Unheil über Oxford

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • London: Macmillan, 1996, Titel: 'Oxford Fall', Seiten: 262, Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2006, Seiten: 349, Übersetzt: Ulrike Werner- Richter

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Sabine Reiß
Krimi für Dünnbrettbohrer

Buch-Rezension von Sabine Reiß Okt 2006

"Unheil über Oxford" ist Veronica Stallwoods vierter auf Deutsch erschienener Krimi, in dem sie die Schriftstellerin Kate Ivory in Oxford auf Jagd nach kriminellen Elementen schickt. Chronisch pleite, ist diese immer wieder auf der Suche nach Aushilfsarbeiten, die ihre Kasse bis zum nächsten Scheck ihres Verlages aufbessern. Da kommt es ihr ganz gelegen, dass am Bartlemas College jemand gesucht wird, der für den Workshop "Geschlecht und Gattung" die Betreuung der in Kürze erwarteten amerikanischen Teilnehmer übernimmt.  Da ihre Ansprechpartnerin Emma Dolby in der Klemme steckt, ringt sie dieser außerdem noch einen Kurs in kreativem Schreiben ab. Ein wichtiger Mitarbeiter der Verwaltung, der Haushaltsbeauftragte des Colleges, Christopher Townsend, fiel im wahrsten Sinne des Wortes aus, indem er vom "Tower of Grace" stürzte, angeblich ein Unfall. Es machen Gerüchte die Runde, dass er leicht angetrunken gewesen sein soll. Kate bezweifelt dies, da sie ihm wenige Minuten vor seinem Tod zufällig noch begegnet ist. Obwohl sie ihn nicht kannte, ist er ihr sehr gut im Gedächtnis geblieben: "Griechische Gottheit... Er würde sich hervorragend auf ihrem Samtsofa machen, doch auf die Schnelle fiel ihr keine Gelegenheit ein, ihn dorthin zu bekommen."

Neugier ist der Kate Tod

Die Mitarbeiter der Finanzverwaltung empfangen Kate nicht gerade mit offenen Armen. Schon gleich am ersten Tag findet sie einen Zettel in Townsends Unterlagen, der ohne Zweifel eine Drohung darstellte: "Neugier ist der Katze Tod". Als sie jedoch kurz darauf einen weiteren solchen Zettel mit den Worten "Neugier ist der Kate Tod" findet, bekommt sie ein mulmiges Gefühl. Was geht am College vor und wer will sie einschüchtern? Ist sie bereits in der kurzen Zeit auf etwas gestoßen, dessen Bedeutung sie noch nicht erkannt hat?

Kate ist ein Musterexemplar des naiven, blonden Dummchens, das immer wieder in mysteriöse Fälle verwickelt wird und diese ohne Mithilfe der Polizei löst. Sie sieht blendend aus und kleidet sich auffällig sexy, wodurch sie natürlich erst recht die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ihre Charakterisierung macht sie für den Leser nicht gerade sympathisch, ebenso wie die anderen Figuren, von der molligen Rektorsgattin im Kreppkleid bis zum Assistenten des Quästors mit den Schuppen auf dem Anzug. Jedes Detail wirkt überzeichnet, keiner der Mitwirkenden weist halbwegs normale Züge auf und man muss davon ausgehen, dass sich hinter der Fassade des pittoresken Universitätsstädtchens Oxford in Wirklichkeit ein Moloch der Korruption befindet.

Zufälle und nicht mehr

Mit dem schon angedeuteten relativ blumigen Stil (Griechische Gottheit, blabla) schleust einen die Autorin mehr oder weniger routiniert durch die Handlung, die aus bemerkenswert vielen Drohungen gegenüber der Protagonistin besteht, deren Ermittlungen jedoch keineswegs substantiell sind. Mehr oder weniger zufällig findet sie heraus, warum Chris Townsend sein Leben lassen musste, begleitet von zunächst unverständlichen Einschüben eingangs jeden Kapitels, bei denen sich nach und nach herauskristallisiert, dass der Tote von einem Cherub bewacht wird, der ihn am Betreten des Garten Edens hindern soll. Dabei erzählt ihm Chris seine Lebensgeschichte und Zophiel (in Miltons "Lost Paradise" übrigens ebenfalls als Engel Gottes genannt) erweitert dabei seine Studie über die Psychologie der Opfer. Welch eine Überraschung: Chris ist ganz und gar kein unschuldiges Opfer, aber schließlich hat eine Frau die Vertreibung aus dem Paradies eingeläutet und damit das Unheil über die Menschheit gebracht.

