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Thomas Gisbertz
Unterhaltsamer Krimi aus Münster

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Apr 2020

Privatermittler Georg Wilsberg bekommt es mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun: Die 15-jährige Emma bittet ihn, auf ihren Vater, den Journalisten Paul Wilkens, aufzupassen, der mit einem mysteriösen Mann um 21 Uhr im Wienburgpark verabredet sei. Der Privatdetektiv lehnt zunächst ab. Aber als Emma ihren Vater abends nicht erreicht, macht Wilsberg sich doch auf den Weg und findet ein Smartphone in einer Blutlache.

Von Emmas Vater fehlt jede Spur. Wilsberg beginnt zu ermitteln. Der Verschwundene soll sich mit der rechten Szene beschäftigt haben, mit Leuten also, die vor Gewalt nicht zurückschrecken. Dann erhält Emma einen Anruf aus Beirut und Wilsberg muss in den Nahen Osten fliegen.

Mysteriöser Vermisstenfall

Eine erste Spur bei der Suche nach dem vermissten Journalisten führt Wilsberg zu Haus Olfenberge, einem Herrensitz, 30 Kilometer südöstlich von Münster. Emma findet nämlich einen Zettel mit der Adresse in einer der Jacken ihres Vaters. Das schlossähnliche Anwesen ist Sitz der Stiftung Schwanenbrück, die sich angeblich mit der Pflege des deutschen Volksgutes unter dem Aspekt der Völkerverständigung beschäftigt.

Unerwartet erhält Emma aber plötzlich einen Anruf ihres Vaters aus Beirut. Dass sich Paul Wilkens dort aufhalten könnte, wird von Stefan Schilling, einem Freund des Vermissten, mit dem er gemeinsam zur Journalistenschule gegangen ist und der als Reporter im Nahen und Mittleren Osten arbeitet, bestätigt. Ein englischer Kollege habe Wilkens in der libanesischen Hauptstadt gesehen. Also macht sich Wilsberg auf den Weg nach Beirut - mit dramatischen Folgen.

Der Kultdetektiv ist zurück

Wer hätte 1990 gedacht, als mit „Und die Toten lässt man ruhen“ der erste Band der Wilsberg-Reihe erschien, dass damit eine Erfolgsstory beginnen sollte. Seit nunmehr 30 Jahren ermittelt der kauzige Privatermittler Georg Wilsberg in und um Münster. Bereits vor 25 Jahren hat das ZDF das Potential der Reihe für das Fernsehen entdeckt. Wenn man so möchte, feiert die Figur also ein Doppeljubiläum.

Auch wenn die TV-Serie mit Leonard Lansink in der Hauptrolle teilweise stärker von den Romanen abweicht, ist eines gleich geblieben: der schnoddrige, stets finanziell klamme Privatdetektiv, der sich mit feiner Spürnase und großem Einsatz auf Tätersuche begibt. Seine oft unkonventionelle Ermittlungsarbeit und seine ihm eigene, tiefsinnige, oftmals lakonische Art über Gott und die Welt nachzudenken, machen ihn so beliebt bei Lesern und Zuschauern - und seinen geistigen Vater Jürgen Kehrer zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Krimiautoren.

Spezieller Krimi

Es mag Krimis geben, die mit mehr Spannung aufwarten und die action- und temporeicher sind. Aber es gibt kaum eine Reihe, die derart unterhält wie die um den gescheiterten Anwalt und Privatermittler Georg Wilsberg. Das liegt zum einen an der Hauptfigur selber, zum anderen aber auch an der besonderen Schreibweise Kehrers. Er nimmt sich Zeit für seine Figuren, begeistert immer wieder mit pointierten Dialogen, hintergründigem Witz und teilweise absurder Situationskomik - ohne jedoch albern zu werden.

Wilsberg lässt alles etwas langsamer, gemächlicher angehen, vermittelt aber gleichzeitig stets das Gefühl der Unbesiegbarkeit, wenn er sich wieder in Gefahr begibt. Das muss nicht immer realistisch sein, und sorgt vielleicht bei einigen Lesern wiederholt für Kopfschütteln, aber genau das macht den besonderen Charme der Figur aus: Wilsberg glaubt immer, alles unter Kontrolle zu haben, und ist nie um eine Ausrede verlegen, wenn er sich aus einer heiklen Situation herauswinden muss. Kehrer gelingt es auch, die Handlung auf ein Minimum zu reduzieren. Abschweifende oder gar ablenkende Nebenhandlungen gibt es nicht.

Große Weltpolitik in Münster

Kehrer hat schon immer gesellschaftskritische Themen in seiner Reihe aufgegriffen. In seinem aktuellen Roman spielt Asma al-Assad, die Frau des libanesischen Diktators, eine wichtige Rolle, und der Privatermittler bekommt es unter anderem mit skrupellosen Schergen aus dem Nahen Osten zu tun. Die Art und Weise, wie Wilsberg hier ermittelt und was seine Gegner mit ihm machen, könnte teilweise realitätsferner kaum sein - aber es unterhält bestens.

Mit einer Prise Humor, erneut viel Lokalkolorit und einem spannenden Plot überzeugt Kehrer auch bei diesem Roman. Der Autor spielt dabei auch gekonnt mit seiner Hauptfigur, bei der man beim Lesen unweigerlich Leonard Lansink vor Augen hat, indem er immer wieder selbstironische Anspielungen auf den TV-Ermittler macht. Darüber hinaus ist der Roman inhaltlich gut recherchiert und wirkt dadurch trotz der teilweise abstrusen, mithin grotesken Darstellung glaubhaft. Dass dieser Spagat gelingt, ist das große Geheimnis der Reihe. Wilsberg ist ein Antiheld, der doch stets sein Ziel erreicht.

Fazit:

Auch nach 30 Jahren kann man von Wilsberg nicht genug bekommen. Die Reihe stellt einfach Kriminalunterhaltung mit großem Suchtfaktor dar. Die Romane um den Münsteraner Detektiv sind sicherlich nichts für Leser, die brutale Täter und ein knallhart auftretendes Ermittlerteam suchen. Der Leser bekommt das, was er erwartet: einen echten Wilsberg. Trotz oder gerade aufgrund so mancher Abstrusität sorgen die Fälle des Privatermittlers weiterhin für ein großes Lesevergnügen. Bitte mehr davon.

Wilsberg - Sag niemals Nein

Wilsberg - Sag niemals Nein

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