Schmierige Geschäfte

Erschienen: Januar 1992

Bibliographische Angaben

  • Boston: Little, Brown, 1989, Titel: 'Black cherry blues', Seiten: 290, Originalsprache
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1992, Titel: 'Black cherry blues', Seiten: 303, Übersetzt: Ulrich von Berg
  • Berlin: Ullstein, 1998, Titel: 'Black cherry blues', Seiten: 399
  • Bielefeld: Pendragon, 2017, Seiten: 476, Bemerkung: überarbeitete Neauausgabe

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Stefan Heidsiek
Robicheaux on the Rocks

Buch-Rezension von Stefan Heidsiek Mai 2003

Er ist das Vorbild vieler heutiger Hardboiled-Autoren und der beste Beleg dafür, dass gute Literatur und Unterhaltung durchaus auf höchstem Niveau in Einklang zu bringen sind: James Lee Burke.

 Hierzulande vollkommen vom Buchmarkt verschwunden und nur noch antiquarisch zu astronomischen Preisen erhältlich, liest sich die Chronologie der Fälle um den Ex-Cop Dave Robicheaux wie eine reine Erfolgsgeschichte. Burke, der in den frühen siebziger Jahren noch Mühe hatte, seine Romane an einen Verleger zu bringen (sein Werk "The Lost Get-Back-Boogie" bekam angeblich rekordverdächtige 111 Ablehnungen in neun Jahren), schaffte schließlich Mitte der 80er Jahre einen sensationellen Durchbruch. Eben dieses so oft verschmähte Buch wurde für den Pulitzer-Preis nominiert(!), worauf dann mit "Neonregen" ein Jahr später der Auftakt der Robicheaux-Reihe folgte. Aus dieser Serie ist "Black Cherry Blues" der dritte Band. Die Story spielt wenige Monate nach dem Ende von "Mississippi Delta" und knüpft inhaltlich direkt an den Vorgänger an:

 Dave Robicheaux ist so ziemlich am Ende. Der ehemalige Ermittler der Mordkommission aus New Orleans trauert um seine Frau Annie, welche im Schrotkugelhagel zweier Drogenhändler vor einiger Zeit den Tod fand. Desillusioniert hat er sich in die Bayous nahe New Iberia zurückgezogen, wo er gemeinsam mit dem Schwarzen Batist einen laden für Angelköder führt und sich um seine Adoptivtochter Alafair kümmert. Doch wie zumeist scheint ihm keine lange Ruhezeit vergönnt zu sein, denn mit dem abgehalfterten Bluessänger Dixie Lee drängt sich schon bald die Vergangenheit erneut in sein Leben. Sein alter Freund steckt in Schwierigkeiten, und Robicheaux wird gegen seinen Willen in diese mit hineingezogen. Als das Leben Alafairs von zwei Vertretern des Mobs bedroht wird, ist es mit der beschaulichen Ruhe im sumpfigen Louisiana endgültig vorbei. Bei einer nächtlichen "Auseinandersetzung" mit den Mafiosi, kommt einer der beiden ums Leben und Robicheaux sieht sich plötzlich mit einer Mordanklage konfrontiert. Er setzt alles auf eine Karte. Auf Kaution draußen, begibt er sich gemeinsam mit Alafair Richtung Norden, zum Flathead Lake am Fuße der Rocky Mountains in Montana. Dort, im verschlafenen Nest Polson, hält sich der zweite Mafiosi im Schatten des Möchtegern-Paten Sally Dee versteckt. Mit der ungewollten Hilfe eines alten Freundes verschafft sich Robicheaux Zutritt - und sticht damit in ein äußerst gefährliches Wespennest.

 Edgar Award für den Besten Roman (1990), Grand prix de littérature policière (1992) und Prix Mystère de la critique (1992). Die Namen der Auszeichnungen für "Black Cherry Blues" sind ebenso klangvoll wie bedeutend, lassen aber nur erahnen, wie gut dieses Buch wirklich ist. Fakt ist: Viel besser als James Lee Burke kann man kaum schreiben. Wer sonst nur das Mainstream-Allerlei der Krimi-Grabbeltische gewöhnt ist, hat hier unwillkürlich das Gefühl, es mit einer völlig anderen Literaturgattung zu tun zu haben, derart vielschichtig und tiefgründig ist Burkes Schreibe.

