Blutzeuge

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • München: Random House Audio, 2017, Seiten: 1, Übersetzt: Tanja Geke

Couch-Wertung:

50°
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Brigitte Grahl
Ein Horrorfilm für Rizzoli und Isles

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Aug 2017

Es ist der zwölfte Fall von Maura Isles und Jane Rizzoli: Eine junge Tote, die ihre Augäpfel in der Hand hält - und bald darauf ein junger Mann, der von Pfeilen durchbohrt wurde. Während Detective Rizzoli nach der Bedeutung der Symbolik sucht, rätselt Pathologin Isles über die Todesursache. Es gibt keine Anzeichen eines gewaltsamen Todes, die Verstümmelungen wurden den Opfern post mortem zugefügt. Eine Frau könnte den Ermittlern helfen, aber sie hat gute Gründe, ihren Mund zu halten. Sie hält sich zudem für clever genug, um den Killer auf eigene Faust auszuschalten.

Tess Gerritsens erfolgreiches weibliches Ermittlerduo Rizzoli und Isles hat Pate gestanden für eine gleichnamige Fernsehserie. Und so liest sich auch der mittlerweile zwölfte Band "Blutzeuge". Ganz unterhaltsam, aber nach dem Ende hat man ihn schon wieder vergessen. Tess Gerritsen ist zu routiniert, um einen schlechten Krimi zu schreiben, aber etwas Neues ist ihr leider auch nicht eingefallen.

Gerritsen bietet dem Leser nichts wirklich Neues an

Irgendwie hat man das alles schon etliche Male gelesen: ein hochintelligenter Serienmörder, bizarre Mord-Szenarien, christliche Symbolik, Kindesmissbrauch, Psychopathen - und das alles läuft nach dem üblichen Muster ab. Maura seziert plastisch und detailliert beschrieben die Leichen, Jane verhört die üblichen Verdächtigen. Man enträtselt die Botschaft des Mörders und folgt dabei falschen Fährten.

Für Entspannung sorgt dazwischen das Privatleben der beiden Protagonistinnen und bedient damit die treue Fangemeinde des Gespanns. Besonders die Szenen mit Jane Rizzolis Familie sind amüsant und lockern das düstere Mordgeschehen auf. Maura Isles persönliche Geschichte mit ihrer leiblichen Mutter findet ein Ende. Allerdings weniger spektakulär, als es die Autorin zu Beginn des Buches andeutet.

Die Autorin hat den Fall als Rätselspiel gestaltet. Im Mittelpunkt steht die Frage: "Was will uns der Mörder mitteilen?". Alles ist auf Effekt hin konstruiert. Natürlich hat sich der Mörder bis ins kleinste Detail geplant, wie der Tatort auszusehen hat und wer das Opfer sein soll. Die Tat läuft dann auch genauso ab - der Zufall, der in der Realität meistens dazwischenkommt, findet nicht statt.

Der Leser wird dann routiniert zusammen mit den Ermittlern auf falsche Spuren geführt. Die Handlung nimmt eine gelungene Wendung in der Mitte des Buches, aber wirklich überraschend ist sie für erfahrene Krimileser nicht, ebenso wenig wie die Auflösung. Zudem ist das Finale ebenso unrealistisch wie die Morde.

Die geheimnisvolle Holly ist die interessanteste Person des Buches

Die polizeiliche Ermittlungsarbeit läuft eher am Rande ab. Die Szenen, die aus der Perspektive einer anfangs unbekannten Ich-Erzählerin geschildert werden, sorgen noch am meisten für Spannung und treiben die Handlung entscheidend weiter. Die geheimnisvolle Holly ist die interessanteste Person des Buches, man würde ihr gerne in einem späteren Band wiederbegegnen.

"Blutzeuge" liest sich schnell und ist eine nette Lektüre für zwischendurch oder für eingefleischte Fans von Rizzoli und Isles, die gerne wissen wollen, was sich in deren Privatleben tut. Nicht mehr und nicht weniger.

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