"Für alle Freunde von Martha Grimes und Ann Granger", so preist der Verlag dieses Buch von Veronica Stallwood an. Zumindest was Martha Grimes angeht, möchte ich diesem Einsortieren in bestimmte Schubladen aber widersprechen. Der Witz, der die meisten Bücher der Amerikanerin auszeichnet, ist um einiges unterhaltsamer als das hier gebotene und Inspector Jurys Fälle sind weitaus ausgefeilter. Das nächste Buch der Autorin soll laut Verlagsauskunft übrigens den deutschen Titel "Kein Zurück nach Oxford" tragen. Diesen Vorschlag will ich bereits jetzt beherzigen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ich in Begleitung Veronica Stallwoods noch einen weiteren Leseausflug nach Oxford unternehmen werde.

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Letzte Kommentare:
28.12.2006 23:01:24
c_plus_plus

Das Buch ist leider eine große Enttäuschung. Ich kann nur davon abraten es zu kaufen!

Doch der Reihe nach: Im Geschäft hatte mir der Einband des Buches recht gut gefallen, sowie der Schauplatz des Geschehens: eine Universität in Oxford. Von der Autorin hatte ich noch nichts gehört, es war also ein Griff ins Blaue.

Der Anfang war gar nicht mal so schlecht, obwohl ich schnell merkte, dass es wohl nicht gerade das beste Buch sein würde. Aber man konnte der Handlung folgen und es baute sich Spannung auf, den Stil fand ich auch ok.
Doch nach ca. der Hälfte des Buches (oder auch schon vorher) wurde es immer schlechter und langweiliger. Die Charaktere inklusive der Hauptperson Kate Ivory, einer angeblichen Schriftstellerin, die wegen Geldmangel Seminare für kreatives Schreiben geben muss, zeichneten sich als seltsam, irgendwie unrealistisch ab, und waren allesamt eher unsympathisch bzw. unecht/zweifelhaft, obwohl sich die Autorin an einigen Stellen um sympathische Züge bemühte.
Die Handlung erschien immer undurchdachter und liebloser, die letzten Seiten habe ich nur noch überflogen.

Jedes Kapitel des Buches wird mit einen unsinnigen Zitat eingeleitet, das wohl den Anschein eines gewissen Anspruches erwecken soll, oder eine Eigenheit der Autorin darstellt. Eine Verbindung zum Inhalt konnte ich jedoch nicht erkennen.
Ebenso unsinnig waren meiner Meinung nach die häufigen Einschübe, die das Opfer Christopher Townsend im Gespräch mit dem Engel Zophiel darstellten - nach dem Tod, versteht sich; im Himmel, vor den Toren des Garden Edens. Dies soll wahrscheinlich eine Art biblische Botschaft der Autorin an den Leser sein, aber zur Handlung trägt das nicht bei, sondern stört den Lesefluss immens und wirkt gekünstelt.
Es entsteht der (vielleicht gewollte) Eindruck, dass die Privatdetektivin in Gestalt von Kate Ivory mit Engel Zophiel einen Konkurrenz-Ermittler hat, der den Fall als erster zu lösen droht. Man hat als Leser durch das „himmlische Gespräch“ also Informationen über die Tat und das Opfer Christopher Townsend, welche die Hauptperson noch nicht hat, meistens Informationen, die einen nicht interessieren.

Nach sehr viel Herumgeeiere dann plötzlich das Ende – einfach nur enttäuschend und fragwürdig! Kurz bevor Zophiel den Mord klären konnte, kommt Kate Ivory der Zufall zur Hilfe, und sie kann den Fall als erste lösen, wobei man von „lösen“ nicht sprechen kann. Die Lösung schneite aus purem Zufall herein. Eigentlich müssten noch 200 Seiten schlüssiger Ermittlungen kommen, die zu dieser Auflösung hätten führen können. Eigentlich müsste das ganze Buch aus solchen schlüssigen Ermittlungen bestehen... na ja. Engel Zophiel war schon zu nah dran, über 300 Seiten waren bereits geschrieben/gelesen, da wäre das Buch wohl zu dick geworden.

Also: kein gutes Buch, die schlechte Wertung ist gerechtfertigt.