 Während man spätestens nach dem dritten Mankell den problembehafteten dauerdepressiven Wallander in die Wüste wünscht, hat der Burke mit Dave Robicheaux eine Figur zu Papier gebracht, die trotz oder gerade wegen ihrer Fehler, stets auf's Neue eine unheimliche Faszination entfacht. Dies liegt in erster Linie darin begründet, dass der Autor viel aus seiner eigenen Biographie mit eingearbeitet hat und von Dämonen schreibt, die er selbst aus eigener Erfahrung kennt. Die Alkoholsucht ist nur eines der Themen, die sich quer durch die Reihe ziehen, und Robicheaux Zeit seines Lebens zu verfolgen scheint. (Burke selbst bekam seinen Alkoholismus erst 1982, nach einem langen qualvollen Entwöhnungsprogramm, in den Griff.)

 Bei soviel Realitätsbezug fällt es dem Leser dementsprechend leicht, einen Zugang zu den Figuren und ihrem Leben herzustellen. Man leidet, trauert, lacht und ärgert sich zusammen mit Robicheaux, diesem im Grunde äußerst moralischen Mann, den der viel zu kurze Arm des Gesetzes immer wieder zur Selbstjustiz treibt. Und dennoch ist "Black Cherry Blues" kein actionreiches, kein unnötig gewalthaltiges Buch. Es ist diese unterschwellige Wut, die aufgeladene und knisternde Atmosphäre, aus der die Geschichte ihre Spannung bezieht. Sie wechselt sich mit ruhigeren Phasen ab, in denen sich Burke mit meisterhafter Eleganz der Landschaftsbetrachtung auf eine Art und Weise widmet, die sich selbst mit schön und poetisch nur unzureichend beschreiben lässt. Wer glaubt, dass dem Autor der Wechsel aus den schwülen Bayous des Südens in die Bergwelt Montanas Probleme bereiten würde, sieht sich hier, auch dank einer hervorragenden Übersetzung, äußerst eindrucksvoll eines Besseren belehrt. So bleibt bis zur letzten Seite das Staunen und das Gefühl, etwas Besonderes gelesen zu haben. Nach viel zu kurzen 400 Seiten klappt man das Buch ehrfürchtig zu. Voller Vorfreude auf den nächsten Band.

 Insgesamt ist "Black Cherry Blues" ein Meisterwerk des Hardboiled-Genres und ein Höhepunkt der Dave-Robicheaux-Reihe. Mit diesem Buch schreibt sich James Lee Burke endgültig und unwiderruflich ganz nach oben in meine persönliche Bestenliste. Möge irgendwann bei einem deutschen Verleger der Groschen fallen und auch die neueren Bücher aus der Serie übersetzt werden.

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Letzte Kommentare:
05.06.2017 18:54:04
JoeRoberts

Stefan Heidsieks Rezension aus dem Jahre 2010 ist kaum etwas hinzuzufügen... Ich habe den 3. Roman aus Burkes Dave-Robicheaux-Reihe gerade auf Englisch zuende gelesen und bin sehr angetan.
Es ist nachzuvollziehen, dass Burke laut Eigenaussage "Black Cherry Blues" als abschließenden Teil einer Trilogie angesiedelt hatte, bevor er sich glücklicherweise entschloss, die Serie um den New-Orleans-Cop Robicheaux fortzusetzen. Gewisse Handlungsstränge der ersten beiden Teile werden hier wieder zusammengeführt und zu einem Abschluss gebracht.

Zum Inhalt: Auch außerhalb seiner angestammten Heimat macht Robicheaux eine gute Figur - mehr als die Hälfte des Krimis spielt im US-Bundesstaat Montana, wohin ihn sein neuester Fall treibt. Beim Versuch, seine Tochter vor Auftragsmördern, die im Auftrag einer großen Ölfirma unterwegs zu sein scheinen, zu schützen, gerät der ehemalige Polizist dabei selbst unter Mordverdacht, als einer der beiden Killer tot im Motel aufgefunden wird. Die Zeit bis zum Prozess nutzt er, um dem rätselhaften Tod zweier Männer indianischer Abstammung im Westen Montanas nachzugehen, der laut Aussage seines Jugendfreundes Dixie Lee Pugh auf das Konto der beiden Auftragskiller geht... In Missoula, der zweitgrößen Stadt Montanas, bezieht Robicheaux mit seiner Adoptivtochter Alafair ein kleines Haus und macht sich im Indianer-Reservat auf die Suche nach den noch unentdeckten Leichnamen der beiden "native americans". Dass ihn sein Freund Dixie ebenfalls um Hilfe bittet und er bei seiner Suche überraschend auf seinen ehemaligen Freund und Ex-Cop Cletus Purcell stößt, der sich mittlerweile wie Dixie für den Mafioso Sally Dee verdingt, macht die Angelegenheit nicht einfacher...

