Wilsberg-Krimis, der dazu adaptiert wurde. Eigentlich nehmen a) der Titel und b) der unsympathische Auftritt des getreuen Parteisoldaten in Wilsbergs Büro schon im ersten Kapitel zu viel vorweg. Was man anfangs aber vielleicht nur als Verdacht im Hinterkopf mit sich trägt, wird immer konkreter nachdem Wilsberg den Fall komplikationslos aufdecken konnte und von dem Einflussreichen Politiker wie ein hoher Staatsgast behandelt wird.

Leider bleibt dadurch bei diesem Wilsberg die Spannung sowie das überraschende Moment ein wenig auf der Strecke. Ansonsten kann man mit Kehrer wieder einmal nicht meckern. Wilsberg ist schrullig wie immer und balanciert sich durchs Leben, Franka - Jura studierender Punk - lässt sich von ihm viel zu sehr in die Schnüffelarbeit einbinden, vergisst aber dabei nicht ihren Revoluzzergeist hervorzukramen. Und für ein schnelles kleines Affärchen - natürlich wieder einmal mit der falschen Frau - ist sich Wilsberg auch nicht zu schade. Wäre also alles da gewesen, wenn der Fall doch nur ein wenig raffinierter strukturiert worden wäre. So verschwindet "Der Minister und das Mädchen" leider im Mittelmaß.

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Letzte Kommentare:
07.06.2012 10:12:03
andrepolis

Wilsberg nimmt keine Fälle der Kirche oder von der Mafia entgegen. Er sollte seinen Anspruch auf die Politik ausdehnen. Till Geskamp drängt den charmanten münsterschen Privatdetektiv dazu einen Vergewaltigungsfall aufzuklären, der einen Jungen und damit auch seinem politisch engagierten Vater zu Fall bringen könnte. Wilsberg stößt in ein großangelegtes Wespennest und muss Viel dafür tuen, damit er schnellstmöglich wieder rauskommt.
Politische Themen sind und bleiben immer ein schwieriges Thema, Kehrer gibt seinem Detektiv auch immer mal wieder Steine in den Weg. Wilsberg braucht zusätzlich Hilfe. Stürzenbecher, wo bist Du?