Der Beigeschmack des Todes

Erschienen: Januar 1988

Bibliographische Angaben

  • London: Faber, 1986, Titel: 'A Taste for Death', Seiten: 454, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 1988, Seiten: 479, Übersetzt: Georg Auerbach
  • München: Droemer Knaur, 1991, Seiten: 478
  • München: Droemer Knaur, 1996, Seiten: 478
  • München: Droemer Knaur, 1998, Seiten: 560
  • Augsburg: Bechtermünz, 1999, Seiten: 560
  • München: Droemer Knaur, 2003, Seiten: 560

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Odile Odile
Anspruchsvolle Rätselgeschichte mit stets logischem Ausgang

Buch-Rezension von Odile Odile Mai 2003

An einem kühlen Septembermorgen werden in der Londoner Kirche St. Matthew zwei Leichen mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Ein spektakuläres Verbrechen, das durch die Identität des einen Toten noch zusätzliche Brisanz erhält. Sir Paul Berowne, Minister Ihrer Majestät hatte erst vor wenigen Tagen unerwartet sein Regierungsamt niedergelegt. Jetzt liegt er mit einer klaffenden Halswunde neben dem ebenfalls toten Tippelbruder Harry Mack. Handelt es sich um einen Doppelmord oder einen Mord mit anschliessendem Selbstmord?

Es dauert lange bis Commander Adam Dalgliesh, der Chefermittler, diese wichtige Frage beantworten kann. Und warum hat Sir Paul seinen hochkarätigen Ministerposten aufgegeben? Widerfuhr ihm tatsächlich ein mystisches Erlebnis in eben dieser Sakristei? Oder beunruhigte ihn vielmehr ein hetzerischer Zeitungsartikel, der ihn mit dem gewaltsamen Tod von drei Frauen in Verbindung brachte? Dass alle in Frage kommenden Tatverdächtigen scheinbar wasserdichte Alibis vorweisen können, vereinfacht die Lösung des kniffligen Falls nicht gerade. Medien, Vorgesetzte und Politiker sitzen Dalgliesh und seinem Team zusätzlich im Nacken. Doch Spürsinn, kombinatorisches Geschick und Beharrlichkeit führen letztlich doch zur Lösung des Verbrechens. Im Showdown, der ein weiteres Opfer fordert, kommt die Wahrheit ans Licht...

Die Romane P. D. James zeichnen sich durch ihr literarisch hohes Niveau aus. Die Autorin legt höchsten Wert auf Détailgenauigkeit und Sprache. Man spürt, dass ihren Büchern stets intensive Recherchen vorausgehen. Ihre Geschichten spielen immer in England und sie bevorzugt Schauplätze und Milieus, die sie kennt, z. B. Krankenhäuser. Ihr Held, der kühle, distinguierte Commander Dalgliesh, löst seine Fälle professionell und präzise. Mit seiner Hilfe erfährt der Leser im Laufe der Ermittlungen, welcher Art die Beweggründe und Verhaltensmuster der Verdächtigen sind. Stets gelingt es Dalgliesh, der in seiner Freizeit Gedichte verfasst, die verworrenen Handlungsfäden seiner Schöpferin logisch und zu des Lesers Zufriedenheit zu entwirren.

P. D. James gehört zu meinen Lieblingsautoren. Zu recht nennt man sie die legitime Nachfolgerin von Agatha Christie und Dorothy Sayers. In puncto Stil und Sprache erfüllt sie allerdings auch höhere Ansprüche. Ihre Charakter- und Situationsbeschreibungen sind stets stimmig und präzise. Man spürt, sie weiss, wovon sie schreibt. Skurrilität, Exzentrik oder Exotik sind dagegen weniger ihr Ding. P. D. James´ Geschichten sind stets realistisch, durchaus sozialkritisch und psychologisch schlüssig. Ich schätze es besonders, dass sie mich mit spannenden, anspruchsvollen Rätselgeschichten unterhält, die stets eine logische Auflösung erfahren!

Der Beigeschmack des Todes

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