Was furchtbar kompliziert und unglaubwürdig klingt, ist letztlich in den Händen eines solch erfahrenen Erzählers, wie es James Lee Burke ist, gut aufgehoben. Sicherlich, er schert sich dabei nicht um eine detailgetreue Wiedergabe von Ermittlungsarbeit und auch einige Ungereimtheiten (etwa, dass Robicheaux und Alafair trotz akuter Geldsorgen wochenlang in Montana problemlos über die Runden kommt) stören ihn nicht. Beeindruckend ist nach wie vor, wie konsequent er die Figur von Robicheaux weiterentwickelt und ihr trotz aller auferlegten Prüfungen - wie etwa der Tod seiner zweiten Ehefrau im 2. Robicheaux-Band "Mississippi Delta" - am Ende einen Schimmer Hoffnung lässt, so dass ein Abgleiten der Handlung in einen blutigen persönlichen Rachefeldzug vermieden wird und die Gerechtigkeit (wenn schon nicht das Gesetz) sich doch letzten Endes durchzusetzt. Grundsympathisch auch die Figur des unkorrumpierbaren, aber vor Gewalt nicht zurückschreckenden Ex-Cop Dave Robicheaux.

Am Ende des Romans kehrt dieser nach New Orleans zurück, ebenson sein Ex-Partner Cletus (der im french Quarter eine Bar eröffnet) und eine Rückkehr in den Polizeidienst zeichnet sich ab.
Burke ist ein begnadeter Erzähler, der weiß, wie man spannende Krimis schreibt und Figuren einbaut, die einen mitfiebern lassen. Hinzu kommt die Einbettung der Handlung in eine "gesamtgesellschaftliche" Perspektive, die seinen Krimis Relevanz über das Genre hinaus geben, auch wenn dies in "Black Cherry Blues" weniger auffällig ist als bei "Neon rain" und "Mississippi Delta".

17.08.2016 19:30:29
wolko

Der "tassieteufel" Kommentar zu diesem Buch ist nicht zu toppen.
Auf den Punkt getroffen. Ergänzen möchte ich lediglich, dass mich bei diesem hardboiled
Kunstwerk die poesivollen Abschnitte besonders berühren. Was für eine Sprachgewalt trotz der zahlreichen Rechtschreibfehler in der EBook Version, wie schon moniert.Ich habe selten ein so gutes Buch gelesen, Reginald Hills Romane haben mich manchmal ähnlich tief beeindruckt.
Nach einem Intermezzo von Don Winslow gehts an den 4. Teil. Da freue ich mich jetzt schon drauf.
Viele Grüsse an die Fans von Burke.
Wolfgang

18.07.2016 13:51:48
tassieteufel

Ex Cop Dave Robicheaux versucht nach der Ermordung seiner Frau Annie, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und nicht wieder seiner Alkoholsucht nachzugeben, dabei hilft ihm, dass er sich um Adoptivtochter Alafair kümmern muß. Als sein alter Freund Dixie Lee Pugh bei Dave auftaucht, und um Hilfe bittet, lehnt er zunächst ab. Dixie Lee, ein abgehalfterter Bluessänger, Drogen- und Alkohol abhängig, dessen Musikkarriere längst den Bach runter gegangen ist, arbeitet inzwischen für eine Ölfirma für die er dubiose Landgeschäfte tätigt, in die auch recht zwielichtige und gefährliche Männer verwickelt sind, denen Dixie in die Quere gekommen ist. Als Robicheaux sich dann doch einmischt, ist plötzlich einer dieser Männer tot, ermordet mit einem Messer das Dave gehört, der auch prompt unter Mordverdacht verhaftet wird. Nachdem er eine Kaution aufgetrieben hat, beschließt er mit Alafair nach Montana zu gehen, um dort seine Unschuld zu beweisen. Ungeahnte Hilfe bekommt er dabei von seinem alten Partner Cletus Purcel.


Auch der dritte Band aus James Lee Burkes "Dave Robicheaux"-Serie hat mich überzeugt und begeistert und das lag nicht nur am ausgefeilten und gelungen konstruierten Plot des Krimifalles. Was mich bei James Lee Burke immer besonders beeindruckt, ist seine plastische und bildhafte Sprache. Die pure Sprachgewalt springt einem von den Seiten entgegen, wenn es um die Beschreibung von Landschaften und Leuten geht. Ich habe vorher ein Buch van Karin Slaughter gelesen, schon sprachlich gesehen liegen da Welten dazwischen, vom gelungen konstruierten Plott ganz zu schweigen.
Ob nun die feucht schwülen Sümpfe von Louisiana oder die grandiose Bergkulisse von Montana, Burke gelingt es, den Leser in seine Szenarien hineinzuversetzen, und mit einer eleganten, poetischen Sprache Landschaften so detailiert und lebendig zu beschreiben, dass sie vor dem Auge des Lesers erscheinen und eine perfekte Kulisse für seine Figuren und den Krimifall bilden.
Ebenso exzellent gelingt es dem Autor, seine Protagonisten zu charakterisieren und mit individuellen Ecken und Kanten zu versehen. Neben Dave Robicheaux, der mit den Geistern Vergangenheit kämpft, eigentlich nur ein ruhiges Leben mit Tochter Alafair will und der doch immer wieder von seiner gewalttätigen Vergangenheit eingeholt wird und auch um richtigen Ärger nie wirklich einen Bogen machen kann, sind da vor allem Dixie Lee und Cletus Purcel, die als Charaktere interessant sind. Beide sind reichlich abgehalftert und haben mehr oder weniger Dreck am Stecken, doch haben beide auch durchaus sympathische Züge und sind auch in der Lage das Richtige zu tun.
Der Krimifall entwickelt sich langsam und zunächst ist gar nicht so recht klar, was dahinter steckt, doch während Dave Robicheaux seine eigene Unschuld beweisen will, kommen immer mehr Details zu Tage, die auf ein kriminelles Geflecht ziemlichen Ausmaßes hinweisen. Die Spannung bleibt hier durchweg erhalten, auch wenn es immer mal ruhigere Szenen im Buch gibt und sehr gut hat mir auch die Auflösung gefallen, die am Ende rund um stimmig ist.

Einen Kritikpunkt muß ich allerdings ansprechen, dafür kann zwar der Autor rein garnichts, aber das Lektorat des eBooks ist wirklich furchtbar, so viele Rechtschreibfehler hab ich selten bei dem eBook gehabt und das sollte einfach nicht passieren! Hier ist eindeutig großer Verbesserungsbedarf!! Denn trotz der tollen Story holpert der Lesefluß, wenn man permanent über Fehler stolpert und das hat dieser Krimi nun gar nicht verdient!!

FaziT: Ein gut konstruierter und durchdachter Krimifall, facettenreiche Charaktere und einer spannende Handlung, verknüpft mit poetisch gezeichneten, bildhaften Landschaftsbeschreibungen ergeben hier eine perfekte Mischung!

17.08.2009 15:50:38
Bio-Fan

Dieser Dave Robicheaux ist mir richtig ans Herz gewachsen. Mit seinem dritten Auftritt avanciert er zu meinem Lieblingsermittler.
Nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau Annie kümmert sich Dave nun alleine um seine Adoptivtochter Alafair. Als deren Leben von zwei Mafiatypen bedroht wird, sieht Dave rot. Es kommt zu einem nächtlichen Handgemenge, wobei einer der Typen tot zurückbleibt. Der andere belastet Dave als Mörder seines Kumpels und flieht dann in die Berge Montanas.
Dave in Untersuchungshaft, dann auf Kaution frei, setzt alles daran, die Wahrheit über die Tat ans Tageslicht zu bringen. Also macht er sich in Begleitung Alafairs auf in den hohen Norden. Dort, in dem verschlafenen Nest Polson am Flathead Lake, hat sich die Mafia breit gemacht, die, in der Hoffnung auf zuvergebende Casino-Lizenzen, alles Land um den See herum aufkaufen will. Dave Kontrahent steht bei ihnen in Lohn und Brot, ein gefährliches Wespennest also, so dass Dave ihn nur mit der Hilfe seines ehemaligen Kumpels von der Polizei Cletus und des sehr eigenwilligen Bluessängers Dixie Lee aufspüren kann.

James Lee Burke ist ein Landschaftsmaler. Wie er uns schon die schwüle Atmosphäre des südlichen Louisianas nahe gebracht hat, beschreibt er nun die bizarre Bergwelt des nördlichen Montana. Aber natürlich stehen dem seine Charaktere in nichts nach - besonders hervorzuheben ist die Figur des Dave Robicheaux- Burkes Alter Ego.
Burkes Geschichten sind wie der Mississippi - mal gemächlich fliessend, dann aber plötzlich -von Stromschnellen forciert- aufschäümend, explosiv. 95 Grad